Anfängerfragen und Problemchen im Sheltie-Haushalt

  • Hallo liebes Forum,


    wir Ihr evt in meiner Vorstellung gelesen habt, wohnt bei uns ein wundervoller Sheltie Rüde. Er ist jetzt 1,5 Jahre jung, nicht kastriert. Von Anfang an waren wir in der Hundeschule. Kommandos lernt er problemlos und hat Spaß am Arbeiten (Tricksen, Apportieren, Kommandos abfragen) und war sogar nach 3 Nächsten stubenrein :star_struck: Soweit so gut :winking_face:


    Er ist unser erster Hund. Wir haben versucht von Anfang an Ruhe reinzubringen doch ich muss gestehen, dass es nur in Maßen funktioniert hat. Unser jüngster Spross (damals fast 10) tobte von Anfang an gerne mit ihm und pusht ihn noch immer gerne. Mit der Stimme oder auch mit Spiel. Das lässt und ließ sich leider nur eingeschränkt abstellen.

    Dennoch hat er natürlich auch seine Ruhephasen. Nach dem Morgenspaziergang (i.d.R. 15-25 Min) ohne weitere Action hat er den Vormittag für sich. Jedoch läuft er mir gerne nach. Sobald ich mich bewege kommt er oft mit. Wenn er vor der Haustür schläft bleibt er aber auch mitunter dort liegen und verfolgt mich nicht.


    Die aktuelle Hundetrainerin empfahl, dass er nicht mehr mit ins Bad darf. Das haben wir nun so geändert und meist akzeptiert er die Grenze auch gut. Aber er mogelt sich auch mitunter mit rein und wird dann wieder raus geschickt.

    Die Tür ist i.d.R. offen und er könnte uns sehen.


    Wenn wir die Türen vor ihm schließen hat er damit Probleme und kratzt und fiept rum.

    Nun sind Shelties ja einfach gerne beim Menschen. Sollen wir ihn konsequent aussperren und sowas üben bis er ruhig ist? Mich stört es eigentlich nicht, wenn er mit im Raum ist aber ich weiß nicht, ob es "gut" für ihn ist. Ob er dann überhaupt entspannen kann?


    Nachmittags gehen wir dann meist länger. Die Zeit ist jedoch sehr variabel und auch von anderen Dingen abhängig. Sie bewegt sich zwischen 30 Minuten und 2,5/3 Stunden. Er hat auch Tage an denen wir wirklich nur fürs Geschäftchen draussen sind. Abends gehen wir auch zwischen 10-20 Minuten raus.


    Beim Gassi gehen haben wir leider nach wie vor große Probleme.


    Er ist oft sehr im Außenfokus und nur schwer ansprechbar. Leinenführig ist er noch immer nicht. Er zieht aber auch i.d.R. nicht stark. Er war und ist unsicher. Anfangs hat er alles angebellt, sogar die Mülltonnen oder den Wind. Das hat sich inzwischen gelegt. Ich arbeite hier mit Clicker und beruhigender Stimme. Anfangs bin ich vor gegangen und habe ihm gezeigt, dass keine Gefahr droht.

    Menschen bellt er noch immer gelegentlich an. Hunde bellt er fast immer an. Und das ist unser Hauptproblem. Er springt dann in die Leine, auf die Hinterbeine, hüpft, bellt usw Das volle Programm. Beim heutigen Spaziergang hat er 3 Hunde zugleich gesehen und ist ziemlich ausgetickt. Zog total nach vorne, kläffte ohne Ende.

    Einen Hund davon kannte er. Mit dem gehen wir öfter Spazieren. Der wurde aber auch verbellt.


    Mein Problem ist, dass ich das Kläffen nicht unterbunden bekomme. Die erste HuSchu sagte, ich soll es ignorieren. Dann hatten wir eine die mit Clicker und rein positiv arbeitete. Ich sollte Leberwursttuben kaufen, clickern und habe laut Trainerin alles richtig gemacht.


    Aber es wurde nicht besser.


    In der jetztigen HuSchu soll er lernen einen Beutel zu tragen. Das macht er auch. Jedoch nicht bei diesen Reizen. Da klappt einfach nichts.

    Ich gehe Hundebegegnungen, wenn möglich aus dem Weg. Drehe um, verstecke mich, gehe nicht zur Rush-Hour Gassi. Gehe nicht auf beliebten Wegen... Manchmal kläfft er nicht. Aber verdammt selten. Sobald ein Hund auftaucht und er sieht ist, clicke ich und lobe ihn für sein Leise sein. Ich versuche ihn abzulenken mit dem Kommando "rechts" wo es dann Leckerlies hagelt. Super selten klappt das auch mal. In der Regel kann er nichts annehmen. Ja ich weiß, die Entfernung. Aber seien wir mal ehrlich: das klappt leider nicht immer. Und wir wohnen schon nicht in der Innenstadt...wir haben ganz oft Spaziergänge auf denen wir Null Hundebegegnungen haben.


    Nichts bringt ihn vom Kläffen ab. Kein Kommando. Er kennt schluss & leise. Auch die Wasserflasche half nicht. Mein Gedanke, dass die Leinenführigkeit helfen könnte (da er dann auf mich achten müsste) geht auch nicht auf. Kein Ansatz scheint zu funktionieren. Folgendes habe ich durch: umdrehen, stehen bleiben, blocken, korrigieren

    Er ist pfiffig und weiß was ich von ihm will. Doch er kann es dann nicht durchhalten. Wenn ich z.B. stehen bleibe, kommt er zu mir aber läuft kurz danach wieder vor. Wenn ich die Leine im Geschirr oben und vorne einharke kann er oft gut neben mir laufen ohne zu ziehen.


    Nun will die Trainerin ein Sprühhalsband testen um das Kläffen abzustellen.


    Habt Ihr Tipps, wie ich ihn aus diesem dauernden Außenfokus bekomme? Gefühlt habe ich bereits alles durch. Ich würde ihm wirklich gerne helfen. Es ist für uns alle Stress pur :frowning_face:



    Dann noch weitere Fragen ohne soviel Geschreibsel:


    - ist es sinnvoll mit läufigen Hündinnen Gassi zu gehen? Lernt er dadurch, dass er nicht hin darf?


    - wenn läufige Hündinnen auf unserer Gassirunde waren/sind ist er nicht ansprechbar, ist mit der Nase nur am Boden und zieht total krass. Mein Gedanke war den Stress zu vermeiden und den Spaziergang so kurz wie möglich zu halten und lieber nochmal im Garten spielen - richtig? Oder als Training für Aufmerksamkeit nutzen? Läufige Hündinnen werden ja immer wieder auftauchen und wir müssen ja auch den Umgang damit lernen.


    - mir fällt auf, dass er sich nach seinem großen Geschäft (was er auf x Mal verteilt) schüttelt - ist das Stressabbau? Warum?



    Ich sende Euch herzliche Grüße und freue mich auf den Austausch mit Euch :smiling_face:

  • Ganz vergessen:


    er kann sich auch auspowern. Wir treffen ca. 1x wöchentlich einen Hundefreund mit dem er tobt. Dann spielen wir auch gerne Ball. Ich schieße / werfe und er holt ihn wieder und gibt ihn mir. Er zergelt auch gerne.

    Im Garten hab ich provisorische Hürden und Slalomstangen aufgebaut. Das liebt er. Er hüpft und rennt total gerne


    Wir gehen 1x wöchentlich auf den Hundeplatz.


    Er apportiert gerne, wir tricksen immer mal wieder, er sucht super gerne nach Kuscheltieren & Leckerlies.

    Intelligenzspielzeug mag er mittelmäßig gerne. Er hat nicht viel Ausdauer. Wenn es schwer wird, fragt er schnell nach Hilfe.

  • Das Problem ist, dass hier unglaublich viele, sich bereits eingeschlichene Baustellen zusammenkommen. Da jetzt einen Fuß in die Tür zu bekommen ist nicht leicht, es muss an vielem gearbeitet werden und wahrscheinlich braucht ihr Einzelstunden bei euch Zuhause und ein Gesamtkonzept.


    1) Der 1. Schritt wäre Stress rausnehmen. Kind instruieren. Dein Kind ist ja wirklich in einem Alter wo es kein Problem mehr sein sollte Regeln einzuhalten und zu verstehen, warum das wichtig ist.


    2) Ich finde es schon recht heftig, wenn ein Hund mit 1,5 Jahren keine geschlossene Badezimmertür erträgt. Hier müsste man mMn vor Ort schauen welcher Weg funktioniert. Aktives ignorieren, wegschicken oder doch behutsamer Distanzaufbau mittels Kauspielzeugen? Würde ich jetzt so ungesehen nichts zu sagen wollen. Aber dein Hund hat dadurch ja auch Stress, nicht nur wenn du die Tür schließt - auch das bloße Hinterherlaufen ist Stress.


    3) Spaziergänge kürzen. Ganz drastisch, einen Hund, der nur im Außenfokus ist, muss ich nicht 3h draußen mitnehmen. Macht kürzere Spaziergänge, ruhige Gegend, lange Schleppleine, kurze (!) Einheiten Orientierungstraining und Leinenführigkeit. Wenn das sitzt, könnt ihr euch an mehr rantasten. Spielen und tricksen ist sicher toll, aber Bällchen werfen ohne eingebaute Impulskontrolle würde ich streichen. Und auch da - eure Auslastung solltet ihr lieber sinnvoll aufbauen statt von allem so ein bisschen zu machen.


    4) Ihr braucht ein Reaktivitätstraining, aber um da den Fuß in die Tür zu bekommen sollten halt Orientierung und Leinenführigkeit erstmal passen. Zudem erfordert all das "Opfer" -> man muss seine Gassiumgebung an das anpassen, was der Hund erträgt. Also erstmal rausfahren, ruhige Strecken ohne andere Menschen & Hunde zum Trainieren nutzen und dann anfangen auf Distanz mit Hunden & Menschen zu trainieren.


    5) Gesundheitlich ist er durchgecheckt? Hormontechnisch alles gut? Volles Schilddrüsenprofil mit 8 Werten wurde gemacht? Die Verdauung ist problemlos? Kein (gelegentlicher) Durchfall? Häufiges Schmatzen/Schlecken? Juckreiz? Appetitlosigkeit?


    Da Shelties nicht umsonst Bellties heißen und sich das Gekläffe bei euch schon eine ganze Weile eingeschlichen hat, bezweifele ich leider trotzdem, dass ihr da jemals wieder einen ganz ruhigen Hund bekommen werdet. Für mich ließt es sich aber zumindest so, als würden Stressreduktion & Reaktivitätstraining zu einer deutlichen Besserung führen. Aber wie gesagt - aktuell *lese* ich da eine Situation, bei der einiges angegangen werden müsste. Denn die Punkte, die euch beim Gassigehen stören, lassen sich nicht abstellen, indem ihr nur daran trainiert. Das habt ihr ja selbst schon bemerkt. Bevor ihr nicht die grundlegenden Probleme beseitigt, wird ein isoliertes Training niemals etwas bringen.


    Ich würde mal schauen ob ihr einen Verhaltensberater auftreiben könnt, der mit euch ein Konzept erstellt... Also zumindest keinen 08/15 Hundetrainer.

  • Dem kann ich nur zustimmen. Viiiel zu viel Action, zu viel Streß durch Kind, wenns nicht gebremst wird. Wenn Du draußen, wo der Hund eh schon auf 180 ist, was üben willst: aussichtslos. Den mußte erstmal runterfahren.

    Du schreibst von Unsicherheit. Ich gehe davon aus, daß das die Ursache fürs Ankläffen der Hunde ist. Das ist Kommunikation. Der Hund will in dem Moment nur eines: daß der Andre verschwindet bzw auf Distanz bleibt! Deshalb kläfft er den an. Sprich: Dein Job ist es, Deinem Hund zu signalisieren, daß Du 1) das Problem als Solches wahrgenommen hast und 2) eine Lösung anbietest. Das kann sein, daß man im Bogen drumherumläuft, den Hund auf die andre Seite (weg vom Fremdhund) nimmt, den Hund hinter sich laufen läßt, wenn einer entgegenkommt, sich vor den Hund stellt, wenn der Andre trotz allem näherkommt, den Fremdhund blockt, wegschickt, den andren Halter bittet, den Hund abzurufen et.c So sieht der Hund, Du hast sein Problem wahrgenommen (das schafft Vertrauen zu Dir), und Du hast ne Lösung. Es hilft dem Hund nicht, zu erfahren, was er NICHT tun soll (der hat doch eh schon Streß - und dann noch ein Verbot?), Du mußt ihm zeigen, was er tun KANN, um sich nimmer so unsicher zu fühlen. Und: daß er bei DIR sicher ist.


    Und bitte NICHT zum Sprühhalsband greifen!! Wenn der Hund eh vor lauter Streß auf 180 ist, und es Dein Job ist, ihm zu helfen; was glaubst Du, was Du im Hund anrichtest, wenn die Person, die ihn eigentlich in dem Moment beschützen (!!) sollte, der er vertrauen möchte, ihm auch noch ZUSÄTZLICH eine drauf gibt. Egal, ob verbal Druck gemacht wird, mit Gegenständen um sich geworfen wird, oder gar ein Sprühhalsband verwendet wird! Das verändert für den Hund die Wahrnehmung der Situation nur insofern, als sie NOCH streßbeladener wird für ihn. Meinst Du allen Ernstes, dann fühlt er sich künftig sicherer in solchen Begegnungen, oder vertraut Dir mehr als bisher? Das ist ABSOLUT kontraproduktiv, und diese Trainerin würd ich UMGEHEND in die Tonne kloppen. Sorry für die deutlichen Worte - aber laß Dich da auf nix ein, damit würdest Dir den Hund dann ganz versauen.....


    Zum Thema läufige Hündin: generell sag ich immer: Ja, der Hund muß das lernen. Aber: nicht, wenn der wie derzeit eh auf 180 ist (da ist er schlichtweg nicht lernfähig und beamt sich weg geruchstechnisch), und zweitens nicht, indem man ihn sofort mit dem Geruch aus nächster Nähe konfrontiert. Weil dann dreht er wieder hohle von jetzt auf gleich, da kannst drauf warten, und ist wieder nicht ansprechbar. Mit 1,5 Jahren ist er jetzt auch im richtigen Alter, wo er auch im Kopp erwachsen wird, und klar, die ersten 1-2 Saisons mit läufigen Mädels sind da seeeehr spannend. Aber das lernen die mit der Zeit. Allerdings wär das eben nicht die erste Baustelle bei Deinem Hund, die ich angehen würde, zweitens wird sich die Baustelle, wenn Du es geschafft hast, den Streßpegel allgemein runterzufahren, mit Sicherheit von alleine etwas bessern. Den Rest kann man dann üben, wenn der Hund gelernt hat, sich runterzufahren....

    Generell dafür: Ballspielen rennen, hüpfen und toben sind alles Dinge, die den Hund unglaublich hochpushen. Mach lieber ruhige Beschäftigung, zB Nasenarbeit und sonstiges, wo er sich konzentreren muß, Tricks lernen etc. Das lastet geistig aus, und fährt runter. Für die körperliche Bewegung: in dem Alter darf er schon am Rad laufen, wenn Du da alle paar Tage mal ne Viertelstunde fährst, sodaß er gleichmäßig trabt, kann er dabei Streß loswerden durch die gleichmäßige Bewegung, und das Bewegungsbedürfnis wird gestillt. Aber NICHT galoppieren lassen, das Gerenne pusht nur wieder.

    Klar darf der Hund ab und an spielen mit nem Kumpel. Aber als regelmäßige Auslastung würde ich das nicht ansehen und nutzen.


    Wie fährt man Streß runter?

    - weniger fordern und tun, weniger arbeiten mit ihm, kürzere Einheiten, Erholungspausen.

    - beschäftige Dich mit dem Thema Streß: Adrenalin, wenn mal im Körper, braucht über 10 Tage, abgebaut zu werden. Ist Hund heut auf 180 nach ner dummen Hundebegegnung, braucht der mind. 7 Tage keine weitere Aufregung, damit er wieder runterfahren kann. Nimmst Du ihn heut auf n Familienfeier mit, dann bitte nicht morgen in den Zoo, übermorgen ne Bahnfahrt, und am Tag danach Agility im Verein etc. Um das genau zu verstehen, muß man die Hintergründe kennen und sich informieren über die Entstehung von Streß; Adrenalin, Cortisol etc. und deren Funktion im Körper.

    - Gassi: nicht zu oft, ruhige Runden mit wenig Action; immer dieselbe Runde bringt erstmal Ruhe rein

    - Ruhe durch gleichmäßigen Tagesablauf. zB: Aufstehn Gassi Frühstück, dann mal 2-3 Stunden pennen. Dann kurze Kuschelrunde, Gartenpipi, schlafen. Danach Kind mit von der Schule holen (täglich dieselb Runde), schlafen. Etc. - immer derselbe Ablauf, alles immer zur selben Zeit, und Gassigänge dieselbe Runde und Dauer und Tagszeit. Das gibt Sicherheit und Ruhe, weil der Hund weiß, was ihn wann erwartet. Um 13 Uhr ist Kind-Zeit (beim Heimweg von der Schule), um 15 Uhr Mama-Zeit (da kannst mal ein SITZ probieren beizubringen o.ä. - muß nicht nur Knuddeln oder Spielen sein), abends um 19 Uhr Papa-Spielzeit, und wenns nur je 5 Minuten sind - aber: zu festen Zeiten, immer in der Reihenfolge. Gleichmäßigkeit. Routine. Langweilig regelrecht. Auch: abends geht Papa, früh Mama, mittags eben Mama beim Kindabholen mit dem Kind Gassi. Immer. (Beispiele!)

    - Daheim: Hund liegt im Körbchen. Zu Recht hast Du gefragt, ob er da überhaupt entspannen kann, wenn er Dich überall verfolgt. Nein - kann er nicht. Dewegen: nagel ihn im Körbchen fest, wenn Du daheim, was machst (bitte nicht wörtlich nehmen mit dem festnageln *gg), notfalls, wenn er nicht bleibt, im Körbchen anleinen. Wenns klingelt, hat er auf Kommando ins Körbchen zu gehen (so lange, bis er die Klingel als Hörzeichen für das Kommando KÖRBCHEN ansieht, und von alleine reingeht). Kommt der Partnr heim: eine wilde Begrüßungzeremonie, Hund wird erst begrüßt, wenn er ruhig im Körbchen liegenbleibt. Bis dahin ignorieren. Wenn Du ins Bad gehst: Hund ab ins Körbchen.


    Zum Thema Ignorieren von Gebell: man hört immer wieder, daß unerwünschtes Verhalten ignoriert werden solle. Das ist Schwachsinn. Bellen und Jagen und viele andre Verhaltensweisen sind selbstbestätigend. Sprich, wenn mans zuläßt, machts der Hund immer mehr und wieder! Das EINZIGE, was man ingorieren sollte und darf, ja muß: aufmerksamkeitsheischendes Verhalten. Weil dann auch ein Tadel einen Erfolg darstellt: man hat die Auferksamkeit von Fraule. Wenn man dann hingeht oder schimpft, hat Hund sein Ziel erreicht, und wird das Verhalten immer wieder zeigen. Deswegen muß man das (und NUR das!) ignorieren. Für ALLES andere gilt: wer schweigt, stimmt zu, sagt damit dem Hund, daß man das Verhalten akzeptiert/gut findet, und er es weiter zeigen darf! Sprich: den Hund bellen zu lassen und das zu ignorieren, ist ein Schuß ins eigene Knie. Außerdem find ichs maximal unfair, den Hund, der ja nen Grund für das Bellen hat, in der Situation komplett alleinzulassen, nach Motto "kläff Du nur". Das ist einfach ignorant seinen Bedürfnissen gegenüber, er braucht da ja grad Unterstützung.


    Manchmal bringt "etwas tragen" schon was, wer was im Maul hat, kann net kläffen. Aber: der Hund ist ja so offensichtlich auf 180, daß er in dem Moment schlichtweg nicht in der Lage ist dazu. Später vielleicht, wenn er "entstreßt" ist. Dann kann man das gern wieder versuchen - die Idee ist nicht verkehrt.


    Frage: kann der Hund überhaupt irgendwie alleinbleiben? Hört sich nämlich nicht so an. Und wie lang genau ist er jetzt bei Euch?

  • Hallo ihr beiden, vielen Dank für Eure Antworten!



    @Chien_de_coeur


    "1) Der 1. Schritt wäre Stress rausnehmen. Kind instruieren. Dein Kind ist ja wirklich in einem Alter wo es kein Problem mehr sein sollte Regeln einzuhalten und zu verstehen, warum das wichtig ist."


    Inzwischen geht das auch schon besser.


    "2) Ich finde es schon recht heftig, wenn ein Hund mit 1,5 Jahren keine geschlossene Badezimmertür erträgt. Hier müsste man mMn vor Ort schauen welcher Weg funktioniert. Aktives ignorieren, wegschicken oder doch behutsamer Distanzaufbau mittels Kauspielzeugen? Würde ich jetzt so ungesehen nichts zu sagen wollen. Aber dein Hund hat dadurch ja auch Stress, nicht nur wenn du die Tür schließt - auch das bloße Hinterherlaufen ist Stress."


    Das ist tatsächlich erst in den letzten Tagen so entstanden. Vorher ging es schon. Ich weiß nicht, woran das plötzlich liegt. Kauspielzeug mag er nicht. Manchmal nimmt er die Kauwurzel.


    "3) Spaziergänge kürzen. Ganz drastisch, einen Hund, der nur im Außenfokus ist, muss ich nicht 3h draußen mitnehmen. Macht kürzere Spaziergänge, ruhige Gegend, lange Schleppleine, kurze (!) Einheiten Orientierungstraining und Leinenführigkeit. Wenn das sitzt, könnt ihr euch an mehr rantasten. Spielen und tricksen ist sicher toll, aber Bällchen werfen ohne eingebaute Impulskontrolle würde ich streichen. Und auch da - eure Auslastung solltet ihr lieber sinnvoll aufbauen statt von allem so ein bisschen zu machen."


    Die Spaziergänge sind max. 3 Std lang. Das kommt sehr selten vor und ist mit viel Schnüffeln verbunden. Meist sind die Spaziergänge am Nachmittag in Richtung 45 Min. würd ich schätzen. Die Gegend ist i.d.R. ruhig. Was bedeutet Impulskontrolle beim Bällchen werfen? Das er sitzen bleibt, wenn der Ball rollt?



    "4) Ihr braucht ein Reaktivitätstraining, aber um da den Fuß in die Tür zu bekommen sollten halt Orientierung und Leinenführigkeit erstmal passen. Zudem erfordert all das "Opfer" -> man muss seine Gassiumgebung an das anpassen, was der Hund erträgt. Also erstmal rausfahren, ruhige Strecken ohne andere Menschen & Hunde zum Trainieren nutzen und dann anfangen auf Distanz mit Hunden & Menschen zu trainieren."


    es ist hier tatsächlich sehr ruhig bei uns. Ich gehe nicht zu den Hauptzeiten mit ihm. Auf Distanz habe ich schon ganz viel mit ihm gearbeitet. Da schien sich aber nichts zu tun.


    "5) Gesundheitlich ist er durchgecheckt? Hormontechnisch alles gut? Volles Schilddrüsenprofil mit 8 Werten wurde gemacht? Die Verdauung ist problemlos? Kein (gelegentlicher) Durchfall? Häufiges Schmatzen/Schlecken? Juckreiz? Appetitlosigkeit?"


    Er hat tatsächlich gelegentlichen Durchfall. Sein Futter rührt er i.d.R. erst abends an. Trockenfutter mag er gar nicht. Das Katzenfutter würde er gerne den ganzen Tag futtern...

    Blutwerte haben wir bisher nicht genommen. Beim TA waren wir zum normalen durchchecken. Hier wurde mir Pheromon-Tabletten mitgegeben.


    "Da Shelties nicht umsonst Bellties heißen und sich das Gekläffe bei euch schon eine ganze Weile eingeschlichen hat, bezweifele ich leider trotzdem, dass ihr da jemals wieder einen ganz ruhigen Hund bekommen werdet. Für mich ließt es sich aber zumindest so, als würden Stressreduktion & Reaktivitätstraining zu einer deutlichen Besserung führen. Aber wie gesagt - aktuell *lese* ich da eine Situation, bei der einiges angegangen werden müsste. Denn die Punkte, die euch beim Gassigehen stören, lassen sich nicht abstellen, indem ihr nur daran trainiert. Das habt ihr ja selbst schon bemerkt. Bevor ihr nicht die grundlegenden Probleme beseitigt, wird ein isoliertes Training niemals etwas bringen."


    Das versuche ich ja schon :( Ich versuche mir hier überall Hilfe zu holen seitdem er hier ist. Durch Corona kommen leider auch viele nicht ins Haus. Ich habe mir zusätzlich den Kurs "entspannter Hund" von der DogUniversity gekauft in der Hoffnung, dass es hilft. Andere Menschen meinten, dass er tatsächlich ruhiger sei.


    "Ich würde mal schauen ob ihr einen Verhaltensberater auftreiben könnt, der mit euch ein Konzept erstellt... Also zumindest keinen 08/15 Hundetrainer."


    Der aktuelle ist auch Verhaltensberater...?!

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Das Bellen ist symptomatisch. Es hat also wenig Sinn, das Bellen abstellen zu wollen.

    Das ist so, als wenn ich dir verbieten wollte, rot zu werden, zu schwitzen oder zu zittern.

    Der KANN nicht anders in der Situation, da kannste belohnen oder strafen, wie du willst.


    Du musst an der Ursache ansetzen - Unsicherheit und Stress.

    Die Idee mit dem Sprühhalsband finde ich daher extrem daneben, das macht den Hund noch unsicherer und gestresster.


    Es ist nun mal ganz typisch bei der Rasse, dass Bellen das Ventil ist. Bei einem anderen Hundetyp würde es sich evtl. anders äussern. Aber es ist eben ein Ventil FÜR etwas. Und da kannst und musst du ansetzen.


    Mir wäre wichtig, dass der Hund zuhause ganz tief entspannen kann. Vorher würde ich gar keine Besserung erwarten. Dafür musst du sorgen, Ruheplatz etablieren usw. Und dann, nach ein paar Monaten! wirds hoffentlich langsam besser.


    Draussen wäre mir wichtig, extrem viel und überdeutlich Sicherheit zu vermitteln. Deutlich zeigen, wie dein Hund sich verhalten soll (hinter/neben dir bleiben), ihm Schutz geben, sehr deutlich zeigen, dass DU dafür sorgst, dass er in Sicherheit ist, kein Hund an ihn dran kann, kein Mensch, kein gar nix. Bei dir ist Sicherheit. Du hast die Umwelt im Blick, du beobachtest nicht mit Argusaugen, was Hundi gleich macht, sondern gehst mit großer Sicherheit voran und zeigst, dass du alles unter Kontrolle hast. Es kommt sehr auf deine einstellung, Körpersprache und Ausstrahlung an.


    Dass du viele verschiedene Sachen probiert hast, sogar eine Wasserflasche, ist ganz ungünstig. Bleib bei einer Linie und mach den Hund nicht noch mit Schreckreizen unsicher. Belohnen (und ich bin ein ganz großer Verfechter von Belohnen) nützt dir leider wenig - denn Angst und Unsicherheit geht davon nicht weg.


    Das geht alles nicht von heute auf morgen, und ich würde auch davon ausgehen, dass bei jeder Stresssituation das Bellen wieder kommt. Das ist nun mal sein Muster, das hat sich schon sehr gefestigt.


    Den Trainer mit dem Sprühhalsband würde ich vergessen. Such dir jemanden, der mit dir an der Ursache arbeitet. Am besten jemand, der erstmal die häusliche Situation anschaut und verbessert. Vorher brauchst du draussen gar nix wollen.

  • @BieBoss


    "Du schreibst von Unsicherheit. Ich gehe davon aus, daß das die Ursache fürs Ankläffen der Hunde ist. Das ist Kommunikation. Der Hund will in dem Moment nur eines: daß der Andre verschwindet bzw auf Distanz bleibt! Deshalb kläfft er den an. Sprich: Dein Job ist es, Deinem Hund zu signalisieren, daß Du 1) das Problem als Solches wahrgenommen hast und 2) eine Lösung anbietest. Das kann sein, daß man im Bogen drumherumläuft, den Hund auf die andre Seite (weg vom Fremdhund) nimmt, den Hund hinter sich laufen läßt, wenn einer entgegenkommt, sich vor den Hund stellt, wenn der Andre trotz allem näherkommt, den Fremdhund blockt, wegschickt, den andren Halter bittet, den Hund abzurufen et.c So sieht der Hund, Du hast sein Problem wahrgenommen (das schafft Vertrauen zu Dir), und Du hast ne Lösung. Es hilft dem Hund nicht, zu erfahren, was er NICHT tun soll (der hat doch eh schon Streß - und dann noch ein Verbot?), Du mußt ihm zeigen, was er tun KANN, um sich nimmer so unsicher zu fühlen. Und: daß er bei DIR sicher ist."


    Die erste HuSchu konnte nicht erklären warum er kläfft. Die danach sagte es wäre Unsicherheit. Die aktuelle meint bezüglich Kläffen bei Hundebegegnungen, dass es z.T Unsicherheit ist aber auch Frust.

    Ich schütze ihn genauso. Ich wechsel die Straßenseite. Er läuft auf meiner dem fremden Hund abgewandten Körperseite. Ich stelle mich vor ihn (dann will an mir vorbei hüpfen und zum fremden Hund hin). Ich blockiere fremde Hunde und schicke sie weg. Das musste ich auch erst lernen aber nach ner Weile konnte ich es.

    Je nach Situation setzt sich meiner hin und beobachtet den anderen. Manchmal nimmt er dann Leckerchen oder schleckt Leberwurst. Dann ist er auch einigermaßen ruhig.



    "Und bitte NICHT zum Sprühhalsband greifen!! Wenn der Hund eh vor lauter Streß auf 180 ist, und es Dein Job ist, ihm zu helfen; was glaubst Du, was Du im Hund anrichtest, wenn die Person, die ihn eigentlich in dem Moment beschützen (!!) sollte, der er vertrauen möchte, ihm auch noch ZUSÄTZLICH eine drauf gibt. Egal, ob verbal Druck gemacht wird, mit Gegenständen um sich geworfen wird, oder gar ein Sprühhalsband verwendet wird! Das verändert für den Hund die Wahrnehmung der Situation nur insofern, als sie NOCH streßbeladener wird für ihn. Meinst Du allen Ernstes, dann fühlt er sich künftig sicherer in solchen Begegnungen, oder vertraut Dir mehr als bisher? Das ist ABSOLUT kontraproduktiv, und diese Trainerin würd ich UMGEHEND in die Tonne kloppen. Sorry für die deutlichen Worte - aber laß Dich da auf nix ein, damit würdest Dir den Hund dann ganz versauen....."


    Ich fühle mich auch nicht wohl bei solchen Methoden. Es holt ihn ja nicht aus dem Außenfokus, wenn er Ärger bekommt. Ich hätte auch Angst, dass er das mit anderen Hunden verknüpfen könnte. Eigentlich bin ich bei dem Trainer ganz zufrieden und fühle mich dort gut aufgehoben. Das war die seine allerletzte Idee um das Gebelle zu durchbrechen. Wie ich vor kurzem erfahren habe, wurde auch bei der Mutterhündin so gearbeitet um das Kläffen zu regeln...


    "Zum Thema läufige Hündin: generell sag ich immer: Ja, der Hund muß das lernen. Aber: nicht, wenn der wie derzeit eh auf 180 ist (da ist er schlichtweg nicht lernfähig und beamt sich weg geruchstechnisch), und zweitens nicht, indem man ihn sofort mit dem Geruch aus nächster Nähe konfrontiert. Weil dann dreht er wieder hohle von jetzt auf gleich, da kannst drauf warten, und ist wieder nicht ansprechbar. Mit 1,5 Jahren ist er jetzt auch im richtigen Alter, wo er auch im Kopp erwachsen wird, und klar, die ersten 1-2 Saisons mit läufigen Mädels sind da seeeehr spannend. Aber das lernen die mit der Zeit. Allerdings wär das eben nicht die erste Baustelle bei Deinem Hund, die ich angehen würde, zweitens wird sich die Baustelle, wenn Du es geschafft hast, den Streßpegel allgemein runterzufahren, mit Sicherheit von alleine etwas bessern. Den Rest kann man dann üben, wenn der Hund gelernt hat, sich runterzufahren...."


    okay. Neulich wurden wir nicht vorgewarnt und ich habe mich dann darauf eingelassen. Er war die ganze Zeit am fiepen und wollte natürlich hin. Irgendwann wurde es etwas entspannter und er konnte sich auch lösen. Aber ich hab das dann dennoch abgebrochen.


    "Generell dafür: Ballspielen rennen, hüpfen und toben sind alles Dinge, die den Hund unglaublich hochpushen. Mach lieber ruhige Beschäftigung, zB Nasenarbeit und sonstiges, wo er sich konzentreren muß, Tricks lernen etc. Das lastet geistig aus, und fährt runter. Für die körperliche Bewegung: in dem Alter darf er schon am Rad laufen, wenn Du da alle paar Tage mal ne Viertelstunde fährst, sodaß er gleichmäßig trabt, kann er dabei Streß loswerden durch die gleichmäßige Bewegung, und das Bewegungsbedürfnis wird gestillt. Aber NICHT galoppieren lassen, das Gerenne pusht nur wieder.

    Klar darf der Hund ab und an spielen mit nem Kumpel. Aber als regelmäßige Auslastung würde ich das nicht ansehen und nutzen."


    bei dem selbstgebauten Agility Kram ist er tatsächlich schnell ganz oben. Das hab ich daher immer sehr kurz gehalten. Dann lass ich das lieber bleiben. Beim Ballwerfen & holen ist es anders. Da kläfft er nicht und ist sehr auf den Ball fokussiert. Bei "aus" lässt er ihn sofort fallen. Im Platz bleiben klappt bisher nur, wenn der Ball langsam rollt. Schnelle Bewegungen, egal welcher Art, animieren ihn total.

    Denkst du ich kann mit ihm Rad fahren, wenn er bei Hundesichtungen immer da hin hüpft? Wegen eventueller Verletzungen? Oder sollte ich dann langsam aber konsequent weiter fahren bzw schieben? Das Signal "weiter" kennt er. Ohne Hunde in der Nähe klappt es gut.

    Wie soll ich ihn denn körperlich auslasten, wenn nicht über Spiel mit anderen Hunden oder mir? Ich könnte es noch mit langsamen joggen probieren - aber ob ihn das auslastet?


    "Wie fährt man Streß runter?

    - weniger fordern und tun, weniger arbeiten mit ihm, kürzere Einheiten, Erholungspausen."


    wie kurz sollten denn solche Einheiten sein? Wenn ich mit ihm arbeite, dann scheint er immer mehr zu wollen. Ich meine damit keine Aktion sondern Kopfarbeit. Das scheint er richtig zu fordern.


    "- beschäftige Dich mit dem Thema Streß: Adrenalin, wenn mal im Körper, braucht über 10 Tage, abgebaut zu werden. Ist Hund heut auf 180 nach ner dummen Hundebegegnung, braucht der mind. 7 Tage keine weitere Aufregung, damit er wieder runterfahren kann. Nimmst Du ihn heut auf n Familienfeier mit, dann bitte nicht morgen in den Zoo, übermorgen ne Bahnfahrt, und am Tag danach Agility im Verein etc. Um das genau zu verstehen, muß man die Hintergründe kennen und sich informieren über die Entstehung von Streß; Adrenalin, Cortisol etc. und deren Funktion im Körper."


    sowas mach ich gar nicht mit ihm...ich gehe mit ihm nur in ruhige Umgebungen. Wir waren 1x mit ihm in einer Kleinstadt zum Eisladen.....das mach ich so schnell nicht wieder...


    "Gassi: nicht zu oft, ruhige Runden mit wenig Action; immer dieselbe Runde bringt erstmal Ruhe rein"


    wir gehen 3x tgl. manchmal ist davon auch eine Runde durch Gartenaufenthalt ersetzt. Es sind immer die selben Runden hier in der Umgebung.


    "Ruhe durch gleichmäßigen Tagesablauf."


    das haben wir bisher nicht gemacht, wir wollten flexibel bleiben....


    "- Daheim: Hund liegt im Körbchen. Zu Recht hast Du gefragt, ob er da überhaupt entspannen kann, wenn er Dich überall verfolgt. Nein - kann er nicht. Dewegen: nagel ihn im Körbchen fest, wenn Du daheim, was machst (bitte nicht wörtlich nehmen mit dem festnageln *gg), notfalls, wenn er nicht bleibt, im Körbchen anleinen. Wenns klingelt, hat er auf Kommando ins Körbchen zu gehen (so lange, bis er die Klingel als Hörzeichen für das Kommando KÖRBCHEN ansieht, und von alleine reingeht). Kommt der Partnr heim: eine wilde Begrüßungzeremonie, Hund wird erst begrüßt, wenn er ruhig im Körbchen liegenbleibt. Bis dahin ignorieren. Wenn Du ins Bad gehst: Hund ab ins Körbchen."


    okay...anleinen im Körbchen...vermiese ich damit das Körbchen nicht? Er soll es doch positiv empfinden? Wenns klingelt läuft er zu mir und nicht zur Tür. Er darf auch nicht vor mir an der Tür stehen. Dennoch ein Körbchen hier einsetzen?


    "Zum Thema Ignorieren von Gebell: man hört immer wieder, daß unerwünschtes Verhalten ignoriert werden solle. Das ist Schwachsinn. Bellen und Jagen und viele andre Verhaltensweisen sind selbstbestätigend. Sprich, wenn mans zuläßt, machts der Hund immer mehr und wieder! Das EINZIGE, was man ingorieren sollte und darf, ja muß: aufmerksamkeitsheischendes Verhalten. Weil dann auch ein Tadel einen Erfolg darstellt: man hat die Auferksamkeit von Fraule. Wenn man dann hingeht oder schimpft, hat Hund sein Ziel erreicht, und wird das Verhalten immer wieder zeigen. Deswegen muß man das (und NUR das!) ignorieren. Für ALLES andere gilt: wer schweigt, stimmt zu, sagt damit dem Hund, daß man das Verhalten akzeptiert/gut findet, und er es weiter zeigen darf! Sprich: den Hund bellen zu lassen und das zu ignorieren, ist ein Schuß ins eigene Knie. Außerdem find ichs maximal unfair, den Hund, der ja nen Grund für das Bellen hat, in der Situation komplett alleinzulassen, nach Motto "kläff Du nur". Das ist einfach ignorant seinen Bedürfnissen gegenüber, er braucht da ja grad Unterstützung."


    aber wie genau sage ich ihm dann, dass er aufhören soll? Ist hier die Lösung im Kommando "leise", was er kennt, plus Distanzarbeit?


    "Frage: kann der Hund überhaupt irgendwie alleinbleiben? Hört sich nämlich nicht so an. Und wie lang genau ist er jetzt bei Euch?"

    ja das kann er. Wenn niemand zu Hause ist, legt er sich hin und schläft. Die restliche Familie wird auch nicht so verfolgt wie ich.


    Danke für all Eure Tipps und Anregungen! Dann werde ich erstmal einen Tagesablauf-Plan erstellen sowie alle aufregenden Spiele streichen.

  • Das klingt ziemlich verfahren.


    Was ICH machen würde:


    1) Fester Ruheplatz im Haus (Box, Kennel, oder ein Körbchen - aber auf jeden Fall räumlich begrenzen). Ihm die Kontrolle zu Hause abnehmen, dass er überall "mit muss". Das machen Shelties gerne, aber in eurem Fall nimmt es auf lange Sicht vermutlich Stress raus, wenn er das nicht mehr kann.


    2) Hundebegegnungen. Ist schwer aus der Ferne. Da braucht ihr echt einen Trainer. Aber ihr braucht nochmal eine komplett neue, hochwertige Belohnung und genug Distanz zum "Feind" und dann würde ich stumpf mit Click für Blick arbeiten.

    Sprühhalsband etc. - damit deckelst du ja im Prinzip zusätzlich und baust noch mehr Stress auf eine eh schon total stressige Situation drauf. Das würde ich vermeiden. Er ist ja gar nicht in einem lernfähigen Modus, wenn er so in Rage ist und da auch schon kein Futter ist. Für mich klingt das aber auch so, als würdest du in diesen Situationen zu spät reagieren.


    3) an der Leinenführigkeit würde ich aktuell erstmal gar nicht groß arbeiten. Die Baustelle würde ich auf später verschieben.



    Shelties bellen gern und viel. Stress und Erregung kompensieren sie gern über die Stimme. Aber sie können auch einfach mal dumm bellen - wofür man sie auch mal abbrechen kann und darf (!), aber es ist schwierig die Situation alleine über das Forum zu beurteilen.


    Wo wohnt ihr?

  • Dir auch ganz herzlichen Dank für Deine Antwort :-)


    Die Wasserflasche war der aktuelle Trainer. Der wollte testen, ob sich das Bellen dadurch unterbrechen lässt... hat den Hund nicht beeindruckt. Ich habe das bisher nie angewandt.


    Ich weiß inzwischen gar nicht mehr wo ich noch hin kann und wo ich ein vernünftiges Training bekomme. Manchmal bin ich einfach nur frustriert. Er ist so ein toller Hund aber irgendwo haben wir da noch Missverständnisse zwischen uns.


    Wenn ich das richtig verstehe, würde ich ihm die Führleine ans Geschirr oben und vorne machen, damit er dann neben mir laufen "muss". Dann haben wir keinen Stress mit Leinenführigkeit und er ist dicht bei mir. Sofern nichts und niemand in Sicht kann er an die Schleppi und Hundesachen machen. Wäre das ok?


    Ich scanne inzwischen, genau wie er, ständig alles ab um vorbereitet zu sein...das ist für uns beide alles sehr anstrengend.

  • Nachtrag:


    Du kannst auf jeden Fall mit ihm Rad fahren (es sei denn er beißt ins Rad oder will sich dabei umbringen)


    Und wenn er recht triebig ist, was Beute und Bewegung angeht, dann kannst du wirklich einige gute Sachen für die generelle Impulskontrolle trainieren. Das stärkt auch die Bindung und festigt gewisse Regeln.


    Ich würde so einem Hund zwar klare Grenzen geben und versuchen die Erregung in gewissen Situationen niedrig zu halten, aber er MUSS in meinen Augen definitiv auch die Gelegenheit haben, die Sau rauszulassen.


    Du kannst dir auch das mal angucken:

    https://training.peak-performe…uch-zum-team/#mia-&-ylvie

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