Junghund „greift“ Fahrradfahrer an

  • Hallo,

    Ich bin hier schon lange stiller Mitleser, möchte mich hier aber mal mit einem Problem melden in der Hoffnung, dass hier jemand eine mögliche Lösung für uns hat.


    Unser Hund Smartie ist ein Labrador Mischling. Laut Züchter haben die Eltern Golden Retriever Vorfahren. Die Hundetrainer vermuten aber auch noch Australian Shepard. Er ist mittlerweile 1 Jahr und 2 Monate alt und seit ca. einem Jahr bei uns. Als Welpe hat er uns gegenüber manchmal Aggressionen in Form von ins Bein beißen gezeigt, das haben wir aber durch ignorieren und aus dem Zimmer aussperren gut in den Griff gekriegt. Er ist jetzt ein sehr verschmuster Hund, der abends immer neben uns auf dem Sofa schläft und sich gerne verwöhnen lässt :grinning_face_with_smiling_eyes:


    Wir haben eigentlich nur noch ein großes Problem: Fahrradfahrer

    Bei Spaziergängen läuft er schon gut mit, Leinenführigkeit wird auch immer besser, aber sobald uns Fahrradfahrer entgegenkommen oder uns überholen, rastet er aus und springt und bellt zu den Fahrradfahrern. Wir haben die Welpen und die Junghundschule besucht, dort haben wir den Tipp erhalten, ihn in den Sitz zu bringen und durchgängig Leckerlis zu geben. Die Leckerlis nimmt er gerne, aber sobald die Fahrradfahrer neben uns sind ist er losgestürmt. Zweiter Tipp war dann Leckerlis auf dem Boden zu verteilen, mit Blickrichtung weg von der Straße. Auch hier stürmt er los, sobald die Fahrradfahrer neben uns sind.

    Wir haben nach dem Junghundkurs die Hundeschule gewechselt und besuchen seitdem einen wöchentlichen Grundkurs. Der Hundetrainer hat uns zunächst gar nicht geglaubt, dass Smartie da so „durchdreht“ weil er in der Hundeschule immer der Streber ist. Er stürmt zwischendurch immer mal zu anderen Hunden hin, weil er spielen will, ansonsten kann er immer alles sofort, was wir hier üben.

    Der Hundetrainer wollte sich dann mal ein Bild davon machen, wie Smartie reagiert und ist uns mit dem Fahrrad entgegengekommen. Als er Smarties Reaktion gesehen hat, meinte er, dass er mit der Reaktion nicht gerechnet hat.

    Seiner Meinung nach ist das Jagdtrieb, den Hund hinsetzen zu lassen wäre falsch, weil er so die Fahrradfahrer genau beobachten kann. Wir sollen einfach weiterlaufen und den Hund ganz toll belohnen, wenn er nicht bellt, und mit einer Spritzpistole nass machen, wenn er hinspringt. Das hat anfangs auch gut geklappt, sobald er nass geworden ist, war er raus aus seinem Tunnel und ansprechbar. Er hat dann ein paar Wochen lang keine Fahrradfahrer bzw. nur noch sehr wenige angebellt.

    Jetzt fängt Smartie allerdings wieder an, Fahrradfahrer anzubellen und hinzuspringen. Wasserpistole ist ihm egal, reagiert er gar nicht mehr drauf. Ablenken mit Leckerlis geht auch nicht, da er den Fokus von den Fahrradfahrern nicht verliert.


    Das Spazierengehen macht so einfach keinen Spaß, weil man ständig aufpassen muss, ob irgendwo ein Fahrradfahrer kommt. Öfters müssen wir uns Kommentare anhören, dass wir den Hund mal erziehen sollen. Fahrradfahrer haben (zu recht) Angst, wenn die an uns vorbeifahren.

    Wir lassen ihn an weit entfernten Feldwegen auch frei laufen, mit einer Schleppleine als Sicherung. Das klappt super, er hört, kommt wieder wenn wir ihn rufen und er und wir haben Spaß. Trotzdem haben wir immer ein etwas schlechtes Gefühl und wir schauen uns ständig nach Pferden, Fahrradfahrern und Menschen um.

    Ich habe den Text hier jetzt immer nur mit Fahrradfahrern geschrieben, Smartie reagiert so aber auch bei Pferden und Rollstühlen.


    Wir verzweifeln hier so langsam, weil alle Tipps der Hundetrainer nicht zum Erfolg führen. Habt ihr einen Rat, was wir noch probieren können?

  • Wenn er ausrastet ist der Drops gelutscht, da ist der Hund nicht mehr aufnahmefähig.


    Ihr müsst Euch einen Trainingspartner mit Fahrrad suchen und dann eine Distanz wählen, bei der Smartie noch ansprechbar ist. Und dann trainiert Ihr ein Alternativverhalten ein, also neben Dir laufen und Dich anschauen, Handtouch, absitzen oder was auch immer. Wenn das klappt kann man sich näher rantasten usw.


    Ist aufwändig , aber eine andere Möglichkeit sehe ich bei dieser ausgeprägten Reaktion nicht. Schönfüttern und dergleichen funktioniert ja offenbar nicht.


    Und bis dahin natürlich versuchen Fahrradfahrern auszuweichen. Das aktuelle Wetter ist für das Problem ja ganz gut, sind nicht mehr so viele unterwegs.


    Viel Erfolg. 🍀

  • Das mit dem Trainingspartner haben wir auch schon versucht. Hier hat Smartie aber überhaupt nicht reagiert, hat seine tolle Belohnung erhalten und weiter ging es. Vielleicht lag es auch daran, dass er den Vater meiner Freundin schon gut kennt und gemerkt hat, wer da mit Fahrrad fährt.


    Wenn wir mal einen Ausflug machen und er viele neue Reize hat, sind ihm die Fahrradfahrer auch egal. Dann will er lieber schnüffeln und die neue Gegend erkunden.

  • Das mit dem Trainingspartner haben wir auch schon versucht. Hier hat Smartie aber überhaupt nicht reagiert, hat seine tolle Belohnung erhalten und weiter ging es. Vielleicht lag es auch daran, dass er den Vater meiner Freundin schon gut kennt und gemerkt hat, wer da mit Fahrrad fährt.

    Das ist gut möglich.


    Dann schaut doch, dass Ihr Euch eine Strecke sucht, wo üblicherweise Räder unterwegs sind. Und da tastet Ihr Euch ran.


    Aber nochmal, wenn der Hund schon am ausrasten ist, ist Training sinnlos.

  • wir den Tipp erhalten, ihn in den Sitz zu bringen und durchgängig Leckerlis zu geben.

    Das ist der zur Zeit populäre Unsinn. Der Hund sieht es als seine Lebensaufgabe Euch, seine Herde, zu beschützen. Nehmt den Hund an eine kurze, sichere Leine und macht einen Maulkorb drauf. Vor gaanz langer Zeit gab es mal Klingeln an den Fahrrädern, die sogar benutzt wurden, um die Menschen vor der potenziellen Gefährdung rechtzeitig zu warnen.


    Es gibt dieses "Zeigen und benennen". https://www.google.com/search?…ntu&q=Zeigen+und+benennen


    Wenn der Hund begreift, dass Ihr Radfahrer akzeptabel findet, dann lassen ihn mit der Zeit (Monate bis Jahre) solche Sachen kalt. Wenn der Radfahrer lebend vorbei gekommen ist, dann müsst Ihr den Hund loben und dann erst könnt ihr ihn mit Keksen vollstopfen.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Das ist was für Einzeltraining, wo der Trainer euch begleitet und anleitet, Timing, Distanz, was ihr wann macht und wie.

    Im Grunde ist es nicht ungewöhnlich, dass junge Hunde auf Bewegungsreize reagieren und gute Trainer kennen sich auch damit aus. Wichtig ist jemand der direkt im Alltag mit euch arbeitet, auch das davor und danach einschätzen kann, Training fängt viel früher an.

  • Dies ist zwar ein Problem, das wir mal nicht haben, aber ich kenne eine Frau aus unserer Hundeschule gut, die auch das Problem hat. Das habe ich schon sehr oft beobachten können, weil wir meist Social Walks machen und es dort immer Radfahrer gibt.

    Der Hund ist ansonsten auch prima, hört gut und ist eigentlich recht gechillt. Aber bei Radfahrern geht er total ab. Am schlimmsten ist es, wenn sie dn


    Sie hat das "Kegeln" eingeführt. "Kegeln" heißt, dass das Signal "Kegel!" gesagt wird und dann ein großes Leckerli mit Schwung an den Rand des Weges gerollt wird und er hinterher rennt.

    Das wird erst trocken geübt, damit er das Prinzip versteht.


    Wenn dann ein Fahrrad kommt, ruft sie "Kegeln" und er rennt dem Leckerli nach.


    Leider weiß ich nicht mehr genau, ob sie vorher bewusst "Fahrrad" sagt, damit der Hund es wahrnimmt. Allerdings weiß er ja beim Wort "Kegel" auch, dass ein Fahrrad kommt, weil sie es nur in dem Kontext verwendet.


    Sie ist mit der Methode mittlerweile so weit, dass sie das Hinspringen und Verbellen damit i.d.R. vermeidet. Ob diese Methode auch langfristig etwas bringt, weiß ich leider nicht. Ich würde es eher als Management für Situationen sehen, in denen man den Abstand nicht vergrößern kann.


    Übrigens: Als wir vorgestern diese Situation in der Hundeschule gestellt haben, hat er überhaupt nicht gebellt, sondern saß brav neben Frauchen. Anscheinend wissen die echt genau, was Übung ist und was nicht...

  • das mit dem hinsetzen sehe ich auch als Quatsch an. So hat der Hund nur noch mehr "Zeit" sein Ziel zu peilen. Ob es jetzt Jagdverhalten oder Hüteverhalten ist ist ja egal wobei das so gesehen ja das gleiche ist...


    Ich würde versuchen ihn an die kurze Leine zu nehmen und wie oben schon gesagt mich ran tasten und jedesmal wen euer Hund problemlos das gemacht hat bekommt er ein Megaschmecki,bei uns sind es zB Käsewürfel die liebt sie abgöttisch, damit sie merkt: hey, wenn ich den ignoriere dann lohnt sich das richtig. Auch gern 5/6 auf einmal geben. Normale Leckerli sind da eher langweilig weil das ist ja nix besonderes und bringen dann wie ihr gemerkt habt eher nichts.

    Und sobald sie Anstalten macht wie knurren,fiepen,ziehen dann direkt das Kommando "nein" sagen und weiter gehen.

  • Ich glaube nicht, dass ihr am Kern des Problems arbeitet !


    Er jagt Pferde, Rollstuhlfahrer, Fahrradfahrer...


    Ich vermute mal schwer, dieser Hund hat im Alltag (nicht in der Hundeschule, das ist ein anderes Umfeld) unter anderem keine Impulskontrolle an sich bewegenden Objekten.

    Die Frustrationstoletanz anzuschauen würde sich wahrscheinlich auch sehr lohnen.


    Gerade wenn Labrador und Golden mit drin ist, sind diese Punkte ein sehr grosses Thema. Plus evtl Aussie, dann hast du einen tollen Cocktail.


    Man sieht das Problem vielleicht extrem an diesen Situationen, aber ignoriert (unbewusst) im Alltag kleine Warnungen die eigentlich bereits darauf hindeuten, wo des Pudels Kern sitzt.


    Ihr braucht Einzelstunden bei einem versierten Trainer.


    So wie ihr jetzt an die Sache ran geht, macht ihr den Hund stumpf und hart, und womöglich mit der Zeit richtig scharf auf diese Reize.

    Dieser Weg passt nicht. Definitiv nicht.




    Woher kommt ihr? PLZ?

  • Die kurze Leine haben wir auch schon probiert, hier war der Hinweis vom Hundetrainer, dass der Hund merkt, dass gleich etwas passiert, wenn wir ihn von der 3m Leine kürzer nehmen. Wir sollten ihn dann weiter laufen, als wenn nichts wäre und ihm dann „Arbeit“ geben, damit er die Fahrradfahrer ignoriert. Die Leine also nicht vorsichtshalber kurz nehmen. An einer größeren Straße haben wir das auch probiert, an kleinen Wegen ist uns das aber deutlich zu gefährlich, weil wir halt nicht wissen, was er machen würde.


    Wir kommen aus der plz 49762

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