Nerv eingeklemmt? Bandscheibenvorfall? Unklare Schmerzen.
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Hej.
Brauche mal euren Rat.
Bolle, unklar wie alt, aber vielleicht so 12, mit diversen orthopädischen Problemen, Arthrose, miese Hüfte, Kreuzbandriss operiert, knöcherne Zubildungen am Sprunggelenk.
Gestern war noch alles "okay", er ist in seinem Tempo eine kleine Runde durch den Wald, ist anfangs ein bisschen quirliger, geht aber insgesamt recht langsam. Den ganzen Tag über keine Auffälligkeiten. Gestern spätabends kam der Freund nach Hause und begrüßte ihn, dabei blieb Bolle (wie immer) in seinem Körbchen in der Küche und ließ sich durchkrabbeln. Ich war im Nebenraum und sah das ganze nicht, plötzlich schrie der Hund. Ca 8 Sekunden lang, also wirklich lang. Bolle schreit nie. Selbst beim Kreuzbandriss war es nur ein kurzes Fiepen.
Als ich da war, war seine Körperhaltung schief, der Kopf leicht gedreht. Aber er ließ sich nach ein, zwei Minuten darauf ein, aufzustehen und folgte mir. Das Gangbild war ziemlich steif, das ist bei ihm aber auch normal. Ich dachte sofort: "Kreuzband" (das andere) weil er das eine Bein nicht voll belastete, aber er belastete es eben, nicht wie beim ersten Kreuzbandriss, oder "Wirbelsäule" weil er irgendwie etwas schief wirkte.
Freund berichtete die Situation so: Bolle lag, Freund hat ihn in den Arm genommen und sich kniend über ihn gebeugt um seinen Popo zu krabbeln (nicht feste, kein Gewicht oder so, falls hier falsche Bilder entstehen), in dem Moment kam Smutek (der andere Hund) rein und Bolle wollte in dessen Richtung (nach rechts) gucken und aufstehen. Dann kam es zum Schreien.
Bolle hat sich sehr schnell wieder für seine Verhältnisse normal bewegt, ich hab ihm direkt Rimadyl gegeben. Irgendwann war dann etwas Ruhe eingekehrt und er lag im Wohnzimmer in seiner Flocke. Als er nach einigen Stunden - wieder den Blick nach rechts wendend - seine Position ändern wollte, schrie er erneut auf. Diesmal nur kurz.
Ich gab ihm 500mg Novalgin.
Später in seinem Körbchen im Schlafzimmer noch mal das Gleiche: er drehte sich nach rechts, um sich abzulegen, Schmerz, Schrei.
Nochmal 250mg Novalgin nachgelegt.
Aber er wirkte die ganze Zeit dazwischen munter, kein Hecheln, keine schiefe Körperhaltung.
Heute früh beim Aufstehen wiederholte sich der kurze Schmerzschrei, als er sich umlagern wollte.
In der Tierklinik war mein Freund dann mit ihm, wir durften heute um 14 Uhr dazwischengequetscht werden. Die Praxis dort ist meiner Einschätzung nach sehr gut, hat auch MRT, CT, alles. Ich war inzwischen fest bei BSV Grad 1 innerlich. Der Arzt dort hat ihn komplett durchbewegt, sich das Gangbild angeschaut und fand ihn völlig unauffällig. Keine Schmerzreaktion auf jedes Drehen des Kopfes, nur nach rechts etwas blockiert, keine Reaktion auf jeden Druck auf die Wirbelsäule, Knie sitzt "bombenfest".
Er sagte: drei Tage Rimadyl und Novalgin und beobachten.
Ich hatte einen langen Zettel mitgegeben, auch mit der Frage nach Kortison, aber er sagte wohl Kortison würde hier nichts helfen weil (irgendeine Erklärung, die mein Freund nicht wiedergeben kann).Pregabalin, Tramadol usw fand er in diesem Fall auch nicht richtig. Es sei eine Blockade, ein eingeklemmter Nerv, und zwar irgendeiner in Richtung der Schulter.
Jetzt hat Bolle aber gerade wieder kurz geschrien und dann lange vor Schmerz gehechelt, jetzt ist es wieder gut, weil das Novalgin wirkt.
Aber ich bin mir irgendwie unsicher...
Was hätte denn gegen Kortison gesprochen? Also einfach falls es doch ein BSV ist, gibt man dann nicht Kortison? Ich habe das glaube ich bekommen als ich einen hatte. Und kann ein eingeklemmter Nerv so weh tun, dass ein Hund dann mehr schreit, als er jemals geschrien hat (z.B. als ihm eine Kralle ausgerissen ist oder als das eine Kreuzband gerissen ist)...? Ist das so schmerzhaft?
Mir lässt es keine Ruhe, dass der Arzt irgendwie nichts weiter gemacht oder verordnet hat, als Schmerzmittel und Ruhe.
Vielleicht auch, weil ich nicht dabei war. Der Freund beschrieb die Untersuchung als sehr gewissenhaft, eingehend und den Arzt als sehr kompetent. In meinem Kopf sind aber schon wieder alle Horrorszenarien los.
Kennt jemand von euch die Symptomatik, klingelt da irgendwas? Könnt ihr erklären, warum kein Cortison gegeben wurde? Das Netz sagt: macht man nicht mehr. Das Netz sagt auch: innerhalb von 48 Stunden nach BSV ist das richtig.
Liebe Grüße
MomoPS: Ich bin gerade aus diversen Gründen völlig am Ende und deshalb bitte nicht sticheln, ich schreibe hier gerade mit dem letzten Prozent meiner emotionalen Batterien.
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Hi,
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Ich würde überlegen, auf ein Röntgen zu bestehen, sollte es morgen nicht deutlich besser sein. Und zwar von Kopf bis Schwanz. Der Bolle ist ja nicht so gross, da passt viel auf ein Bild.
Mich triggert, dass er unter Entzündungshemmer so reagiert. Meine Patienten würde ich direkt an eine Klinik überweisen in einem solchen Fall.
Klar kann es sein, dass er sich beim Biegen des Halses saublöd einen Nerv eingeklemmt hatte. Aber das sollte jetzt nicht immer noch dermassen Schmerz be Bewegung auslösen.
Und ja, ein eingeklemmter Nerv tut in dem Moment höllisch weh, das ist wie ein Blitz ins Gehirn. -
Ich bin ein bisschen gebranntmarkt und würde auf einen Röntgen bestehen.
Rhea hatte etwas ähnliches, wenn auch nicht so dramatisch in den letzten Jahren ab und zu mal. Ich dachte immer, sie hätte sich eine Nerv eingeklemmt, denn mit ein paar Tagen warm, Ruhe und schmerzmitteln war es jedes mal wieder im Nu vorbei. Ende letzten Jahres hat sich dann herausgestellt, dass sie massive spondylose hat.
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Klar kann es sein, dass er sich beim Biegen des Halses saublöd einen Nerv eingeklemmt hatte. Aber das sollte jetzt nicht immer noch dermassen Schmerz be Bewegung auslösen.
Danke dir!
Vor allem, weshalb kann er sich zwischendurch normal bewegen, also auch den Kopf drehen kurz nach so einem Schmerz obwohl dann das Schmerzmittel noch nicht gewirkt haben kann...? Wieso so aus dem Nichts und dann so heftig und dann ziemlich schnell vorbei?
Wenn man sich was verklemmt hat, dann tut doch die genau gleiche Bewegung ziemlich lange weh... oder? Zumindest wenn ich eine Blockade habe (das ist nicht das gleiche wie Nerv geklemmt, oder?) dann tut jeder Schulterblick beim Autofahren weh. Nicht nur jeder siebzigste.Ich würde überlegen, auf ein Röntgen zu bestehen, sollte es morgen nicht deutlich besser sein.
Ja, der Arzt meinte, wenn es nach drei Tagen (so lange sollen wir Protokoll führen) immer noch ist, dann Kontrastmittelröntgen... Drei Tage Schmerzen. Oder drei Tage unter so hoher Schmerzmedikation, dass er dann vielleicht nichts zeigt, obwohl was ist...
Mich irritiert das alles total. -
Die Wirbelsäule ist kein statisches Objekt. Sie hat viele Gelenke und ist in sich beweglich. Das kann dazu führen, dass bestimmte Bewegungen die Hölle sind und andere gehen. (Kann ich Dir aus ganz eigener Erfahrung sagen. Bei mir offenbarte erst das MRT das ganze Ausmaß. Die Ärzte wurden plötzlich ziemlich hektisch. Meine Symptomatik war eigentlich viel zu mild für das was dort zu sehen war.)
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Ich bin ein bisschen gebranntmarkt und würde auf einen Röntgen bestehen.
Rhea hatte etwas ähnliches, wenn auch nicht so dramatisch in den letzten Jahren ab und zu mal. Ich dachte immer, sie hätte sich eine Nerv eingeklemmt, denn mit ein paar Tagen warm, Ruhe und schmerzmitteln war es jedes mal wieder im Nu vorbei. Ende letzten Jahres hat sich dann herausgestellt, dass sie massive spondylose hat.
das kann ich mir auch total gut vorstellen. Hatte das bei einer anderen Tierärztin und einer Physio mal angemerkt, ob das zutreffen könnte. Die Physio meinte, dass dem nicht so wäre, dann sei der Hund im Rücken selbst steifer (bei Bolle seien es nur Verspannungen) und dei Tierärztin meinte, er würde ja Librela kriegen, das würde dann ja auch helfen (was glaube ich einfach mal voll nicht stimmt, zumindest nicht in Hinblick auf vollständige Schmerzunterdrückung).
Wie gehst du denn jetzt bei Rhea vor? Wie lebt man mit Spondylose? -
Die Wirbelsäule ist kein statisches Objekt. Sie hat viele Gelenke und ist in sich beweglich. Das kann dazu führen, dass bestimmte Bewegungen die Hölle sind und andere gehen. (Kann ich Dir aus ganz eigener Erfahrung sagen. Bei mir offenbarte erst das MRT das ganze Ausmaß. Die Ärzte wurden plötzlich ziemlich hektisch. Meine Symptomatik war eigentlich viel zu mild für das was dort zu sehen war.)
BSV bei dir?
Was wurde denn dann gemacht?
Ich hatte einen BSV, aber bei mir wurde gar keine Bildgebung gemacht. Tilidin, Kortison, Abwarten. Vorher war ich bewegungsunfähig vor Schmerzen, es kam sehr schlagartig, wie mit Messer im Rücken lag ich im Garten und nichts ging mehr.
Wie war das bei dir? Hattest du zufällig selbst beides schon (oder einer deiner Hunde), also einen eingeklemmten Nerv und BSV und kannst das anekdotisch vergleichen? -
Und kann ein eingeklemmter Nerv so weh tun, dass ein Hund dann mehr schreit, als er jemals geschrien hat
Ja, das ist ein irrsinnig er Schmerz. Balin hat in seinem ganzen Leben nur 1x eine Reaktion auf Schmerz gezeigt (Terrier
) und das war beim Bandscheibenvorfall. Dieses Schreien werd ich nicht mehr vergessen !Nach deiner Beschreibung hab ich sofort an nen Bandscheibenvorfall gedacht, wurde denn außer Durchbewegen noch was gemacht ? ... Bei Balin dachte ich nämlich auch zuerst an nen geklemmten Nerv und wir sind deswegen zur TA die auch Physio ist. Die hat ihn sich angeschaut und uns SOFORT in die nächste Tierklinik weitergeschickt.
Die Diagnose kann eigentlich nur im CT/MRT gesichert werden. Wir hatten damals Glück das der Chef der Tierklinik Neurologe war und anhand der Symptome und eines Röntgenbild (auf dem ja nix zu sehen war) richtig reagiert hat. Bestätigt wurde es erst einige Jahre später im CT.
Bei Balin lag der Bandscheibenvorfall im Übergang Halswirbelsäule zu Brustwirbelsäule. Ausfallerscheinungen hatte er keine und nach Schmerzmittelgabe ist er normal gelaufen und hat sich auch fast komplett normal bewegt. Einzig den Kopf konnte er nicht nach links drehen und konnte sich linksrum nicht gut biegen, bzw. Hat Drehungen da vermieden.
Wichtig ist darauf zu achten ob Ausfallerscheinungen kommen, z.B. Zehenschleifen, fehlende Reflexe, Schwierigkeiten beim Aufstehen. Dann ist es wirklich kritisch und sollte zeitnah untersucht werden !
Gute Besserung für Bolle !
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Es gibt halt nicht "den" BSV. Das kann von nicht wahrnehmbar bis extreme Auswirkungen die ganze Bandbreite sein. (Menschen über 20 haben fast alle mal nen BSV gehabt ohnees zu merken, laut Wissenschaft).
An der Wirbelsäule kann auch Arthrose der Facettengelenke ein Thema sein. Das kann dann gerne mal Nerven stören. -
wurde denn außer Durchbewegen noch was gemacht ?
ja, hab ich vergessen, einfache neurologische Tests, Stellreflex, Reaktion auf Manipulation der Pfoten... sowas.
Wir hatten damals Glück das der Chef der Tierklinik Neurologe war und anhand der Symptome und eines Röntgenbild (auf dem ja nix zu sehen war) richtig reagiert hat.
was ist denn das richtige Reagieren? Also wie wird denn auf dem aktuellen Stand gehandelt?
Freund hat noch Vit-B-Komplex aufgeschrieben bekommen, das bekommt er eh seit ein paar Wochen. Und Smutek soll sein Doloctan mit Bolle teilen. Aber...
oh Mann ey, ich merk einfach, mir ist das irgendwie nicht genug.
Und wahrscheinlich hat der alles supergut erklärt warum dies und warum das nicht und Freund kann es nur nicht wiedergeben.
Und was ich einfach nicht verstehe: bei Spondy, bei BSV Grad 1, bei eingeklemmtem Nerv oder gereizten Nerven durch Arthrose der Facettengelenke (und all das ohne neurologische Ausfälle, die hat ja der andere Hund) - würde man dann eh immer gleich behandeln?
Mir platzt der Kopf gleich.
Der arme Muckimann. - Vor einem Moment
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