Hündinnen nach 10 Jahren plötzlich Feinde?

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    Liebes Dogforum,


    erstmal vielen Dank für die Aufnahme.

    Ich habe mich entschieden, mich Hilfesuchend an euch zu wenden, weil ich in der Vergangenheit schon über Google die hilfreichsten Beiträge in diesem Forum gelesen habe.


    Der Text ist ganz schön lang geworden, aber ich möchte, dass sich Außenstehende ein möglichst gutes Bild von der Situation machen können.


    Folgende Situation:

    Ich habe zwei Hündinnen.

    Kira, 13 Jahre und ein Collie-Belgischer Schäferhund Mischling, kastriert, kam mit 1 Jahr zu mir


    Ronja, 10 Jahre und ein kleiner Schäferhund, nicht kastriert, wird nur sehr selten läufig (bisher höchstens 5 mal), kam mit 6 Monaten zu mir


    Als Ronja frisch zu uns kam, hat sie sich stark nach Kira orientiert. Ronja war erst etwas unsicher, im Kiras Gesellschaft fühlte sie sich aber sicher, weil Kira Sicherheit vermittelt hat. Also folgte sie ihr auf Schritt und Tritt. Mit zunehmendem Alter und eigenständiger Sicherheit entfernten sie sich voneinander. Sie lebten friedlich miteinander. Das war es aber auch schon. Jede machte ihr Ding, sie akzeptierten sich total, wurden aber nie richtige Freunde. Ärger gab es so gut wie nie.


    Nur wenn Ronja mal läufig war, krisselte es etwas zwischen den beiden. Kira versuchte Anspruch auf Ronja zu erheben, ging dazwischen wenn sie Kontakt mit anderen Hunden hatte usw. In der Zeit gab es auch im Haus Streitigkeiten im Spielzeug, Plätze etc. Also trennte ich sie zu Zeiten von Ronjas Läufigkeit so gut es ging. Danach war alles wieder wie vorher.


    Beide sind, was ihre Aktivität betrifft, ziemlich unterschiedlich. Da es Zeiten gibt, zu denen ich beiden nicht gut gerecht werden kann, hat Kira ein Pärchen, bei dem sie manchmal für ein paar Tage wohnt.

    Das klappt fantastisch. Wenn ich beruflich mehr eingespannt bin, ist Kira bei ihrer Pflegefamilie und Ronja kann ich mitnehmen. Das würde mit beiden nicht gehen und ich müsste sie viel allein lassen.


    Jetzt wurde Ronja wieder läufig, die üblichen Zankerein begannen und ich gab Kira für 9 Tage zu ihrer Pflegefamilie.


    Als Kira zurück kam, war Ronjas Läufigkeit soweit überstanden. Der gemeinsame Weg nach Hause war wie gewohnt. Doch im Haus angekommen merkte ich schnell, dass hier etwas gar nicht stimmt. Sie fingen an, sich von Liegeplätzen wegzuknurren, Spielzeug wurde verteidigt. Ich sprach ein Machtwort, Spielzeug kam weg und wies beide zurecht. Dann war erstmal Ruhe.

    Ich musste sie die Tage kurz allein lassen und als ich wieder kam, lag überall Fell rum. Sie haben sich geprügelt und das wohl ganz schön doll. Sie gönnen sich überhaupt nichts mehr, kommt eine in die Nähe der anderen, wird sofort geknurrt. Auch als ich einmal unter der Dusche war, haben sie sich nochmal geprügelt. Keine Ahnung, worum es ging, denn ich habe alles entfernt, worauf eine Anspruch erheben könnte. Es ist zum verzweifeln!!!

    Draußen sind die beiden eigentlich wie immer. Wobei ich auch sagen muss, dass Kira an der Leine läuft, Ronja aber nicht.


    Ich habe jetzt 6 Tage versucht Frieden zu stiften. Erfolglos. Nach Beratungen mit einer Trainerin, mit der ich früher viel mit den Mädels gearbeitet habe, fiel die Entscheidung, Kira erstmal wieder zu ihrer Pflegefamilie zu bringen. Da ist sie seit vorhin. Ziel war erstmal, die Dynamik zu unterbrechen, damit Dia Situation sich nicht weiter verhärtet. In der Zeit kommen alle Ressourcen weg und was bleiben muss (Betten, Näpfe...) werden neu angeschafft. Das alte kommt weg. Ronja werden möglichst alle Ressourcen entzogen und ich bin Boss...mehr denn je.

    Auch Ronja wird vor Kiras Rückkehr gebadet, die Bude ordentlich geputzt.

    Das wieder treffen wird dann gestaltet wie eine klassische Zusammenführung. Zu Hause dann Plätze und Näpfe ganz klar zugeordnet. Spielzeug und so gibt's im Haus erstmal nicht.


    Ja, das ist der Plan.


    Meine große Sorge ist, dass da nun echt viel dran hängt und ich habe große Angst, etwas falsch zu machen oder zu versäumen.


    Deswegen hier mein Hilferuf. Bitte sagt mir, was ihr dazu denkt, gebt mir Ratschläge. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und was hatte Erfolg?


    Ich bin dankbar für jede Meinung!!!

  • Anstatt die Hündin wegzugeben, wäre es von der ersten Stunde an sinnvoller gewesen sie zu erziehen. Jetzt kommen vermutlich noch die ersten Altersschmerzen obendrauf, da ist es nicht ungewöhnlich, dass es komplett eskaliert.

  • Ich musste sie die Tage kurz allein lassen und als ich wieder kam, lag überall Fell rum.

    Ich würde die Hunde, sobald du das Haus verläßt, räumlich trennen. Das kann sonst mal übel enden.

    Wenn du zuhause bist, jede Unstimmigkeit der Damen sofort unterbrechen.

    Es muß aber einen Grund geben für diese plötzliche Unverträglichkeit. Ich würde beide Hunde tierärztlich durchchecken lassen, nebst Blutbild.

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  • Wenn Hündinnen sich einmal richtig auf einander eingeschossen haben, kannst du es meistens vergessen. Du wirst das höchstens über dauerhaftes Management hinbekommen (heißt Maulkorb, enge Führung im Haus und absolutes Trennen, wenn du nicht anwesend bist, auch nicht, wenn du nur kurz zur Tür gehst oder ähnliches) und dabei bleibt immer ein gewisses Risiko.


    Allerdings möchte ich auch den gesundheitlichen Aspekt ansprechen: sicher, dass bei Beiden Hunden gesundheitlich Alles im grünen Bereich ist?

  • Danke für die Antworten.

    Also gesundheitlich ist alles super. Ich hatte beide erst wegen einer anderen Sache komplett durchchecken lassen, inkl. Blutbild.


    Wenn ich beide zusammen habe und nur die kleinste Anfeindung stattfand, habe ich sofort eine Ansage gemacht. Sie legen sich dann entfernt voneinander und dann ist auch erstmal Ruhe. Allerdings nicht lange. Sie bewegen sich natürlich im Raum auch und wenn dann eine der anderen zu Nahe kommt, entsteht sofort wieder Spannung, auch wenn sie sich dann nicht trauen, etwas zu tun, weil ich meine Aufmerksamkeit auf ihnen habe.

    So lief das jetzt eine knappe Woche, bis ich entschied, Spannung rauszunehmen, in dem Kira ein paar Tage weg ist. So können beide auch mal wieder zur Ruhe kommen. Dann hoffentlich eine friedliche Zusammenführung.


    Echt schwierig.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich hab jetzt hin und her überlegt, ob ich es schreiben soll. Aber ok, besser als Miesepeter abgestempelt als hinterher bereut:


    Hündinnen neigen oft dazu, in ihren Feindschaften wesentlich kompromissloser zu sein als Rüden. Von daher hast du im Grunde noch Glück gehabt, dass sie sich bisher "nur" gekloppt haben. Solltest du dich also zur erneuten Zusammenführung entscheiden, dann besteht die Möglichkeit, dass die beiden Damen dauerhaft mit der Feindin im Haus leben müssen. Und für dich bedeutet das, die beiden bitte nie, nie unbeaufsichtigt zusammen zu lassen! Und immer schön deine Antennen auf Empfang haben, um aufkommende Spannungen im Ansatz unterbinden zu können. Denn zwei Hündinnen im Ernstkampf trennen zu wollen ist ein enorm gefährliches Unterfangen. Ich weiß selbst von Zwerghundbeißereien, die beim Trennen fast einen Finger gekostet hätten (der Biss ging bis auf den Knochen, und der war angebrochen).


    Da die beiden, wie du schreibst, nie wirklich Freundinnen waren, solltest du dir vielleicht überlegen, ob vielleicht nicht mit einer Trennung allen - außer vielleicht dir... - am meisten gedient wäre. :( : :streichel:

  • Danke, dass du dich noch überwunden hast. Wer ehrlich sagt, was er denkt, ist nie Miesepeter. Ich habe ja genau darum gebeten.


    Argumentativ nachvollziehbar und zum Wohle der Hunde, trotz Herzschmerz meinerseits, denkbar.


    Aber erstmal...noch Tipps für die Zusammenführung oder Ideen zur Vorbereitung der Wohnung etc?

  • Was denkt ihr...sollten wir uns bis zur Wiedervereinigung treffen, auf neutralem Boden und draußen?

    Oder beiden den Abstand für ein paar Tage auch gönnen, um zur Ruhe zu kommen und Spannung abbauen zu lassen?

  • Begleitet die Trainerin das erste Zusammentreffen der beiden?

    Möglichst ja. Sie lebt leider nicht mehr in der Stadt. Allerdings haben wir mit ihr, seit die Hunde jung waren, sehr viel gearbeitet. Sie kennt die beiden sehr gut. Sie versucht sich frei zu machen.


    Ich könnte natürlich auch auf eine neue Trainerin zurückgreifen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das Sinn machen würde.

    Eher lasse ich mich von meiner Trainerin im Vorfeld nochmal fit für die Situation machen.

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