Whippet Welpe treibt mich gerade an meine Grenzen, wird es besser?

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  • ich kann den kleinen doch nicht ohne Leine einfach irgendwo laufen lassen

    Warum denkst Du das? Auf geeigneten Flächen/in geeigneten Settings dürfte das kein Problem sein.

    Wenn er wegläuft und wir nicht eingezäunt sind..

  • Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, aber ich kann den kleinen doch nicht ohne Leine einfach irgendwo laufen lassen und mit Leine ist es schwer ihn rennen zu lassen.
    Vielen Dank für alle Antworten. Wir kriegen das schon hin..

    Wir wohnen in der Großstadt. Im übelsten Ghetto Alle meine Welpen laufen frei.

    Mit 8 Wochen am Platz vorm Imbisstand. Später in einer Ecke vom Park neben dem Friedhof. Industriebrachgelände. Fußballkäfig. Fast wurscht. Halt nicht direkt neben der Straße.

    In dem Alter haben viele, nicht alle, Folgetrieb und rennen nicht weg. Der Radius den sich der Hund vom Menschen entfernt, ist halt höher, als bei manch anderem Hundetyp.

    Mit anderen (fremden) Hunden laufen meine in dem Alter gar nicht. Ich will, dass sie auf mich achten, nicht auf andere Hunde. Und ich will auch nicht, dass der langhaxerte Turbohund nieder gewalzt wird.

    Freilauf übt sich nie wieder so leicht wie jetzt. Ein Whippet immer nur an der Leine - wie soll der Körperbeherrschung lernen? Und die ist essentiell, bei einem Hund der 50km/h schnell werden kann und sich nicht den Hals brechen soll, wenn der Boden mal uneben ist.

    Bzgl Welpenschule: wird nicht für wirklich Freilaufmöglichkeit sorgen. Andere Hunde kennen lernen, ja. Aber Dein Hund wird Rennjagdspiele spielen wollen, weiter sein als andere im selben Alter und womöglich alles in Grund und Boden mobben.

  • Ihr könnt ja auch auch eine Wiese fahren und eine 15m Schleppleine ans Geschirr machen dann kann er sich auch austoben und ihr habt Sicherheit. Paar Spielsachen mitnehmen und einfach rumtollen.

  • Ihr könnt ja auch auch eine Wiese fahren und eine 15m Schleppleine ans Geschirr machen dann kann er sich auch austoben und ihr habt Sicherheit. Paar Spielsachen mitnehmen und einfach rumtollen.

    Schleppleine am Whippet zum laufen lassen? Willst Du den Hund umbringen?

  • Man merkt wirklich, wie sehr du alles richtig machen willst. Vielleicht lohnt sich deshalb ein Perspektivwechsel.

    Stell dir vor, jemand kommt JETZT zu dir, ohne Ankündigung, ohne Vorbereitung, setzt dich ins Auto und fährt mit dir in ein komplett anderes Land. Du kennst die Sprache nicht. Du kennst niemanden. Deine Familie und deine engsten Bezugspersonen sind von einer Sekunde auf die andere weg. Alles riecht anders, klingt anders, fühlt sich anders an.

    Würdest du in so einer Situation sofort entspannt schlafen? Die Nächte durchschlafen? Innerlich ruhig und ausgeglichen sein?

    Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich würdest du wach liegen, lauschen, grübeln, alles scannen. Dein Körper wäre angespannt, dein System auf Empfang.

    Und während du noch versuchst, dieses neue Leben überhaupt zu begreifen, kommt jemand mit einem Stapel Aufgaben. Erwartungen. „Das musst du jetzt lernen.“ „So sollst du dich verhalten.“ Kein Moment, in dem du einfach nur sicher sein darfst. Kein echtes Ankommen.

    Genau das passiert bei einem Welpen in den ersten Tagen.

    Seine komplette Welt ist weg. Mutter, Geschwister, vertraute Gerüche, vertraute Geräusche. Stattdessen eine neue Umgebung, neue Regeln, neue Menschen. Sein Nervensystem läuft auf Hochtouren, weil es versucht, Sicherheit zu finden.

    Und wenn man auf diese innere Aktivierung dann noch Auslastung und Trainingsansprüche draufpackt, wird es nicht ruhiger, sondern noch wacher. Noch mehr Reize. Noch mehr zu verarbeiten.

    Ich zum Beispiel bin jemand, der, wenn er nervös ist, an irgendetwas herumzupft. Ich zerreiße Blätter in kleine Stücke, spiele mit meinen Händen, brauche eine Beschäftigung, um Spannung abzubauen. Das ist Regulation.

    Bei Welpen ist das nicht anders. Nur benutzen sie dafür keine Hände, sondern ihre Zähne. Sie kauen, sie zerren, sie schnappen, sie werden unruhig. Nicht, weil sie „dominant“ sind oder dich ärgern wollen, sondern weil ihr Körper ein Ventil sucht.

    Ja, es gibt Welpen, die so einen Umzug scheinbar locker wegstecken, im neuen zu Hause ankommen und quasi sofort wegpennen. So wie es Menschen gibt, die in einem fremden Land sofort ankommen. Aber das ist nicht die Norm.

    Die meisten brauchen erst einmal Ruhe. Vorhersehbarkeit. Nähe. Das Gefühl, willkommen zu sein, ohne sofort funktionieren zu müssen. Und genau das hilft am Ende mehr als jeder Stapel an Aufgaben.

  • In der Zwischenzeit gibt es mal was zu lesen für die zugehörigen Menschen. Vielleicht wird damit einiges klarer:

    Das erste Trauma eines Welpen in seinem Leben: Der Umzug ins neue Zuhause

    Ich möchte noch mal hier hin verweisen. Und darauf aufmerksam machen, dass Ihr Menschen Euch sehenden Auges dafür entschieden habt diesen Welpen in dieses Umfeld zu holen. Der Welpe hätte sich das so ganz sicher nicht ausgesucht. Warum hat Ihr keinen Hund gesucht, der zumindest den größten Teil dieser Lebensumstände schon gelernt hat?

  • Und um müde und entspannt zu sein, muss der Hund auch toben dürfen.

    So, fast nur im Haus/an der Leine, kann die ganze Kinder-Energie doch gar nicht raus, sondern pusht sich nur hoch.

    Guck mal in die Grundschulen, oder selbst in unsere 5./6. Klasse noch - die ruhig und konzentriert zu kriegen wird von Stunde zu Stunde (=
    Mit mehr und mehr Auslastung/Training/Üben) schwieriger.

    Die werden nicht müde, die drehen auf, weil körperliche Inaktivität so anstrengend ist. Und das dürfte für nen Hund noch viel krasser sein.

  • Das tut mir echt leid für euch, dass hört sich wirklich schwierig an. Neu im zu Haude und dann noch krank :frowning_face:

    Ich kann nur von meiner Welpenzeit berichten. Odin ist mit 8 wochen eingezogen und ist jetzt 13 Wochen alt. Und er ist ein eher ruhiger welpe aber wenn er überdreht dann weil ich zuviel "geistige" Auslastung gemacht habe, bei mir ist es Leine gehen und üben. Daher würde ich dringend raten, clickertraining und boxentraining zu verschieben bis er bei euch angekommen und selbst zur Ruhe kommen kann.

    Beim Freilauf hab ich mir auch Gedanken gemacht, gekommen ist es auch anders. Aber der ist schon wichtig. Sucht euch bei google maps eine fläche ( am besten mit sattelitenview) und versuchst es mal. Nichts ist schöner und stressfreier als wenn ihr das ermöglichen könnt. Ich hab mir das am Anfang auch nicht getraut.

    Und ansonsten es wird besser dann wieder schlechter und dann besser. Lernen ( wovei der mensch meist mehr lernen muss) geht leider nicht linear.

  • Und um müde und entspannt zu sein, muss der Hund auch toben dürfen.

    Das möchte ich unterstreichen!

    Wenn man natürlich vom Trainer erzählt kriegt, der Hund hätte ja Kopfarbeit und würde davon müde... :ugly: ... tja. Überfordert ja, aber müde? Mir tut das Hundchen ganz schön Leid.

    Liebe TE, was sagt dir denn dein Bauchgefühl bei all den Dingen, die ihr so tut?

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