Beiträge von Chien_de_coeur

    Ich weiß nicht ob man da abhärtet, ich hatte schon vor meinem ersten Hund durch das Aushelfen im Tierheim Erfahrungen mit recht ernsthafter Aggression, auch gegen mich und irgendwie fand ich das nie sonderlich "schlimm". Allerdings setze auch ich auf einen Maulkorb zur Sicherung. Mein einziger blutiger Biss passierte in einem Tierheim, wo man leider keine Maulkörbe nutzen wollte...


    Um es klarzustellen: Ich finde es schlimm, wenn ein Hund einen Menschen oder einen Hund verletzt. Und es gibt auch beängstigendes Aggressionsverhalten. Aber so ganz generell gehört Aggression zur Kommunikation von Hunden dazu und nicht jede Rasse und jeder Hundetyp ist so weichgespült, dass sie diese kaum noch zeigen. Ein Hund, der sich unter Schmerzen & Bedrängnis wehrt, wäre jetzt nichts, was mir schlaflose Nächte bereiten würde.


    Gerade bei rumänischen Straßenhunden ist das nicht selten :ka: Da sind z.B. die Italiener und Spanier tendenziell viel milder, da dort andere Hundetypen auf der Straße leben.

    Ich würde erstmal nicht in Panik verfallen. Kamera aufstellen, einen Bereich richtig hundesicher machen. Mehr (möglichst sichere) Beschäftigung als nur ein Kauholz anbieten, Radio/Fernseher leise anmachen und schauen.


    Wenn sich wirklich auf den Aufnahmen zeigt, dass sie leidet, würde ich mich auf die Suche nach einem Hundesitter machen und dann das Alleinebleiben nochmal neu aufbauen.

    Zu mir sagte damals eine Tierärztin in der Klinik, dass weder Tropf noch Kortison wirklich einen Vorteil bringen :ka:


    Tipp war: Heimfahren, pflegen, betüddeln, Geduld haben. Dazu Karsivan anfangen und was gegen die Übelkeit geben.


    Wir waren sehr, sehr schwer betroffen (völliges Unvermögen auch nur zu stehen). Es wurde wieder vollständig, die Kopfschiefhaltung war hartnäckig, aber da half Physio. Ich kann jetzt auch nicht sagen, dass die allgemeine Erholung lange dauerte...

    Ich bin ja auch in einem Verein und die Qualität der Übungsleiter ist unglaublich stark schwankend. Da sind halt echt Leute, die groben Unfug erzählen und tun :ka: Oder solche, die im Grunde nix tun und nur ansagen.


    Und natürlich haben wir auch tolle Übungsleiter. Aber eben sehr wenige, die mit dem Niveau eines Hundetrainers oder Verhaltensberaters mithalten können. Ist ja aber auch nicht Sinn des Vereins, es soll ja im Grunde um Hundesport gehen und nicht um eine (fast) gratis Hundeschule.

    Selbst im Verein haben wir jetzt vorwiegend kleine Hunde :ka: Früher haben viele aufgehört weil die Trainer halt kein Verständnis dafür gezeigt haben. Jetzt machen viele weiter.


    Kurs gestern:
    - Bolonka-Poo

    - Maltipoo

    - Mini Goldendoodle (5kg)

    - Chi (musste aber abbrechen weil zu kalt trotz 2 Mänteln)

    - Auslandsmix mittelgroß (12kg)

    - Auslandsmix klein (7kg)

    - Lagotto-Poo


    Uuuund ein einsamer Labbi :tropf:


    Aber ja, ich mache auch Unterschiede, so bestehe ich z.B. darauf, dass z.B. Teacup-Chis nur im Geschirr geführt werden, größere Hunde dürfen Geschirr und Halsband tragen. Der vorherige Trainer hatte Geschirre verboten und viele mit Hunden unter 5kg haben alleine deshalb nach Stunde 1 aufgehört, weil ein Kettenhalsband Pflicht war. Und bei ganz verfrorenen Exemplaren bitte ich die Halter eine Decke mitzubringen zum Unterlegen. Würde ich bei einem frierenden großen Hund auch, kommt aber eher nicht vor...

    Ich kann nur sagen, dass genau deshalb bei uns in den Junghundestunden selbst kein Hund-Hund Spiel stattfindet. Es findet aber Hund-Halter Spiel statt in den Trainingspausen oder Übungen zum gemeinsam Runterfahren. Auch meine Hundetrainerausbildung lehnt Spieleinheiten bei Junghundestunden genau deshalb ab (empfiehlt sie aber bei Welpen und erlaubt sie bei gesetzteren, erwachsenen Hunden, die dennoch noch gerne spielen).


    Klar sind die Halter enttäuscht, dass ich sie nicht spielen lasse, aber sie haben ja immer die Möglichkeit sich mit Hunden, mit denen es passt, zu treffen und die Hunde spielen zu lassen. Da vermittele ich auch gerne. Alle meine Junghunde aufeinander loslassen sehe ich auch unabhängig vom Trainingsaspekt kritisch. Da gehen die Größen, die Spieltypen und Charaktere dann doch irgendwie immer so auseinander, dass da nichts Harmonisches mehr bei rauskäme.


    Nebenbei - ich mache in einer Junghundestunde 2-3 Übungseinheiten von wenigen Minuten. Dazwischen Pausen, wie oben geschrieben, mal entspannend mal anregend ohne Überdrehen, Theorie erklären... Mehr können die noch nicht.

    Ich dachte auch Griffons sind selten, bis mir eine befreundete Tierarzthelferin sagte, dass es hier in der Gegend einige Züchter gibt und viele dieser Hunde unter der Kundschaft sind. Viele davon gehen einfach nicht Gassi, ich habe noch NIE einen gesehen und eine Züchterin ist wohl 2km von mir entfernt, ich kenne sie sogar, wusste nur nicht, dass sie diese Rasse hält & züchtet. Das gehäufte Auftreten kann natürlich ein lokales Phänomen sein.

    Wenn sich beim Reaktivitätstraining auf die Entfernung nichts tut, dann läuft etwas schief. Gut umgesetzt sollte man da wirklich schnell erste Besserungen sehen, auch wenn es natürlich lange braucht, bis man entspannt eng an anderen Hunden/Menschen vorbeikommt. Training kann nur funktionieren, wenn ihr im Alltag möglichst gar nicht mehr in Situationen kommt, in denen er einen anderen Hund/Menschen anbellt. Das meine ich mit "abgelegen Gassigehen". Man vermeidet jegliche Begegnungen, bei denen man nicht einen Abstand einhalten kann, den der Hund gerade noch ertragen kann. Natürlich ist es utopisch gar keine Begegnungen dieser Art zu haben, aber man sollte wirklich alles dransetzen diese zu vermeiden, um Trainingserfolg zu haben. Sonst zieht es sich tatsächlich sehr hin.


    Sprich irgendwas stimmt nicht. Entweder gesundheitlich und/oder im Tagesablauf und/oder im Trainingsaufbau. Sehr wahrscheinlich aber an allen 3 Punkten.


    Aber nochmal - groß Sinn macht dieses Training für mich erst, wenn der Hund draußen in der Lage ist auf dich zu achten, nach dir zu schauen, usw... Und die Leinenführigkeit sollte zumindest leidlich gut sein.

    Das Problem ist, dass hier unglaublich viele, sich bereits eingeschlichene Baustellen zusammenkommen. Da jetzt einen Fuß in die Tür zu bekommen ist nicht leicht, es muss an vielem gearbeitet werden und wahrscheinlich braucht ihr Einzelstunden bei euch Zuhause und ein Gesamtkonzept.


    1) Der 1. Schritt wäre Stress rausnehmen. Kind instruieren. Dein Kind ist ja wirklich in einem Alter wo es kein Problem mehr sein sollte Regeln einzuhalten und zu verstehen, warum das wichtig ist.


    2) Ich finde es schon recht heftig, wenn ein Hund mit 1,5 Jahren keine geschlossene Badezimmertür erträgt. Hier müsste man mMn vor Ort schauen welcher Weg funktioniert. Aktives ignorieren, wegschicken oder doch behutsamer Distanzaufbau mittels Kauspielzeugen? Würde ich jetzt so ungesehen nichts zu sagen wollen. Aber dein Hund hat dadurch ja auch Stress, nicht nur wenn du die Tür schließt - auch das bloße Hinterherlaufen ist Stress.


    3) Spaziergänge kürzen. Ganz drastisch, einen Hund, der nur im Außenfokus ist, muss ich nicht 3h draußen mitnehmen. Macht kürzere Spaziergänge, ruhige Gegend, lange Schleppleine, kurze (!) Einheiten Orientierungstraining und Leinenführigkeit. Wenn das sitzt, könnt ihr euch an mehr rantasten. Spielen und tricksen ist sicher toll, aber Bällchen werfen ohne eingebaute Impulskontrolle würde ich streichen. Und auch da - eure Auslastung solltet ihr lieber sinnvoll aufbauen statt von allem so ein bisschen zu machen.


    4) Ihr braucht ein Reaktivitätstraining, aber um da den Fuß in die Tür zu bekommen sollten halt Orientierung und Leinenführigkeit erstmal passen. Zudem erfordert all das "Opfer" -> man muss seine Gassiumgebung an das anpassen, was der Hund erträgt. Also erstmal rausfahren, ruhige Strecken ohne andere Menschen & Hunde zum Trainieren nutzen und dann anfangen auf Distanz mit Hunden & Menschen zu trainieren.


    5) Gesundheitlich ist er durchgecheckt? Hormontechnisch alles gut? Volles Schilddrüsenprofil mit 8 Werten wurde gemacht? Die Verdauung ist problemlos? Kein (gelegentlicher) Durchfall? Häufiges Schmatzen/Schlecken? Juckreiz? Appetitlosigkeit?


    Da Shelties nicht umsonst Bellties heißen und sich das Gekläffe bei euch schon eine ganze Weile eingeschlichen hat, bezweifele ich leider trotzdem, dass ihr da jemals wieder einen ganz ruhigen Hund bekommen werdet. Für mich ließt es sich aber zumindest so, als würden Stressreduktion & Reaktivitätstraining zu einer deutlichen Besserung führen. Aber wie gesagt - aktuell *lese* ich da eine Situation, bei der einiges angegangen werden müsste. Denn die Punkte, die euch beim Gassigehen stören, lassen sich nicht abstellen, indem ihr nur daran trainiert. Das habt ihr ja selbst schon bemerkt. Bevor ihr nicht die grundlegenden Probleme beseitigt, wird ein isoliertes Training niemals etwas bringen.


    Ich würde mal schauen ob ihr einen Verhaltensberater auftreiben könnt, der mit euch ein Konzept erstellt... Also zumindest keinen 08/15 Hundetrainer.