Junghund, Beissvorfall - Analyse und Tipps erbeten

  • Guten Morgen,


    wir haben unsere Golden Retriever Hündin aus einer VDH Zucht, sie lebt bei uns seit sie acht Wochen alt ist. Sie ist jetzt sieben Monate alt, wir gehen von Anfang an in eine Hundeschule, hatten auch einmal Einzeltraining (ob wir zu Hause etwas anders machen sollen, Trainerin war aber sehr zufrieden). Sie war als Welpe schon so, dass sie getestet hat, manchmal zu übermütig, auch mit den Zähnen, aber alles im Rahmen. Bestätigt durch Trainerin und das Forum gab es dann auch mal eine deutliche Ansage und das Thema war vom Tisch. Wir haben vier Kinder.


    Gestern waren wir in der Hundeschule und aufgrund des guten Wetters danach noch im Garten. Mein Mann und ich sassen auf der Bank und Tilda bekam einen Kauknochen, einen neuen, so einen hatte sie noch nie. Zwei Kinder waren auf der Strasse und spielten, die beiden Teenager im Haus, Ein Auto fuhr vor, meine Schwester wollte etwas abholen, Mein Mann und ich gingen zur Strasse um sie zu begrüßen und quatschten noch. Plötzlich hörte ich Tilda knurren und dann aufgregt bellen. ich ging in den Garten, mein Sohn (13 Jahre) saß auf dem Boden und weinte. Er habe sich zu Tilda gesetzt und sie gestreichelt (sie hatte noch den Knochen), dann habe sie geknurrt und er dachte es sei ihr Spielknurren. Er habe sie weiter gestreichelt und dann hat sie in seine Hand gebissen und ist weggesprungen. Die Haut ist nicht verletzt worden, aber die Bisspuren waren SEHR deutlich und es war definitiv ernst gemeint.


    In ihrem Essen rumrühren, Spielzeug wegnehmen und wiedergeben, Kauknochen wegnehmen und wiedergeben gehört hier zum alltäglichen Trainingsprogramm, war nie ein Problem.


    Liegt es daran, dass er ein Kind ist? Sollte man dies auch mit Kindern üben?


    Wir haben ihr danach übrigens den Knochen weg genommen, das war wieder gar kein Problem. Mein Sohn hat sie dann gefüttert und das Essen frei gegeben, das lief alles problemlos. Eine Ansage an den Hund gab es nicht, dazu fanden wir es zu spät und wir mussten das auch erstmal verdauen.


    Pubertät? Fehler in der Erziehung? Verkettung blöder Umstände?


    Mich macht das alles sehr betroffen, mein Teenie war echt geschockt, ich auch. Es ist unser erster Hund.

  • Bringt euren Kindern bei den Hund in Ruhe zu lassen wenn er einen Kauknochen hat. Nicht jeder Hund findet das lustig.

    Bei uns heißt Kauknochen dass es dem Hund gehört und niemand daran rumfummelt, auch wenn beide meiner Hunde da überhaupt kein Problem mit haben.


    Hätte dein Hund es ernst gemeint, wäre die Haut nicht heile geblieben. Dein Sohn hat, was natürlich vorkommen kann, Signale übersehen und dann ist der Hund deutlicher geworden.

    Das ist nicht tragisch, man kann lernen seinen Hund zu lesen.

  • Guten Morgen,

    ich würde sagen, den Hund einfach beim fressen nicht stören. Dass man das übt, ist ja völlig ok, aber grundsätzlich sollten dann essen wegnehmen usw nur im Ernstfall gemacht werden. Streicheln beim Essen findet meine Hündin auch total blöd, mein Vater hat das auch mal gemacht. Es gibt eben Situationen, da möchte ein Hund nicht gestreichelt werden.

    Sie hat ja mit Knurren ausreichend gewarnt, dass sie das nicht möchte, aber es wurde nicht reagiert. Der Knochen wird ihr auch sehr wichtig gewesen sein.

    Was bedeutet genau, ihr rührt im Essen rum?

  • Vllt. habt ihr das Futtermanipulationstraining übertrieben und gerade dadurch erst die Notwendigkeit zur Ressourcenverteidigung beigebracht.


    Wenn der Hund warnt - Knurren - dann muss das ernstgenommen werden,


    Bei Fütterung und Knabberkram den Hund immer in Ruhe lassen. Falls nötig, tauschen, aber nicht einfach wegnehmen oder bedrängen.

  • Naja, das ist einer der Gründe warum man Kinder und Hunde nicht alleine lassen soll.


    Der Hund hatte seinen Knochen und ist jetzt in einem Alter wo er langsam älter und auch im Kopf reifer wird. Vielleicht sah er deinen Sohn einfach als jemanden der Übergriffig den Knochen wegnehmen wollte.


    Eine Regel solltet ihr fest einführen: Wenn ihr nicht dabei seid, kein Kontakt zum Hund. Und wenn doch beim Knurren zurückziehen egal ob man glaubt es ist Spielknurren.


    Euer Hund hat nicht richtig gebissen sonst wäre Blut geflossen. Das war ein abschnappen (das hinterlässt auch Spuren, aber außer einem Schrecken und paar Tagen Schmerzen eher wenig). Ihr könnt euch das so vorstellen:


    Hund hat Knochen, alles gut. Sohn kommt näher, Hund wird misstrauisch. Sohn beginnt Hund zu berühren, Blick ändert sich, eventuell auch lecken oder sonstige Beschwichtigung die Kinder nicht wahrnehmen. Hund beginnt zu Knurren, aber Kind macht immernoch weiter. Dann ist aus Sicht des Hundes ein abschnappen die sinnvollste nächste Stufe mit der er sagen kann „Mensch lass es endlich!“


    Das heißt nicht dass dein Kind schlecht mit dem Hund umgeht oder der Hund ein Problem hat. Ich hatte als Kind auch Erfahrungen mit Hunden und wurde dennoch mal von einem Schnauzer gebissen/abgeschnappt weil ich einfach Signale falsch eingeschätzt habe.


    Das mit dem im Essen rumrühren usw hatten wir bei unseren Hunden nie gemacht, da wir befürchteten uns damit Ressourcenprobleme heranzuziehen. Beim Essen oder kauen sollte der Hund einfach in Ruhe gelassen werden. Wenn der Napf leer ist, warten bis der Hund fertig ist und entweder weggeht oder den Napf langsam nach oben (nicht zu sich selbst ziehend) vom Platz wegnehmen wenn man ihn reinigen will.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Und Knurren bitte nicht verbieten. Ein Hund der gelernt hat dass er beim Knurren welche auf den Deckel bekommt knurrt irgendwann nicht mehr sondern hackt gleich zu.

  • Ich frage mich, warum Ihr den Hund nicht in Frieden fressen und seine Knochen kauen lasst.


    Meiner Ansicht nach werden Hunde heutzutage schier zu Tode geregelt.


    Ihr habt kein Rudel Schlitten- oder jagdlich genutzte Laufhunde im Zwinger, die gemeinsam gefüttert werden und wo Fressen erst nach Kommando evtl. sinnvoll ist, damit jeder genug bekommt, sondern einen einzigen Junghund im Haus, warum muss der warten, bis sein Fressen "freigegeben" wird?


    Fressbares ist bei vielen Hunde eine wichtige Ressource, und es ist nicht außergewöhnlich, dass ein so hochsoziales Tier wie ein Hund mit feinen Antennen für soziale Gefüge sehr wohl unterscheidet, wer an diesem offensichtlich so wichtigen Knochen rumregeln darf und wer nicht.


    Ich würde es verbuchen als "dumm gelaufen, da müssen wir dazulernen" und den Hund künftig in Ruhe kauen lassen.


    Und auch diese dämliche Fressensfreigabe - sorry, aber so empfinde ich es, weil es dafür keinen vernünftigen Grund gibt - einfach lassen.


    Caterina

  • Uns wurde gesagt, dass der Hund halt lernen soll, dass es nichts Schlimmes bedeutet, wenn der Mensch ans Essen geht. Das bedeutet wir haben immer mal zusätzliches in den Napf gegeben und dabei kurz das Futter umgerührt.

    Beim Zergeln üben wir das "Aus" und geben es dann wieder, Kauartikel nehmen wir weg, wenn sie zu klein werden, aber zu groß zum Schlucken (sie schluckt leider sehr große Stücke und hat sich einmal fies verschluckt dabei). Das war alles bisher nie ein Problem. Sie hat uns auch Knochen oder Holz gebracht zum Festhalten, damit sie besser drauf kauen kann. Diese Ressourcenverteidigung kam also aus heiterem Himmel.


    Kinder und Hund nicht alleine lassen: Darum habe ich die Situation ja so genau beschrieben, er war im Haus und kam dann raus als ich mit dem Rücken zum Haus stand. Mit 13 ist er ja auch nicht mehr ganz klein.

  • Sie kann gerne in Ruhe ihren Knochen fressen, nur hat es sie bisher nie gestört, wenn jemand dabei war. Fressensfreigabe, wir fanden es nicht so angenehm den Hund schon halb im Napf zu haben, bevor dieser am Boden steht. Wir provozieren das auch nicht und zögern es raus, ich stelle den Napf ab und sage "Bitte". Den nehmen wir auch nie weg.

  • Übertreibt es nicht mit dem meine Ressourcen, deine Ressource. Man will immer alles perfekt machen und neigt dann doch zu Übertreibungen. Dein Hund weiß genau ob er ein Kind vor sich hat oder einen Erwachsenen. Die Kinder müssen einfach lernen den Hund in Ruhe zu lassen bei sowas, das sollte in dem Alter ja auch kein Problem sein.

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