Hund aus dem Tierschutz

  • Aber du kannst einschaetzen, dass es kein Listenhund ist?

    Du hast gerade deinen ersten Hund/bekommst ihn demnaechst, richtig? :hust:

    Es wäre fein, wenn du erst mal einen Beitrag richtig liest und verstehst, ehe du dich auf ein paar Reizworte stürzt.

    Ich habe nicht geschrieben, dass ich weiss, ob im Hund der TE ein Listenhundanteil steckt oder nicht. Ich habe geschrieben, dass ich ausser dieser Problematik auch noch aus anderen Gründen die Entscheidung für diesen Hund für nicht verantwortlich und nicht gut halte.

    Es geht in diesem Thread nicht um Hundeerziehung. Zu der ich ohnehin nichts geäussert hätte, weil ich wenig Ahnung davon habe, Anfänger bin und es mein erster eigener Hund ist.

    Ich habe nicht gesagt,dass ich den Leuten erklären will, was und wie sie sich zu äussern haben. Ich habe geschrieben, dass ich die Art, wie man hier verbal auf die TE losgeht, nicht für sinnvoll und förderlich für die Kommunikation halte, und erklärt, warum ich das denke.

  • Die Wahrscheinlichkeit dass auch nur EINE dieser Rassen da drin steckt, geht eher gegen 0. Allein schon auf Grund der Wahrscheinlichkeit, welche Rassen es wo wie oft gibt. Österreichische Pinscher sind ultraselten, sogar in Österreich. Bei den anderen passt kaum mehr als die Farbe.

    Ich denke die TE hat hier die Bilderkennung des Handys genutzt. ( Habs gestern auch probiert, mit dem selben Ergebnis 😅) Ausserdem auch an einem Foto meines Schwiegerhundes der Brandlbracke x Appenzeller ist. Bei ihr kommt Bloodhound oder Coonhound raus. Also ich glaube diese Erkennung kann man vergessen . 😂

    Und vom Typ her ( ohne da wirklich Rassenkenner zu sein) ist meiner Meinung nach bei diesem Hund irgendwas (Bull) Terrier mässiges mit drin.

    Aber die Entscheidung scheint ja sowieso schon getroffen zu sein. Auch wenn der vielleicht erwartete Zuspruch nicht so kam.

  • Es ist egal was wir in dem Hund sehen. Es zählt letztendlich was der zuständige im Ordnungsamt sagt.

    Die zuständige Behörde wird anhand ein paar Fotos überhaupt keine verbindliche Aussage machen.

    Ich für meinen Teil - und das hatte ich bereits vor mehreren Seiten geschrieben - maße mir überhaupt nicht an, anhand ein paar Fotos zu sagen, ob und wenn ja welcher Listenhund da mitgemixt hat. Also wir sehen da gar nichts.

    Davon abgesehen hat das zuständige Vetamt schon mitgeteilt, dass es anhand der Fotos keine Einschätzung vornimmt. Das war das zu erwartende Ergebnis.

  • Es zählt letztendlich was der zuständige im Ordnungsamt sagt. Der ist derjenige, der der jede weitere Maßnahme einleitet und sonst niemand.
    Manchmal hilft es einfach, diese Leute um Einschätzung zu bitten auf die gesamte Situation. Und da es eben gerade in Bezug auf Listis so viel menschlicher Ermessensspielraum ist, kann es nicht schaden, wenn dieser Mensch (der maßgeblich mit entscheidet) sich daran erinnert, dass man vor Kauf/Übernahme/whatever sehr pflichtbewusst um Rat gefragt hat und diesen auch befolgt.

    ... und genau das ist eine falsche Vorstellung, das versuchen einige Mitschreiberinnen hier ja tapfer seit einigen Seiten zu erklären. Das HundVerbrEinfG ist ein Bundesgesetz. Der Mitarbeiter im Ordnungsamt am Wohnsitz hat da nicht groß Handlungsspielraum in seinen Entscheidungen.

    Nehmen wir mal als fiktives Szenario an, die TE geht mit ihrem Hund im Nachbar-Landkreis spazieren, ihr Hund wird dort von einem anderen Hund gebissen, das dortige OA überprüft routinemäßig alle beteiligten Hunde und Menschen, und erkennt beim Hund der TE einen Listenhundanteil. Dann wird der Hund eingezogen, weil er illegal importiert wurde, und ihr selbst die zur Haltung benötigte Zuverlässigkeit aberkannt. Dass sie vorher aktenkundig nachgefragt hat und selbst die Vermutung hatte, es könnte sich um einen Listenhundmix handeln, wird dann erst recht zu ihren Ungunsten ausgelegt. Was genau soll da vorher die Nachfrage beim OA also bringen?

    Natürlich klingt es verlockend, dass man nur bei einer offiziellen Stelle fragen müsste und dann 'auf der sicheren Seite wäre' - aber die Sicherheit gibt's beim Import von potenziellen Listenhundmixen einfach nicht. Das einzig Sinnvolle ist, von der Einfuhr nach D abzusehen und solche Hunde in Länder zu vermitteln, wo es diese Importregelungen nicht gibt. Und ein seriöser Tierschutzverein sollte das wissen und beim geringsten Zweifel in der Optik des Hundes auch genau so handhaben.

  • Der wird ihr auch nicht bescheinigen, dass es ein Pudel ist.
    Aber diese Person wird sie über die Risiken aufklären. Darüber ob die TE überhaupt darüber nachdenken sollte den Hund zu nehmen auf Grund der rechtlichen Rahmenbedingungen. Letztendlich ist diese Person nachher auch derjenige der eine Beschlagnahmung veranlasst. Es kann nicht zwingend schaden mit diesem Menschen zu reden. Und da diese eine Person später auch derjenige ist, der im Fall der Fälle entscheidet, ob eine Halteerlaubnis erteilt wird, erst recht nicht. Klar gibt das alles keine absolute Gewissheit und Garantie. Aber es kann absichern.

  • Der wird ihr auch nicht bescheinigen, dass es ein Pudel ist.
    Aber diese Person wird sie über die Risiken aufklären. Darüber ob die TE überhaupt darüber nachdenken sollte den Hund zu nehmen auf Grund der rechtlichen Rahmenbedingungen. Letztendlich ist diese Person nachher auch derjenige der eine Beschlagnahmung veranlasst. Es kann nicht zwingend schaden mit diesem Menschen zu reden. Und da diese eine Person später auch derjenige ist, der im Fall der Fälle entscheidet, ob eine Halteerlaubnis erteilt wird, erst recht nicht. Klar gibt das alles keine absolute Gewissheit und Garantie. Aber es kann absichern.

    Die werden sich hueten, da irgendwas zu sagen. Das passiert dann vor Ort und wenn da eine zustaendige Person einen Listenhund sieht, ist der Hund weg. Als ob die sich da im Vorfeld irgendeine Moeglichkeit verbauen, indem sie eine Aussage treffen...

  • Letztendlich ist diese Person nachher auch derjenige der eine Beschlagnahmung veranlasst. Es kann nicht zwingend schaden mit diesem Menschen zu reden. Und da diese eine Person später auch derjenige ist, der im Fall der Fälle entscheidet, ob eine Halteerlaubnis erteilt wird, erst recht nicht.

    Nein, eben nicht. Die TE ist mit ihrem Hund im Urlaub an der Ostsee und der Hund springt ein Kind an? Der Hund kann da eingezogen werden. Die TE besucht Freunde in einem anderen Bundesland und es kommt warum-auch-immer zu einem kleinen Zwischenfall? Der Hund kann da eingezogen werden. Die TE muss umziehen und der neue Vermieter findet den Hund nach kurzer Zeit doch nicht mehr so toll und meldet ihn vor Ort? Der Hund kann da eingezogen werden. Eine Beratung/Aussage/Einschätzung des OA am aktuellen Wohnsitz hat null, aber wirklich null Aussagekraft. Und der Mitarbeiter, mit dem man irgendwann mal gesprochen hat, ist auch mitnichten automatisch der, der eine Einziehung anordnen würde. So funktioniert das wirklich nicht.

    Ich hab' ein bisschen den Eindruck, dass du dir die Konsequenzen bei so einem Verstoß gegen ein Bundesgesetz etwas zu rosig vorstellst: da stellt sich im Zweifelsfall die Frage nach einer Halteerlaubnis gar nicht, und es wird ggf. auch gar nicht diskutiert, unter welchen Umständen oder Auflagen die TE den Hund weiter halten dürfte - der Hund ist dann einfach weg. Und das kann Monate oder Jahre nach Anschaffung noch passieren, man lebt mit einem potentiell illegal importierten Hund einfach in permanenter Unsicherheit. Deshalb ja das deutliche Abraten hier.

  • Bilderkennung des Handys

    Diese Rasseerkennungsapps sind doch super.:bindafür:

    Wir hatten als Ersthund einen Golden Retriever:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Als Zweithund zog dann ein Pudel ein:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Bissel geärgert haben wir uns, weil wir beim Kauf der Hunde beides Mal auf KfT/VdH-Papiere reingefallen sind, die uns glauben gemacht haben, dass es Terrier seien. :skeptisch:


    Aber Spaß beiseite: Mich würde es dauerhaft belasten, dass das Schicksal meines Hundes von der persönlichen Einschätzung eines Ordnungs- bzw. Veterinäramtsmitarbeitenden abhängen kann. Und dass mein Hund sich ggf. gar nichts zuschulden hat kommen lassen und er dennoch jederzeit eingezogen werden kann. Das wäre definitiv nichts für meine Nerven.

  • Aber diese Person wird sie über die Risiken aufklären. Darüber ob die TE überhaupt darüber nachdenken sollte den Hund zu nehmen auf Grund der rechtlichen Rahmenbedingungen.

    Ich glaube, Du überschätzt da ein bisschen die Ambitionen der zuständigen Bearbeiter.

    Wenn man Glück hat, sitzt dort ein Hundehalter vor einem. Mit noch mehr Glück kennt er mehr als zwei Rassen. Und mit ganz viel Glück hat er auch mal eine Hundeschule besucht und kennt sich mit Rasseeigenschaften aus.
    Aber um solche Entscheidungen zu treffen, braucht man nicht mal einen Hund im weiteren Bekanntenkreis zu haben. Das ist eine Behörde des Ordnungsamtes. Da kann quasi jeder eingesetzt werden.

    Unser erster Bearbeiter war super. Der hat sich hier für Freilaufflächen und Kotbeutelspender eingesetzt, der hat empathisch gehandelt: Ja, Ihr Hund ist vor 3,5 Monaten gestorben, aber sie brauchen die Sachkunde nicht nochmal machen. (müsste man nach 3 Monaten eigentlich). Der war auch immer ansprechbar für Pflegehunde, etc.
    Nun ist er in Rente und seine Nachfolgerin geht stumpf nach Vorschrift, weil "ich bin eigentlich Katzenmensch".

  • Eigentlich ist ja schon alles gesagt, trotzdem will ich noch von meinen Erfahrungen berichten als Gedankenanstoß. (Mein erster Gedanke beim Foto war übrigens auch, dass der Hund nach Listenhund aussieht.)

    Ich zweifle aber vor allem sehr stark an der Seriösität des Tierschutzvereins. Ich hatte selber einen Hund aus Ungarn als Direktimport, aber nur als Ausnahme, weil es in meiner Nähe keine Pflegestelle gab. Ich war dann selbst die Pflegestelle, weil ich schon Erfahrung mit einem schwierigen Hund hatte und es sich bei dem Importhund um einen kleinen, netten Spitz gehandelt hat. Ich hätte den Hund aber trotzdem jederzeit wieder an den Verein zurückgegeben können, wenn das nicht geklappt hätte, die haben extra eine Notfall-Pflegestelle freigehalten.
    Was man mir auch gesagt hat: Die Hunde verhalten sich im neuen Zuhause bzw. auf der Pflegestelle oft ganz anders, als im Shelter, deswegen werden erfahrene Pflegestellen zwischengeschaltet. Man kann keinen Hund über Fotos/Videos und nichtmal über den Kontakt vor Ort seriös einschätzen. Ein anderer Hund, der mit meinem im Transporter saß und ebenfalls wie meiner als lieb und unkompliziert eingeschätzt wurde, zeigte sich auf der Pflegestelle als kleiner (zum Glück!) Wutzwerg, der um sich biss, sich in der hintersten Ecke der Wohnung verkrochen hatte und natürlich auch fleißig seine Geschäfte drinnen verrichtete. Die Pflegestelle konnte aber damit umgehen.

    Zum Thema „Herausforderung“: Da hab ich mal genauso gedacht vor meinem ersten Hund. 😅 man hatte mir hier dann aber den Kopf gewaschen und ich habe mich nach einem gut geprägten Welpen einer passenden, kleineren Rasse vom seriösen Züchter umgesehen. Aber es kam dann doch anders und es zog ungeplant die Herausforderung ein. 🙈 Dieser Hund hat mich wirklich fertig gemacht. Ich habe zwar auch wirklich viel mit ihm erreicht (wir sind zum Schluss sogar Rally Obedience Turniere gelaufen) und ich habe ihn sehr ins Herz geschlossen. Aber als er gestorben ist, war ich nicht nur traurig, sondern auch erleichtert. Und da hab ich erst so richtig gemerkt, was für ein täglicher Kampf das alles war, wie unterschwellig belastend, obwohl ich das so gar nicht mehr gemerkt habe, und vor allem, wie viele Wege und Situationen ich vermieden haben, um Stress zu vermeiden. Ich habe jetzt, Monate nach seinem Tod, ein paar wunderschöne Gassigebiete direkt um die Ecke wiederentdeckt, die ich in meinem Hirn bis dahin einfach gestrichen hatte, weil dort zu viele andere Leute mit Hund unterwegs waren oder ich gar durch den Ort hätte laufen müssen. Und auch die ein oder andere blöde Begegnung mit anderen Hundehaltern ist jetzt maximal noch nervig, aber kein riesiges Problem mehr.

    Jetzt habe ich zwei wirklich leichtführige Collies und kann das Leben mit Hund wirklich genießen und sogar noch einen Schritt weiter gehen (wir sind in der Rettungshundestaffel). Und ich kann dir sagen: Auch mit Erfahrung und trotz der Leichtführigkeit machen die definitiv nicht einfach alles, was ich von ihnen will. Falls mal jemand so ein Fabelwesen an Hund sehen sollte, möge mir den bitte bringen. 😅

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