Erziehungsstile - positiv, aversiv, wie erzieht ihr und wieso?
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Das war bei meiner alten Hündin etwas wo ich 3x was hab vorbereiten lassen auf verschiedenen Gassi Strecken um die " aus dem Nichts" durch einen für sie deutlichen Schreckreiz ins Meideverhalten zu bringen und danach hat sie immer verlässlich Bögen gemacht um alles essbare . In der Zeit waren in der Gegend teils tgl Giftköder und Co ausgelegt in veschiedenen Parks/Wäldern und ich wollte auf gar keinen Fall riskieren da einmal zu langsam zu sein.
Da wäre ich mir nicht sicher, ob der Hund das richtig verknüpft.
Hunde lernen ortsbezogen, es ist wahrscheinlicher, dass der Hund diesen Ort künftig meiden will. (erlebt man mit Stromzäunen - Hunde lernen oft nicht, Litze zu meiden, sondern den Ort, wo sie einen gewischt bekommen haben. Pferde kapieren das viel besser.)
Das Timing ist extrem schwierig - erwischt man den Moment des Riechens, des Sehens, des Annäherns, des Dran-Schnupperns, des Aufnehmens? Oder erwischt man den Moment, in dem der Hund gerade was völlig anderes tut, sieht, riecht? Oder irgendwas anderes mit der Strafe verknüpft. An der Leine sein, schnüffeln, zum Halter schauen, was auch immer.
Dann die Generalisierung: "Essbares" - kann man davon ausgehen, dass der Hund von dem Stück Wurst auf dem Weg auf die tote Ratte im Gebüsch schliesst, 3 Wochen später und 5 km weiter?
Beim Einsatz von Strafe hat man einfach das Problem, dass es sehr leicht zu Fehlverknüpfungen kommen kann. Wenn die Strafe gewirkt hat, also effektiv war, dann sitzt diese unerwünschte Verknüpfung dann halt auch.
Das muss man eben alles im Hinterkopf behalten.
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Hi,
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Beim Einsatz von Strafe hat man einfach das Problem, dass es sehr leicht zu Fehlverknüpfungen kommen kann.
Dafür das es so einfach ist, hatte ich damit noch nie ein Thema.
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Ich trainiere das erfolgreich in der Praxis. Man baut das mit Motivation und Strafe auf wenn es denn zuverlässig klappen soll, der Hund soll ja nicht nur leichter warten, sondern auch zuverlässig.
Kannst du da deinen konkreten Aufbau beschreiben? Das würde mich total interessieren
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Das war bei meiner alten Hündin etwas wo ich 3x was hab vorbereiten lassen auf verschiedenen Gassi Strecken um die " aus dem Nichts" durch einen für sie deutlichen Schreckreiz ins Meideverhalten zu bringen und danach hat sie immer verlässlich Bögen gemacht um alles essbare . In der Zeit waren in der Gegend teils tgl Giftköder und Co ausgelegt in veschiedenen Parks/Wäldern und ich wollte auf gar keinen Fall riskieren da einmal zu langsam zu sein.
Da wäre ich mir nicht sicher, ob der Hund das richtig verknüpft.
Hunde lernen ortsbezogen, es ist wahrscheinlicher, dass der Hund diesen Ort künftig meiden will. (erlebt man mit Stromzäunen - Hunde lernen oft nicht, Litze zu meiden, sondern den Ort, wo sie einen gewischt bekommen haben. Pferde kapieren das viel besser.)
Das Timing ist extrem schwierig - erwischt man den Moment des Riechens, des Sehens, des Annäherns, des Dran-Schnupperns, des Aufnehmens? Oder erwischt man den Moment, in dem der Hund gerade was völlig anderes tut, sieht, riecht? Oder irgendwas anderes mit der Strafe verknüpft. An der Leine sein, schnüffeln, zum Halter schauen, was auch immer.
Dann die Generalisierung: "Essbares" - kann man davon ausgehen, dass der Hund von dem Stück Wurst auf dem Weg auf die tote Ratte im Gebüsch schliesst, 3 Wochen später und 5 km weiter?
Beim Einsatz von Strafe hat man einfach das Problem, dass es sehr leicht zu Fehlverknüpfungen kommen kann. Wenn die Strafe gewirkt hat, also effektiv war, dann sitzt diese unerwünschte Verknüpfung dann halt auch.
Das muss man eben alles im Hinterkopf behalten.
Deshalb hab ich das an unterschiedlichen Orten gemacht. Wobei selbst ortsbezogen da ein Gewinn gewesen wäre.
Ich verstehe auch nicht was immer alle so schwierig an dem Timing (& Intensität ) finden beim eigenen Hund den man ja doch regelmäßig sieht und dementsprechend einschätzen können sollte.
Ist das nicht gegeben , ja dann lässt man sowas bitte. Aber dann ist vermutlich eh alles verloren. Timing (& die richtige Intensität) braucht man auch beim belohnen und jeglicher Form von Markern .( Da hab ich heute wieder ein tolles Video gesehen was ein absolutes Negativ Beispiel war)
Es sagt auch niemand das man Strafe ohne Gehirn einsetzen soll . Das macht dann idR keinen Sinn und bringt nicht den gewünschten Erfolg .
Hier brachte 3x Strafe über Schreckreiz mit ca 1 Jahr den gewünschten Erfolg , nämlich das dieses Thema den Rest ihres Lebens nicht mehr aufkam . Egal in welchem Land wir unterwegs waren .
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Ich trainiere das erfolgreich in der Praxis. Man baut das mit Motivation und Strafe auf wenn es denn zuverlässig klappen soll, der Hund soll ja nicht nur leichter warten, sondern auch zuverlässig.
Kannst du da deinen konkreten Aufbau beschreiben? Das würde mich total interessieren
Der Hund kennt ein Nein aus dem Alltag, das können die früh weil ich wenig umlenke sondern Möbel ankauen und so verbiete. Und dann liegt am Ende der Fährte ein döschen Nassfutter, wir machen die Übung hinlegen zum anzeigen, will der Hund an die Dose gibt’s halt nen verbot, macht er es korrekt freue ich mich und öffne die Dose, Hund muss warten und darf dann auf Freigabe fressen.
Das ist viel lernen im Prozess und gar nicht so „Aufbau“. Der Einstieg ist im Grunde: Verbot von vorgreifen und Fehlverhalten, Anzeigeverhalten an verpackter Dose üben und das dann festigen und trainieren und die Schwierigkeit erhöhen. Immer wenn der Hund vorgreifen will verbietet man das halt. Der Rest ist ganz normales Training über Motivation. Ich hab später dann zum Beispiel ein großes Stück Pansen am Ende der Fährte und das muss angezeigt werden und erst auf Freigabe darf gefressen werden. Es geht ja nicht darum den Hund zu zwingen anzuzeigen, das machen die doch easy gerne. Lediglich darum die unerwünschten „Ideen“ zu verbieten und dem Hund einen klaren Rahmen zu geben.
Ich übe das halt nicht trocken, sondern direkt im Kontext. Würde ich das unterwegs wollen (was ich nicht tue) würde ich die Döschen mit zum gassi nehmen und in dem Kontext üben und halt nicht im Wohnzimmer und erst beim gassi wenn der Hund das im Wohnzimmer kann. Ich arbeite auch nie reizarm, ich finde das kontraproduktiv. -
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Okay, danke für die Erklärung. Ich würde da (jetzt übertragen auf andere Situationen) den Weg gehen, dass Warten/Anzeigen explizit positiv zu belohnen und so eine insgesamt höhere positive Erwartung aufzubauen. Da liegen dann eben die Unterschiede.
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Okay, danke für die Erklärung. Ich würde da (jetzt übertragen auf andere Situationen) den Weg gehen, dass Warten/Anzeigen explizit positiv zu belohnen und so eine insgesamt höhere positive Erwartung aufzubauen. Da liegen dann eben die Unterschiede.
Ich belohne das warten und anzeigen positiv, da gibt es keinen unterschied. Ich verbiete lediglich außerdem das Verhalten welches ich explizit nicht haben möchte. Vor allem wenn es dem Kern der Übung entgegen steht.
Grade bei jungen Hunden stopfe ich sehr viel Motivation in die Hunde, trotzdem wird es dadurch nicht zuverlässig. Das wird es erst wenn der Hund weiß dass er auch warten muss. -
Wie belohnst du denn das warten? Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe.
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Wie belohnst du denn das warten? Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe.
Ich belohne das Anzeigen selbst in der Regel ausschließlich hochwertigst. Das warten belohne ich mittels Marker. Der Hund zeigt an ich markiere, lobe und belohne. Und das über eine Zeitspanne bis ich in dem Falle dann irgendwann zum fressen freigeben würde.
Es ist ja nicht so als würde ich gerne Strafen, ich arbeite am liebsten rein über Motivation. Aber rein über Motivation wirds halt selten wirklich zuverlässig. Vor allem bei Themen die Hunde in Konflikte bringen und ihnen nicht eh entgegen kommen.
Bei einem Hund der eh nicht die Idee hat vorzugreifen käme mein Verbot ja auch nie zum greifen. Ich verbiete ja nur WENN der Hund Fehlverhalten zeigt. Zeigt er das nicht komme ich doch gar nicht dazu. Der Aufbau des Verhaltens ist ja Motivationsgetrieben über Belohnung. Zeigt er Fehlverhalten fange ich aber auch nicht an das zu zerdenken, ich vermeide dann keine Strafe. Genauso wie ich nicht extre reizarme Umgebungen nutze. Meiner Erfahrung nach kommt man damit nämlich einfach nicht ans Ziel. Es macht keine robusten Hunde, im Gegenteil. -
Ah, danke nochmal. Ich dachte erst, du „belohnst“ nur über die Freigabe zum fressen und hab deshalb nachgehakt. Ich arbeite bei sowas auch gerne mit Marker, nur das bei uns Fressen nicht das Thema ist, sondern andere Dinge.
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