Jagdverhalten - die Arbeit am eigenen Timing

  • Bei uns war das so wie du beschreibst. Von anschauen in hoher Spannung zum anschauen mit weniger Spannung und erst dann zu abwenden. Was ich sehr hilfreich fand ist füttern in die Spannung beim gucken rein. Ich hock mich also gern neben Vespa und schieb ihr Käse oder sowas ins Maul. Kauen hilft und wenn ich aufs Abwenden zu früh bestehe, baue ich wieder Spannung auf. Bei uns ergab sich das abwenden dann fast von alleine.


    Verbieten - mache ich auch erst, wenn klar ist was gefordert ist. Katzen geiern zum Beispiel, da kommt sie ins „bei mir“ und es wird verboten. Rennt aber eine über die Strasse oder so, gilt gucken kurz ja, dann abwenden. Anfangs durfte sie so lamge gucken wie sie wollte. Irgendwann konnte ich dann erwarten, dass sie abwendet. Und irgendwann konnte ich dann auch mal „hör auf“ sagen.

  • wildsurf

    Du hattest doch vor nen paar Wochen, wenn ich mich recht entsinne, nen Spaziergang mit einer Trainerin, wo es um das Thema Aufregung ging oder?

    :sweet:

    Ernstgemeinte Frage: Es ist bei den Schwalben Aufregung, die du nicht haben willst, genauso wenig wie Aufregung ohne Grund, Aufregung weil xy. Warum machst du da einen Unterschied draus? ;)


    Ich bin da ganz bei Lucy_Lou. Will ich nicht, ist also verboten.

    Kurz gucken ja, Glotzen nein.

    Hütis springen nu mal gern auf jeden Bewegungsreiz an, die kämen ja gar ned mehr ausm Glotzen und Jagen raus.

  • Die Swiffer


    Wir hatten vor ein paar Wochen das Thema mit den Mauerseglern das erste Mal. Da hattest du mir den Tipp gegeben mit dem markern wenn er sich abwendet.


    Das habe ich gemacht, das hat den Erfolg gebracht, dass er nicht mehr in die Leine jumpt, sondern auf allen vieren steht. Dass er dabei still ist. Die Aufregung ist aber noch nicht "unter Kontrolle".


    Nein, die Aufregung ist nicht die Gleiche, wie wenn er findet "und ich rege mich jetzt auf, weil ich das kann!". Dies breche ich auch ab.


    Wieso unterscheiden? Hmm 🤔 also... Jagdverhalten aus Impuls heraus abbrechen - ist das auf lange Sicht sinnvoll? muss man dann nicht immer und immer abbrechen? Lernt der Hund dabei etwas? (Ernst gemeinte Frage gell)

  • Das heisst, trotz verharren ist die Spannung schon sehr hoch.


    Daraus kann ich ja nicht direkt ins abwenden und weitergehen "hinarbeiten". Ich muss doch den Weg über das Verharren (was we zum Glück ja anbietet) und abwenden gehen.

    Ich glaub, das ist eine Typ-Frage, sowohl beim Menschen als auch beim Hund, bzw. im Zusammenspiel. Ich kenne das z.B. bei Enya nicht bei Wild (wobei ich da von Welpe an "einfach" ein No-Go setze wenn nötig , bei Wild marker und versuch ich nicht drum herum, ist einfach nicht erlaubt, aber habe halt "nur" auf Bewegungsreize reagierende Hütehunde, keine wirklichen Jagdhunde), aber bei anderen Dingen kenne ich das bei Border und Aussie. Enya neigt so auch bei bestimmen Reizen zum reinsteigern und mein Ansatz ist da mittlerweile wirklich: ist nicht! Das kann über "führt nicht zum Ziel" gehen, wenn es denn tatsächlich nicht zum Ziel führt. Also die Auseinandersetzung mit dem Reiz dann nicht mehr da ist, der also von selbst uninteressanter wird. Aber die meisten Reize lassen sich ja nicht einfach entfernen oder werden uninteressant, bloß weil man da versucht reinzumarkern oder so. Ich persönlich (!) ohne das irgendwem als die ultimative Lösung verkaufen zu wollen, bin da mittlerweile eher so: so deutlich werden, bis ich absolut die Aufmerksamkeit des Hundes habe. Der soll mich ansehen, Rute geht runter, die Spanung geht raus. Sobald der Hund merkt, ja, Mensch meint das so, wenn er mich anspricht, bekommt man so auch höhere Anspannung immer leichter in Griff, nach meiner Erfahrung. Hätte ich bei Joey gerne früher mal eingeführt :pfeif: .


    Das Problem ist ja, je höher die "Trieblage" ist, umso deutlicher muss man werden bis hin zu "nur noch managen möglich". Und ja, erst mal abgeschossen, da fängt man bestimmt nicht an, dem Hund zu erklären, er soll sich runterfahren und mir zuwenden. Und es ist ja auch Hund-abhängig, ich hab das hier so noch bei keinem der Shelties gebraucht, die sind eh im Zweifelsfall ansprechbar. Aber die Aussies und der Border hier, da ist es schon echt praktisch ein Signal zu haben (für mich, für mein Empfinden) um sagen zu können, nö, ist nicht und fahr runter. Aber mag auch wirklich der Hundetyp sein, die Hüter kriegst du übers Glotzen/sich weiter auf den Reiz fokussieren dann eher noch mehr abgeschossen. Mag bei Jagdhunde-Typen anders sein. Ich habe das auch lange nicht verstanden, wie will man Aufregung verbieten? Aber geht

  • Gerade erst gelesen (brauch immer so lang beim Schreiben...): für mich ein ganz klares Ja!!! Funktioniert, letztlich ohne immer abbrechen zu müssen:

    Jagdverhalten aus Impuls heraus abbrechen - ist das auf lange Sicht sinnvoll? muss man dann nicht immer und immer abbrechen?

    Ich verstehe was du meinst, ich gehe auch nicht über Kommandos, will nicht Reh etc. zuerst sehen müssen, noch durchdringen müssen etc. Der Hund soll das für mich bestenfalls aus seinem Impuls heraus machen. Den Impuls versuchst du ja auch aufzutrainieren, das erste was er automatisch macht bei Reizsichtung. Joey hat das so gelernt, aber Joeys Erregunslevel ist (ich denke auch gerade über diesen Aufbau) deutlich über Enyas, ohne mehr Hetztrieb zu haben. Hier mal Joey, Enya sieht man ja auf der ersten Seite hier. Da gab es kein Kommando, ist auftrainiert als Reaktion auf Reiz X und Erregung defenitiv da (Grisu ist der glotzende, wobei es mich bei ihm nicht stört):



  • Vielen lieben Dank für eure Antworten und Inputs. 🙏


    Wie gesagt, ich hab kein Thema damit, Aufregung zu verbieten. Mache ich auch, hab ich von klein an auch umgesetzt. Er kann seeehr gut toben :roll:


    Ich überlege nur - kann sein dass ich das viel zu kompliziert mache/ denke - ob es mir im Freilauf dann auch gelingt, auf Distanz etc.


    ----


    Ah ups, da war noch ein neuer Beitrag. Sorry nicht gesehen. Ach ist das mühsam am Handy :dead:

  • Ich hab mir das jetzt durch den Kopf gehen lassen.

    Und bin nach wie vor unsicher.


    Verhindert das Verbieten der Aufregung auch den Impuls, flüchtendem Wild nachzugehen?


    Und wo habt ihr das etabliert Lucy_Lou und Die Swiffer ? Mit welchen Sachen habt ihr angefangen? Das müssen ja sehr kleine Reize sein.


    Ich kann es mir gerade noch nicht so richtig vorstellen, wie so ein Aufbau konkret aussieht und was der Hund dabei auf lange Sicht lernt.


    Was ist der Vorteil gegenüber dem was zB du Die Swiffer mir empfohlen hast? Also das selber Abwenden vom Reiz markern?




    Verwirrende Sache gerade :rollsmile:

  • Wir arbeiten ebenfalls erfolgreich über die Kontrolle von Aufregung - auch am Wild.


    Du schreibst doch, dass du kein Problem damit hast, Aufregung zu unterbinden und er das auch von klein auf kennt. Dann musst du das doch nur entsprechend Umsetzen. Es ist ja kein anderer Aufbau/Umsetzung als im normalen Alltag.

  • Was ist der Vorteil gegenüber dem was zB du Die Swiffer mir empfohlen hast? Also das selber Abwenden vom Reiz markern

    Ich fahre nie nur eingleisig.

    bzw nur höchst selten.


    Ich glaube, da liegt gerade dein Denkfehler.

    :sweet:


    Das eine schließt das Andere nicht aus.

    Guckt er von selbst weg, prima. Schießt er sich hoch: Korrektur.


    Schießt er sich hoch: Korrektur. Guckt er dann weg: prima.


    Ich fange bei Aufregung im Prinzip bei allem an, was ich nicht will.

    :ka:

    Wir hatten das doch neulich erst bei den Junghunden... Da hatte ich ganz, ganz viel zu geschrieben.

    Dass ich nicht will, dass die Hütis mit ner Rute über dem Rücken durch den Wald heizen etc.

    Dass ich ein bestimmtes Niveau an Ruhe beim Rausgehen und Aussteigen will.

    Etc.


    Und dass ich eben immer zweigleisig fahre und natürlich das bestätige und forme, was ich haben will.


    Ich muss mal in den Lesezeichen suchen gehen, hatte mir den Beitrag extra abgespeichert. |)



    Edit: da


  • Die Swiffer


    Aaaah :doh: ich hab da sowas von komplett was falsch verstanden. Geschriebenes Wort und eigene Interpretation...

    Danke






    Die Kontrolle der Aufregung im Alltag läuft hier sowieso seit klein an. Das wäre sonst nicht lustig mit dem Kerl. Und nicht das was ich will. Da arbeite ich eh täglich und vielschichtig dran

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