Alternative zum Stressabbau

  • Hallo zusammen,

    unsere Hündin lebt seit etwa 1/2 Jahr bei uns. Sie ist jetzt acht Monate alt und macht unsere Familie (Kinder sind 10, 5, 3) komplett. Sie ist eine foxred Labradorhündin. Bei uns bin ich diejenige, die sich meist um Madam kümmert. Wir trainieren, gehen Spazieren, gehen zur Hundeschule, spielen, kuscheln... Ich bin also die Hauptbezugsperson.

    Nun zu unserem Problem...

    Immer, wenn Madam Stress hat, entlädt sie ihn bei mir und das sehr aggressiv. Sie springt mich an, beißt,... Sie ist nicht zu beruhigen. Ich habe extrem viele blaue Flecke, kaputte Kleidung,... Sie springt mich von allen Seiten an und wirkt sehr aggressiv, man könnte richtig Angst bekommen. Ich weiß, dass sie das nicht böse meint und wie mit anderen Hunden toben will und ihren Stress abbauen muss. Das geht ja nun so gar nicht. Meine bisherige Strategie (seit 4Monaten): ich sage deutlich Nein und sie kommt ohne tamtam je nach Ort in die Box, die feste Leine im Garten oder an eine Laterne, bis sie sich beruhigt hat. Danach ist sie wieder der liebste Hund. Mal über kurz, mal über lang.

    Bei meinem Mann reicht meist ein sehr deutliches Nein. Er fixiert sie auch mal ganz kurz, wenn es zu krass wird. Das klappt bei ihm ganz gut, bei mir würde es in einen Kampf ausarten, den wir ganz und gar nicht möchten.

    Eine Trainerin meint, dass das Wegsperren/Anleinen und Ignorieren der beste Weg ist, eine andere meint, dass deutliche Körpersprache, auch mit Fixierung, ins Fell fassen,... der richtige Weg ist. Das stachelt sie aber nur noch mehr an, weshalb ich bei meiner o.g. Strategie geblieben bin-sie soll ja auch eine zuverlässige Reaktion bekommen. Es wurde zwischenzeitlich besser, jetzt ist es aber wieder ganz extrem. Es passiert in allen möglichen Situationen. Wir versuchen schon so wenig Stress wie möglich aufkommen zu lassen - aber das klappt bei drei Kindern nur bedingt. Wir haben offensichtlich noch kein gutes Maß gefunden. Entweder unter- oder überfordert, gefühlt nahtloser Übergang. Sobald es langweilig wird, zeigt sie ihre Langeweile (knabbert alles an, zerwühlt/zerbeißt ihr Körbchen). Spiele ich mit ihr, fällt sie mich spätestens nach dem zweiten Ballwerfen an.

    Ich möchte ihr so gern helfen.

    Hat jemand einen Tipp, wie/was ich mit ihr dazu trainieren kann?

    Ich versuche es gerade damit, dass ich sie am Spielzeug zergeln lasse, dann unterbreche und wenn sie die Unterbrechung ruhig akzeptiert, Stopp als Signal trainiere. Danach wieder zergeln als Belohnung. Hat jmd sonst noch eine Idee?

    Wenn sie warten muss, massiere ich sie z.B. oder lasse sie Suchspiele machen, wenn ich merke, dass es zu viel auf dem Spaziergang wird (Hundebegegnungen o.ä.).

    Gestern wollte sie Plastik fressen, was sie am Waldrand gefunden hat und ich wollte es ihr abnehmen. Wir trainieren das Aus, was mal besser, mal schlechter klappt. Den Plastikbecher wollte sie aber nicht hergeben, weshalb ich ihn ihr abgenommen hab (wie häufig auch Kinderspielzeug, was sie im Garten findet). Dann wieder das Anfallen.

    Auch die Trainerinnen sind immer über ihre besonders hartnäckige Art überrascht.

    Vielen Dank fürs Lesen und entschuldigt den langen Text...

  • Ich würd erst mal am Abbruchkommando arbeiten, bis du das zuverlässig einsetzen kannst. Aktuell hört es sich so an, als würdest du den Hund dafür beschäftigen, dass er eigentlich RUHE geben soll. Kennt sie es, dass sie für eine Auszeit irgendwohin geschickt wird? Auf die Decke, in einen anderen Raum oder so? Das würde ich so handhaben. Wenn ich möchte, dass meine Hunde wo auch immer entspannen, sage ich beiläufig 'leg dich'. Unser Abbruch heißt 'Ende'. Dann wissen sie, blödeln ist vorbei, entspannen angesagt. Ein 'Platz' oder 'Bleib', wie es im Training verwendet wird, nutze ich da nicht. Weil ich möchte, dass es mit entspannt rumliegen verknüpft wird und nicht mit Arbeit + Erwartungshaltung.


    Hat sie was zu Kauen? Das entsresst auch. Kaffeholz, Rinderhuf, sowas.


    Und natürlich solltet ihr in allererster Linie die Auslöser finden, weshalb sie immer wieder so hochdreht.

    Gibt es da klare Grenzen und Linen für Hund UND Kinder?

    Wie viel beschäftigt ihr den Hund?

    Hat sie neben Alltag und Trubel vielleicht zu viel zusätzliche Auslastung und zu wenig Ruhephasen?

    Schläft sie genug?

  • Mich macht es immer stutzig, wenn es zum Alltag gehört, dass man den abgedrehten Hund irgendwie geregelt bekommt. Abdrehen sollte nichts Alltägliches sein, sondern nur eine absolute Ausnahmesituation. (Manchmal kommt es ja vor, dass man z. B. zu einem Geburtstag möchte und den Hund dadurch zwangsweise mal an seine Grenzen bringt.)


    Wenn es also für Euch "völlig normal" ist, dass der junge Hund am Rad dreht, würde ich genau das dringend überdenken. Das ist nicht nur nervig für Euch, sondern für den Hund auf Dauer sehr, sehr ungesund.


    Ich lese heraus, dass Ihr sehr bemüht um den Hund seid. Ich befürchte fast zu bemüht. Das Programm hört sich heftig an. Vielleicht wirkt es auch nur so. Kannst Du mal aufschreiben wie bei Euch so ein normaler Tagesablauf aussieht und ob und was es unter der Woche noch an besonderen Aktionen gibt?

  • Dein Beitrag liest sich schon stressig.


    Darf der Hund auch mal einfach Hund sein? Mal einfach nur schnüffeln und liegen ohne dann sofort wieder Programm zu fahren und Einwirkung von dir dabei (Zitat" wenn sie warten muss massiere ich sie")

    Wo hat sie ihren Ruheplatz im Haus/Wohnung? Kann sie da abschalten ohne von irgendwem gestört zu werden? (ohne in eine Box gesperrt zu werden)


    Ballspiele würde ich übrigens sofort aus eurem Umgang streichen. Das Letzte was ein überdrehter Hund braucht ist solch ein auf puschendes Spiel hirnloses hinter dem Ball her rennen.


    Ignorieren ihres Übersprung Verhalten finde ich persönlich unfair und unproduktiv. Bei mir gäb es die Ansage ihres Lebens, wenn sie mich so anspringen und angehen würde. Ich habe das mal bei dem jungen Labrador einer Bekannten früher erlebt, die wußte auch nicht wie sie damit umgehen sollte. Als wir uns zufällig trafen, sprang das Kalb mich an und rein aus Reflex (da ich damals selber große Hunde hatte und so etwas immer im Ansatz unterbunden habe) habe ich ihn zusammen geschissen. Mich hat der Hund nie wieder angesprungen.

    Also ich bin da eher bei deinem Mann schon aus dem Grund, weil solch ein Verhalten überhaupt nicht geht, wenn kleine Kinder im Haushalt sind.

  • Hallo,

    Danke für eure Antworten.

    Sie schläft gut und wenn ich runtergehe, wird sie meist wach, wir kuscheln etwas und sie geht in den Garten, während ich das Frühstück für die Kinder mache. Während wir frühstücken, ruht sie im Körbchen (an ins Körbchen klappt ganz gut). Wenn wir fertig sind, bekommt sie ihr Frühstück, eine Hälfte im Napf, eine im Gras, weil sie so schlingt und gerne sucht. Währenddessen machen wir uns fertig. Der Große fährt zur Schule und ich mit den Kleinen zur KiTa. Danach gehe ich mit ihr 20-30min an der Schleppleine. Sie dient nur der Sicherheit, da Madam gut in der Nähe bleibt. Nur bei anderen Hunden wird es schwierig. Dann hole ich sie zu mir. Das passiert aber sehr selten, wo wir laufen. Danach geht's nach Hause. Sie bekommt ein Hasenohr oder ne Möhre, wenn ich dann kurze Zeit später das Haus verlasse, um zur Arbeit, einkaufen,... zu fahren. Da schläft und ruht sie (Kamera in der Küche).

    Sie ist max 4 Std alleine, dann komme ich heim. Wir kuscheln und gehen in den Garten, wo wir etwas spielen. Dann mache ich mir Essen, sie liegt in meiner Nähe. Ich ignoriere sie aber weitestgehend während der Hausarbeit,... Je nachdem, was am Nachmittag ist, gehe ich ne Runde an der kurzen Leine, sie unterscheidet gut zwischen der kurzen und Schleppleine, in der Siedlung und trainiere für 5 bis 10min oder trainiere nur. Dann hole ich die Kinder gegen 15Uhr. Alle begrüßen sich, dann wird jeder in Ruhe gelassen (Hund und Kinder), wir snacken etwas und dann geht es zum Nachmittagsprogramm. Ich bringe die Kinder zum Sport, Musik oder Freunden oder wir fahren in den Wald oder malen, basteln spielen... Entweder ruht sie dann Zuhause (wenn wir mittags unterwegs waren) und wuselt etwas durch den Garten, spielt mit den Kindern Feuerwehrmann Sam (sie ist dann Schnuffi😂) oder es geht dann ne Runde in den Wald (30 bis 40 min). Die Kinder spielen manchmal oben, wo der Hund nicht hin darf, oder malen, basteln unten. Da ist der Hund dabei. Wenn sie ruhig ist, ist sie bei uns (im Haus nur Ruhe). Um 17Uhr Futter.

    Danach wieder Ruhe. Abends, während mein Mann die Kinder bettfertig macht, gehe ich die dritte Runde, die dann davon abhängt, wie der Tag so war. Entweder 10min um den Block oder 30/40 min. im Feld. Danach geht es aufs Sofa, kuscheln und schlafen. Ich gehe nochmal ins Homeoffice.

    Sie hat also drei Spaziergänge, 20min, 10/15min und 30 bis 40min.

    Beim Spazieren bin ich mit ihr allein oder mit einem Kind, da sie sonst komplett überfordert ist, wenn wir alle zusammen unterwegs sind. Mit einem klappt es mittlerweile super, jetzt üben wir manchmal mit zwei Kindern.

    Ich trainiere, wenn die Kinder nicht da sind, es sei denn, ich möchte die Ablenkung. Die Kinder und Madam spielen meist toll miteinander. Wenn es zu viel wird, wird unterbrochen und entweder Kinder oder Hund müssen das Feld räumen (je nachdem, wer übertreibt).

    Ich würde so gern ein Hobby mit Madam machen, da wird sie aber immer so wild, dass ich wieder abbrechen muss (z. B. das Apportieren klappt nicht, weil sie den Futterbeutel nicht mehr hergibt. Ist ihr egal, dass es dann kein Leckerli gibt. Auch einen Dummy gibt sie nicht mehr her. Aus klappt zwar, es heizt sie dann aber voll auf und ich muss abbrechen) . Sie hat hier Wurzeln, manchmal den Kong, knabbert gern Möhren und Hasenohren.

    Ich versuche das Programm für sie überschaubar und vorhersehbar zu gestalten. Sie zu ignorieren und ruhen zu lassen. Dann fängt sie das knabbern an (Treppe, Hochstühle, Türen) und ich frage mich, wo der Fehler ist. Verkopft versuche ich wohl dosiert einen Alltag zu schaffen mit Beschäftigung aber ohne Dauerbespaßung. Ich versuche gleichzeitig auf mein Bauchgefühl und ihr Verhalten zu hören. Es klappt nicht.


    Ach ja, einmal die Woche Hundeschule, wo Begegnungen, Stadt, Ruhe in Anwesenheit von anderen Hunden trainiert wird. Danach ein Ruhetag ohne Spiel am Nachmittag, dafür ne Extraportion Ruhe.

    Wieder so viel Text :flushed_face:

    Sorry...

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Welches Kind spielt denn genau wie und was mit dem Hund? Allgemein ist der Tagesablauf schon sehr voll gepackt. Ich würde am Morgen das Futter z.B. einfach so geben, ohne, dass da schon ein Programm anfängt. Auch würde ich keine Spaziergänge mit den Kindern üben. Der Hund sollte das als Auszeit bekommen ohne Trubel! Kann man später, wenn der Hund älter und gefestigter ist, immer noch machen.

  • Hallo Marple,


    ich würde Dir gerne meine Einschätzung schildern.

    Vorneweg: Ich bin kein Hundeflüsterer. Habe einen Pudelmix (mit 2 Jahren aus dem Tierheim geholt) und einen Zwergpudel-Welpen (aber erst seit knapp einer Woche).

    Was den Welpen angeht, habe ich auch Fragen über Fragen, da es mein erster Welpe ist.

    Und auch in Bezug auf meinen "Großen" gibt es immer mal wieder Situationen, in denen ich Rat benötige.


    Wobei es unterm Strich alles super klappt.


    Und da wären wir am Punkt: Ich glaube, wir beide sind uns sehr ähnlich (wenngleich ich keine Kinder habe und mit meinem Mann recht ruhig lebe):

    Wir wollen alles strukturieren und kontrollieren und haben zumindest unbewusst eine Idealvorstellung im Kopf bzw. wollen alles richtig machen. Immer gut gemeint. Und obwohl das Meiste super klappt, denken wir, dass man doch noch was optimieren könnte. Was dann im Endeffekt genau das Gegenteil bewirkt.


    Ich wollte damals bei meinem Ersthund möglichst viel "nachholen". Er war 2 Jahre, als ich ihn bekam, und konnte und kannte NICHTS. Also habe ich ein Programm mit ihm durchziehen wollen (gut gemeint). Alles kennen lernen. Beschäftigen, Nasenarbeit, Kuscheln, Lernen, dabei sein, alleine bleiben, an der Leine gehen. Kommen, bleiben, sitz, platz, nein, aus .... ganz schön viel, wenn man sich das mal so vorstellt.

    Und er reagierte mit Nervosität und Stress (er neigt null dazu, grob zu werden, aber ich denke, dass auch bei Deiner Stress eine Rolle spielt).


    Ich hatte dann eine unfähige Hundetrainerin da, die mir gezeigt hat, wie ich sein "unerwünschtes Verhalten" mit Schepperketten unterbinde :face_with_symbols_on_mouth: . Habe ich natürlich nicht gemacht, sondern sie bezahlt und verabschiedet.


    Du hast gewisse Vorstellungen ("Würde gerne ein Hobby mit ihm machen"). Das habe ich mir für meinen auch anfangs vorgestellt, aber will der Hund dasselbe Hobby auch mit uns? Meiner nicht. Er ist sehr aufgeweckt, aber bei zu vielen Reizen ist sofort die Grenze zum Stress überschritten. Ist halt so. Ich respektiere das.


    (Neulich war ich einfach aus Interesse mal mit ihm bei einem offenen Hundetraining. Er ist dort total entglitten. Vor lauter Stress hat er seinen Geist komplett abgeschaltet und es hing nur noch eine Hülle an meiner Leine.

    Muss das sein? Nein. Wir haben dort eh was trainiert, was ich mit ihm nicht brauche.)


    Noch mal ein paar Jahre zurück: Nach ein paar Monaten mit ihm kam bei mir der Gesinnungswandel:

    Ich ließ ihn dann Hund sein, ohne 1000 Pläne und Anforderungen, es gibt aber eine Regel: ICH bin der Rudelführer. Er muss nicht dauernd sitz machen und Pfötchen geben, aber er darf mich nicht bedrängen und anbetteln. Ende der Geschichte. So sind wir jetzt ein Team und wir leben einfach entspannt unser Leben gemeinsam (ich als Teamleiter). Und es funktioniert super.

    Was auch geholfen hat (ohne Gewähr, dass das bei Deinem auch der Schlüssel sein könnte: Ich habe zu viel mit und über ihn geredet: Was will er wohl jetzt? Braucht er was? Willst Du spielen? Ganz schlimm war es, wenn ich ihn irgendwo mit hingenommen habe (Restaurant). Ich habe ihn ständig ablenken und bespaßen wollen, mit dem Ergebnis, dass er DADUCH gestresst war. Heute: Wir gehen rein, Decke wortlos ausbreiten und ihn nicht mehr beachten. Dann schläft er bis wir wieder gehen.


    Meiner ist der glücklichste und ausgeglichenste Hund, wenn er einfach nur bei uns sein darf und seine Pausen bekommt. Natürlich wird auch gespielt und geschnüffelt, aber überhaupt nicht "nach Plan".


    Vielleicht hilft es, sich in den Hund hinein zu versetzen: Deiner hat ggf. viel gefühlte Verantwortung: für eine ganze Familie, ein Haus vielleicht und einen Garten. Immer kommt und geht einer und man muss schauen, wer jetzt überhaupt fehlt oder da ist.


    Und noch was ganz Banales:

    In der Natur bei seinen Vorfahren gibt es keine Uhr, keine Hundeschule, keine Pläne. Was tun die? Fressen, spielen, schlafen, ...



    Was mich noch interessieren würde: Du schreibst, dass sie vier Stunden alleine ist. Macht sie da was kaputt oder schläft sie?

    Falls sie entspannt ist, könnte das von Dir beschriebene Verhalten ja ein Zeichen dafür sein, dass einfach im Alltag zu viele Reize auf sie einwirken....


    Viele Grüße

    LaComadreja

  • Futter suchen im Gras ist Nasenarbeit, also Beschäftigung und nicht schnöde Nahrungsaufnahme und eingermassen anstrengend für den Hund. Würde ich nicht machen, um dem Schlingen entgegenwirken zu wollen. Kotzt sie nach dem Schlingen? Manche Hunde schlingen halt, inhalieren ihr Futter regelrecht. Scheint bei Labbis nicht selten zu sein. Wüsste nicht, dass sie davon sterben.

    Bällchen einfach schmeissen, halte ich für super geeignet, sich auf Dauer evtl. einen überdrehten Junkie heranzuziehen. Etwas strukturierter Apportieren lernen hat m. E. noch Zeit. Aber falls du jetzt damit anfangen willst, bau es halbwegs ordentlich auf. Dann lernt der Hund dabei auch was (dazu gibts viel Literatur und bestimmt auch einiges im Netz) und es dient der Auslastung.

    Mich grob angehen, würde ich nicht dulden. Der Hund hat Frust, braucht ein Ventil und massregelt dich. Finde ich nicht in Ordnung. Das ist, wie wenn dir dein Vierjähriger volle Knarre gegen das Schienbein tritt, weil er grad nicht seinen Willen kriegt und mit seinem Frust nicht umgehen kann.

    Insgesamt hat dein Hund ein forderndes Umfeld und braucht wahrscheinlich noch klarere Strukturen und Regeln, um abschalten und entspannen zu können. Ich denke, da sollte ein guter Trainer mal in der Gesamtheit drauschauen. Das Thema mit dem dich angehen könnte sich nämlich zu einer unguten Spirale aus gegenseitigen Frust und Stress hochschaukeln und schlimmer werden.

  • Futter suchen im Gras ist Nasenarbeit, also Beschäftigung und nicht schnöde Nahrungsaufnahme und eingermassen anstrengend für den Hund. Würde ich nicht machen, um dem Schlingen entgegenwirken zu wollen. Kotzt sie nach dem Schlingen? Manche Hunde schlingen halt, inhalieren ihr Futter regelrecht.

    Gerade für Hunde die Nasenarbeit nicht gewohnt sind ist sowas MEGA anstrengend! Als Mensch unterschätzt man das gerne mal, aber das Futter suchen ist “Schwerstarbeit” - gerade wenn die Hunde sich nicht lang konzentrieren können.


    Das kannst du ja ab und an machen, aber nicht immer. Dann kauf dir lieber einen Anti-Schling-Napf. Hatte ich für meine Hündin als Welpe auch :)


    Apportieren kannst du auch zb über den Futterbeutel aufbauen, dann hast du noch eine gute Möglichkeit.

  • Hallo,

    vielen Dank für die Rückmeldungen.

    Rückzugsorte hat Madam. Wir haben ein L-förmiges Haus. An einem Ende die Küche (Hauptaufenthalt am Tag für alle) und am anderen das Wohnzimmer (Aufenthalt am Abend). In beiden Zimmern sind Körbchen plus die Box im Wohnzimmer. Die Kinder dürfen nicht an die Körbchen und müssen noch mehr Abstand von der Box halten. Madam kann sich immer überall hin zurückziehen und wird dort nicht gestört. Wir haben da ganz strikte Regeln.

    Zum Suchen :

    Unsere Trainerin ist Tierärztin und hat ne Zusatzqualifikation zur Verhaltenstherapie. Sie kennt sich also wirklich gut aus, bildet andere Trainer weiter und aus. (Sie ist aber aus persönlichen Gründen z. Zt nicht für Einzeltrainings buchbar, das wird auch noch etwas dauern).

    Von ihr habe ich das Suchen gelernt und wir haben es sehr langsam aufgebaut. Das ist Madams Superkompetenz. Sie ist danach entspannt und ausgeglichen.

    Beim Thema Stressabbau war das Suchen ein Punkt im Kurs, ebenso das Ausstreichen (Massieren).

    Habe nach euren Rückmeldungen auch nochmal geschaut, beobachtet, ausgeschlossen,... Wir haben nun einen ganz guten Weg gefunden und heute ein besonderes Erfolgserlebnis gehabt.


    Der Stress ist vor allem beim und nach dem Spazierengehen und wenn ich konsequent durchsetze, was sie nicht möchte (z. B. dass sie an etwas nicht dran darf). Sie kommt seit einiger Zeit vor allem auf den Spaziergängen total unter Strom. Dabei geht es um Geräusche und Tierbegegnungen.

    Habe jetzt folgendes gemacht.

    1. Ich spiele wilder mit ihr mit dem länglichen Kong (wie mein Mann das bisher nur gemacht hat) . Wir spielen fangen, zergeln. Zwischendurch unterbreche ich und stoppe. Das klappt immer besser.

    2. Die Spaziergänge mache ich nun immer am gleichen Ort bzw variiere zwischen zwei Strecken, einmal in der Siedlung, einmal die Feld - Wald - Freilauf-Strecke. Sonst hatten wir immer sehr, sehr viele verschiedene Wege, weil ich ihr Abwechslung bieten wollte. War doof.

    Beides zusammen hat in kurzer Zeit schon viel mehr Ruhe reingebracht. Sie war die letzten Tage deutlich entspannter und hat keine Übersprungshandlungen mehr gezeigt.


    3. Nach dem Spaziergang zergeln wir bei Bedarf.


    Heute gab es auf der Abendrunde viele Eindrücke: lautes Auto, Rolladen, Fußgänger, Hunde,.. Ich hab schon die Schritte zwischen den Laternen gezählt. Aber sie hat sich super bis Zuhause benommen, ruhig und locker. Hab aber deutlich gemerkt, dass sie angespannt war. Sie ist auf ihre Decke im Wintergarten, ich konnte sie ruhig ableinen, den Kong nehmen und dann ging es richtig rund-aber super koordiniert und mit Unterbrechungen,...

    Sie war nach gut fünf Min total entspannt und jetzt hat sie sich zu mir aufs Sofa gekuschelt. Ich bin total stolz auf sie.

    So kenne ich sie auch eigentlich. Sie muss ja sonst grundsätzlich nicht ständig

    gemanagt werden. Das ist nur in den letzten Wochen wieder wie im Welpenalter schwierig geworden. Sie ist viel schreckhafter, schnell unter Strom, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, sieht Gespenster,... Durch die vermehrte Ruhe wird es jetzt hoffentlich langfristig besser.

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