Wieso haben heutzutage so viele Hunde Probleme mit der Verdauung?

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  • Und, ein ganz wichtiges Thema, wobei jetzt bestimmt gleich wieder ein Aufschrei kommt - zu viel Impfen, zu viel sorglose Behandlung mit Chemikalien (Zecken) und Medikamenten (zB Librela), zu viel Entwurmen und der Kontakt mit Giften im Haushalt (zB im Weichspüler oder Geschirrspültabs) und anderen Umweltgiften können nicht gesund sein.

    Antibiotika werden wie Zuckerl verschrieben, gilt ebenfalls für Mensch und Tier. Ständiges entwurmen, Zeckenmittel.

    Ich weiß gar nicht, wie ihr darauf kommt … der Durchschnittshundehalter rennt doch nicht andauernd zum TA für Impfungen und Entwurmungen oder ist das in eurem Umfeld so? Da gibt es doch viel eher noch HH vom alten Schlag mit dem Motto „Mein Hund ist total gesund und muss nie zum TA.“ (selbst wenn der offensichtlich krank aussieht).

    Und auch hier im Forum mit durchaus einer anderen Art von HH sind da nicht alle so am helikoptern? oder wie könnte man das nennen?

    Mein Hund wurde letztes Jahr im Februar und Dezember entwurmt … das ist sicher nicht zu viel (eher unter der Empfehlung).

  • Ich sehe vor allem zwei Komponenten: eine biologisch völlig unsinnige Zuchtpraxis und eine viel zu hochwertige Ernährung.

    Dass Inzucht - und gerade unsere Rassehunde sind diesbezüglich ja jenseits von gut und böse - ihre Spuren hinterlässt, ist bekannt. Dass das natürlich auch das Immunsystem betrifft, welches ganz eng mit der Verdauung verknüpft ist, sind wir erst am entdecken. Auf Allergien und Unverträglichkeiten wird bei der Auswahl von Zuchttieren nach wie vor kaum geachtet und die betroffenen Tiere als Einzelfälle behandelt.

    Daszu kommt, dass Industriell hergestellte Hundenahrung häufig viel zu reichhaltig und hochwertig ist für ein Tier, das sich seit zehntausenden von Jahren von menschlichen Abfällen ernährt und damit auch Hungerkrisen und Missernten durchgestanden hat.

  • Dass Inzucht - und gerade unsere Rassehunde sind diesbezüglich ja jenseits von gut und böse - ihre Spuren hinterlässt, ist bekannt

    Wo hast du denn die Zahlen her, dass ausschließlich Rassetiere Probleme mit Futterunverträglichkeiten und Allergien zu tun haben?

    MWn legt die eine große Studie zu Gesundheitsdaten dar, dass Rassehunde und Mischlinge in etwa gleich krank sind, Rassehunde aber deutlich öfter den Tierarzt vorgestellt werden, insb. auch zur Vorsorge, wenn ich das richtig im Kopf habe.

  • Wer hatte denn vor 20/30 Jahren eine Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit? Man hatte halt mal Durchfall. Na und?

    Ich hatte nicht mal Durchfall, Na und? sondern habe mein Leben lang schwere Krämpfe gehabt, Mangelerscheinungen, Darmentzündungen und viele weitere Probleme. Da ich eine Frau bin, war das natürlich alles eingebildet, stressbedingt, psychosomatisch....

    Inzwischen wird Glutenunverträglichkeit öfter erkannt und anerkannt. Zum Glück. Daher werden es mehr bekannte Fälle. Dazu kommt, dass moderne Getreidesorten sehr viel glutenhaltiger sind, als sie es vor 30, 50 oder 100 Jahren waren. Gluten verbessert Geschmack und Backeigenschaften und macht die Pflanze resistenter gegen Schädlinge, wird daher ganz gezielt dran gezüchtet. Außerdem wird Gluten vielen Nahrungsmitteln zugesetzt.

    Also nö, es gibt Gründe, die nichts mit "buhuuu wir sind alle überempfindlich geworden".

    Zur Laktoseintoleranz wurde ja schon was geschrieben.

  • Wo hast du denn die Zahlen her, dass ausschließlich Rassetiere Probleme mit Futterunverträglichkeiten und Allergien zu tun haben?

    Ich glaube nicht, dass das jemand sagt.

    Dass genetische Verarmung EIN Grund sein kann (wie ja auch für Allergiene, Autoimmunerkrankungen), das ja.

    Ich denke es gibt sehr viele Faktoren - Mangelernährung bei Tierschutzhunden, genetische Probleme bei Rassehunden schliessen sich ja nicht gegenseitig aus.

  • Meine Hunde und Katzen waren immer geimpft, entfloht, entwurmt, medizinisch behandelt - und ich hatte bisher noch nie ein Tier mit Verdauungsproblemen (auf Holz klopf)

    Ich erinnere mich an einen Vortrag von Ganßloser, der über verschiedene Futterprägungsphasen erzählt hat und sagte, dass Hunde oft Probleme haben mit Futter was weder die Mutterhündin in der Trächtigkeit noch der Welpe kennengelernt haben. Als ein Beispiel brachte er Tierschutzhunde, die oft hochwertiges Futter nicht vertragen.

  • Ich glaube nicht, dass das jemand sagt.

    Der Beitrag bezieht sich ausschließlich auf die "biologisch völlig unsinnige Zuchtpraxis". Das impliziert doch genau das.

    Ich kann da nicht mitreden, bei keinem unserer früheren oder derzeitigen Hunde habe ich großartige Futterprobleme oder sonstige Umwelt-Allergien. Mein Terrier verträgt nicht dauerhaft allzu viel Protein, das war's, sonst waren alle unsere Hunde immer gute problemlose Fresser. Es gibt aber 2 Welpen meiner Hündin, die mit dem Magen zu tun haben. Waren beides Outcross-Verpaarungen mit höherer Diversität als die Elterntiere und ohne gemeinsame Verwandte.

  • Ich denke, bei dem Thema gibt es nicht den alleinigen Faktor. Was ich über all die Jahre meine beobachtet zu haben:

    - andere Haltungsbedingungen der Hunde mit mehr Anforderungen/Stress

    - veränderte Trends in der Ernährung des Hundes, die auch die Futtermittelindustrie aufgreift

    - mehr Aufmerksamkeit auf das Thema :pile_of_poo: - wer hat sich früher schon die Haufen des Hundes angeschaut?

    - mehr Gabe von Medikamenten etc ...

    - Genetik

  • Ist ja z.B. bei Kindern mit ADHS auch so. Wird mehr diagnostiziert, gab es früher auch, isz aber durch die veränderte Umwelt tatsächlich mehr geworden

    Ist es tatsächlich mehr geworden? Wo hast Du die Zahlen dazu her, das würde mich interessieren. Ich habe viel zu ADHS gelesen und da kamen die Autor*innen stets zu dem Schluss, dass der Anstieg der Diagnosen an erhöhter Awareness und veränderten Diagnosekriterien liegt.

    Das ist tatsächlich subjektiv. Ich arbeite seit über 30 Jahren mit Kindern, seit 25 Jahren im Schuldienst. Zu Beginn gab es deutlich weniger Auffälligkeiten in Kindergruppen. Und ich habe an verschiedenen Schulen in verschiedene Einzugsgebieten gearbeitet . Die Kinder waren deutlich angepasster. Es kommt heute abe definitiv auch eine veränderte Erziehung, bzw. Eltern-Kind Beziehung dazu. Meine eigenen Kinder haben tatsächlich auch ADS und wir wir haben es zum Glück mit vielen Schritten gut in den Griff bekommen.

  • Ich weiß gar nicht, wie ihr darauf kommt … der Durchschnittshundehalter rennt doch nicht andauernd zum TA für Impfungen und Entwurmungen oder ist das in eurem Umfeld so?

    Wie ich darauf komme kann ich dir sagen, ich bekomme mit wie oft Antibiotika verschrieben werden, auch auf Grund Aussagen meiner TÄ, oder Bekannten die mit Schnupfen zum Arzt gehen und AB verschrieben bekommen.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin froh das wir auf dem medizinischen Stand von heute sind, bin froh das wir AB zur Verfügung haben, wir tun uns aber nix gutes sie so oft einzusetzen.

    Ich sage auch nicht das jeder zu oft entwurmt, Medikamente verabreicht usw., die Tendenz geht aber in die Richtung.

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