Blinder Hund und Angst vor Berührung - wie trainieren?

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    Hi Fories,


    ich habe hier einen Pflegi aus Ungarn zu sitzen, 4 Jahre, männlich.


    Angekündigt als angstaggressiv gegen Menschen, lässt sich nicht anfassen, beißt und schreit.


    An Tag 2 hat sich herausgestellt, dass er blind ist. Er kann sich aber sehr gut orientieren, läuft selten irgendwo gegen. Mit meinen Hunden ist alles super, und auch bei mir ist er zusehends entspannt, weicht weniger aus, kann auch in direkter Nähe Leckerchen suchen, schlafen, fressen. Berühren darf ich ihn aber auf keinen Fall, dann wehrt er sich. Ich bedrängen ihn natürlich nicht.


    Normalerweise wäre meine Strategie, die Hand im Wohlfühlabstand hinzuhalten und zu markern. Nach und nach Abstand verringern, immer so, dass es ok ist, immer mit Ankündigung. Aber nun kann er ja nicht gucken und sieht logischerweise die Hand auch nicht.


    Ich denke jetzt über eine akustische Hilfe nach, die die Hand mit ankündigt. Oder fällt Euch noch was ein?


    Danke und LG

  • Huhu :winken:


    Ich kann mir jetzt auch bloß vorstellen, erstmal ein akustisches Signal zu konditionieren. Und dann kleinschrittigst die Berührung von hinten mit einem Hilfsmittel zu trainieren...


    Soll der Hund denn eigentlich vermittelt werden?

  • Hi du,


    er soll grundsätzlich vermittelt werden, hat aber alle Zeit der Welt dafür, und wenn ich ehrlich bin, hab ich mich schon längst verliebtheart-eyes-dog-face Mich stört die Blindheit nicht, aber er müsste sich dann irgendwann schon anfassen lassen.


    Wie meinst du "von hinten"? Selbst hinterm Hund stehen?

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  • Bloß nicht von hinten. Ich würde ihm die Hand vor die Nase halten, damit er sich über den Geruchssinn orientieren kann. Leckerchen aus der Hand geben, während er aus der Hand frißt, mit den Fingern vorsichtig unter dem Kinn berühren.

    Er braucht aber sicher viel Zeit, um Vertrauen zu fassen.


    LG,Gisela

  • Möglicherweise einen Gummihandschuh ausstopfen ( mit Watte oder so) und an einem Stock befestigen.

    Mit Leberwurst beschmieren und das -darauf zu Bewegen klickern.

    Wenn er bei Dir ist- Wurst abschlabern lassen.

    Mit der Zeit, mit dem Handschuh ,mal an die Wange ( vom Hund) kommen.

    Also ganz kleinschrittig aufbauen.

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  • Mein Kiro war bereits taub, bevor er auch blind wurde. Er war auch immer handscheu.


    Da blieb nur "ich bin dir ganz nahe" mit Hand vor seiner Nase zu gewöhnen, damit er nicht vor Schreck losschreit.

  • ich würde mir was ans Handgelenk binden, kleine Glöckchen oder so, was halt eigentlich immer ein kleines Geräusch macht, so daß er auch wissen kann, wo sich deine Hand befindet.

    Wenn er sich aus der Hand schon füttern läßt und bei Dir auch schon ruhiger wird, würd ich schaun, wie er sich entwickelt und ob ihm das ruhiger werden hilft bei Berührung.

    Ich finde es bei so speziellen Fällen nicht möglich, einen Ratschlag zu geben, manchmal hilft "der kalte Sprung ins Wasser", manchmal brauchts die kleinsten Schritte, dazu muß man den Hund aber erleben

  • Danke für Euren Input.


    Ja, ein befreundeter Trainer guckt ihn sich auch mal an. Gemeinsam überlegen ist immer gut


    Cindychill Er nimmt noch nicht zuverlässig aus der Hand, sondern erschrickt sich vor der Hand. Lasse ich das Leckerchen fallen, sucht er ewig danach, was bei Konditionierung irgendwie blöd ist. Der Sprung ins kalte Wasser wird mE nicht funktionieren, weil man ihn in Ungarn so "überfallen" hat und er dann entweder geschnappt hat oder eingefroren ist. Berührung verknüpft er mit unangenehm und wahrscheinlich unvorhersehbar wegen der Blindheit. Er hat monatelang in einem Käfig gehockt, weil sich niemand an ihn herantraute. Davor soll er schwer misshandelt worden sein.


    Mausi: Das ist ne super Idee, ihn zu mir zu locken, dann fühlt er sich nicht so hilflos. Danke dafür!!!

  • Das mit dem Glöckchen könnte nach hinten losgehen, meine blinde Hündin war davon extrem irritiert und regelrecht verstört - und die war mit mir und der Umgebung total vertraut.


    Ich habe da viel bessere Erfahrungen mit der Stimme gemacht, zumal man die ja gut der Situation anpassen kann. Ich hab mir also angewöhnt, einmal vor mich hin zu singen oder zu summen, damit der Hund immer wußte, wo ich war (das war draußen ganz wichtig), und zum anderen Handgriffe wie Anfassen oder Hochheben des Hundes immer mit dem gleichen Wort zu belegen, so dass das Tier wußte, was anstand und sich nie buchstäblich blindlings überfallen fühlte.


    So würde ich das mit der Hand jetzt auch einführen: immer dasselbe Wort bei jeder vorsichtigen Annäherung, möglichst mit was Leckerem, bis der Hund verstanden hat, was jetzt kommt, und dass da nichts Böses passiert. Eventuell - das war ein Tip ,den wir damals bekommen haben - könntest du das auch noch mit einem Geruch unterstützen, dir also zum Beispiel ein bißchen Leberwurst oder Fischöl auf die Hand reiben. Das habe ich allerdings selber nicht ausprobiert, weil wir schon mit Worten allein gut klarkamen.

  • Ich finds gut, wie Du da rangehst.


    Mit Ankündigung ist wohl mit das Wichtigste.

    Aber man muss dem Kerle ja auch irgendwie vermitteln, dass der allergrösste Teil der Berührungen durch Menschen, angenehme Berührungen sind.


    Ich hab als Tierphysio bei TS-Hunden, die auch sehend so ähnlich reagiert haben, wie Deiner, tatsächlich anfangs eine Feder genommen. Und die an "leichteren" Körperstellen angefangen. Am Vorderbein z. B., das ist nicht ganz so "privat" wie andere Körperteile. Das konnten sie anfangs leichter "ertragen" (mehr war das aber auch wirklich nicht), bis sie ganz allmählich Vertrauen fassen konnten. Und auch dann ist die Rückseite eines (!) Fingers immer noch weniger als gleich die ganze Hand. Auch die Handrückseite ist oft "leichter" als die normale Handhaltung.

    Leberwurst-Tube zum Schleckern würde mir noch einfallen. Da ist die Hand geruchlich schon recht nah am Hund, aber immer noch die Tube mit dem Leckerzeug dazwischen.

    Adaptil-Spray auf der Hand wäre auch noch ein Ansatz. Das funktioniert bei Katzen mit dem Feliway-Zeugs auch oft sehr gut.


    Ich würde aber tatsächlich darüber nachdenken, ob der Kerle nicht professionelle Unterstützung durch einen Fach-TA für Verhaltenskunde brauchen könnte, der ihm z. B. mit angstlösenden Medikamenten den Einstieg in sein neues Leben erleichtern kann.

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