Entscheidung für Chip - wann und warum?

  • Ich denke es ist teilweise schwer für "Aussenstehende" zu verstehen was es heissen kann, wenn ein Hund nur noch auf Gerüche und seine Umwelt fixiert ist (nicht interessiert!). Dazu dann noch eine Nervenschwäche und man hat ein ständig überdrehtes Hundchen an der Leine bzw. teilweise auch Zuhause.

    Shezza ist 4 Jahre alt. Als schon Nervenschwacher Welpe ist er mit 11 Wochen zu mir gekommen und hat in den vergangenen Jahren sooo viel gelernt und riesige Fortschritte gemacht. Auch die Flegelphasen waren soweit kein grosses Ding, mit Geduld, Konsequenz und einigen kaputten Nervensträngen :hust: kamen wir da durch.
    Nur ist es nun seit rund einem Jahr so, dass Shezza gar nicht mehr ansprechbar ist. Da klebt die Nase am Boden, es wird gefiebt, gewinselt und sein ganzer Körper steht unter Dauerstrom.

    Ich hab mir immer gesagt, dass Shezza nicht kastriert wird so lange er nicht leidet. Und etwas mehr als 3 Jahre sah es auch sehr gut aus, selbst bei standheissen Hündinen vor der Nase war er noch ansprechbar, bis dann eben die Zeit kam an dem nichts mehr ging. Und das über Monate.
    So entschieden wir uns für einen Probelauf mit dem Chip

  • Hatte ich noch 2 Jahre versuchen sollen, ihn zum Essen zu animieren? Er hatte schon 5 Kilo verloren...

    Der 2. Hund im Haushalt (der meines Freundes) ist jetzt zweieinhalb und nicht kastriert. Der ist durchaus empfänglich für seine Umwelt, aber durch Training gut zu händeln.

    Daher bin ich der Meinung, daß man vieles nicht zwingend gleich durch Kastration oder Chip regeln muss, aber es in manchen Fällen auch nicht anders geht.

  • aber mit der Moralkeule flott dabei

    Ich gehe mal davon aus du sprichst mich damit an? So verstehe ich es zumindest.

    Was hat das denn mit Moralkeule zu tun? Ich hinterfrage doch einfach nur ob es sinnvoll ist einen Hund kastrieren zu lassen oder eben Chip "nur" weil er Interesse an der Umwelt zeigt? Mehr Interesse als er es im ersten Jahr vielleicht gemacht hat.

    Mich würde eine Meinung dazu interessieren nur weis ich leider nicht welchen Thread du mit "ich hab dir im anderen Thread geantwortet" meinst :???:

    Und ja es gibt Tage (und er ist noch kein Jahr alt) an denen ich ihn weder mit Leckerlies noch mit Spielzeug begeistern kann und alles andere interessanter ist aber deshalb würde ich nicht auf die Idee kommen ihm einen Chip einsetzen zu lassen und mehr an "Fehlverhalten" kann ich auch hier bei der Erstellerin nicht raus lesen ohne jetzt alle von ihr eröffneten Threads durchzusuchen was für Probleme eventuell noch mit dem Hund vorliegen.

  • Hatte ich noch 2 Jahre versuchen sollen, ihn zum Essen zu animieren? Er hatte schon 5 Kilo verloren...

    Nein, natürlich nicht. Aber du hast für deinen Hund eine Entscheidung getroffen und genau das versucht die TE auch gerade.

    nicht zwingend gleich durch Kastration oder Chip

    Die TE denkt ja über den Chip nach, weil er reversibel ist. In dem halben Jahr kann man dann arbeiten, der Hund wird älter.

    Ich hab ja schon gesagt, dass ich es noch anders versuchen würde, aber leicht macht es sich @Enterprise ja nun wahrlich nicht mit der Entscheidung...... und solche Post enthalten den unterschwelligen Vorwurf, dass man sich keine Mühe gibt und den einfachen Weg geht..... und das sehe ich hier einfach nicht

  • Ich gehe mal davon aus du sprichst mich damit an? So verstehe ich es zumindest.

    Hab ich so gemeint, ja

    Mich würde eine Meinung dazu interessieren nur weis ich leider nicht welchen Thread du mit "ich hab dir im anderen Thread geantwortet" meinst

    Der Tröt ist es.

    @Enterprise kenne ich aus dem Alter. Der ist jetzt erwachsen.

    Ich würde das Gegenteil empfehlen und würde den mal richtig arbeiten lassen. Das rückt die Hirnwindungen wieder zurecht

    Und ja es gibt Tage (und er ist noch kein Jahr alt) an denen ich ihn weder mit Leckerlies noch mit Spielzeug begeistern kann und alles andere interessanter ist aber deshalb würde ich nicht auf die Idee kommen ihm einen Chip einsetzen zu lassen

    Glaub mir, da geht noch was. :applaus:

    Die TE informiert sich wie und warum andere HH entschieden haben. Da ist noch nix fest, sie ist in der Meinungsbildung.
    Und ich fand schon, dass das recht vorwurfsvoll rüber kam.

  • und solche Post enthalten den unterschwelligen Vorwurf, dass man sich keine Mühe gibt und den einfachen Weg geht..... und das sehe ich hier einfach nicht

    Unter uns gesprochen, ja diese Menschen gibt es. Erlebe ich merkwürdigerweise recht häufig im realen Leben. DIES bezieht sich jetzt NICHT auf die Erstellerin.

    Vielleicht weist du einfach mehr über die Probleme der Erstellerin aus anderen Threads. Und ich hatte auch nochmals extra dazu geschrieben, dass sich diese Aussage nicht auf sie bezieht weil man einfach nur wenige Angaben aus ihrem Beitrag entnehmen kann.


    Und ich fand schon, dass das recht vorwurfsvoll rüber kam.

    Hatte sich jetzt überschnitten und wie ich oben geschrieben hatte, habe ich extra dazu geschrieben, dass ich ihr nicht unterstelle, dass das bei ihr so der Fall ist. War der letzte Absatz meines Beitrags :smile:

  • Ich habe keine Erfahrungen mit dem Chip. Aber ich kann dir sagen, wann und warum ich bei Geordy ernsthaft drüber nachgedacht habe.

    Geordy war schon um die 3 Jahre alt, was bisher für mich so eine magische Grenze gewesen war. In dem Alter waren Rüden sonst durch alle Flausen durch. Geordy drehte da irgendwie erst so richtig auf und er ließ sich wirklich nur durch recht massives Blocken vom begehrten Weibe fernhalten. Eigentlich war der so "du hast nein gesagt? ach du willst es doch auch!" Jede Gegenwehr von Hündinnen, auch ganz massive, oder mein "nein", haben den nur noch mehr angestachelt. Da war ich wirklich drauf und dran, den chippen zu lassen. Ich hab es nur gelassen, weil ich das Gefüge unter den Hunden hier zuhause nicht gefährden wollte. Meine Befürchtung war, dass vor allem Eddie und Geordy dann wirklich aneinander rasseln.

    Nun, mit Ende 3 hatte es sich erledigt. Heute ist Geordy zwar immer noch an Hündinnen interessiert, wahrscheinlich auch etwas mehr als der Durchschnittsrüde, aber er kann sich drauf einlassen, dass ich das nicht will. Er ist vernünftig ansprechbar und sein Hirn kann er auch gut benutzen. "Einfach machen lassen" mit Hündinnen im Freilauf - das wird wahrscheinlich nie gehen. Aber ich halte ihm da zu Gute, dass wir wirklich wenig Hündinnenkontakt haben und ihm so auch die Erfahrung und Übung fehlt. Die meisten Hunde im Bekanntenkreis sind einfach Rüden.

    An deiner Stelle würde ich im Moment noch nicht über einen Chip nachdenken. Ich würde Herrn Nemo bewegungstechnisch auspowern (Fahrrad, oder hat der knochentechnisch noch Probleme?) und ansonsten die gehorsamstechnischen Dinge auf ein Minimum reduzieren. Weniges aber wirklich konsequent einfordern. Dann geht dir auch nichts verloren. Wenn die Hochzeit der Läufigkeiten durch ist, wird er sich wieder an all das erinnern, was er vorher schon zuverlässig konnte.

  • Newton hat im Alter von knapp vier Jahren einen Chip gesetzt bekommt weil er eine stark vergrößerte Prostata hatte. Da er sich unter Wirkung des Chips null verändert hat, weder vom Verhalten noch körperlich (Fell, etc.), und durchaus die Gefahr bestand, dass sich die Prostata erneut vergrößert nachdem die Wirkung des Chips aufhört, habe ich ihn dann vergangenen August kastrieren lassen.

    Newton war während seiner Pubertät auch sehr stark außenfokussiert und hatte einen starken Sexualtrieb. Besonders jetzt wo ich den Vergleich zu Hunter habe, muss ich rückblickend feststellen, dass das sicher nicht im normalen Rahmen war.

    Trotzdem, muss ich sagen, stand er immer sehr gut im Gehorsam! Es gab natürlich immer Phasen, wo ich erneut mit dem Training ansetzen musste, aber das war dann eine Sache von ein paar Wochen und dann funktionierte es wieder. Daher lasse ich persönlich diese "Ausrede" nicht gelten. Erzieherisch kann man da durchaus einwirken!

    Hier nun mein Ratschlag: Nemo ist noch keine drei Jahre alt. Ich würde mal vom Tierarzt die Prostata anschauen lassen. Das ist ein einfacher Tastbefund und kein Aufwand. Wenn da alles in Ordnung ist, würde ich an deiner Stelle gucken, dass er vollständig erwachsen ist, bevor der Chip gesetzt wird. D.h. ich würde schauen, dass ich es irgendwie bis Frühjahr 2020 durch Erziehung in den Griff bekomme.

    Wenn er dann immer noch schwer händelbar ist, würde ich den Chip setzen lassen und gucken, was passiert. Wenn der Chip seine volle Wirkung entfaltet hat, kannst du ja vergleichen, welcher "Zustand" für dich und für ihn besser ist. Sollte es mit Chip besser sein, würde ich ihn dann auch kastrieren lassen. Ansonsten läuft der Chip irgendwann aus und wird eben nicht erneuert.

    Bei Newton muss ich sagen, habe ich es nicht bereut, dass ich ihn habe kastrieren lassen. Er ist drinnen zwar deutlich ruhiger geworden, draußen hat er aber immer noch genauso viel Schmackes wie vor der Kastration. Er ist deutlich entspannter im Umgang mit anderen Hunden. Wir waren letztens auf einer Wanderung mit der gesamten Staffel... Da war er wirklich ein Musterknabe!

    Im Endeffekt können wir das hier nur aus der Erfahrung mit unseren eigenen Rüden beurteilen. Du musst für deinen Hund den richtigen Weg finden.

  • @hasilein75 danke, du hast das gut für mich zusammengefasst ;-) In der Tat ging es mir nicht darum, eine Pro-Contra-Debatte zu führen, sondern darum, Erfahrungen zu scannen, die ihr mit dem Chip gemacht habt. Und warum und wann das für euch sinnvoll war.

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