Vanessa Bokr - Meinungen und Erfahrungen
-
Gast67804 -
11. Februar 2019 um 09:49
-
-
Ich kann ja mal kurz die Lebensumstände des Hundes beschreiben, mit dem ich aufgewachsen und der als sehr gefährlich galt.
Erstmal wurde die zwingeranlage umgebaut um die Möglichkeit zu geben, den Hund mit Schiebern zu händeln. Dann wurde der Garten bzw. Auslauf erhöht und oben nach innen geneigt. Zudem kamen zwei Reihen stomführender Stacheldraht oben drüber und untergrabungsschutz in die Erde.Sozusagen Fort Knox.
Die umumstössliche Regel war, war sein Mensch nicht da, durfte er nicht aus dem Zwinger oder Auslauf geholt werden. Futter wurde jahrelang über klappen geregelt.
Maulkorb war ein definitives muss, immer wenn sich der Hund in der Öffentlichkeit/außerhalb von Zwinger/Auslauf bewegt hat, dazu ein endloswürger und eine Kette, am Anfang eine kralle, statt Kette.
Übers Training mit ihm kann ich nicht viel sagen, aber er lernte, dass sein Einsatz der Zähne ihn nicht ans Ziel brachte und er kam dann mit seinem Menschen irgendwann wieder zurecht.
Er lebte halbwegs verträglich mit 2 starken (mental und körperlich) Hunden zusammen. Tötete aber auch einen Hund bevor er zu uns kam.
Er bekam ein sportliches Ventil für seine bis zum Schluss vorhandene übersteigerte Aggression und da war er gut, aber schwierig.
Er war ein kotzbrocken mit tausenden von triggern und hunderten von aussbrüchen.
Er war ein 40 kg schwerer DSH Rüde und wurde erst wirklich angenehm, als der Krebs ihn schon völlig zerfressen hatte und er einfach nicht mehr die Kraft hatte zu explodieren. Das war in den letzten 2-3 lebenswochen der Fall.
Es gab für ihn einen indoorzwinger, damit er wenigstens ein bisschen am Familienleben teilnehmen konnte. War nur eine Person der Familie zu Hause, ging das auch ganz gut und er durfte dann manchmal auch frei mit Maulkorb im Haus laufen.
Bei ihm trafen mehrere Punkte zusammen, angeschafft aus fragwürdiger Quelle, Umfeld passte nicht, Ausbildung beim ersten Besitzer lief gründlich falsch und genetisch brachte er sicher auch entsprechend was mit, zudem hatte er bereits Erfolge, seine Aggression an schwächeren auszulassen.
Dieser Hund hatte genau eines was er nicht hatte, er hatte keine Angst und er war nicht unsicher.
Als er starb war meine Erleichterung grenzenlos. Ich hasste diesen Hund zwischenzeitlich, denn er nahm mehr Raum im Leben ein, als ich ihm zugestehen wollte.
Und noch heute denke ich, meine Güte, ob es das wirklich wert war? So ein freies, friedliches, lustiges, vertrauensvolles Leben, wie meine jetzigen Hunde, hatte er nie. Er hatte Stress und das oft.
Er war bildschön und brandgefährlich. Ein Hund, der leider nicht wie ein Hund gehalten werden konnte, sondern eher wie ein wildes Raubtier. Ein Hund, den seine Dämonen nie ganz losgelassen haben. Zerrissen zwischen, ich brauche Menschen/andere Hunde und ich hasse sie/will sie beseitigen.
Ich denke noch oft an ihn, dankbar bin ich ihm allerdings nicht. Er hat mir ein paar schöne traumatas zugefügt.
Aber er lebte und wurde 12 Jahre alt. Ob das ein wirklich lebenswertes Leben war, daran Zweifel ich. Er hatte es gut, für wie er nunmal war, aber mit einem normalen Hundeleben hatte es nicht viel zu tun.
Und seine Haltung war sehr kostspielig und zeitaufwändig. Resozialisieren war bei ihm nur in sehr überschaubaren Rahmen möglich.
Ich weiß nicht, ob so ein gutes Hundeleben aussieht. Es war denke ich akzeptabel und das wahrscheinlich best mögliche unter den Umständen.
Ich hoffe für den Hund, dass er im Tode seinen Dämonen entkommen konnte, während er am Leben war, konnte er das nicht.
Ich möchte keinen Hund mehr so halten müssen.
Lg
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Alles anzeigen
Ich kann ja mal kurz die Lebensumstände des Hundes beschreiben, mit dem ich aufgewachsen und der als sehr gefährlich galt.
Erstmal wurde die zwingeranlage umgebaut um die Möglichkeit zu geben, den Hund mit Schiebern zu händeln. Dann wurde der Garten bzw. Auslauf erhöht und oben nach innen geneigt. Zudem kamen zwei Reihen stomführender Stacheldraht oben drüber und untergrabungsschutz in die Erde.Sozusagen Fort Knox.
Die umumstössliche Regel war, war sein Mensch nicht da, durfte er nicht aus dem Zwinger oder Auslauf geholt werden. Futter wurde jahrelang über klappen geregelt.
Maulkorb war ein definitives muss, immer wenn sich der Hund in der Öffentlichkeit/außerhalb von Zwinger/Auslauf bewegt hat, dazu ein endloswürger und eine Kette, am Anfang eine kralle, statt Kette.
Übers Training mit ihm kann ich nicht viel sagen, aber er lernte, dass sein Einsatz der Zähne ihn nicht ans Ziel brachte und er kam dann mit seinem Menschen irgendwann wieder zurecht.
Er lebte halbwegs verträglich mit 2 starken (mental und körperlich) Hunden zusammen. Tötete aber auch einen Hund bevor er zu uns kam.
Er bekam ein sportliches Ventil für seine bis zum Schluss vorhandene übersteigerte Aggression und da war er gut, aber schwierig.
Er war ein kotzbrocken mit tausenden von triggern und hunderten von aussbrüchen.
Er war ein 40 kg schwerer DSH Rüde und wurde erst wirklich angenehm, als der Krebs ihn schon völlig zerfressen hatte und er einfach nicht mehr die Kraft hatte zu explodieren. Das war in den letzten 2-3 lebenswochen der Fall.
Es gab für ihn einen indoorzwinger, damit er wenigstens ein bisschen am Familienleben teilnehmen konnte. War nur eine Person der Familie zu Hause, ging das auch ganz gut und er durfte dann manchmal auch frei mit Maulkorb im Haus laufen.
Bei ihm trafen mehrere Punkte zusammen, angeschafft aus fragwürdiger Quelle, Umfeld passte nicht, Ausbildung beim ersten Besitzer lief gründlich falsch und genetisch brachte er sicher auch entsprechend was mit, zudem hatte er bereits Erfolge, seine Aggression an schwächeren auszulassen.
Dieser Hund hatte genau eines was er nicht hatte, er hatte keine Angst und er war nicht unsicher.
Als er starb war meine Erleichterung grenzenlos. Ich hasste diesen Hund zwischenzeitlich, denn er nahm mehr Raum im Leben ein, als ich ihm zugestehen wollte.
Und noch heute denke ich, meine Güte, ob es das wirklich wert war? So ein freies, friedliches, lustiges, vertrauensvolles Leben, wie meine jetzigen Hunde, hatte er nie. Er hatte Stress und das oft.
Er war bildschön und brandgefährlich. Ein Hund, der leider nicht wie ein Hund gehalten werden konnte, sondern eher wie ein wildes Raubtier. Ein Hund, den seine Dämonen nie ganz losgelassen haben. Zerrissen zwischen, ich brauche Menschen/andere Hunde und ich hasse sie/will sie beseitigen.
Ich denke noch oft an ihn, dankbar bin ich ihm allerdings nicht. Er hat mir ein paar schöne traumatas zugefügt.
Aber er lebte und wurde 12 Jahre alt. Ob das ein wirklich lebenswertes Leben war, daran Zweifel ich. Er hatte es gut, für wie er nunmal war, aber mit einem normalen Hundeleben hatte es nicht viel zu tun.
Und seine Haltung war sehr kostspielig und zeitaufwändig. Resozialisieren war bei ihm nur in sehr überschaubaren Rahmen möglich.
Ich weiß nicht, ob so ein gutes Hundeleben aussieht. Es war denke ich akzeptabel und das wahrscheinlich best mögliche unter den Umständen.
Ich hoffe für den Hund, dass er im Tode seinen Dämonen entkommen konnte, während er am Leben war, konnte er das nicht.
Ich möchte keinen Hund mehr so halten müssen.
Lg
Das zu lesen macht mich sehr betroffen und wenn ich daran denke, dass euer Hund wenigstens SEINEN Menschen hatte und über den Indoor Zwinger ein bisschen am Familienleben teilhaben konnte während die Hunde die in Einrichtungen "aufbewahrt" werden nicht mal das so richtig haben, dann frage ich mich wirklich ob man diesen Hunden einen Gefallen tut wenn man sie am Leben lässt.
Lieber kein Leben als eines in Isolation und ohne wirkliche Beschäftigung. Denn so viel Clickertraining durchs Zwingergitter, Kauzeug, Intelligenzspielzeug oder whatever kann man gar nicht anbieten um ein Leben nachzuahmen in dem ein Hund Gassi gehen, Die Welt entdecken, neues lernen, evtl Sport betreiben können sollte.
Der Gedanke macht mich traurig und sollte ich jemals in der Lage sein über das Schicksal eines solchen Hundes entscheiden zu müssen, dann würde ich die Euthanasie wählen. (Ja, ich verwende ganz bewusst dieses Wort, was vor einer Weile ja kritisiert wurde. Denn für mich ist es gleichbedeutend mit Frieden finden, was in diesem Leben voller Stress, Einschränkungen und Einsamkeit sicher nicht möglich war)
-
weil OT
Du warst kind/Jugendliche u der Hund gehörte in dein familiäres Umfeld? Also nur, falls du das beantworten magst. Ich finde es krass, so ein Kaliber zu händeln, wenn im Haushalt noch Minderjährige sind bzw generell Angehörige die ev nix so mit speziellen Hunden zu tun haben. Meine persönliche Meinung

-
weil OT
Du warst kind/Jugendliche u der Hund gehörte in dein familiäres Umfeld? Also nur, falls du das beantworten magst. Ich finde es krass, so ein Kaliber zu händeln, wenn im Haushalt noch Minderjährige sind bzw generell Angehörige die ev nix so mit speziellen Hunden zu tun haben. Meine persönliche Meinung

Ja, war ich.
-
Und damals (ich denke zumindest du erzählst locker bis zu 30 Jahre zurück Gammur) waren MK noch MK, heißt schwer & massiv, da hatte Hund richtig was zu schleppen am Kopf!
Die Zeit war eine andere, Besuche gab es sicher auch weniger, der Amazonbote klingelte nicht 'täglich', Pflege wird/ist sehr schwierig, auch gesundheitl. Überprüfungen usw. ein völlig anderer Alltag ist das!
So ein Zusammenleben ist kein Vergnügen, schon gar nicht zu heutigen Zeiten.
Und wieder, eine Lösung habe ich nicht parat

-
-
Ja, liegt 25-30 Jahre zurück.
Wir haben diese zwingeranlage, kurz nachdem er starb, übrigens abgerissen und einen schönen Garten angelegt. Mit normalem Zaun, Wiese und Platz zum Spielen für uns Kinder und die Hunde.
Lg
-
Ich sehe es umgekehrt, die Verwahrung ist der bequeme und obendrein "moralisch korrekte" Weg.
Da muss man keine unkonventionellen Entscheidungen treffen, keine Diskussionen mit Leuten führen die man nicht kennt und die auch die Hunde nicht kennen. Wie ich schon vorher schrieb, heutzutage sind die Leute so abgefahren, dass man tatsächlich Angst vor Übergriffen haben muss, wenn man dann die böse Entscheidung trifft, statt den Hund auf dem Sofa heile zu kuscheln - wer dabei einen Auslöser findet darf ihn auch behalten oder so ähnlich.
Wie auch schon oft erklärt, ist eine Resozialisierung in dem Sinne wie man sich das vorstellt, oft gar nicht möglich. Da greifen trainierte Abläufe zusammen mit viel Management, und das sollte ein zukünftiger Halter auch leisten können und wollen. Und da wird es dann ganz eng, da bekommst Du unter hundert Besserwissern, Hundeverstehern, Naiven und Größenwahnsinnigen im Idealfall einen Interessenten dem Du einen "resozialisierten" Hund mitgeben würdest, hundeerfahren, ruhig, bedacht, vernünftig, freundlich... und der ist klug genug zu sagen 'Nö, ehrlich gesagt hab ich mir was leichter handelbares vorgestellt, es sind Kinder geplant...' pöff, da isser wech der geeignete Interessent, auf die nächsten 100.
Wir haben diese Leute und Plätze nicht in dem Maße, wie wir Hunde versauen und vermehren (da wird auch der Verbandszüchter in meinen Augen zum Vermehrer, wenn er nicht wesensfeste Tiere verpaart, an ungeeignete Leute abgibt etc).
Und dadurch, dass die Tötungen die stattfinden, möglichst leise stattfinden, weil man sonst alle Beteiligten gefährdet, ist das auch kein präsentes Thema in D, hier ist präsent: Töten ist nicht erlaubt ohne vernünftigen, guten Grund.
Das ist sehr schön bequem für die Moral, keiner darf ohne Grund getötet werden (Bissigkeit ist übrigens ein vernünftiger Grund), alle werden resozialisiert und bekommen dann, vielleicht mit etwas Wartezeit, ein schönes Zuhause. Da kann man doch gut schlafen und sich gut fühlen, bei uns werden die Tiere gerettet, wir sind die Guten.
Ist halt nur nicht die Realität, die Hunde sind auch nicht verurteilt und können da nach 2 der 3 Jahren raus. Viele Hunde mit richtig Biss landen da mit unter drei Jahren, und mehr als die Hälfte derer bleibt dort bis zum Tod. Manche bekommen auch noch ne Extrarunde Wanderpokal, wenn es mit der Vermittlung dann doch nicht so klappt.
Würden ofiziell in D zwischen Mo-Fr. täglich fünfzehn Tötungsanordnungen bekannt werden, würde man mal richtig deutlich machen, dass man der Problematik der unüberlegten Hundeanschaffung und Haltung nicht mehr Herr wird (das ist nämlich genau der Fall, so kann auch V.B. erst dahin kommen), würde die Bild dann nicht titeln "Deutschland! bringt Hunde um!!!", sondern "Hunderte Hunde müssen sterben, weil ihr nicht vorher nachdenkt!!!", dann könnte man den Leuten mal den Spiegel vorhalten, von wegen böse Spanier und böse Osteuropäer...wir sind nix besser, aber wir schonen gern die Moral, unsere Regierung weiß das, also bekommen wir eine moralische Lösung. Keine Häßliche, mit Reflexion und Verantwortung und Töten und so ekligen Sachen. Neenee, bei uns gibts nicht nur ein Recht zu Leben, sondern die Pflicht, wenigstens wenn man Hund ist, als Mensch sieht es anders aus, da ist Moral dann in Regenerationsurlaub.
Ich glaube, mit einer klaren Reflexion des unüberlegten Handelns, die nunmal leider den Tod für manche Hunde bedeutet, würde man weiterkommen. Allen die Wohlfühlzone vorzugaukeln mag Wählerstimmen bringen, die Probleme der Hunde werden nicht gelöst. aber Hauptsache wir haben ausreichend Länder wo wir mit dem Finger drauf zeigen können.
-
Er hat mir ein paar schöne traumatas zugefügt.
Auch einem solchen Hund darf heute kein Erziehungshalsband angelegt werden.

Man stelle sich vor: Jemand mit wenig Ahnung bekommt einen lebhaften Hund aus ungeeigneter Quelle ohne Prägung, der kaum auf Kekse reagiert, wird von dem Hund nach und nach körperlich demontiert, bekommt selbst erhebliche Schmerzen und muss dadurch auch noch die "Auslastung" dieses Tieres reduzieren. (Da braucht man dann sehr viel Glück und Geduld.)
Hoch lebe das "Tierwohl"! Und das Menschenwohl bleibt auf der Strecke.
-
Ja Tucker da ist was dran, diese Doppelmoral ist ziemlich widersprüchlich!
Ach man das ist alles so schwierig ... das unschöne Hamsterrad

-
Alles anzeigen
Ich kann ja mal kurz die Lebensumstände des Hundes beschreiben, mit dem ich aufgewachsen und der als sehr gefährlich galt.
Erstmal wurde die zwingeranlage umgebaut um die Möglichkeit zu geben, den Hund mit Schiebern zu händeln. Dann wurde der Garten bzw. Auslauf erhöht und oben nach innen geneigt. Zudem kamen zwei Reihen stomführender Stacheldraht oben drüber und untergrabungsschutz in die Erde.Sozusagen Fort Knox.
Die umumstössliche Regel war, war sein Mensch nicht da, durfte er nicht aus dem Zwinger oder Auslauf geholt werden. Futter wurde jahrelang über klappen geregelt.
Maulkorb war ein definitives muss, immer wenn sich der Hund in der Öffentlichkeit/außerhalb von Zwinger/Auslauf bewegt hat, dazu ein endloswürger und eine Kette, am Anfang eine kralle, statt Kette.
Übers Training mit ihm kann ich nicht viel sagen, aber er lernte, dass sein Einsatz der Zähne ihn nicht ans Ziel brachte und er kam dann mit seinem Menschen irgendwann wieder zurecht.
Er lebte halbwegs verträglich mit 2 starken (mental und körperlich) Hunden zusammen. Tötete aber auch einen Hund bevor er zu uns kam.
Er bekam ein sportliches Ventil für seine bis zum Schluss vorhandene übersteigerte Aggression und da war er gut, aber schwierig.
Er war ein kotzbrocken mit tausenden von triggern und hunderten von aussbrüchen.
Er war ein 40 kg schwerer DSH Rüde und wurde erst wirklich angenehm, als der Krebs ihn schon völlig zerfressen hatte und er einfach nicht mehr die Kraft hatte zu explodieren. Das war in den letzten 2-3 lebenswochen der Fall.
Es gab für ihn einen indoorzwinger, damit er wenigstens ein bisschen am Familienleben teilnehmen konnte. War nur eine Person der Familie zu Hause, ging das auch ganz gut und er durfte dann manchmal auch frei mit Maulkorb im Haus laufen.
Bei ihm trafen mehrere Punkte zusammen, angeschafft aus fragwürdiger Quelle, Umfeld passte nicht, Ausbildung beim ersten Besitzer lief gründlich falsch und genetisch brachte er sicher auch entsprechend was mit, zudem hatte er bereits Erfolge, seine Aggression an schwächeren auszulassen.
Dieser Hund hatte genau eines was er nicht hatte, er hatte keine Angst und er war nicht unsicher.
Als er starb war meine Erleichterung grenzenlos. Ich hasste diesen Hund zwischenzeitlich, denn er nahm mehr Raum im Leben ein, als ich ihm zugestehen wollte.
Und noch heute denke ich, meine Güte, ob es das wirklich wert war? So ein freies, friedliches, lustiges, vertrauensvolles Leben, wie meine jetzigen Hunde, hatte er nie. Er hatte Stress und das oft.
Er war bildschön und brandgefährlich. Ein Hund, der leider nicht wie ein Hund gehalten werden konnte, sondern eher wie ein wildes Raubtier. Ein Hund, den seine Dämonen nie ganz losgelassen haben. Zerrissen zwischen, ich brauche Menschen/andere Hunde und ich hasse sie/will sie beseitigen.
Ich denke noch oft an ihn, dankbar bin ich ihm allerdings nicht. Er hat mir ein paar schöne traumatas zugefügt.
Aber er lebte und wurde 12 Jahre alt. Ob das ein wirklich lebenswertes Leben war, daran Zweifel ich. Er hatte es gut, für wie er nunmal war, aber mit einem normalen Hundeleben hatte es nicht viel zu tun.
Und seine Haltung war sehr kostspielig und zeitaufwändig. Resozialisieren war bei ihm nur in sehr überschaubaren Rahmen möglich.
Ich weiß nicht, ob so ein gutes Hundeleben aussieht. Es war denke ich akzeptabel und das wahrscheinlich best mögliche unter den Umständen.
Ich hoffe für den Hund, dass er im Tode seinen Dämonen entkommen konnte, während er am Leben war, konnte er das nicht.
Ich möchte keinen Hund mehr so halten müssen.
Lg
Ganz so heftig kenne ich es (zum Glück) nicht. Der Zwingerhund bei Freunden meiner Eltern war eine liebe Seele, wir haben den Hund durchs Gitter gestreichelt (und anschließend klebrige Hände gehabt), abends gab es eine Schüssel Essensreste und wenn der Landwirt Zeit hatte durfte der Hund abends mal raus und über den Hof rennen. Schön war das natürlich trotzdem nicht.
Bei Freunden meines Mannes waren die 3 Schäferhunde vom Opa auch im Zwinger. Waren die Hunde draußen, durfte kein Mensch den Hof betreten, außer Opa. Füttern ging nur, wenn die Hunde im Zwinger waren. Konnte aber auch nur Opa, für den Rest war es zu gefährlich. Nach und nach sind die 3 verstorben. Opa wollte wieder Hunde zum aufpassen, aber die Familie konnte es ihm ausreden. Zum Glück. Keine Ahnung, wie man mit genauso scharfen Tieren umgegangen wäre, wenn Opa nicht mehr gewesen wäre.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!