Erziehungsstile - positiv, aversiv, wie erzieht ihr und wieso?

  • Ich trainiere im Alltag schon viel aber weniger in gestellten Trainingssituationen.
    Gerade am Anfang wenn Hund neu ist gibt es ja tausend Dinge die Hund erstmal lernen muss und das gehört für mich auch zum Alltagstraining.
    Theoretisch findet Training ja immer statt weil auch lernen immer stattfindet. Ist nur die Frage ob das dann bewusstes und aktives Training ist oder was was total unbewusst bzw unbeabsichtigt stattfindet.
    Zb großes Thema bei uns: Essen auf dem Tisch gehört nicht den Hunden. Wir essen immer im Wohnzimmer und der Wohnzimmertisch hat praktischerweise Hundekopfhöhe. Also müssen alle Hunde von Tag 1 lernen: das ist tabu.
    Das trainiere ich also auch von Tag 1 (und zwar in erster Linie über Management und Routinen. Hat keine Woche gedauert und Trudy war klar dass sie einfach nur abwarten muss und sie dann eh was bekommt).

  • Also müssen alle Hunde von Tag 1 lernen: das ist tabu.

    So ist es.

    Wenn hier ein Welpe kommt, der darf nicht auf Sofa. Da fang ich nicht an Kekse zu werfen damit er nicht auf die Idee kommt, natürlich kommt ein Welpe das, es ist ein Welpe!

    Ich schiebe ihn weg und verbiete es. Da brauchts doch nicht viel Energie, nicht viel Training und auch nicht Tausend Wiederholungen wenn das von Anfang an einfach so ist.


    Lasse ich hingegen den Hund erstmal 8 Monate auf Sofa und will es dann plötzlich verbieten, ja, dann muss ich ziemlich deutlich werden und da einiges an Training reinstecken. Hausgemacht.

  • Wenn ich so meinen Tag verbringe kommt mir immer der Gedanke an den Thread und ich frage mich „wie machen die denn sowas?“.


    Eben war ich mit meiner Junghündin draußen, ich habe Fleisch reingeholt welches im Stall liegt und das sie drinnen fressen darf nachdem wir lösen waren. Also ich in den Stall, zwei Stücke fleisch genommen. Sie steht dann natürlich dabei und ja nu, am liebsten würde sie mir die aus der Hand stibitzen, klar. Ja, das darf sie halt schlicht nicht, ich sage dann „Nein“ und sie lässt es. Versucht sie es doch korrigiere ich das. Ich meine, das ist doch Zusammenleben. Mir wäre es wirklich zu anstrengend mir da nun 1000 Gedanken drum drum zu machen wie ich sowas ohne Abbruch mit Belohnung lösen könnte. Zu mal es dem Hund doch null ausmacht da eine Grenze gesetzt zu bekommen. Die sagt da „Ok“ und das wars, sie lässt es dann halt.

    Was macht ihr denn da wenn ihr ohne Strafe arbeitet?? Oder habt ihr einfach Hunde die sowas nicht versuchen?


    Für die Ausbildung mache ich mir unheimlich viele Gedanken, versuche möglichst belohnungsbasiert zu arbeiten und gut veranlagte Hunde zu haben, aber im Alltag? Mir wäre das da wirklich auch irgendwo zu anstrengend.

  • Ein Hund lernt immer im Kontext und verbindet die Emotionen, die durch Positive Strafe entstehen, auch mit dem Ausübenden. Er assoziiert also die Strafe mit dem Halter. Ich möchte kein Meideverhalten mir gegenüber. Aber auch Klammerverhalten ist möglich. Finde beides schlecht.

    Dann sind Timing und Aufbau etc einfach völlig unpassend - wenn ich irfgendein Verhalten sauber aufgebaut habe und der Hund das verinnerlicht hat und sich dann eines schönen Tages überlegt, er könnte ja auch was tolleres machen und ich dann strafe, dann verbindet der Hund die Strafe mit seinem Verhalten und nicht mir mir!

    So habe ich es bisher überall gelernt. Auch bei der Ausbildungsstätte ( ich war bei zweien), die nach allen Lernquadranten trainiert und erzieht. Ich habe ja schon hier irgendwo vom CER nach Pawlow gesprochen. Das greift halt auch hier, wobei ( noch mehr in die Tiefe gehend) ja, manchmal verknüpfen Hunde es "richtig", vor allem wenn sie nicht wissen, dass der Halter straft.

    Aber wenn sagen wir Mal der Hund gerne Schafe aufscheucht und in den Elektrozaun rennt, wird nicht immer die Strafe des Schlags mit dem Hetzen verbunden. Manchmal ist es die ortsbezogene Stelle, manchmal das Schaf, manchmal was ganz anderes. Das ist von Hund zu Hund verschieden und muss individuell betrachtet werden.

    Timing und Intensität müssen beim Strafen perfekt sein, sonst gibt es oft Fehlverknüpfungen. Ich maße mir persönlich nicht an, immer perfekt im Timing zu sein.

    Fehlveknüpfungen kann ich belohnungsbasiert genau so schnell auftrainieren

    Stimmt. Aber dafür sind die unterliegenden Emotionen andere. Nämlich bei der Pos. Bestätigung Freude. Das heißt, habe ich ein grottenschlechtes Timing und belohne den Hund für Bellen, kann ich im Nachhinein immer noch ein Kommando drunterheben und habe ihm Bellen auf Kommando beigebracht. Und das Bellen für Aufmerksamkeit,so nenne ich es hier einfach, kann man durch Ignorieren wieder vermindern.

    Und wenn man meinen ersten Post liest, sieht man, dass ich einen Gebrauchshund hatte

    Welcher soll das sein? Der Pudel oder der Mix?

    Der Cane Corso Mix. War doch ursprünglich und heute noch in Italien ein Hof- und Schutzhund.



  • Was macht ihr denn da wenn ihr ohne Strafe arbeitet?? Oder habt ihr einfach Hunde die sowas nicht versuchen?


    Ich denke nicht, dass das hier irgendwer anders macht. Das ist ja Kommunikation. Lucifer kann größenbedingt wunderbar seinen Kopf auf den Esstisch legen und hatte dann als Junghund die lange Nase quasi auf meinem Teller. Ich hab ihm gesagt er soll es lassen und wenn das nicht gereicht hat, habe ich die Nase vom Tisch geschoben. Da war jetzt nicht wirklich mehr nötig. Und wie man das rein positiv machen sollte würde mir gerade auch nicht einfallen.



  • Was macht ihr denn da wenn ihr ohne Strafe arbeitet?? Oder habt ihr einfach Hunde die sowas nicht versuchen?


    Ich denke nicht, dass das hier irgendwer anders macht. Das ist ja Kommunikation. Lucifer kann größenbedingt wunderbar seinen Kopf auf den Esstisch legen und hatte dann als Junghund die lange Nase quasi auf meinem Teller. Ich hab ihm gesagt er soll es lassen und wenn das nicht gereicht hat, habe ich die Nase vom Tisch geschoben. Da war jetzt nicht wirklich mehr nötig. Und wie man das rein positiv machen sollte würde mir gerade auch nicht einfallen.

    Ist auch meine Theorie, viele vergessen diese ganzen kleinen Dinge im Alltag und denken nur an die großen Themen.

  • Und das Bellen für Aufmerksamkeit,so nenne ich es hier einfach, kann man durch Ignorieren wieder vermindern.


    Ähm, ne. Nicht bei jedem Hund. Wurde mir in der Huschu mit meinem Belltie auch nahe gelegt, aber für den ist bellen selbstbelohnend. Ob ich ihn da ignoriere ist ihm völlig latte.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!