Verhalten Erst- und Zweithund

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    Hallo ihr lieben Hundefreunde!


    Vielen Dank für die Aufnahme im Forum, ich benötige eure Hilfe und Meinungen und bin über Denkanstöße sehr dankbar.


    Seit 6 Jahren habe ich meinen Hund Puma. Er ist mir im Griechenland Urlaub zugelaufen und war sofort mein Seelenhund.


    Vor 4 Wochen habe ich im Internet eine Anzeige gesehen in der jemand eine 2 Jährige Hündin abgeben möchte. Auf den Fotos habe ich direkt den schlechten Zustand gesehen und bin dort hin gefahren um sie mir anzusehen.

    Dort lernte ich Maja kennen, eine 2 jährige Border Collie-Hovawart Mischlingshündin.

    Sie war sehr verängstigt, extrem untergewichtig und ungepflegt.


    Obwohl ich mir schon Gedanken über einen 2. Hund gemacht hatte, dies allerdings auf nächstes Jahr verschieben wollte (nach dem Hausbau) konnte ich Maja dort nicht lassen. Also wollte ich sie erstmal aufnehmen, sehen wie es läuft und sie gegebenenfalls weitervermitteln. Hauptsache erstmal weg von dort.


    Mit meinem Puma hat sie sich verstanden, es kam zumindest nicht zu Reibereien. Also habe ich Zuhause alles hergerichtet und die Hündin am nächsten Tag abgeholt.


    Laut Tierarzt hat sie 10 Kilo Untergewicht ( bei einem Stockmaß von 58cm wog sie 13 kg) und hat keinerlei Laufmuskulatur. Sie war nicht geimpft, gechipt, entwurmt oder sonstig medizinisch versorgt worden.

    Da noch weitere Hunde und mehrere Katzen bei ihrer Vorbesitzerin gewohnt haben, habe ich das Veterinäramt angerufen die sich um die anderen Tiere kümmern wollten.


    In den ersten Tagen hatte sie Angst vor schnellen Bewegungen durch mich oder meinen Mann, sie winselte direkt und verzog sich mit eingezogenem Schwanz in eine Ecke. Auch die Tierärztin geht von häufigen Schlägen auf den hinteren Rücken aus.


    Knapp 5 Tage nach Einzug wurde sie läufig, was meinem kastrierten Puma sehr gefallen hat. Sie haben viel miteinander „getänzelt“ und gespielt. Der Futterneid der ersten Tage war auch schnell vorbei.

    Sie zeigte eine Woche nach Ankunft keine Ängste mehr, ist ein toller, gehorsamer Hund geworden. Begrüßt Besucher und hat schnell an Gewicht zugelegt. Auch ihr Geschäft kann sie beim Spaziergang verrichten, nicht mehr konsequent in den Garten.

    Ich war mir kurze Zeit sicher, dass wir ein tolles 3er Team werden würden.


    Jetzt ist Maja nicht mehr läufig, allerdings hat sich das Verhältnis zu Puma jetzt auch geändert. Sie spielen im Haus und Garten gar nicht mehr, draußen kurz allerdings hat jeder seine eigene Art zu spielen und so rennt sie Puma mehrmals um, treibt ihn in eine Ecke. Er kläfft die dann weg.

    Auch in der Wohnung drängt sie ihn weg. Legt sich provokant in sein Körbchen sobald er wo anders liegt.


    Jetzt ist ein kleiner Aufmerksamkeitsstress aufgekommen. Sonst liegt Puma meist alleine in seinem Körbchen im Schlafzimmer, weil er einfach müde vom Spaziergang ist. Jetzt kommt er jedoch auch immer mit aufs Sofa, wenn ich mit Maja dort bin.

    Sobald ich aufstehe und ein Hund mit mir kommt, springt der andere auf und rennt hinterher. Streichle ich Puma drückt sich Maja gegen meine Hand. Versuche ich mit dem einen zu üben oder mich zu beschäftigen, springt der andere auch sofort auf.


    Irgendwie habe ich das Gefühl Puma ist unglücklich und gestresst mit der Situation.

    Jetzt überlege ich, ob es nicht besser wäre doch eine andere Familie für Maja zu finden in der sie als Einzelhund die volle Aufmerksamkeit bekommt.

    Allerdings ist Maja ziemlich auf mich fixiert. Sie mag andere Menschen und freut sich auch über diese, allerdings bin ich ihre Bezugsperson. Mein Mann darf sie noch nicht am hinteren Rücken oder Schwanz anfassen. Bei mir ist dies alles kein Problem mehr.

    Manchmal weint sie wenn sie alleine ist. Für 2 Stunden war sie letztens bei meiner Schwester. Dort konnte sie abgelenkt werden, allerdings ist sie immer wieder zum Fenster oder der Türe gelaufen um zu weinen.


    Es tut mir so leid, wenn ich sie jetzt wieder weg geben würde. Aber Puma ist mein Ersthund und wenn es ihm nicht gut geht mit der Sache, dann kann ich nicht anders.


    Was denkt ihr? Interpretiere ich das falsch?

    Was würdet ihr machen?

    Vielen Dank fürs lange Lesen und schon mal Danke für all eure Antworten!


    Liebe Grüße Kathi

  • Weißt Du, wie Du die Interaktion der beiden Hunde regulieren kannst? Der Konflikt wird sich nicht von alleine lösen, sondern allenfalls ausbrechen. Schlussendlich wirst Du die Hunde anleiten müssen, wie sie sich untereinander und Euch gegenüber zu verhalten haben.


    Heißt: Jeder hat seinen Platz, sei; Recht, sich in der Wohnung zu bewegen und seine Kuschelzeit mit Dir. Wer anfängt zu stänkern, drohen, mobben, drängeln, fixieren, bewusst demonstrativ mit einem Beutestückchen zu paradieren oder allgemein Unruhe zu verbreiten, darf den Raum verlassen oder sich auf seinen Platz zurückziehen. Wenn ein Hund gerade Aufmerksamkeit bekommt, hat der Andere Pause, ist dann später aber auch an der Reihe. Das Ganze nicht aufgeregt oder hektisch, sondern ruhig und souverän.


    Kein Spielzeug zu freien Verfügung liegen lassen. Jeder geht nur an seinen Napf, Futter wird zu festen verläßlichen Zeiten zugeteilt, die Hunde dürfen dann aber in Ruhe fressen.


    Ich würde sie tatsächlich erstmal auch nicht mehr unbeaufsichtigt alleine lassen bzw. sie nicht ihre Beschäftigung im Garten selbst suchen lassen, sondern auch draußen steuern. Gibt es etwas, was Du mit Deinem Ersthund übst? Wie laufen denn Eure Spaziergänge?

    An Deiner Stelle würde ich mir vorab einen guten Hundetrainer ins Haus holen, der sich die Zwei mal in Euren vier Wänden anschaut und Eure neue Hündin und das Verhältnis der beiden anschaut.


    Ich drücke mal die Daumen.

  • Ich kann mir vorstellen, dass sie scheinschwanger ist, die Zeit würde passen. Da sind Hündinnen teils sehr zickig gegenüber anderen Hunden und teils sogar gegenüber Menschen.

    Ich würde daher noch abwarten bis mind. 10-12 Wochen nach der Läufigkeit um sind, dann sollte sie wieder "normal" werden falls ihre Verhaltensveränderungen nur von der Scheinschwangerschaft kommen.

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  • Ich glaube nicht, daß Du zwangsläufig den zweiten Hund abgeben mußt.

    Allerdings, ich, an Deiner Stelle, würde auch da klare Grenzen setzen wollen.


    Streichele ich Hund A, dann hat B dort nichts zu suchen!

    Also wird B weggeschickt.

    Später ist B dran, und dann wird A halt weggeschickt.

    Wenn der jeweils andere Hund nicht stört, darf er sich gerne in meiner Nähe aufhalten, aber es wird der eine Hund nicht weggedrückt, oder sich dazwischen gedrängelt.

    Ich rufe die Hunde, und bestimme, wen ich gerade streicheln will.




    Genauso ist es beim Training.

    Ich habe auch zwei Hunde. Wenn ich mit der einen trainiere, hat die andere zu warten! Beide kommen dran, beide dürfen mit mir üben, für beide mache ich das Training nach ihren Bedrüfnissen und Leistungsstand angepaßt, und das Warten gehört auch dazu.


    Klar, am Anfang ist es etwas schwieriger, aber wenn man konsequent bleibt und es immer wieder einfordert, bzw. man kann ja auch mit einer Leine verhindern, daß der Hund, der gerade warten muß, seinen Platz verlassen und somit stören kann, kommt das mit der Zeit auch.




    Das gleiche ist mit der Platzwahl. Ich würde ja einige "Angebote" in Form von Decken, Kissen, Körbchen (wie es halt paßt und einem gefällt) bereitlegen - sofern es der Raum platztechnisch gesehen auch zuläßt.

    Wenn die Hunde mehrere Möglichkeiten haben, und diese auch nutzen, würde ich mal schauen, wie sie es "lösen". Wenn beide Hunde zur Ruhe kommen können, sogar schlafen - egal, ob zusammen auf einer Decke, oder getrennt - ist es ja okay.

    Verscheucht aber immer Maja immer den Puma von seinem Platz, egal wo und sobald er es sich gemütlich gemacht hat, dann würde ich da auch mal ein Machtwort sprechen.

    Sprich, der Maja verbieten, den Puma derart zu "belästigen", und ihr dann einen festen Platz zuweisen.

    Dann sollte sich das mit der Zeit auch wieder legen!




    Erwachsene Hunde müssen nicht immer "spielen". Manche tun es tatsächlich noch ganz gerne, aber meist mit ausgesuchten Hunden.

    Die Anführungszeichen deshalb, weil es nicht immer ein "Spiel" ist ;)

    Bzw., nicht jeder Hund empfindet das "normale Spielen" von einem anderen Hund ebenfalls als ein Spiel.

    Das würde ich dann unterbinden wollen :ka:

    Spätestens dann, wenn ich merke, daß sich "der Spielpartner" eben nicht dabei wohlfühlt.

    Schöne Grüße noch

    SheltiePower

    In ewiger Erinnerung: Cheyene


    Fehler sind hervorragende Lehrer, wenn man ehrlich genug ist, sie sich einzugestehen, und gewillt, aus ihnen zu lernen.        Alexander Solschenizyn

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Zunächst finde ich es gut, dass Du nicht die Augen vor der Lebenssituation der Tiere im alten Zuhause verschlossen hast und aktiv wurdest.


    Aber: Ich frage mich die ganze Zeit, warum Du den Neuzugang nicht erziehst. Die Hündin dürfte ziemlich gestresst sein von Deinem, ich sage mal, "freiem" Lebensstil. Das kann ein solcher Rassemix nicht aushalten. Die Umwelt dann bald auch nicht mehr.


    Wenn Dir Erziehung nicht so liegt, dann wäre es wohl besser jemanden zu suchen, der der Dame Grenzen aufzeigt und sie ihrem Rassemix entsprechend durchs Leben führt.

  • und so rennt sie Puma mehrmals um, treibt ihn in eine Ecke. Er kläfft die dann weg.

    Auch in der Wohnung drängt sie ihn weg. Legt sich provokant in sein Körbchen sobald er wo anders liegt.


    Sobald ich aufstehe und ein Hund mit mir kommt, springt der andere auf und rennt hinterher. Streichle ich Puma drückt sich Maja gegen meine Hand. Versuche ich mit dem einen zu üben oder mich zu beschäftigen, springt der andere auch sofort auf.


    Allerdings ist Maja ziemlich auf mich fixiert.


    Manchmal weint sie wenn sie alleine ist. Für 2 Stunden war sie letztens bei meiner Schwester. Dort konnte sie abgelenkt werden, allerdings ist sie immer wieder zum Fenster oder der Türe gelaufen um zu weinen.

    Der Hund verwaltet seine "Lieblingsspielzeuge" - also vor allem Dich! - und auch Deinen zweiten Hund, wie es ihm gefällt. Er drängelt weg, darf schön bei Dir kleben, stalkt Dich, benutzt den anderen Hund wie es gefällt.


    Das ist unerzogen! Hoch drei!

  • Okay - hier gibt es keine gegenseitige Napfkontrolle, das gäbe Stress.


    Das mit den täglich wechselnden Runden würde ich gerade bei einem unsicheren Hund als Allererstes streichen. Eher erstmal feste Routinewege in Nähe des Zuhauses, damit sie Sicherheit in ihrer Umgebung bekommt. Das kann man ausweiten, aber langsam. Bei Wachhunden wird von festen Wegen üblicherweise zwar eher abgeraten, aber in diesem Fall ging mir Stabilität und Sicherheit vor.


    Hat Deine Hündin einen festen Ruheplatz, den sie auch akzeptiert? Da würde ich Deckentraining aufbauen. So dass sie da auch mal liegen und entspannen kann, auch wenn Du Dich mit Puma beschäftigst.


    Zum Thema „Hinten anfassen durch Deinen Mann“: Ich würde nur ganz ruhig und konsequent für die nötigen Verrichtungen anfassen, das aber einfordern. Streicheln und Kontakt, wenn sie es anbieten und Ihr es wünscht. Extra „Abtasten“ trainieren würde ich an der Stelle Deines Manns noch nicht. Sie ist ja erst 4 Wochen bei Euch und in komplett andere Lebensumstände geraten. Da gibts schon sehr viel zu verarbeiten.

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