Vanessa Bokr - Meinungen und Erfahrungen

  • Natürlich gibt es auch Hunde die aus unklarem Grund (ich schreibe bewußt unklar, nichts finden zu können bedeutet ja nicht, dass nichts ist, außer plötzliche Aggression und das ist auch kein Zweifel an den Untersuchenden, es ist nur vielmehr einfach so, dass wir im Grunde noch viel zuwenig wissen und feststellen können. Das ist bei Menschen ja nicht anders, nicht jeder bei dem man nichts finden kann ist ein Simulant.) aggressiv werden, und wo die Halter sich redlich und ernsthaft Mühe gegeben haben.

    Aber es so darzustellen, als wäre in den meisten hochproblematischen Fällen mit dem Hund einfach was nicht richtig, obwohl die Halter sich umfassend informiert haben und einen geeigneten Hund ausgewählt haben/auswählen haben lassen und sinnvoll mit ihm umgehen, entspricht einfach nicht meiner Lebensrealität.

    In Zahlen würde ich sagen, von je zehn hochproblematischen Hunden haben 1-2 einen eindeutigen, mehr oder weniger banalen körperlichen Hintergrund, Schmerzen, (Gehirn)Tumoren, Sinnesprobleme (sieht/hört nicht korrekt, lässt nach - häufig bei plötzlichen Veränderungen im fortgeschrittenen Alter), hormonelle Probleme etc.; weitere 1-2 sind unklar aggro/seltsam/verhaltensgestört und auch bei Profis nur mit viel Aufwand, Management und Prävention dauerhaft halbwegs fair zu halten und die restlichen 6-7 haben mit ihrem Halter einfach nur ins Klo gegriffen.

    Um bei V.B. zu bleiben, super Beispiel in einem Video, wo sie diesen gelb/beigen Bulldog Rüden abholt der so riesig zenobert, und ihre Hündin soll den beruhigen, flüchtet aber lieber. Die Halter kommen vorne und hinten nicht mit dem Tier zugange, der Hund braucht einen Wesenstest sonst dürfen sie ihn nicht mehr halten, Vanessa holt den also ab, bereitet ihn auf den Wesenstest vor und absolviert diesen auch mit dem Hund. Bringt ihn zurück zu den Haltern, da haben die schon einen weiteren Hund angeschafft, junger schwarzer Schäfer... und diese Art von menschlichem Verhalten entspricht dann leider auch mehr meiner Lebensrealität und Erfahrung.

    Nee, tut mir leid, das liegt nicht an den gestörten Hunden.

  • ich wollte hier nichts vereinfachen,nur weil ich alltagsübliche beispiele genannt habe

    mir ist schon bewußt was ihr meint.

    aber warum muß man um teufel komm raus solch gefährliche hunde dann nehmen,nur weil jemand meint der würde sonst eingeschläfert.

    meine ganz persönliche meinung dazu; bevor ein hund sein leben lang in einem hochsicherheitsgefängnis,mit verpflegung ,aber relativ wenig menschlicher zuwendung(das kann einfach nicht allzu viel sein wenn man soviele hunde in verwahrung hält... der tag hat nur 24 std) verwahrt wird.........was hat denn der hund davon,das er weiterleben kann? klar,er lebt aber zu welchem preis ?artgerecht ist mit sicherheit anders.....die hunde werden ja nicht gefragt...und sie können uns menschen nicht sagen was in ihrem kopf vorgeht....

    nur weil mensch mitleid hat,welches u.u. sogar unangebracht ist.....weil mensch alles retten will(und ganz böse weil mensch anerkennung für sein tun möchte).........

    sicher der hund weiß nichts von regeln usw der handelt aus seinem empfinden heraus.

    einige rasse vermutlich auch weil sie einfach kaputt gezüchtet wurden um dem hundebild einiger menschen zu entsprechen.

    lg

  • Murmelchen

    Kennst du den Betrieb oder guckst du auch nur Videos?

    Ich sag mal so: SinL ist ein unfassbar transparentes Projekt. Die haben ständig externe Leute dort. Auch viele Leute, die Aufenthalte (Schulterblicke, z.B verlost durch Tiere suchen ein Zuhause) dort gewinnen. Das sind pro Monat schon garantiert 5 bis 10 oder mehr externe Leute, die eine nicht gerade kurze Zeit dort verbringen (3-10 Tage meine ich). Glaubst du wirklich, dass in all der Zeit niemand dabei gewesen wäre, der nicht ein Fan Girl/Boy mit Herzchen in den Augen war?

    Das niemand so auf Profilierung aus gewesen wäre und auf Fb rumposaunt hätte, dass es bei SinL im Hintergrund doch ganz anders läuft?

    Natürlich kann ich es nicht ausschließen, ich selbst war noch nicht dort. Aber ich halte es in diesem Fall einfach für unwahrscheinlich.

    Ich kann nur für mich sprechen, aber ich persönlich fand die Zustände in der HHF schon ziemlich fragwürdig, als hundkatzemaus mit Ralf Seeger dort war.

    Habe ich damals in dem entsprechenden Thread auch angemerkt, wurde aber tatsächlich von diversen Leuten hier relativiert. :ka:

  • Resozialisierung schwieriger Hunde hat auch immer den Faktor Zeit als Gegner im Rücken.

    Einlieferungsalter (ein doofes Wort ist das), Analysen (Gesundheit/Verhalten), Trainingszeit und dann bestenfalls eine gewissenhafte Endstelle finden, da können schnell Jahre vergehen.

    Alt & schwierig sind nunmal nicht die besten Voraussetzung für eine Vermittlung.

    Ein Hamsterrad ist das, ein unschönes und schwierig drehendes Hamsterrad :verzweifelt:

  • Es wird - meiner Erfahrung nach - in Deutschland eher nicht sehr schnell eingeschläfert bei Verhaltensproblemen. Das habe ich in meiner Zeit im Ausland anders erlebt, damals ganz schlimm gefunden, jetzt finde ich es im entsprechenden Fall durchaus vernünftig.

    Ist natürlich immer eine Frage des Abwägens und es hat unter Umständen dann auch wieder große Vorteile, wenn nicht zu schnell agiert werden darf.

    Ein Pferd einzuschläfern zB, das nicht geschlachtet werden kann, aufgrund von Verhaltensproblemen (und ich meine hier nichts Banales, sondern Tötungsabsicht), ist schier unmöglich. Du musst eigentlich eine/n TA/TÄ kennen.

    Ich finde die Frage schon interessant, die du aufgeworfen hast Avocado

    Wem die Ressourcen zur Verfügung stellen? Und ab wann den Hund „aufgeben“? Das finde ich ein schwieriges Kriterium.

    Ansonsten kann ich es verstehen. Es gibt eigentlich genug nette und unkomplizierte Tiere, die auch arm dran sind.

  • Vor ein paar Seiten erwähnte übrigens irgendjemand den Dobermann in Kontext mit Kind, Familie, Haus bauen oder so ähnlich, ich finds nimmer.

    Aber dazu wollte ich was sagen:

    Ich habe einen Dobermannrüden im Kundenkreis, hauptberuflich Familienhund. Mit vier Monaten zu seiner Halterin, deren damals knapp eineinhalb jähriger Tochter und der vorhandenen JRT Hündin von damals 7 Jahren,sowie einem Katzenpaar. Im Dezember wird Lenny 6 Jahre, inzwischen sind noch ein Mann und 1,5 Kinder dazu gekommen, eins in Vollzeit, eins im Wechselmodell, das jüngste vor 2,5 Jahren, und es läuft ganz großartig.

    Diese Halterin kam aber zum Einen selbst aus dem Pferdebereich und hatte schon Hundeerfahrung, zum Anderen hat sie innert zwei Wochen nach dem Einzug eine Trainerin hinzugezogen (mich, zufällig auch noch große Dobi-Lieberhaberin).

    Der Rüde hat noch überhaupt nie einen Hundeplatz gesehen, der weiß nicht was Gebrauchshundesport ist, der kann einen prima Grundgehorsam, aber nicht in der Präzision wie das auf einer Prüfung ist bzgl. Haltung, genaue Position... der hört halt einfach, und der läuft praktisch auch nebenbei und das ganz easy, zwei große Runden am Tag, wenns Wetter passt auch mehrmals die Woche eine davon mit dem Rad oder mit Inlinern, drei-viermal die Woche mit zum Stall, da tobt er mit der Stallhündin rum und pennt dann, ab und zu trifft er noch andere, idR bekannte Hundekumpel, er ist Herr über einen großen Garten und verarscht "Herrchen" ständig, er hat einen dobitypischen eingebauten "weiche Polsterung" Sensor, meist finet man ihn also auf dem Sofa oder im Bett, er passt eigentlich immer und überall mit rein, sieht immer gut aus und hinterläßt einen guten Eindruck. Einzig ist er auch mit fast sechs eher ein Hemdchen im Vergleich zu trainierteren Dobis, er wiegt auf seine 72cm knapp 40kg, austrainierter könnten es sicher noch drei, vier Kilo mehr sein. Aber er sieht top aus, kein zu tiefer BK, gut proportioniert, aber halt ein Hemdchen :-)

    Klar, da waren Phasen dabei, die schon anstrengend waren, vor allem als die Hormone erwachten... da hab ich fast zwei Jahre für seine Eier gekämpft (er hat sie noch), weil er gern Gigolo geworden wäre.

    Aber er ist quasi in dieses Leben und diese Art der "Beschäftigung" und vor allem das Maß reingewachsen, der wurde nicht hochgepusht mit zusätzlicher Auslastung bis zur Vergasung, da wurde halt von Anfang die Realität angepeilt. Und ich finde, Familienhund sein ist auch ein echter Job, das ist gar nicht so einfach, es vereint quasi alle möglichen Ansprüche außerhalb des Sports und erwartet vom Hund im Grunde, wenn alles gut läuft, schlußendlich auch eine ganze Reihe wichtiger Entscheidungen selbstständig richtig zu treffen.

    Da ist in meinen Augen der Ausgleich im "Hundsein", also rumschnüffeln, Pferdeäppel klauen, trödeln, Wettrennen, Buddeln..., sowie in der Qualitätszeit mit dem Halter viel wichtiger als weitere formale Auslastung. Das gerät oft aus dem Blickfeld.

    Zumal bei der HHf ja nun nicht überwiegend eigentliche Sportcracks sitzen die quasi mit dem Beißleder zwischen den nicht vorhandenen Zähnen auf die Welt kamen.

  • SinL sitzt durch das TH quasi im Schaufenster, da herrscht ja Betrieb, da verkehren Interessenten usw. Viernheim ist ja kein kleines unbekanntes TH irgendwo im Nirvana.

  • Tucker ich war das mit dem Dobi. Das Problem ist, dein Beispiel und meines scheinen ganz unterschiedlich zu sein. Bei "meinem" Dobi ist er reines männliches Statussymbol dessen Bedürfnisse nie befriedigt oder gar bedacht werden. Der hat zu funktionieren und hübsch auszusehen. Passiert dass nicht isser weg.

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