Epilepsie Verlauf und wir sind verzweifelt 😱

  • Hallo Ihr Lieben,

    Olga ist eine 7 Jahre und 8 Monate alte französische Bulldogge. Seit Mai 2024 begleitet uns leider das Thema Epilepsie und ich möchte unseren bisherigen Verlauf schildern – vielleicht hat jemand Ă€hnliche Erfahrungen gemacht oder Tipps.

    Wie alles begann

    Im Mai 2024 fing alles mit einer OhrenentzĂŒndung an. Kurz darauf traten dann die ersten KrampfanfĂ€lle auf. Nach etwa vier Wochen kam es erneut zu mehreren AnfĂ€llen – diesmal 7–8 StĂŒck innerhalb von 48 Stunden. Daraufhin wurde Olga auf Pexion eingestellt (100 mg morgens / 100 mg abends).

    Zwischendurch hatte sie immer wieder Probleme mit den Ohren, aber insgesamt hatten wir die Situation recht gut im Griff.


    Um nichts zu ĂŒbersehen, wurde damals wirklich alles abgeklĂ€rt:

    • Hirnwasseruntersuchung
    • CT
    • umfangreiche Blutuntersuchungen

    âžĄïž alles ohne Befund, keine strukturelle Ursache gefunden.


    RĂŒckfall im Dezember 2025

    Dann leider der RĂŒckschlag:

    • 11.12.2025, 23 Uhr – kleiner Anfall
    • 12.12.2025, 04:50 Uhr – erneut ein kleiner Anfall
      âžĄïž daraufhin TierĂ€rztin: Pexion auf 200 mg morgens & abends erhöht
    • 26.12. abends – wieder ein Anfall
    • 29.12. Besuch bei der TierĂ€rztin
      âžĄïž Pexion auf 250 mg morgens & abends erhöht
    • 30.12. – erneuter Anfall, direkt nach dem Toben
    • 02.01.2026 ca. 16 Uhr – vermutlich kleiner Anfall (aber nicht gesehen)

    Akute Verschlechterung Anfang Januar 2026

    • 03.01. / 07 Uhr Tierklinik, weil Olga Schmerzen zeigte (laut Tierklinik, der RĂŒcken)
    • 03.01.2026, 12:45 Uhr – erneuter Anfall, diesmal aus dem normalen Sitzen heraus, ohne Aufregung oder Belastung. Sie saß einfach in der KĂŒche und fing plötzlich an zu krampfen.


    Wir haben am Montag einen Termin in der Tierklinik, auch in der Neurologie-Sprechstunde, damit nochmal alles fachĂ€rztlich ĂŒberprĂŒft wird und wir ggf. die Therapie anpassen können.


    Aber ich gebe ehrlich zu:

    👉 Ich habe große Angst, dass sie bis dahin weiter AnfĂ€lle bekommt.

    Jeder Anfall reißt einem einfach den Boden unter den FĂŒĂŸen weg. Man fĂŒhlt sich hilflos, obwohl man alles tut, was geht.


    hat jemand Àhnliches erlebt ? :loudly_crying_face:

    Liebe GrĂŒĂŸe

  • Habt ihr Notfall-Medikamente?

    Also etwas, was ihr akut bei einem Anfall geben könnt?

    Ich habe bisher zwei AnfĂ€lle bei der HĂŒndin meiner Freundin miterlebt. Nicht schön, aber wir konnten ihr zumindest aus dem Anfall heraus helfen.

  • Ohje, das tut mir unheimlich leid. Gut, dass ihr am Montag den Termin habt. Leider ist es nicht immer möglich mit Medikamenten den Verlauf aufzuhalten. Mir hat damals die Neurologin gesagt, dass bei einem Drittel der Hunde die Medis nicht helfen. Ich hatte auch zuerst sehr darauf gehofft und trotz höherer Dosierungen und immer mehr Medis hatte meine HĂŒndin zum Schluss tĂ€glich AnfĂ€lle, viele im Minutentakt hintereinander. Ich habe sie dann einschlĂ€fern lassen.


    Bei meiner HĂŒndin gingen die AnfĂ€lle ĂŒber 3 Jahre. Am Anfang ca. alle drei Wochen einer. Die letzten zwei Monate wurden es dann immer mehr, SerienanfĂ€lle, trotz zusĂ€tzlicher Medikation. Diazepam rectal tubes hatte ich fĂŒr den Fall der FĂ€lle immer in der Tasche als Notfallmedikament dabei.


    Ich wĂŒnsche euch und vor allem eurer HĂŒndin alles Gute.

  • Wir haben diazepam, fĂŒr den Fall der FĂ€lle zuhause. Meist dauern die AnfĂ€lle nur Sekunden. Ich bin fix und fertig, denn sie war jetzt so lange anfallsfrei. Die TierĂ€rztin sagte bereits heut in der Klinik, dass man sie wahrscheinlich auf ein anderes Mittel umstellen muss. Ich wĂ€re tatsĂ€chlich auch bereit nochmals ein CT mache zu lassen. Ich möchte doch einfach nur, dass diese AnfĂ€lle aufhören. Es ist so schlimm und ich habe solche Angst đŸ˜„ wenn ich nur wĂŒsste, was der Auslöser ist

  • Wir haben vor zehn Jahren Ally zur Pflege bei uns aufgenommen, damals ca. 2 Jahre alt, eine Podenco-HĂŒndin aus Spanien. Kurz nach ihrer Adoption in Deutschland trat die Epilepsie auf, die Adoptanten waren ĂŒberfordert und wir haben sie von der Orga zur Pflege bekommen.
    Bei ihr war wurde auch bei allen Untersuchungen nie ein Auslöser gefunden, also ist es eine idiopathische Epilepsie. Typisch dafĂŒr auch, dass die AnfĂ€lle immer aus der Ruhe heraus auftreten, i.d.R. wĂ€hrend des Aufwachens. Das ist bei Euch ja anders und meiner Kenntnis nach spricht das dann eher gegen idiopathische Epilepsie sondern eher fĂŒr eine mit konkreten Auslösern. Ebenso das Alter, die idiopathische Epilepsie zeigt sich gewöhnlich frĂŒher. Weiter nachforschen wĂ€re daher wohl ratsam, ist aber bei den erforderlichen Untersuchungen eine sehr teure Angelegenheit

    Der Rhythmus bei ihr war dann irgendwann, dass sie Monate Ruhe hat, dann aber zwei, drei Tage mit einer Vielzahl kurzer AnfÀlle. Das Phenobarbital hat sie an sich gut vertragen, sie musste aber wirklich an die obere Grenze der möglichen Medikation gehen. Als Notfallmittel, wenn es zu viele AnfÀllen in zu kurzer Zeit waren, gab es Diazepam. Sie hatte nie lange andauernde AnfÀlle, die auf Grund der Dauer Diazepam erfordert hÀtten.

    Jetzt ist sie ca. 12, der letzte Anfall war im September 2023. Das Phenobarbital bekommt sie nur noch in sehr geringer Dosis, demnÀchst steht die nÀchste Dosisreduktion an mit der Hoffnung es irgendwann ganz absetzen zu können.

    Es ist echt schwer dabei zuzusehen, wie der Hund die AnfĂ€lle mitmacht. Das war fĂŒr uns damals auch de Grund sie zu behalten, als damals unseren vierten Hund. Aber nach den ersten paar AnfĂ€llen, die man durch hatte, in denen man um sie gebangt hatte, war sie uns so ans Herz gewachsen đŸ„°

  • Oje, das ist heftig. Hast Du das hier schon gelesen:


    flying-paws
    26. April 2010 um 15:04
  • Es tut mir sehr leid was ihr durchlebt. Ich hatte einen Hund mit AnfĂ€llen, doch stellte sich erst viel spĂ€ter heraus das es keine Epilepsie war, sondern proxymale Dyskinesie, doch ich weiß wie man da mitleidet und sich auch der Alltag stark verĂ€ndert.

    Nach etwa vier Wochen kam es erneut zu mehreren AnfĂ€llen – diesmal 7–8 StĂŒck innerhalb von 48 Stunden. Daraufhin wurde Olga auf Pexion eingestellt (100 mg morgens / 100 mg abends).

    Ich denke Pexion ist die falsche Wahl und sollte auch bei SerienanfĂ€llen nicht gegeben werden. Bei manchen Hunden bewirkt Pexion das aus EinzelanfĂ€lle SerienanfĂ€lle kommen. Ich wĂŒrde da auf Luminal / Phenobarbital umschwenken, doch das kannst du auch mit der neurologischen Abteilung in der TK besprechen.

    Hast du mal Videos von AnfĂ€llen gemacht, da können TÄ erste EindrĂŒcke erhalten.

    Ich war damals in einem Epilepsieforum fĂŒr Hunde, schaue da immer noch ab und an rein. Dort sind betroffene Hundehalter und viele kennen sich mit dem Krankheitsbild und Medikamenten sehr gut aus. Vielleicht möchtest du dich dort auch anmelden:

    https://www.epiforum.de/index.php?sid=
e7dd2fbbaf292f1

  • danke, dass du das so offen teilst. Man spĂŒrt in jedem Satz, wie sehr euch Ally am Herzen liegt und wie viel Liebe, Geduld und Verantwortung ihr ihr in all den Jahren gegeben habt. Epilepsie beim Hund mitzuerleben ist unglaublich belastend – diese Mischung aus Angst, Hilflosigkeit und Sorge kennen leider nur diejenigen wirklich, die so etwas selbst durchgemacht haben. Umso bewundernswerter finde ich, dass ihr damals nicht aufgegeben, sondern sie behalten und ihr ein so stabiles, liebevolles Zuhause gegeben habt.


    Mir geht das alles gerade ziemlich nah
 ich weiß einfach nicht mehr, was ich bei Olga noch abklĂ€ren lassen soll. Jetzt wurde im Ohr ein bakterieller Befund festgestellt, deshalb bekommt sie Antibiotikum, und meine Vermutung war ja schon lĂ€nger, dass die Ohren irgendeine Rolle spielen könnten.

    Trotzdem habe ich das GefĂŒhl, im Dunkeln zu tappen, und diese Ungewissheit macht mich fertig. Ich bin einfach so verzweifelt


    Blutbild am Montag war in Ordnung

  • Ich verstehe dich nur zu gut, man ist stĂ€ndig unter Anspannung und erschreckt sich bei jedem rhythmischen GerĂ€usch.


    Bei dem Alter eurer HĂŒndin wĂŒrde ich auch an eine möglich vorhandene Ursache denken. Also eher Richtung sekundĂ€re Epi forschen. Ihr habt ja schon viel untersuchen lassen, aber vielleicht sprichst du das am Montag nochmal an. Ich weiß nur von damals, dass es Tumore sein können, Leberprobleme, oder auch Stoffwechselstörungen uvm.. Evtl. kann dich der Neurologe da beraten was Sinn machen könnte noch zu untersuchen.


    Bei meiner HĂŒndin fingen die AnfĂ€lle mit knapp einem Jahr an, bei ihr wurde auch keine Ursache gefunden und auch 2 Geschwister von ihr hatten Epi. Daher war klar, dass es bei ihr eine idiopathische Epi war.


    Evtl. hilft ihr die Medikation umzustellen, da wĂŒrde ich dem Neurologen vertrauen.

  • Wahrscheinlich wird die Klinik nochmal zum MRT raten (was sinnvoll ist).

    Es sollte außerdem eine Otitis media ausgeschlossen werden (sehr hĂ€ufig bei Bulldoggen), aber auch eher selten ein echter Krampfauslöser.

    Pexion ist bei SerienanfÀllen nicht das richtige Mittel. Das werden die in der Klinik ganz sicher umstellen.

    Sinnvoll ist es, Videos von den AnfĂ€llen zu machen und diese dem Neurologen zu zeigen. Man kann dann oft viel bessere RĂŒckschlĂŒsse darauf ziehen, um was fĂŒr eine Art von Anfall es sich handelt.

    Alles Gute fĂŒr euch!

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