• Manchmal kommt sie auch mit mir in die Stadt und ist dann den ganzen Tag im Institut dabei (vom Auto zum Institut gibt es eine Park Strecke). Sie benimmt sich gut, aber man merkt, dass das Begleiten anstrengend für sie ist, deshalb mache ich das nur ab und zu.
    Meine Trainerin meinte, das sei auch eine Möglichkeit, den Hund zu fordern, wenn er einfach die Aufgabe hat, dabei zu sein.

    Das zu berücksichtigen finde ich ganz wichtig bei den ganzen "X Minuten ist aber zu viel / zu wenig" Tipps.
    Gassizeiten werden hier dem Tagesablauf angepasst, nicht andersrum.
    So-Do kommen wir aktuell auch auf max. 90 Minuten Gassi und trotzdem ist der Hund abends platt, weil er halt Mo+Mi 8h mit auf der Arbeit ist und Di+Do/So auf dem Hundeplatz.

    Was wir tatsächlich gar nicht machen ist sowas:

    Dummyarbeit, Leckerchensuchen, Baumstamm springen, Mal unter ne Bank durchkrabbeln, Bach waten, bei Fuß gehen, Gegenstände auf Entfernung umrunden (Telefonmast auf dem Feld), Ablegen auf Distanz, im Sommer schwimmen ... gibt eben immer kleine Quests, damit sie geistig und körperlich gefordert wird

    Gassi und Training sind ganz klar getrennt. Strick am Hund und normales Halsband drum und Luna weiß genau was passiert: Nix, außer Gassi gehen.
    Am Ende ne Runde UO im Garten oder auf der Wiese? Ja, klar. Aber da bekommt der Hund von mir auch die entsprechende Info: Halsband ab, Kette drum, kleines Warm Up-Ritual und Go.

    Beliebter Fehler bei Hunden die im Freilauf ein wenig hohldrehen ist übrigens die Leine abzumachen wenn die Hunde noch aufgeregt sind. Viel Spaß so eine Verknüpfung zu löschen.

  • Ich hatte das Problem mit Frodo bis vor einem Jahr auch noch. Leine ab und der Hund ist nur noch gerannt und immer irrer geworden, also war er nach dem Spaziergang natürlich noch aufgedrehter als vorher :ugly:
    Nachdem ich hier dann gute Tipps bekommen habe, die ich einige Wochen lang umgesetzt habe, ist er immer ruhiger geworden. Bis das Thema ganz gegessen war.

    Rennen und toben sind wichtig für junge Hunde, aber manche muss man einfach bremsen und ihnen Grenzen aufzeigen, weil sie das selbst nun mal nicht können.
    Im Schnee ist Frodo natürlich auch "blöder", aber auch da gibts Regeln - rumfetzen und das Leben feiern bitte gerne, aber hochdrehen und rumballern ist einfach verboten.


    2x 30-45min würden Frodo nur unnötig pushen. Der muss sich einmal am Tag ausrennen können (wir gehen bei der großen Runde etwa 1,5-2h, dazu 2x am Tag 15min um den Block an der kurzen Leine - entspannt!). Dann ist er müde und zufrieden und kann sein Hirn normal benutzen. Wenn er sich immer zurückhalten muss, ist er frustiert und hibbelt noch mehr rum.

  • Beliebter Fehler bei Hunden die im Freilauf ein wenig hohldrehen ist übrigens die Leine abzumachen wenn die Hunde noch aufgeregt sind. Viel Spaß so eine Verknüpfung zu löschen.

    Dabei wäre umgekehrt konditioniert m.E. viel zielführender.

    Gerade wenn schon die Erwartungshaltung für Spaziergang-Action hoch geschraubt wurde, aber auch so ganz generell kann sich bei vielen Eindrücken der junge Hund schon mal hochfahren. Normalerweise bietet sich hier die kleine Auszeit zum allgemeinen Herunterfahren an der Leine an, gerne dabei dann auch den Rückweg einleiten (ob und wann man wieder ableinen kann, ist sehr individuell, je nach Erregungslage bzw. wie weit der Hund mit einer solche Pause herunter gekommen ist ... oder dreht er gleich wieder auf ...).

    Wenn das schon so feste drin ist, kann m.E. ein Wechsel des Equipments wirklich hilfreich für den Hund beim unterscheiden sein ... also eine extra Ausrüstung für Spaziergänge (anderes Geschirr oder eben Geschirr statt Halsband und andere Leine ... wie auch immer).

  • Bei den Dackeln merke ich bei Schnee auch einen Unterschied am Spurensuchen. Ich glaube mal gelesen zu haben, dass durch den Schnee Gerüche intensiver werden - oder irgendwie so.

    Kann ich auch bestätigen.
    Ruby hat neulich genau die gleiche Strecke nachgespurt, die ich eine Stunde zuvor mit dem Pferd gegangen bin. Natürlich war sie total drüber, weil sie dem Pferd hinterher wollte. Sie wusste nur nicht, dass es schon wieder im Stall war. :hust:
    Auch habe ich sie jetzt schon öfters gesehen, wie sie einer Spur eines Hasen oder ähnliches aufgeregt nach ging und ich mir zu beginn dachte, was mit dem Hund jetzt falsch sei, dass sie plötzlich so drüber ist. Hat sich dann geklärt und war ohne Schnee definitiv nicht so.

  • Ich möchte auch noch mal den Punkt der Erwartungshaltung aufgreifen. Ich habe mit Lucy und Grisu immer sehr viel auf Spaziergängen gespielt und geübt und es war nie ein Problem. Wenn nichts passiert ist, sind die halt ihren eigenen Interessen nachgegangen, Lucy eh mit Freuden, aber auch Aussie Grisu hat nie zum Überdrehen geneigt, der war immer sehr ernsthaft und ein "Denker". Bei Smilla dann fiel es letztlich nur durch ihre Krankheit auf: plötzlich durfte sie kaum mehr was machen. Sie ist dadurch nicht losgerannt oder so, aber hat mir die erste Zeit wirklich nur am Bein geklebt und darauf gewartet, dass doch vielleicht, bitte irgendwas passiert. Hat Monate gedauert, bis sie wirklich nur ruhig vor sich hinschnüffelnd unterwegs war. Vorher mit dem Wechsel Beschäftigung/Freizeit fiel das nie so auf, aber gerade durch das Weglassen hat sich das erst Mal verstärkt...
    Joey und Faye, da kenne ich das gar nicht. Die laufen auch fast nur frei und auch Faye mit 13 Monaten nun ist etwa 1,5 Stunden am Tag draußen unterwegs (+ lösen). Aber die Beschäftigung auf Spaziergängen kennt sie nur rudimentär, also halt Belohnen für Angebotenes, das Sinn macht (oder was so im Rahmen des Posens für Fotos mal belohnt wurde |) ). Aber Joey und Faye machen draußen an sich nur entspannt ihr Ding.

    Ich persönlich würde daher auch dafür plädieren: eine lange Runde, die auch weiter im Freilauf, und nichts üben oder spielen dabei. Das dauert, bis ein Hund das verinnerlicht hat, Geduld! Dafür separat was mit dem Hund machen, auf einer extra-Runde mit bestimmten Ritual, dass dein Hund weiß, jetzt und nur jetzt braucht er was erwarten.

    Ich empfinde dieses Losrennen ohne erkennbaren Grund oder sich in Rage laufen draußen übrigens nicht als typisch für Hütehunde, zu denen ein Schäfer ja irgendwie auch gehört. Interessant das hier von einigen zu lesen. Ich kenne das eher von Jagdhunden, gerade Spaniel und Setter. Bei Hütehunden gehört ja eher zumindest mal ein Sichtreiz dazu oder irgendeine Art konkreter Anlass, bei meinen zumindest :???: . Aber kommt sicher sehr auf die Rasse und das Individuum an. Wenn meine gestresst sind, tänzeln die eher um mich rum.

  • Meine Bc ist eine Stressrennerin......ihr ganzes Leben.


    Das ist wirklich schräg und auch traurig. Und stresst unheimlich..Mensch und Tier..

    Ich habe es in den Griff gehabt und lenken können durch super Gehorsam, aber es war immer irgendwie schlimm.

    Ich habe auch unterschiedliche Hunde, mit dem Collie ist alles easy, da kann ich Ball werfen, und sonstewas, der hat nicht die Veranlagung sich selbst zu verletzen.
    Die Border....puh ganz anders...und auch da wieder jeder anders.

    Der Gebrauchtborder ist viel klarer im Kopf als der „Sportalrounder“ vom Züchter.

    So isses ebend. Versteht man erst wirklich, wenn man mal so einen Hund hat und merkt...ups, der tickt anders.....
    Mein Tipp: vorsichtig antasten....und nicht rennen lassen wie blöd...

  • @Pubertät
    Ja, das könnte sein, sie macht auch grade so ne seltsame Unsicherheitsphase durch. Vermehrt schreckhaft, weinerlich, mag Streicheln noch weniger als sonst, reagiert absolut überempfindlich auf Maßregeln (schärfere Worte).

    Also abgesehen vom Schnee gehts ihr auch wirklich einfach nicht so gut, das finde ich schon einen wichtigen Punkt. Ist sie noch in der Scheinschwangerschaft oder ist das rum? Hast du mal einen Mantel probiert? Die Rasse braucht zwar bestimmt keinen, aber einen Versuch wäre es wert. Wer warm ist braucht sich zumindest nicht warmlaufen, und falls du Leinenrunden planst, könnte sie sich ja auch nicht warmlaufen. Und dann würde ich in der Phase erst mal alles weglassen, was sie so fahrig macht: nicht erschrecken, nicht maßregeln, nicht streicheln usw.

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