Haben Hundetrainer ein anderes Verständnis von Beschäftigung?

  • Aber ich habe schon den Eindruck, dass wenige Hundetrainer gut darin sind, sich als Experte und Coach zu vermarkten, ohne dabei immer wieder auf andere zu zeigen.


    Es ist doch wie überall: die Leisen, die arbeiten still vor sich hin, machen nen guten Job (oder auch nicht, das sei dahin gestellt) und die Lauten, die sich über andere profilieren müssen.

    Auf welchen man anspringt, hat jeder selber im Griff. Und den Rest: ignorieren hilft extrem! Einfach nicht anklicken, nicht reagieren, nicht unterstützen. Dann verkauft halt einer das Leinenwunder für 199 Euro. So what? darf jeder tun. Ob es funktioniert hängt zu einem sehr grossen Teil halt einfach auch am Mensch am anderen Ende der Leine, und ob die Methode zum jeweiligen Hund passt. Muss man teilweise halt tatsächlich ausprobieren. Aber Fakt ist: der Zweibeiner hinten muss mehr lernen als der Vierbeiner vorne. Daher.. nicht immer ist der Trainer schuld.

  • WorkingDogs ja natürlich hat man das bei anderen Berufen auch. Und da stört mich eine vermeintliche Pauschalisierung auch.

    Und zur eigentlichen frage ich denke dass man nicht sagen kann dass Hundetrainer per se einen anderen Sichtweise zur Beschäftigung haben. Es gibt ja auch Hundetrainer die selbst Hundesport machen

  • Grundsätzlich darf man in D nur als Hundetrainer arbeiten, wenn man seine Sachkunde nachgewiesen hat.

    Das ist inhaltlich nicht ganz korrekt. Man benötigt eine Erlaubnis nach § 11 vom Veterinäramt.

    Ich weiß was du meinst, aber es ergibt sich ganz klar daraus, und den dazugehörigen Verordnungen. Es ist nur nicht einheitlich geregelt.

    https://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/BMVEL-321-0007-A005.htm

    Erforderliche Angaben für den Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis, Tiere für andere in einem Tierheim oder in einer ähnlichen Einrichtung zu halten, Hunde auszubilden oder Tierbörsen durchzuführen (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 bis 2c des Tierschutzgesetzes)

    (....)

    5 Berufliche Qualifikation der für die Tätigkeit verantwortlichen Person


    6 Nachweis1) der beruflichen Qualifikation (z.B. beglaubigte Abschrift von Zeugnissen)

    (...)

  • Ich finde es persönlich ganz schwer zu urteilen, ohne deinen Tagesablauf zu kennen.
    Also ja, ich persönlich erlebe das schon, das gerade Menschen mit aktiveren Hunden übers Ziel hinaus schießen.
    Der Klassiker - der arme Hund muss doch nach dem Tag im Büro noch richtig gearbeitet werden. Der liegt da ja den ganzen Tag rum und döst. Das sowas anstrengend für manche Hunde ist sehen manche Menschen kaum bis man sie darauf hinweist.
    Gleiches im Training. Der Hund muss morgens schonmal ne Stunde laufen. Und abends auch nochmal. Dazwischen Training auf dem Platz.
    Viele Menschen reagieren auf sehr aktive Hunde mit zu viel Aktivität und sehen nicht, dass ihre Hunde eigentlich drüber sind und eine Pause bräuchten. Stattdessen machen sie noch mehr, weil der Hund on Fire ist.

    Was das jetzt aber mit einem Wochenende ohne Hund zu verbringen zutun haben soll entzieht sich meinem Verständnis. Da würde ich auch skeptisch gucken als Besitzer.

    Ja meine Maus hat auch einen Tag Nix tun die Woche im Kalender markiert. Einen Tag Ruhe und verarbeiten bekommt ihr einfach gut. Und ich mag auch mal einen Pausetag. Hilft hier keine dauerhafte Erwartungshaltung zu erzeugen. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

    Aber ohne Zusammenhang zu eurem Leben ist es einfach unfassbar schwer die Aussage genauer einzusortieren. Du wirst ja nicht grundlos regelmäßig zu Trainern gehen. Also scheint es ja etwas zu geben, wo du allein nicht weiter kommst.

  • Das Problem ist nicht sportliche Aktivitäten zu haben, sondern dieses 24/7 einwirken, kreiseln, regulieren und kontrollieren. Und aus Mücken Elefanten zu machen. Und anstatt sich selbst zu hinterfragen braucht es einen Schuldigen. In dem Fall dann gerne Training und Auslastung.

    Mein ich doch. Nur mit dem Unterschied, dass das Training was ich bei meinen Kunden beobachte die einzige Art der Interaktion mit dem Hund ist. Und entschuldige bitte, das sehe ich extrem kritisch.

    Was trainieren denn einige in Gottes Namen alles im Alltag das der so anspruchsvoll ist für die Hunde ?

    Aktiver Lebensstil ist schön und gut, heißt aber nicht das es dem Hund dasselbe gibt wie regelmäßig konzentriert arbeiten.

    Rückruf beim Spaziergang alle 5 bis 10 Minuten, weil das ja "im Ernstfall sitzen muss". Leinenführigkeit 24/7, weil es ja auch stört, wenn der Hund an der Schleppleine zieht. Dauerbelohnungen, wegen allem möglichen. Hundebegegnungen sind oft Thema. Das stresst den Menschen so massiv, dass der Hund drunter leidet. Es ist schon bemerkenswert, was man an Stress und "Auslastung" bei moderner Hundehaltung findet.

    Diese Anhaftung an der "Arbeit für den Hund" ist total ausgeartet. JEDER will heute JEDEN Hund "arbeiten" und das merkt man an den Hunden. Gerade die jetzt frischgebackenen Ersthundehalter kriegen es nicht auf die Kette den Hund einen Hund sein zu lassen. Die arbeiten STÄNDIG am Hund. Die Hunde sind durch. So wie die Leute selbst. Ich beobachte das schon einen roten Faden.

    NATÜRLICH sind nicht alle so. Aber es sind viele und es werden mehr.

  • Mein ich doch. Nur mit dem Unterschied, dass das Training was ich bei meinen Kunden beobachte die einzige Art der Interaktion mit dem Hund ist. Und entschuldige bitte, das sehe ich extrem kritisch.

    Du hast als Trainerin aber natürlich auch genau die Fälle auf dem Tisch die Probleme haben. Weder wirst du die ganzen Hundesportler betreuen bei denen es wunderbar funktioniert noch die Begleithundehalter die zufrieden sind.

    Als Trainer besteht die eigene Blase nun mal aus Negativbeispielen.

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