"eine neue Familie" - Hund überdreht, überfordert

  • Guten Tag,

    natürlich spielt das Leben immer so, wie man nicht mit rechnet und dementsprechend habe ich nun vor etwas längerer Zeit eine Frau mit Kind (5) kennengelernt.

    Ich selbst bin 28, Sie 29.

    Sie war noch nie ein Freund von Tieren im Haus und hatte generell noch nicht viel mit Hunden zu tun, steht dem ganzen auch etwas skeptisch gegenüber, ich hatte allerdings recht schnell klar gemacht, dass mein Hund für mich das gleiche ist, wie für Sie ihr Kind. Jedenfalls vom Prinzip her.

    Es kam also wie es kommen musste und wir haben unser Glück probiert...

    Ich wusste von vornherein das es nicht einfach werden würde, aber für mich war es schlichtweg die reinste Hölle.

    Vorab sei vielleicht noch gesagt, dass mein Hund wirklich dazu neigt sehr schnell zu überdrehen und auch dieses "langsame" Rantasten an jemanden oder etwas, gibt es bei ihm nicht.

    Ich beschreibe mal den Abend:

    Angekommen, ins Wohnzimmer gegangen und dort saß der junge, den mein Hund nur einmal recht kurz, draußen, gesehen hat.
    Also: interessant! Leine auf Spannung, schön Zug hinter und das typische amstaff ich fress dich auf Gesicht :). Kommt beim Kind schon mal gar nicht gut an.

    Ich habe es nicht geschafft den Hund ruhig zu bekommen... Nach ca 1 1/2 Stunden, die er an der Leine mit mir auf dem Boden inklusive Leine auf Spannung, kurz ausruhen und wieder auf Spannung verbracht hat, habe ich mich dann dazu entschlossen zu probieren, ihn von der Leine ab zu machen und zu gucken, ob sich die Situation entspannt....

    Ende der Geschichte? Hund sprang aufs Sofa, hin zum Kind, Kind hat sich erschrocken und gesagt der hat mich gekratzt, angefangen zu weinen und mein Hund war noch überdrehter als sowieso schon.

    Wir haben uns dann entschlossen, nachdem das Kind im Bett war, im Wohnzimmer zu schlafen, wobei wir hier gleich zum nächsten Problem kommen: Eifersucht.

    Sobald wir uns angefangen haben zu küssen, ist der Hund aufs Sofa gesprungen - über unser Gesicht, hat sich neben mich gelegt etc. Bis wir es letztendlich nach X mal aufgegeben haben.

    Um gleich einigen Kommentaren entgegen zu wirken: Ja, der Hund benötigt noch eine ordentliche Portion an Erziehung - ich glaube ich bin einfach für die ein oder andere Erziehungsmethode zu inkonsequent.

    Vielleicht hat hier ja jemand ordentliche Tipps für mich. :)

  • Ich weiss nicht ob ich es richtig verstanden habe.
    Er würde gerne zu dem Kind, könnt ihr aber nicht direkt zulassen weil er zu Wild ist und das Kind vermutlich über den Haufen rennt? oder würde er ggf. auch aggressiv werden bzw. kann mit Kindern eh nichts anfangen?

  • Ich würde mit Hund und Menschen gemeinsam hundekompatible dinge unternehmen. Dabei können sich alle bewegen und kennenlernen und eine Beziehung knüpfen. Sobald diese dann freundlich/bekannt ist, kann man mal über einen Besuch nachdenken.

    Mit meinem Hund in eine fremde Wohnung mit Kindern würde ich nur gehen, wenn es gar nicht anders geht, und auch nur, um jemanden Abzuholen und gleich wieder zu verlassen.
    Zum gemeinsamen Spazieren zum Beispiel. :ka:

    Wie lange hast du denn den Hund schon? wie kommt ihr denn sonst so klar? Was macht ihr so zusammen? wie machst du das denn sonst mit dem Hund und neuen Leuten/ Wohnungen/Kindern/ Auswärts übernachten bei fremden?

  • Ja, der Hund benötigt noch eine ordentliche Portion an Erziehung -

    So ist das, ganz richtig erkannt!
    Mich würde aber mal interessieren, wie der Hund den Wesenstest bestanden hat, wenn er so überdreht auf Kinder reagiert?

    Hatte dein Hund vorher schonmal Kontakt zu Kindern und wie alt ist der Hund?
    Ein paar mehr Angaben wären schon ganz hilfreich.

  • Ich habe den Hund mit 8 Wochen bekommen.

    Hier, bei mir, benötigt man für solch Hunde keinen Wesenstest.

    Seine Art und Weise, also dieses "aufgedrehte", dass hat er nicht nur bei Kindern, sondern bei auch bei Erwachsenen, Hunden, Fahrrädern, Autos uvm.

    Ich möchte hier aber einmal betonen, dass ich mit aufgedreht NICHT aggressiv meine!

    In der ganzen Zeit die ich mit ihm verbringen durfte, hat er nicht einmal aggressives Verhalten gezeigt. Eher ein extrem verspieltes und dementsprechend auch unkontrolliertes Verhalten.

    Ich gehe 4x täglich mit ihm raus, ca. 3x 20 Minuten und 1x 1 - 1 1/2 Stunden.
    Bei der großen Runde ist immer sein Hunde Freund dabei, damit sie sich austoben können etc.

    Ich habe mittlerweile damit aufgehört in der Wohnung mit ihm zu spielen, weil ich es einfach nicht geschafft habe, ein vernünftiges Spielen hin zu bekommen - sprich: er ist früher oder später beim spielen über Tische und Bänke gesprungen.

    Und zu dem auswärts übernachten, abgesehen von meinen Eltern, hatte ihn noch niemand zum übernachten da bzw. War ich auch noch nirgends mit ihm.
    Meine Eltern kennt er, dort hat er 4 Monate lang recht viel Zeit verbracht und dementsprechend auch kein Problem damit.

  • Auch wenn es eine langweilige Antwort ist: such dir einen kompetenten Trainer, arbeite an dir und deiner Hundeerziehung und dann an einer vernünftigen Zusammenführung.

    Ps: mit einem guten Trainer sollten sich die ersten Erfolge recht schnell einstellen, wenn der Hund nicht aggressiv ist.

  • Meiner Meinung nach hat das nichts mit fehlender Erziehung zu tun. Das sind einfach „Umgangsformen“, die der Hund nicht beherrscht. Wo gibt‘s denn sowas, dass der Hund einfach ungefragt andere Menschen „belästigt“? :shocked:

    Generell würde ich hier erstmal den Umgang mit dem Hund unter die Lupe nehmen bevor groß mit Erziehung begonnen wird. Auch das Setting, das du beschreibst... Drinnen mit Leine in einer neuen Situation, vollkommen in Ordnung, ich denke, dass war eine gute Entscheidung. Diese muss dann aber auch vernünftig umgesetzt werden. Wieso ist in dieser Situation die gesamte Aufmerksamkeit auf dem Hund? Kein Wunder, dass er da nicht zur Ruhe kommt...

    Da wird sich an den Esstisch gesetzt, Kaffee und Kuchen gemacht und der Hund ignoriert.

    Du sagst, er ist bei dir seit er 8 Wochen alt ist. Wie alt ist er denn mittlerweile? Warum beherrscht er das noch nicht?

  • Ich glaube, dass das alles zuviel auf einmal ist. :/
    Der Hund muß langsam Aufregung verlieren- durch Gewöhnung.
    Die Familie muss sich gewöhnen.
    Der Hund verspürt die ablehnende Haltung ganz genau, man kann ihm da nichts vormachen und er wird davon garantiert nicht unaufgeregter. Erstmal nur unterwegs treffen- erst die Frau- langsam. Dann nach ein paar Wochen das Kind- langsam. Routinen aufbauen, Aufregung herausnehmen, dazu unbedingt positiven Trainer aufsuchen. :dafuer:
    Jegliche Stressoren vermeiden.
    Ich glaube, da müssen alle wirklich mitmachen wollen, sonst wird das nicht klappen.

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