Fehlbehandlung bei Krebs?

  • Wachtelheinz : mein aufrichtiges Mitgefühl. Wir haben vor bald 2 Jahren einen ähnlich gelagerten Fall gehabt. Aber wir haben uns entschieden, daraus keinen Rechtsstreit zu machen.

    Unsere wunderbare Hündin ist tot, nichts macht sie wieder lebendig. Die Tierärztin praktiziert nicht mehr dort in der Praxis. Wir hätten innerlich nie "abschließen" können, alles wäre immer wieder und wieder hochgekehrt worden.

    Wir wollten trauern und nicht voller Wut und Schuldgefühle sein.

    Was du jetzt aus unserer Erfahrung machst oder ob sie dir hilft, weiß ich nicht. Aber ich wünsche euch Kraft und alles Gute.

  • Ich sehe es wie Zucchini das Ganze erweckt, so wie du es beschreibst, schon sehr den Eindruck einer Fehldiagnose (übrigens nicht so selten wie man gemeinhin glaubt, leider) und daraus folgernd vermutlich/eventuell eine Fehlbehandlung.
    Gut möglich auch dass diese ursächlich für den Tod eures Hundes ist.
    Das ist wirklich schlimm und mit Sicherheit schwer zu verarbeiten.

    Allerdings gehe ich auch davon aus, dass die behandelnden Ärzte das jetzt nicht mit Absicht getan haben. Leider passieren im medizinischen Bereich immer wieder Fehler, zum Teil auch mit schrecklichen Konsequenzen, weil der Mensch an sich fehlbar ist. Das ist die permanente Horrorvision jedes medizinisch tätigen Menschen.

    Dass einem klärenden Gespräch mit euch ausgewichen wird ist schwierig und dürfte so nicht sein. Bin mir aber relativ sicher das hat juristische Gründe…ein falsches Wort kann einen da in den Untergang stürzen, da es als Schuldeingeständnis gewertet werden kann und die eigene Haftpflichtversicherung dann Probleme macht…da kann man‘s nur falsch machen 😐

    Wie ihr weiter vorgeht bleibt natürlich eure Entscheidung. Wenn ihr es nicht auf sich beruhen lassen könnt und wollt, würde ich zu einem spezialisierten Anwalt raten.

    Ich persönlich würde einen Brief/Mail an die Behandler schicken und dann damit abschließen. Eben weil ich weiß dass Fehler passieren können und ich niemanden ins Unglück stürzen wollte, der versucht hat sein Bestes zu geben und es in diesem Fall einfach so richtig vermasselt hat.
    Allerdings würde ich daraus auch Konsequenzen ziehen: nie mehr, wirklich NIE, eine schwer invasive Behandlung starten ohne Zweit- oder ggf. auch Drittmeinung. Ist einfach so, weil es eben Fehldiagnosen gibt und meistens auch Alternativen der Behandlungsart.
    Ich weiß übrigens von was ich spreche, wir haben auf ähnlichem Wege auch mal einen Hund verloren (schlampige Cushing Diagnostik, dann Behandlung und zügiger Tod des Hundes) war der Hund meiner Mutter, ist viele Jahre her.

    So oder so, ich wünsche euch einen für euch guten Weg und Kraft zur Verarbeitung!

  • Von mir auch erst einmal mein herzlichstes Beileid.

    Ich sehe den Fall etwas anderes, was das "auf sich Beruhen lassen" angeht.
    Ich würde dem nachgehen.

    Wenn es wirklich so war, dass der Befund des Labors, in dem die ursprüngliche Erstdiagnose angezweifelt, bzw. klar zur Diskussion gestellt wurde so früh vorlag, dann handelt es sich hier unter Umständen nicht einfach nur um einen menschlichen Fehler, sondern um strukturelle Probleme im Klinikablauf. Eine externe Überprüfung dieses Vorgangs kann bestenfalls dazu führen, dass zukünftig sorgfältiger bzw. ordentlich gemäß Behandlungsleitlinien gearbeitet wird und das kann für alle letztlich nur von Vorteil sein.

    Mir ginge es da also nicht zwingend um Anklage, sondern um Sensibilisierung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Klinik und Labor.

    Ob ihr diesen Weg gehen wollt, die Kraft, die Nerven und je nach dem, wie ihr versichert seid, das Geld investieren wollt, das müsst ihr allerdings entscheiden und da wäre jede Entscheidung auch vollkommen in Ordnung und nachvollziehbar.

    Ich wünsche euch, dass ihr euren Frieden mit dieser unschönen Sache machen könnt :kleeblatt:

  • Mein Goofy wurde im Sommer wegen Lymphdrüsen Krebs eingeschläfert. Vorausgegangen ist eine Fehldiagnose (Long Story short) und dementsprechend auch eine falsche Behandlung, die für Goofy eine schwere Belastung über Monate bedeutet hat, nicht billig war und letztlich die Krebsdiagnose so lange verzögert hat, daß ich mich gegen eine Behandlung entschieden habe.

    Meine Tierärzte waren extrem engagiert und haben alles für Goofy getan, nur leider das falsche.

    Mir bricht es das Herz, aber ich habe meinen Frieden mit den Ärzten gemacht, auch wenn ihr Fehler meinem Hund das Leben gekostet hat.

    Ich habe auch kein klärendes Gespräch gesucht, weil ich es für mich nicht brauche.

    Wie ich reagieren würde, wenn ich den Fehler nicht nachvollziehen könnte weiß ich nicht. Oder wenn die Tierärzte in einem Gespräch Ausflüchte suchen würden.

    So wie es bei mir ist würde ein Rechtsstreit die Wunde vergrößern. Wie das bei dir aussieht musst du selbst wissen.

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