Rat zur Wahl der richtigen Rasse gesucht

  • Die wenigsten Anfänger, die ich mit denn 1. Hund gesehen und erlebt habe sind sich dessen bewusst, was das für eine Fleißarbeit ist, bevor man dann den tollen schnellen Agihund hat.

    So ist es. Unser erstes Jahr war.. chaotisch, nett ausgedrückt xD  
    Und ich hab nicht mal nen Border (haben bei uns bis auf eine Ausnahme nur die Trainer, da wurde der Hund eben speziell mit Hinblick auf größere Erfolge im Sport gekauft), bloß nen KHC - und mir trotzdem schon öfter mal gewünscht, ich hätte einen etwas langsameren Hund, wie andere in der Gruppe (wir haben da bspw. Pudel, Spitze und vor allem Mischlinge).

    Für Agility braucht es nicht zwingend was spezielles, das schaffen viele gesunde und fitte Hunde. In der höchsten Klasse ist es dann natürlich schon recht homogen (gibt aber auch nen KHC in der A3, der auch an BSP und WM-Quali teilnimmt), die Frage ist halt, wie sind die eigenen Ambitionen?

  • Nicht nur die Ambitionen sondern auch die realistischen Möglichkeiten.

    Ich bspw bin Agisportler und hab ne Halle vor Ort trotzdem nutze ich sie nicht, denn ich sehe nicht ein 35€ pro Stunde Hallenmiete und roundabout 30€-90€ Unkosten pro Turnierstart zu haben

  • Wir sind sicherlich nicht das was als normal angesehen wird, aber weder mein Mali noch die DSH sind reißende Bestien, könnten nicht mit ins Restaurant oder wären den halben Tag überdreht. Das sind eigentlich ganz normale Hunde und wenn man die nicht völlig versaut mit modernen Hundeschulen, alles zerdenkt und der Typ ist der gerne nach Bauchgefühl handelt wirklich einfache Hunde. Insbesondere mein Malinois ist so ziemlich einer der einfachsten Hunde die ich kenne.

    Das ist genau die Werbung, die ein Mali momentan braucht, wo in quasi jedem Tierheim unvermittelbare Malis sitzen und die Mali-in-Not-Vereine mit ihren Pflegestellen und Aufnahmestellen überlaufen und sich vor Anfragen kaum retten können. Sorry, aber auch wenn die TE einen reflektierten Eindruck macht, hier lesen auch andere Leute mit. Und Hundeanfängern hier zu erzählen, dass Malinois ja so einfach sind, führt nur dazu, dass die nächsten Hunde in der Spritze landen. Und das ist leider Alltag inzwischen. Weil es ja unbedingt ein Mali sein musste. Sind ja schließlich auch nur Hunde...

  • Es gibt keinen Anfängerhund im klassischen Sinne! Und wenn man der Typ für einen gewissen Typ Hund ist, kann das easy sein.

    Letztendlich solltest du einfach klar bekommen, was du wirklich willst. Was wenn du einen Experten hast und dann merkst „Upsi ist doch nicht meine Welt“…?Hundesport ist für viele einfach mehr als nur ein Hobby. Das ist schon fast irgendwie eine Lebensweise. Finde erstmal raus, wo du sagst, dass ist es!!!

    Bevor du das gefunden hast, wäre mein Weg vermutlich an erster Stelle zu schauen, welcher Hund ins Leben passt und den Sport an zweite Stelle packen. Und ich finde, du solltest die Sache mit deinem Partner absolut nicht unterschätzen. Für meinen Partner sitzt hier auch der falsche Hund. Das ist aber absolut so ok und war vorher abgesprochen und klar. Aber Hund und Mann kann ich hier nicht ruhigen Gewissens alleine los schicken. Ich laufe sogar krank und mit Fieber mit Hund. Mann darf gerne mit. Aber ohne mich geht hier nur das nötigste. Muss auch nicht. Aber bei falschen Vorstellungen oder unklaren Absprachen KANN das einfach auch doof für euch werden. Behalte das im Hinterkopf.

    Und dann wünsche ich dir einfach super viel Spaß beim Eintauchen in die Hundewelt und den Sport bevor der Hund kommt. Das kennenzulernen kann auch einfach unglaublich viel Spaß machen!!!

  • Auch wenn ich selbst dahinter stehe, dass ein Ersthund nicht eine "Anfängerrasse" sein muss und schlichtweg zum Menschen passen muss: Um das abschätzen zu können muss man sich vorab tief in die Materie einfinden. Natürlich wird der Mensch, der (reines Beispiel) den Charakter von Barzois vergöttert nicht zufrieden sein, wenn er sich zum Üben einen Malteser holt. Aber man sollte sich bei speziellen Rassen schon ganz sicher sein, dass man diese Eigenschaften liebt und lebt.

    Ich finde es braucht tatsächlich viel Zeit um sich reinzuspüren, nicht ein paar Besuche und nicht ein paar mal zugucken. Neben der Frage, ob einem ein Sport und eine Rasse zusagt, sollte man auch mal ausprobieren, wie man es selbst verträgt aktuell abends 3h auf dem Platz zu stehen. Jede Woche, nicht einmalig. Außerdem muss man, finde ich, auch austesten, wie es sich anfühlt, wenn man selbst und alleine etwas mit Hunden dieses Kalibers macht, die nicht gerade super laufen und Frauchen daneben haben.

    Entsprechend würde ich jetzt anfangen ganz regelmäßig was mit Hunden dieses Kalibers zu machen. Werde Gassigänger im nächstgelegenen Tierheim und Helfer in einem Hundesportverein. Oder wenigstens Zuschauer. Auch super sind alternde Nachbarn, deren Hund nicht rauskommt, da finden sich gerne auch ordentliche Kaliber. Verbring den nächsten Urlaub damit ein Praktikum in einem Shelter im Ausland zu machen. Es gibt wirklich viele Möglichkeiten um in die Materie rein zu kommen.

    Bevor jemand sagt, das ist unrealistisch und man bekommt nicht die Chance sich an fremden Hunden auszuprobieren: Das meiste davon habe ich selbst gemacht. Nur in den Verein kam ich erst mit Hunden. Aber wir hatten im Verein Helfer, die sich das vor dem Hundekauf anschauen wollten.

  • Ich habe mir das Buch "Welpenschule - Das 8-Wochen Training" von Mel Koring geholt. Das würde ich dann zusätzlich machen.

    Ich kenn das nur hier aus‘m Forum, und da wird es meistens von Erst-Welpenhalter:innen erwähnt, die verzweifeln, weil der Hund nicht so funktioniert wie das Buch es verspricht…

  • Ich kann wirklich nicht mehr zählen wieviele Interessenten, Teilnehmer oder Anfänger ich in diesen Jahren hab kommen und gehen sehen. Wirklich dabei geblieben sind maximal 5%. Die Gründe können ganze Bücher füllen: Keine Lust, anders vorgestellt, Übungszeiten passen nicht mehr, Verein aufgelöst, Stress in der Trainingsgruppe, Arbeitszeiten, Schwangerschaft, Kind krank, andere Verpflichtungen, etc.

    Und hat man dann nen Spezialisten an der Leine hat man den Salat.

    Und wieviele von denen hatten Spezialisten? Ernst gemeinte Frage.


    Einerseits würde ich dir gerne zustimmen, weil arbeitslose Spezialisten halt blöd sind. Andererseits ist es ja nun schon so, dass die Motivation des Menschen auch davon abhängt, was der Hund grundsätzlich leisten kann und will.

    Beispiel: Wenn mir der Aufbau von ZHS mit meinem Pudel nur mäßig Spaß macht, bedeutet das nicht, dass ich es mit einem Hound genauso empfinden würde.

  • Ich kann wirklich nicht mehr zählen wieviele Interessenten, Teilnehmer oder Anfänger ich in diesen Jahren hab kommen und gehen sehen. Wirklich dabei geblieben sind maximal 5%. Die Gründe können ganze Bücher füllen: Keine Lust, anders vorgestellt, Übungszeiten passen nicht mehr, Verein aufgelöst, Stress in der Trainingsgruppe, Arbeitszeiten, Schwangerschaft, Kind krank, andere Verpflichtungen, etc.

    Und hat man dann nen Spezialisten an der Leine hat man den Salat.

    Und wieviele von denen hatten Spezialisten? Ernst gemeinte Frage.

    Ich hab um mich rum gerade bei denen, die sich DSH, Dobermänner, Rottweiler oder Malis angeschafft haben, sehr viele schnell aufgeben sehen, weil sie sich das definitiv anders vorgestellt hatten. Geht beim einen Hund gut ohne, beim anderen aber nicht.

    Ich finde es nebenbei generell völlig abwegig, sich zu einer Aktivität über viele Jahre, mehrmals pro Woche, zu verpflichten, ohne sich das vorher intensiv live und in Farbe angesehen zu haben:ka: Man kann doch unmöglich sagen "Das ist es - das wird mein neuer Lebensinhalt!" ohne es jemals selbst gemacht zu haben?

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