Hund aus dem Tierschutz

  • Ich kenne hier einen Fall, da ist von einem Geschwisterpaar - beim gleichen Amt - der Rüde eingestuft worden und die Hündin nicht. Im Wissen, dass es Geschwister sind. Beide phänotypisch dem Staff ähnlicher, als ich es hier sehe. Da haben Größe und Verhalten noch eine Rolle gespielt. Und das kann im Vorfeld nicht eingeschätzt werden.

    Naja, die Tatsache, dass es Geschwister sind, muss ja nichts heißen. Bei Hunden (und anderen Tieren) kann es doch auch zu einer sogenannten „Doppelbelegung“ kommen, die Welpen also unterschiedliche Väter haben. Gerade bei Straßenhunden gar nicht so unwahrscheinlich.

    katzenpfote


    Danke :smile:


    Stilles Wasser


    Unwahrscheinlich. Die Hunde waren von den körperlichen Merkmalen her nahezu identisch. Der Rüde war nur größer und vom Wesen her deutlich ernsthafter als die sehr freundlich/submissive Hündin.

    Der zuständige Mitarbeiter hat dann entsprechend zwar taktisch unklug (auf den nachkommenden Shitstorm bezogen), aber völlig in Übereinstimmung mit dem, was sein Job ist, das Augenmaß bei der Hündin weniger streng und beim Rüden strenger angesetzt. Darum geht es ja. Die zuständigen Sachbearbeiter sind weder Rasse- noch Verhaltensgutachter, sondern sollen eine grobe Einschätzung geben, bei der sie zwischen Halterinteresse und Allgemeinwohl abzuwägen haben. Und das ist individuell.

    Der Hund kann hier jahrelang ohne Beanstandung laufen, und dann kann es trotzdem passieren, dass sich der zuständige Sachbearbeiter oder das Vorgehen ändern und der Hund auffällt. Das muss man mit einkalkulieren, wenn man Hundeeines entsprechenden Phänotyps üvernimmt.

  • Also hier hätte der Hund viel zu viele andere Merkmale um eingestuft zu werden. Da muss ein Hund schon sehr stark nach Staff aussehen. Aber "hier" hilft halt nicht, Vetämter arbeiten nicht einheitlich.

    Am Ende würde ich mir persönlich keinen Hund diesen Alters aus dem Ausland holen. Viele meiner Hunde sind/waren Direktimporte, das stresst mich wenig. Aber ich möchte einen erwachsenen Hund haben, bei dem ersichtlich ist, in welche Richtung die Entwicklung gegangen ist.

    Einen Hund diesen Kalibers wo du nicht weißt wo die Reise hingeht ist ne Hausnummer.

    Mischlinge unbekannter Eltern können nebenbei immer Staff enthalten, ich bin in einer Facebookgruppe von meinem DNA Test Anbieter und selbst bei Kleinsthunden oder optisch wirklich VÖLLIG konträr aussehenden Hunden ist das keine Seltenheit. Ein bisschen unfair, wenn man bedenkt, dass die Einstufung nach Phänotyp erfolgt. Die einen gewinnen, die anderen verlieren.

  • Soweit ich gelesen habe, schrieb die TE, dass der Papierkram schon erledigt sei und noch die Vorkontrolle aussteht. Ein rechtlich verbindlicher Abgabe- ubd Übernahmevertrag wird normalerweise erst nach der Vorkontrolle ausgestellt und unterschrieben. Die TE könnte also noch zurücktreten und sagen, dass sie den Hund doch nicht nehmen möchte.

    Was ich nicht ganz bei der Problematik Listenhund verstehe, ist der Teil mit den Behörden. Ich lebe in Bayern, hier gibt es zwei Listen mit Hunden,die entweder eine behördliche Genehmigung brauchen oder komplett verboten sind. Es wird aber, wenn man bei der Anmeldung zur Hundesteuer Angaben zum Hund machen muss, nur nach der Rasse gefragt, und wenn man Mischling angibt, muss man noch benennen, was in dem Mischling vorrangig drin sprich sichtbar ist. Überprüft werden diese Angaben nicht, weder wird ein Foto verlangt noch die - falls vorhanden - Chipnummer.

    Bei Sam ist ohne jeden Zweifel deutlich erkennbar, dass er ein Labbi/Schäfi-Mix ist. Das sehen die im Amt aber nicht. Ich habe die Hundesteuermarke rein aufgrund meiner Onlineangaben bekommen.

    Wenn also jetzt jemand wie die TE wegen der Angaben der Organisation und weil sie selber nicht weiss und nur rätselraten kann, welche Rassen in dem ihr vermittelten Mischling drin sind, in dem Hundesteuerantrag reinschreibt, Mischling, soundsogross, evtl. Rasse xy mit dabei, was dann? Ich hätte mit Sam auch ahnungslos irgendwas angeben können. Und es wird ja kaum jemand so ehrlich sein, Mutmassungen bzgl. einem evtl. vorhandenen Amstaffanteil anzugeben, in dem klaren Wissen, dass der Hund dann für die Haltung verboten ist.

    Wie überprüfen die Behörden sowas also? Bei uns scheint es der zuständigen Behörde vor allem wichtig zu sein, dass man Hundesteuer zahlt, und nicht, jeden Antrag für einen Mischlingshund zu überprüfen, ob die Angaben stimmen. Dazu haben sie gar nicht das Personal, ebenso wenig wie man als Hundehalter überprüft wird, ob man Hundesteuer bezahlt. Wenn man ehrlich ist tut man es, wenn nicht, dann eben nicht, ohne Folgen.

  • Wie überprüfen die Behörden sowas also? Bei uns scheint es der zuständigen Behörde vor allem wichtig zu sein, dass man Hundesteuer zahlt, und nicht, jeden Antrag für einen Mischlingshund zu überprüfen, ob die Angaben stimmen.

    Es gibt mehrere Punkte, die zur Beschlagnahmung führen können:

    1) Beim Zoll wird der Hund als potenziell gefährliche Rasse eingestuft.

    2) Es erfolgt eine Meldung nach einem Vorfall.

    3) Ein "besorgter Bürger" (verärgerter Nachbar, Listenhundehasser, etc.) wendet sich an die zuständige Behörde.

    Letzteres ging in einem Fall hier so vonstatten, dass Hund und Halter von der Polizei umstellt wurden, weil der Hund von einer "besorgten Bürgerin" als reißende Bestie gemeldet wurde.

    Die Folgen trägt am Ende der Hund, denn der fristet sein Dasein ohne nennenswerte Vermittlungsaussicht im Tierheimzwinger.

    Ich persönlich maße mir nicht an, die Bilder ausreichend beurteilen zu können und ein DNA-Test wird nicht zuverlässig anerkannt.

  • Im Nachbardörfchen (In Hessen) wurde eine Mischlingshündin eingestuft nach einer Kontrolle durch einen Ordnungsbeamten auf Hundesteuermarke. Sprich: Der Hund ist dem Kontrolleur aufgefallen, der hat es gemeldet und dem Halter wurden Auflagen erteilt. Die Hündin wurde nicht eingezogen, musste aber binnen kurzer Zeit Wesenstest und Sachkunde machen. Darüber habe ich es dann mitbekommen, der Halter schlug in der Trainingsgruppe meiner früheren Hündin auf und wir hatten ein paar gemeinsame Spaziergänge zu Trainings- und Sozialisierungszwecken. Von meiner Seite aus wegen des Hunds, für den Halter hätte ich es nicht gemacht. Der ist meiner Einschätzung nach das Risiko mit einer mehr als eindeutigen Staff“mix“hündin bewusst eingegangen und hat gehofft, unterm Radar fliegen zu können. Würde ich niemanden raten.

  • Beim Zoll wird der Hund als potentiell gefährlich eingestuft - wo kommt denn ein Hund, der über eine Tierschutzorga vermittelt und mit dem Auto geholt wird, mit dem Zoll in Kontakt? Bei der Grenzkontrolle Ungarn/Deutschland? Oder muss die Orga vorab die gültigen Papiere vorlegen? Den Hund beim Zoll vorzeigen?

    Nur damit es zu keinem Missverständnis kommt: die Kontrolle und Überprüfung bei Listen-Rassehunden ist klar. Wer Amstaff, Bullterrier, Mastiff etc. als Rasse angibt und der Hund klar der Rasse angehört, weiss,dass er entweder strenge Auflagen erfüllen muss oder den Hund überhaupt nicht halten darf. Das sieht auch jeder Nachbar, Kollege, Tierarzt oder wer auch immer, dass das kein harmloser Kuschdlhund- oder Hütimix ist.

    Bei Mischlingen allerdings ist das Ganze wesentlich unklarer. Vom Aussehen her, von der Überprüfung der Angaben des Hundehalters - und dass das dann rein willkürlich abläuft, kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. So nach dem Motto,jeder darf in dem Mischling sehen, was er sehen will, und dann anzeigen oder beschlagnahmen. Das wäre dann sicher juristisch anfechtbar.

  • Schwer. Die Rechtslage erlaubt die Einstufung/Zurückweisung nach Phänotyp ausdrücklich. Es muss nicht im Nachgang der Beweis erbracht werden, dass der Hund tatsächlich entsprechende Anteile gehabt hat. Bzw. müsste ein Gentest nicht mal anerkannt werden.

    Klar könnte man versuchen, das im Nachgang juristisch anzufechten und mit Gutachten eine andere Einschätzung zu erzwingen. Im Einzelfall. In der Realität ist das bei einem Hund, der noch in Osteuropa sitzt, extrem schwierig. Und wenn er da ist (und in einem BL ohne komplettes Haltungsverbot) kann man abwägen, ob man nicht nervenschonender und billiger davonkommt, wenn man einfach die Auflagen erfüllt.

    Aber ich meine gehört zu haben, dass es tatsächlich Einzelfälle gab, bei denen eine andere Entscheidung erkämpft wurde. Die Frage ist halt, ob man das will, wenn man sich eigentlich einfach nur erstmals einen Hund zulegen möchte.

  • wo kommt denn ein Hund, der über eine Tierschutzorga vermittelt und mit dem Auto geholt wird, mit dem Zoll in Kontakt? Bei der Grenzkontrolle Ungarn/Deutschland? Oder muss die Orga vorab die gültigen Papiere vorlegen? Den Hund beim Zoll vorzeigen?

    Die Hunde müssen durch die Orga Tage vor dem Grenzübertritt beim Zoll angemeldet werden. Dazu kommt ein Amtsveterinär, der die Hunde überprüft und die Freigabe erteilt. (bei seriösen Orgas)

  • Phonhaus Ok, das wusste ich nicht, dass das so rigoros ausgelegt wird.

    Du hast ganz sicher recht, dass man sich sowas bei einem Tierschutzmischlung, den man importieren will, sehr gut vorab überlegen sollte, wenn auch nur ein kleiner begründeter Verdacht besteht, es könnte ein Listenhund mit drin sein. Denn es geht primär um das Wohl des Hundes, der dann auf Nimmerwiedersehen im TH landet und dort ohne Hoffnung dahinexistieren muss.

    Trotzdem ist es ein Grauzonenbereich. Man kann einen Anteil Listenhund nicht beweisen ( ausser optisch nach Phänotyp zu mutmassen), man kann auch nicht beweisen, dass es nicht so ist, man kann nicht von jedem potentiellen Tierschutzhund- Interessenten verlangen, dass er alle Phänotyoen Listenhunde im Kopf zu haben, um abgleichen zu können, ist was drin oder nicht. Und die Vermittlungsorgas sind auch unterschiedlich ehrlich, seriös und engagiert in dem Punkt.

    Also prinzipiell überhaupt keine Hunde aus dem Tierschutz? Geht aber auch nicht selten gut, siehe Anirac und andere hier, und mit Sicherheit auch bei vielen " draussen".

  • @ChaozzQueenz genauso war die Aussage des Vermittlers. Man könnte sich natürlich fragen ob das überhaupt jemand prüft.

    Also ein Listenhund wäre nicht mein Wunsch, einfach weil ich da etwas Respekt vor habe, weniger um die Steuern etc.

    Aber ich bin in den Hund total verliebt 😍

    Was mich aber auch sehr interessiert ist seine Größe. Ich frage mich wie groß er mal wird. Kann hier jemand etwas dazu sagen?

    Ich denke, der wird so Doggengrösse bekommen.

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