Hund und Katze zusammenbringen, den Hund dabei nicht vergessen!

  • Wir wohnen seit kurzem mit zwei Senior-Katzen (12 und 14 Jahre, reine Wohnungskatzen) bei meiner Partnerin im Haus, dort lebt bereits ein sechsjähriger Hund.

    Ausgangslage

    • Die Katzen haben eine eigene, katzensichere Etage im 1. OG mit Klos, Futter und Rückzugsmöglichkeiten und sind dort inzwischen relativ entspannt unterwegs.
    • Der Hund war die ersten 2–3 Tage bei der Schwiegermutter, die er gut kennt, damit die Katzen in Ruhe ankommen konnten.
    • Unten ist hauptsächlich Hundezone, oben Katzenzone; dazwischen gibt es ein stabiles Babygitter an der Treppe.

    Erste Begegnungen

    • Beim ersten Tag zurück im Haus hat der Hund die Katzen oben praktisch ignoriert und ist unten geblieben.
    • Inzwischen hatten sie kontrollierten Sichtkontakt: Hund an der Leine, Babygitter dazwischen.
    • Der Hund war sichtbar aufgeregt, hat kurz geknurrt/gebrummt, aber gleichzeitig mit dem Schwanz gewedelt; die Katzen waren eher neugierig als ängstlich.

    Aktuelles Problem

    • Der Hund wird zunehmend unruhig, wenn er die Katzen im Flur hört, und fiept/jault, wenn wir den Raum verlassen oder kurz nicht im Wohnzimmer sind.
    • Freier Kontakt findet noch nicht statt; bisher gibt es nur kurze, kontrollierte Begegnungen mit räumlicher Trennung.

    Meine Fragen an euch

    • Wie würdet ihr mit einem Hund weitermachen, der zwischen Neugier und Unsicherheit schwankt (kurzes Knurren, Wedeln, Fiepen), wenn er die Katzen hört oder sieht?
    • Welche Trainingsschritte haben euch konkret geholfen, Hund und (ältere) Katzen über Gitter/Tür hinweg aneinander zu gewöhnen, ohne dass der Hund sich ins Hochdrehen „reinsteigert“?
    • Habt ihr Tipps gegen das Fiepen/Jammern, wenn der Hund im Wohnzimmer bleibt und wir kurz rausgehen – also Trennungsstress, der jetzt zusätzlich durch die neuen Katzen getriggert wird?

    Hinweise

    • Die gleiche Situation bespreche ich parallel schon aus Katzensicht in einem Katzenforum, dort geht es vor allem um die Bedürfnisse und den Stress der beiden Senioren.
    • als Info: Den Text hier habe ich mit Hilfe von KI etwas gekürzt und sprachlich geglättet, damit er besser lesbar ist.


    Viele Grüße Ben!

  • Also das Verhalten klingt für mich sehr stark nach Jagdverhalten. Das Wedeln bedeutet ja erstmal nur Aufregung und das kann auch Aufregung deswegen sein, weil da Beute vor der Nase des Hundes sitzt. Ich würde die auf gar keinen Fall in naher Zukunft ohne sichere Trennung zusammenlassen und vermutlich vorsichtshalber jetzt schon einen gut sitzenden Maulkorb auftrainieren, damit er den entspannt trägt und nicht mit den Katzen in Verbindung bringt. Und auch dann nicht „Gitter weg und schauen, was passiert“, sondern erstmal mit Leine dran, damit ihr den Hund unter Kontrolle habt. Also, das kann durchaus klappen, das habe ich hier mit meinem ersten Hund auch schon durch, aber es braucht Zeit und macht lieber dreimal zu langsam, als einmal zu schnell.
    Zuerst müssen die Katzen am Gitter normal werden und die Aufregung muss sich legen, damit man den nächsten Schritt machen kann. Dazu würde ich die Katzen auch nicht zum Thema machen, sondern die auch ganz normal behandeln, die sind halt jetzt da, kein Grund zur Aufregung. Und ich würde die Aufmerksamkeit eher von den Katzen weg lenken. Also mal die Ansprechbarkeit des Hundes am Gitter üben, von den Katzen weg belohnen und so, ihm die Katzen nicht extra zeigen. Wenn er ruhig (!) Kontakt aufnehmen kann (mal ohne Aufregung durchs Gitter schnüffeln) oder er einfach die Katzen akzeptiert hat und nicht weiter beachtet, dann habt ihr das Schwierigste geschafft.
    Wie reagiert er denn sonst auf Katzen/andere Tiere und auch das Alleinelassen? Konnte er das vorher und ist jetzt nur wegen den Katzen so hibbelig oder war das immer schon ein Problem?

    Und wie groß ist der Hund eigentlich? Könnte er die Katzen wegsnacken oder sind die ähnlich groß?

  • Ich würde die Trennung, wenn machbar, noch eine ganze Weile aufrecht erhalten. Wir hatten damals die " neuen" Katzen 1/2 Jahr durch Gitter abgetrennt. Wir haben immer wieder die freundliche Kontaktaufnahme beidseitig bestätigt und den Umgang mit den Tieren zu Hause ganz normal gestaltet, aber halt getrennt. Nach 6 Monsten wurde die Aufregung beidseitig durch Normalität abgelöst. Dann haben wir das Gitter weggenomnen, wenn wir dabei waren und weiter getrennt, wenn wir weg waren. Nach 2 Jahren haben Hund und Katzen zu Hause problemlos den jeweils anderen akzeptiert. Als dann nach dem Tod des Hundes ein Welpe einzog, hatten die Katzen Rückzugsmöglichkeiten und der Welpe wurde begrenzt. Aber der Welpe war Katzen gewöhnt und die Katzen Hunde, da hat es " nur" ein paar Tage gedauert. Aber es kommt auf jedes Katzen/Hund Gespann individuell an. Bei manchen klappt es schnell, bei manchen leider gar nicht.

  • Hallo Sekky

    Ich finde es super, dass du hier um Rat fragst.
    Ich bin wie du Katzenbesitzer, und ich habe und hatte keinen Hund und auch nur etwas angelesenes Wissen über Hunde.

    Du hast ja in deinem Vorstellungspost geschrieben, dass du mit den Katzen nun zu deiner Freundin und ihrem Hund gezogen bist.
    Wie kommst du selber mit dem Hund aus? Wie verhält er sich zu dir? Denn ich weiß von meinen Katzen, dass die sehr auf meine Stimmungen reagieren. Bin ich angespannt, nervös oder so, merken sie das sofort.

  • Knurren, eventuell Fiepen und gleichzeitig Wedeln bedeutet Jagdverhalten in einer schon ziemlich hohen Erregungslage - der Hund ist den Katzen höchstens als tolle Beute wohlgesonnen. Ebenso könnte der Trennungsstress, also das aufgeregt Fiepen, in Wirklichkeit heißen: Lasst mich endlich ran an die verlockende Jagdbeute!

    Da werdet ihr sehr aufpassen müssen. Was ist das denn für ein Hund?

  • Danke schön schonmal für die guten und zügigen Antworten. Also bis vor einem Jahr hatten die Eltern meiner Freundin eine Katze, die zwei haben sich blendend verstanden. Die kannte er aber auch schon als Welpe. Andere Katzen beim Gassi gehen knurrt er an und würde hinterherlaufen wenn er nicht an der Leine wäre, stemmt sich dann richtig ins Halsband, aber ich denke nicht dass er sie körperlich angreifen würde, da er auch sonst eher schüchtern und ängstlich ist wenn es "hart auf hart" kommen würde.

    Allerdings wie gesagt habe ich keine bis kaum Erfahrung mit dem Verhalten von Hunden, da seid ihr schon sehr hilfreich. Wie könnten wir jetzt konkret vorgehen. Unsere Ideen:
    - ich habe gelesen Verhalten was man nicht möchte ignorieren, also nicht laut "Aus/Nein" rufen, sondern lieber Verhalten was man verstärken möchte belohnen. Aber wie Schritt für Schritt konkret kann sowas aussehen? Ist ein bestimmtes "nein" oder so bei nicht gewünschtem Verhalten ok? Gibt es ein gutes Buch oder andere Quellen die ich mir anlesen kann die passen?

    Möglichkeit 1: Hund bleibt komplett unten im Wohnzimmer/Erdgeschoss, wir schlafen im 1OG im Schlafzimmer - ständiges Jammern und Bellen abends wird ignoriert, einfach aushalten.

    Möglichkeit 2: Hund kommt abends mit ins Schlafzimmer (er schläft eigentlich immer bei uns im Schlafzimmer, bis vor Katzeneinzug) allerdings muss er dann im 1OG durch die "Katzenzone" per Leine durch. Man könnte kurz die Katzenzimmertür zu machen, Hund ins Schlafzimmer und Katzenzimmertür wieder auf. Dann hört er allerdings die Katzen durch die Tür aber dann wiederum könnte man im Schlafzimmer verhalten korrigieren. (und wie korrigiert man denn dann wenn er Laut gibt)

    Zu den Fragen: Der Hund wiegt übrigens 20kg, mittelgroß, er kann die Katzen sicherlich verletzen wenn er will, aber die gehen nicht ohne Gegenwehr unter.^^ Ich schätze sogar dass wenn eine nach ihm langt rennt er weg. Aber probieren würde ich es natürlich nicht.
    Normal ist allein lassen kein Problem, aber sind wir z.B. im Garten und er ist im Haus bellt er auch viel weil er weis wir sind da, aber er kann nicht zu uns.

  • Als meine Katze zu mir und meinem Hund zog, habe ich sie die ersten drei Wochen getrennt vom Hund in der oberen Etage gehalten. In diesen drei Wochen durfte der Hund immer nur mal kurz mit in den Raum, um mitzubekommen was da für ein Tier neu dazu gekommen ist.


    Ich habe auch sehr darauf geachtet, dass mein Hund genau gesehen hat, dass ich die Katze gestreichelt habe. So nach dem Motto: "Die gehört jetzt dazu."


    Nach den drei Wochen kannte die Katze die obere Etage ganz genau und wusste, wo sie sich verstecken konnte. Da habe ich die Zeiten, wo ich mit Hund auch in der Etage war immer mehr ausgedehnt. Auch da habe ich die Katze immer wieder gestreichelt, damit mein Hund wusste, dass das meine Katze ist und sie nun dazu gehört.


    Klar, wenn ich nicht da war habe ich noch die Tür zwischen Hund und Katze geschlossen, aber irgendwann war das nicht mehr nötig.


    Viel Erfolg!

  • Den Hund unten lassen würde ich auf keinen Fall. Das wäre ja wie eine Strafe, er kann aber ja gar nichts dafür, dass ihm nun Katzen ins Haus gesetzt werden.

    Würde also Möglichkeit 2 umsetzen und mal ein paar Nächte schauen, ob sich da eine "Gewöhnung" einstellt.
    Ansonsten würde ich es wahrscheinlich ähnlich machen wie Jonah-2

    Alles so normal wie möglich, natürlich unter Einhaltung von Sicherungsmaßnahmen.

  • Hektorine  ich komme mit ihm super klar, er hat mich sofort als wir uns kennen lernten akzeptiert, schaut mich auch an wenn er wissen will was wir jetzt machen. (z.B. wenn meine Freundin schonmal hoch ins Bett geht und ich noch im Wohnzimmer bin, schaut er auch mich an, bleibt oft bei mir wenn ich bleibe. Er kuschelt sich auch gerne mal an mich abends und schläft. Wenn ich dann später hinterher gehe, und sage: "so los gehts" dann kommt er mit hoch, oder er bleibt auf der Treppe stehen und wartet bis ich auch da bin. Hund und ich kommen super klar.

  • PinguinEmmi also mein Instinkt sagt mir auch: "lieber mit hoch lassen" Ich denke das probieren wir heute Abend mal

    Wie verhält man sich denn nun wenn er dann unruhig ist nachts an der Tür? Wie macht man sowas? Also wir schlafen im Bett und er hat im Zimmer seinen Schlafplatz.

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