Ein Plädoyer für Tierschutz-Hunde

  • Hallo,
    ich möchte mich an dieser Stelle einmal für die kleinen Wundertüten aussprechen. Bis jetzt habe ich mit 5 Hunden aus dem Tierschutz zusammen gelebt und es nie bereut.
    Es geht mir auch nicht darum, ein weichgespültes Bild zu zeichnen, mit rosa Wölkchen und ach so dankbaren Hunden aber in letzter Zeit sind mir hier doch ein paar (meiner Meinung nach) stark vorurteilsbelastete Kommentare aufgefallen.

    Mein erster Hund Susi ( Familienhund, ich wohnte noch zu Hause) kam aus einem deutschen Tierheim und war eine Staffmixhündin, zwei Jahre alt und aus schlechten Verhältnissen. Sie hat sich wunderbar entwickelt, mit Menschen hatte sie keine Probleme und bei anderen Hunden musste man eben aufpassen und managen.

    Meine zweite Hündin Leela ist ein Huskymix ( die Haare!) aus Rumänien, als sie hier ankam war sie ca. sechs und anders als beschrieben (sie saß 4 Jahre im Tierheim und der Ortswechsel hat sie permanent zurückhaltender werden lassen). Sie hat genau einmal in die Wohnung gemacht, (bei ihrer Ankunft aus lauter Stress) und ist ein absolutes Goldstück. Ich habe noch niemanden getroffen, der sie nicht mag. Das schließt Leute ein, die eigentlich Angst vor Hunden haben. Sie ist sehr leise, bellt eigentlich nie und in der Wohnung und draußen sehr unauffällig. Fremde Hunde sind ihr egal und ich würde sie auf kein Volksfest mitschleifen, aber sie war und ist der perfekte erste eigene Hund.

    Weil sie sehr zurückhaltend war, hatten wir einige unschöne Begegnungen mit distanzlosen Bullies und so kam der Zweithund früher als gedacht, nach knapp drei Monaten hinzu. Aus dem schönen Madrid, wo seine nette Familie ihn fast zu Tode gehungert hatte. Akki wurde mit ca. drei Jahren aus der Tötung gerettet und auf einer Pflegestelle aufgepäppelt, bevor er seine Reise hierher antrat. Ich hatte bewusst einen kleinen Rüden gewählt, der zu Hause ruhig war, alleine bleiben konnte und verträglich mit anderen Hunden. Naja, er ist auch ein Leinenpöbler aber das hat uns wenigstens die Tutnixe vom Leib gehalten. Er kam hier an und war zu Hause. Verändert hat er sich nicht mehr, er ist immer noch ein kleiner, liebenswerter Proll. Stubenrein war er auch, bis auf das eine Mal, als er Durchfall hatte und durch die Wohnung gelaufen ist; ich musste gleichzeitig lachen und mich ekeln :lepra: xD . Ein Terrier/Dackel/Frenchi mix, den ich nie wieder hergeben würde.

    Dann kam Dori ( ca zwei und Spanier) als Pflegehund für drei Monate. Er hatte ein steifes Beinchen und deshalb Schwierigkeiten, vermittelt zu werden. Er war der erste Hund, den ich nicht selbst ausgewählt hatte und der einzige, der jemals zu Resourcenverteidigung neigte und auch das war relativ leicht zu managen. Drei oder vier Mal hat er in die Wohnung gemacht, weil ich die Zeit zwischen den Gassigängen zu großzügig berechnet hatte, ganz allein mein Fehler also.

    Jetzt sitzt hier ( noch) Paul, er ist drei und kommt aus Rumänien. Ein super lieber Hund, den meine zwei auf Anhieb ins Herz geschlossen haben und der fantastisch auf die beiden eingeht. We ist drei Mal so schwer wie Akki und spielt darum sehr sanft mit ihm. Mit meiner großen hängt er einfach nur ab, da sie nicht spielt. Ich kenne sonst keinen Hund, der so verschmust ist.
    Draußen an der Leine ging er auf Passanten los, natürlich hatte ich ihn an der Leine und es ist nix passiert aber mir ging der Hintern erst einmal auf Grundeis :(
    Ich habe eine Trainerin herangezogen und nach drei Wochen war die Sache ausgestanden (natürlich habe ich immer nich ein Auge drauf!) Fremde in der Wohnung kann ee nicht ausstehen, darum können sich die neuen Besitzer kümmern, mein unbekannter Besuch muss halt eine Runde Gassi mitgehen, dann ist die Sache auch gegessen. Paul roch am Anfang etwas streng aber seit dem er gutes Futter bekommt hat es sich stark gebessert (auch wenn er mir zwei Mal den Müll ausgeräumt hat ). Hätte ich nicht schon zwei Hunde würde ich ihn behalten aber er hat jetzt Aussicht auf ein Haus mit Garten und das will ich ihm nicht vorenthalten.

    Wie man sieht, gibt es ganz tolle Hunde, die im Tierheim auf eine neue Familie warten. Es muss ja nicht immer der Angsthund oder dee sprichwörtliche Straßenhund sein! Viele hatten ein Zuhause und kennen das Leben im Haus, sind eigentlich stubenrein. Natürlich kann man nie zu 100% wissen, wie es läuft und sollte sich keine Illusionen machen.
    Ich bin berufstätig und die Hunde haben vom ersten Tag an das Alleinbleiben geübt ( wobei ein entspannter Ersthund schon die halbe Miete ist). Keiner hat sich der Zerstörungswut hingegeben ( Paul knabberte die Ecken der Bezüge an, hat aber jetzt Kauspielzeuge), und alle waren und sind sehr ruhig zu Hause. Wilde 5 Minuten hat jeder mal...
    Wer also gerne einen neuen Mitbewohner aus dem TS möchte, der sollte seinen Verstand benutzen, ehrlich zu sich selbst und der Orga sein und eine Prise Humor mitbringen.

    Vor allem aber nichts auf die Horrorgeschichten von Menschen geben, die mit "Ich selbst habe zwar keinen Hund aus dem Tierheim, aber..."beginnen.

    Ps: ich wollte eigentlich einen anderen Hund in Pflege nehmen, mich aber nach Rücksprache mit der Orga umentschieden, weil der Gute meine beiden bestimmt rundgemacht hätte.

    Ein langer Post, ich musste mir das von der Seele schreiben :tropf:

  • Hi,

    hier lese und schreibe ich doch gerne mit :winken: Habe bisher mit insgesamt 3 Tierschutzhunden und 4 Tierschutzkatzen zusammengelebt. Aktuell lebe ich mit Ronja (Ups) und Lilly (Tierschutz).

    Und mit meinem Mann, aber der wurde mir direkt von seiner Mama vermittelt.

    Meinen ersten Tierschutzhund haben bekommen, als ich 9 war. Bärli hieß die Kleine, war ne Promenadenmischung von 13 KG und einfach nur ein Schatz. Die Stubenreinheit hat ein bisserl gedauert und sie kam sehr krank zu uns, aber das wars schon an Macken. Ruhig, geduldig, lieb mit allen anderen Lebewesen. Ohne dass da groß was trainiert worden wäre.

    Whoopie zog eigentlich bei meinen Eltern ein, als ich schon kurz vorm Studium war und schon nicht mehr daheim gewohnt habe (bin noch vorm Abi geflüchtet).

    Ein Tierschutzhund mit leichtem Deprivationsschaden. Sie sollte meinem Stiefvater Gesellschaft leisten und ne Stütze sein. Da meine Eltern da aber noch beide gearbeitet haben, haben mein Mann und ich viel übernommen. Whoopie hatte ein paar kleinere special Effects, war aber gut zu handeln. Und ihre Familie hat sie mit jeder kleinen Hundefaser geliebt.

    Bei uns sind zu dieser Zeit Katzen eingezogen. Hat gut geklappt, auch wenn wir Whoopie da hatten.

    Nach Whoopies Tod wollten meine Eltern keinen Hund mehr. Wir selbst hatten noch gar nicht über einen bei uns lebenden Hund nachgedacht. Das kam dann aber. Und irgendwann zog Ronja ein :herzen1: Mischung aus Terrier, Aussie und Labbi, die uns erstmal so richtig beigebracht hat, was man als Hundehalter unter Umständen alles wissen muss. Als erster Nicht-Tierschutz-Hund :lol: Daher hier jetzt auch keine weitere Liebeserklärung an Ronja. Sie ist natürlich der wichtigste Hund der Welt, aber hier nicht Thema.

    Diese harte Schule hat mich fit gemacht. In Folge habe ich einige TS-Hunde als Gassigänger betreut. Auch solche, die nicht leicht zu händeln waren. Auf die eine oder andere Art waren so viele Goldstücke dabei. Und so viele Macken waren menschengemacht. Und man konnte daran üben, wichtig war halt Verständnis dafür, was den Hund bewegt - und Respekt.

    Ja, und vor 2 Jahren zog Lilly ein. Sie kam als absolutes Angsthundchen. Gut, wir haben hier gute Voraussetzungen auf dem Land, denn wir können vielem, was die Panik auslöst, einfach aus dem Weg gehen.

    Und sie arbeitet an sich, das merkt man richtig. Sie will dabei sein und gefallen und Freude haben. Und genießt so vieles, was für Ronja total selbstverständlich ist. Kuschelplätze, neue Spielies, Leckerbissen, Spaziergänge im Grünen, Herrchen und Frauchen, gute Bekannte, nette Hundekontakte, Trainingserfolge und Lob - nach der ersten Schreck- und Aufwärmphase feiert sie das alles mit so viel Schalk und Lebensfreude, dass man sich einfach mitfreuen muss.

    Ja - wir müssen auf ein paar Sachen achten und auch wissen, was generalisierte Angst und Deprivation bedeuten kann. Und sie macht es uns leicht, mit aller Kraft, die in ihrem zierlichen Körperchen und Seelchen steckt.

    Und was Bäh ist - wie z. B. Tierarztbesuche, Gänge an der Straße, Besuch von Fremden - nimmt sie so tapfer hin wie sie nur kann.

    Wenn ich hier von den Problemen lese, die Leute hier mit Hunden haben, die sie von klein auf vom sorgfältig ausgesuchtem Züchter haben ... vieles davon kenne ich so nicht. Auch wenn etwas ihre Angst auslöst - sie möchte mit uns zusammenarbeiten.

    Lillys Vertrauen und ihre Liebe empfinden wir immer wieder als unendliches Geschenk :herzen1:

    Bitte nicht falsch verstehen: Ich finde viele Hunderassen richtig toll und bin daher auch froh, dass es da Züchter und gute Interessenten gibt.

    Für mich selbst gäbe es aber nur einen Grund dafür, mir einen Rassehund vom Züchter zuzulegen: Ich brauche den Hund für eine bestimmte Arbeit und möchte daher eine bestimmte genetische Disposition. Da das bislang nie der Fall war, nehme ich lieber einen Hund aus dem Tierschutz.

    Beim nächsten Hund hat allerdings wieder mein Mann Entscheidungshoheit. Wenn er unbedingt einen Welpen will ... wer weiß, was kommt :ka:

  • Hier wohnen drei Tierschutzhunde - und wir möchten keinen einzigen von ihnen missen.

    Sie sind einfach perfekt für uns mit ihren ganzen Marotte, Eigenheiten und auch Ängsten.
    Jeder für sich ist schon besonders und unbeschreiblich und zusammen potenziert sich das dann noch.

    Hier wird es immer Tiere aus dem Tierschutz geben, das steht fest.

    Das sind die Musketiere

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    Chili (liegend) - kein TS Hund, aber das Geschenk einer lieben Freundin
    Rudelchefin und Rudelkleber - sie hält alles zusammen.

    Kiwi, zweite von links.
    Kommt aus Spanien von A.S.P.A. und ist mein Pflegestellenversagerhund.
    Einfach ein ganz liebenswerter Clown, der einen ordentlichen Sack Ängste zu tragen hat, aber mit Anleitung ganz gut damit klarkommt.

    Cookie, zweite von rechts, ebenfalls A.S.P.A.
    Ein kleine Diva mit nur einem Auge. Eine Kaiserin vor dem Herren, hat uns Gehorsam gelehrt. :D

    Toffi, rechts, stammt von Mallorca, ein kleiner Fundhund. Eine liebenswerte raffinierte Kleinkriminelle mit Verlassenängsten und grosser Angst vor Stöcken und Stielen.

    Die fröhlichen und glücklichen Momente überwiegen aber bei allen.
    Uns war klar, daß sie alle mit Lebenserfahrung im Gepäck zu uns kommen werden und wir haben sie so angenommen, wie sie sind.
    Vielleicht ist das ja das große Geheimnis unserer Zufriedenheit?
    Daß wir die Hunde lassen wie sie sind und nicht an ihnen herumbessern wollen?

    Die Hunde halten auf jeden Fall zusammen wie Pech und Schwefel.
    Es wird zusammen geschlafen, ohne Probleme nebeneinander gefressen, man spielt zusammen, hilft einander und einer passt auf den anderen auf.

    Ich möchte am liebsten die Zeit einfrieren, weil es so perfekt mit diesen Volltreffern aus dem Tierschutz ist!

  • Ich finde ganz ehrlich, das muß jedem selbst überlassen bleiben. Ich nehme bewußt Hunde aus zweiter oder xter Hand und ich nehme zb bewußt keinen Auslandshund, weil es bei uns in Deutschland genug Elend gibt, über das inzwischen hinweggesehen wird, weil es nicht so "mitleidserregend" ist. Es ist nicht die deutlich sichtbare Masse.
    Ja ich kenne den Spruch, man müsse über den Tellerrand schauen, nur schaun inzwischen viele so weit über den Tellerrand im Ausland, daß sie das Leiden vor der eigenen Haustüre nicht mehr sehen.
    Damals hat Massenzucht und damit verbundenes tiefstes Leiden in Deutschland kaum jemand interessiert. Jetzt können werbewirksam Welpen gefilmt werden, die aus dem bösen Ausland geschmuggelt werden und schon hat es mehr Aufmerksamkeit. Daß es die selbe Problematik in Deutschland immer noch gibt, wird irgendwie gar nicht wahrgenommen.
    Bonnie ist aus einer Beschlagnahmung in Deutschland mit ca 70 Hunden in einem Keller, dort ist sie aufgewachsen und hat 3 Jahre dort überlebt.

    Und doch, ich finde, es sollten durchaus auch die Problematiken des Tierschutzes, oder des vermeintlichen Tierschutzes, angesprochen werden. Hunde und Katzen, die bereits bei Übergabe entlaufen, weil die TschOrgas naiv sind und die neuen Besitzer dazu. Angsthunde, Krankheiten, daß nicht alles gerettet werden will was der deutsche Bürger meint, daß zur Rettung viel mehr gehört als einfach nur kaufen, "adoptieren", und daß es durchaus viele Probleme mit TschHunden geben kann, vor allem, wenn man in der Vielzahl der ganzen Orgas den Überblick verliert und meint, wo Tierschutz draufsteht ist auch Tierschutz drin.

    Wer einen Hund aus dem Tierschutz übernimmt, soll sich wirklich aus offenem Herzen dazu entscheiden, und nicht, weil er sich inzwischen moralisch verpflichtet fühlt ein Gutmensch zu sein oder noch schlimmer, der dem Trend Auslandshund hinterherrennt, ohne weiter nachzudenken.

  • Ich finde ganz ehrlich, das muß jedem selbst überlassen bleiben. Ich nehme bewußt Hunde aus zweiter oder xter Hand und ich nehme zb bewußt keinen Auslandshund, weil es bei uns in Deutschland genug Elend gibt, über das inzwischen hinweggesehen wird, weil es nicht so "mitleidserregend" ist. Es ist nicht die deutlich sichtbare Masse.
    Ja ich kenne den Spruch, man müsse über den Tellerrand schauen, nur schaun inzwischen viele so weit über den Tellerrand im Ausland, daß sie das Leiden vor der eigenen Haustüre nicht mehr sehen.
    Damals hat Massenzucht und damit verbundenes tiefstes Leiden in Deutschland kaum jemand interessiert. Jetzt können werbewirksam Welpen gefilmt werden, die aus dem bösen Ausland geschmuggelt werden und schon hat es mehr Aufmerksamkeit. Daß es die selbe Problematik in Deutschland immer noch gibt, wird irgendwie gar nicht wahrgenommen.
    Bonnie ist aus einer Beschlagnahmung in Deutschland mit ca 70 Hunden in einem Keller, dort ist sie aufgewachsen und hat 3 Jahre dort überlebt.

    Und doch, ich finde, es sollten durchaus auch die Problematiken des Tierschutzes, oder des vermeintlichen Tierschutzes, angesprochen werden. Hunde und Katzen, die bereits bei Übergabe entlaufen, weil die TschOrgas naiv sind und die neuen Besitzer dazu. Angsthunde, Krankheiten, daß nicht alles gerettet werden will was der deutsche Bürger meint, daß zur Rettung viel mehr gehört als einfach nur kaufen, "adoptieren", und daß es durchaus viele Probleme mit TschHunden geben kann, vor allem, wenn man in der Vielzahl der ganzen Orgas den Überblick verliert und meint, wo Tierschutz draufsteht ist auch Tierschutz drin.

    Wer einen Hund aus dem Tierschutz übernimmt, soll sich wirklich aus offenem Herzen dazu entscheiden, und nicht, weil er sich inzwischen moralisch verpflichtet fühlt ein Gutmensch zu sein oder noch schlimmer, der dem Trend Auslandshund hinterherrennt, ohne weiter nachzudenken.

    Ich sehe mich als Europäerin, da ist es mir relativ egal, wo der Hund her kommt; Grenzen sind menschengemachte, willkürliche Barrieren :ka:
    Zudem ist es manchmal so, dass im Tierheim um die Ecke nur Hunde sitzen, die sehr erfahrene Menschen brauchen; ich verfolge das hier in Frankfurt, die Hunde in der Vermittlung würde ich mir sehr oft nicht zutrauen.
    In Zeiten der Internetrecherche stellt es auch eigentlich kein Problem dar, wirklich unseriöse Orgas von vornherein auszuschließen, bzw bei großen Vereinen zu schauen, die gut strukturiert sind und über Jahre ihren Ruf aufgebaut haben.
    Ein bisschen wie beim Gebrauchtwagenkauf.

    Ich wüsste auch nicht, wo ich verlangt habe, dass jeder einen Auslandshund nimmt?

  • Hi,

    aber hier gibts doch schon Threads wie Sand am Meer, in denen auf die Problematik bei Tierschutzhunden hingewiesen wird? :ka:

    Ich habe @AkkiLeela so verstanden, dass hier einfach mal ein kleiner Raum für die Liebhaber von Tierschutz-Hunden sein soll. Wie es ja auch die Threads für Rasseliebhaber gibt. Und finde diese Idee sehr schön :herzen1:

    Heißt doch nicht, dass jetzt unbedingt jeder einen Hund aus dem Tierschutz nehmen soll oder muss? :???: Oder ein G... (sorry, das Wort finde ich echt schlimm) sein soll oder muss.

    Mich freut an meinen Second Handlern, dass sie schon eine eigene Persönlichkeit mitbringen, die ich kennenlernen darf.

  • Das größte Problem ist meiner Meinung nach das Erwarten von Dankbarkeit.
    Das höre ich so oft und es kotzt mich an.
    Inzwischen sage ich auch deutlich, dass meine Hunde mir nicht dankbar sind- im Gegenteil, das sind kleine Opportunisten! Sie nutzen uns eher aus, als dankbar zu sein. ;) :D
    Das ist einfach hundetypisch.

    "Hach, Hunde aus dem Ausland sind ja soooo dankbar, wenn man sie rettet..."
    "Ich nehme nur Hunde aus Tötungen, die sind immer dankbar"
    "Mein Hund kommt aus der Smeura, so ein dankbares Tier".

    Mäh, mäh, mäh...

    Und immer schwingt so eine gewisse Erwartung in diesen Sätzen mit, daß man sie bitte beklatscht und ihnen beipflichtet.

  • Ja, ich wünschte, jemand würde meinen mal erklären, dass sie dankbar sein sollten. Nicht nur, dass ich sie gerettet habe, sie dürfen hier auch umsonst wohnen und werden versorgt. Wenn sie schon nicht zum Haushaltseinkommen beitragen könnten sie wenigstens mal aufräumen oder kochen :motzen:

  • Ich freu mich auch über jede Frechheit, die unsere Lilly auspackt :D Gut, vielleicht nicht immer gleich. Aber jedes Zeichen von Selbstbewusstsein ist ein gutes Zeichen.

    Dankbarkeit ist mMn ein rein menschliches Konzept, ich käme nie auf die Idee, das meinen Hunden überzupropfen.

    Was ich schon merke - und vielleicht verwechseln die Leute so etwas mit Dankbarkeit :ka: - Lilly freut sich über ganz viele Sachen so richtig und kann die richtig deutlich sichtbar genießen, die Ronja ehe gnädig annimmt :lol:

    Weiß aber auch nicht, ob das einfach daran liegt, dass die 2 ein komplett unterschiedliches Temperament haben - oder doch daran, dass Ronja halt nie harte Zeiten kennengelernt hat.

    Kleine Scheißopportunisten sind sie beide - und ich eills auch gar nicht anders haben.

  • @Stinkelilly : genau- sie verwechseln Genuss und Lebensfreude mit Dankbarkeit.
    Und das kann jeder Hund empfinden, egal von wo und von wem er kommt.
    Aber viele Leute hören das, lesen dann irgendwelche fürchterlich kitschigen Beschreibungen einer Orga (und davon gibt es viele! ) und wollen dann einen armen Hund "retten", auf dass sie dann auch Beifall dafür einfordern können, wenn sie erzählen, wie dankbar das Tier sich doch zeigen würde.
    Und dann ist der undankbare Köter plötzlich krank, pisst auf das teure Hipster-Kuhfell oder läuft gar weg?
    Wieso ist der nicht dankbar? Ich hab ihn doch gerettet!

    Und das sind dann die Menschen, die verbreiten, wie bös' sie mit einem TS Hund auf die Nase gefallen sind und genau das bleibt den Zuhörern im Kopf.
    Da wird sich nicht an die eigene Nase gefasst.

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