Der "gefährliche" Hund

  • Was ich mich bei den Rassenlisten frage, war die Problematik mit den " kampfhunden" wirklich so schlimm und verheerend, dass man sofort und mit si einer strenge handeln musste oder war es einfach das medienwirksamste? Ich glaube eher das letztere.

    Also daneben, dass ich es mehr als politische Entscheidung sehe, wie Irish Terrier , die Medien das Entsetzen der Bevölkerung spiegelte, ärgert es mich ungemein, dass man für so etwas (also nicht einmal als Grundlage für Listen) keine Daten erhebt.

    Und dieses ewige, was man häufig liest, dass vorausgegangene Warnhinweise einfach viel zu oft zu nichts führen. Hier im aktuellen Fall ist es blöd gelaufen, der Hund hat gerade erst Auflagen wg. der anderen Rasseeinschätzung bekommen. Es kommt jedoch so gut wie niemals zu Kontrollen, ob diese auch eingehalten werden.

  • Ich denke auch, dass 2000 der tragische Todesfall des Buben in Hamburg nur die Eisspitze war.

    Schon Anfang der '90 gab es Überlegungen in Richtung 'schärfere Verordnungen & Listen', weiß nur nimmer, welches BL damals federführend war :denker:

  • Ich frage mich manchmal, was passieren würde, wenn die Behörden wirklich härter durchgreifen würden.

    Dann hätten die Hunde, die das Kind auf dem Fahrrad angefallen haben, längst eingezogen werden müssen. Wegen Verstoss gegen Auflagen (Auflagen, die ja eigentlich viele ablehnen, denn vorbeugende Maßnahmen nur aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse werden als ungerecht empfunden.)

    Dann wäre der Vorfall nicht passiert - aber mit Sicherheit gäbe es sehr viel Kritik am unbegründeten und harten Durchgreifen...

    Ich finde es ganz komisch, wenn immer und immer wieder betont wird, dass die Listen unsinnig sind, weil ja nicht genug kontrolliert wird. Wünscht ihr euch wirklich alle MEHR Kontrollen, härteres Durchgreifen? Das würde ganz sicher auch wieder ne Menge Leute zu Unrecht treffen.

    Sogar die Hunde aus dem aktuellen Vorfall hätte es zu Unrecht getroffen - man weiß ja nicht, dass das passiert wäre.

    Wenn ich z.B. an Dänemark denke? So toll finde ich ständige Kontrollen und hartes Durchgreifen jetzt ehrlich gesagt auch nicht...

    Ganz schön schwierig.

  • u.a. Hamburg nur das war eher die Nummer: Ja, wir brauchen... Ach, nööööö lass mal.... läuft doch.....Prokrastinieren bis zum bitteren Ende.

    Gepaart mit dem legendären Tiefschlaf der zuständigen Behörden damals für den Lütten tödlich.

  • Natürlich ist das schwierig. Doch nur einmal vorgestellt, es gäbe die gelisteten Rassen nicht mehr: Gäbe es dann auch keine Zusammenstöße zwischen Mensch und Hund mehr (unter der Beteiligung von Vollpfosten oder nicht) die nicht tödlich verlaufen ? Oder gar auch nur signifikant weniger?

  • Wenn Du dir anschaust, was die Niederlande zur Aufgabe des R.A.D geschrieben hat: Nein!

    inisterin Verburg vom Ministerium für Landwirtschaft, Natur und

    Lebensmittelqualität will eine neue Regelung einführen, um zu

    verhindern, dass Kinder zu Opfern von aggressiven Hunden werden.

    Gleichzeitig wird die jetzige Regelung für Aggressive Tiere (RAD)

    abgeschafft; entsprechend dieser Regelung werden pitbullartige Hunde

    beschlagnahmt und getötet. Die Regelung sieht auch ein Zuchtverbot vor

    sowie ein Halteverbot dieser Hunde. Die RAD wurde 1993 eingeführt,

    nachdem drei Kidner durch Pitbulls totgebissen wurden. Die Van

    Sluijs-Kommission die die RAD im Auftrag der Ministerin untersuchte,

    schlußfolgert, dass die Regelung nicht zu einer Verringerung von

    Beissunfällen führt.







    Laut der Van Sluijs-Kommission ist die RAD nicht wirksam, da der Anteil

    an Beissunfällen über die Jahre gleich geblieben ist. Auch wennl

    Pitbullartige häufiger als andere Hunde in Beissvorfälle verwickelt

    sind, geht es um einen lediglich kleinen Anteil der Pitbulls. Das

    recjhtfertigt das Töten von Hunden nur ungenügend, befindet die

    Kommission. Vielmehr setzt sie auf eine Aufklärung der Hundebesitzer und

    einer Verschärfung der Gemeindeverordnungen AVP (Algemeen Plaatselije

    Verordening).




    quelle hier: http://www.davids-revenge.de/aktuell_0152.html

  • Sorry sorry fürs OT aber hier geht es ja auch teilweise um Listenhunde.

    Es ist gerade sehr akut. Seht ihr in diesem Junghund einen Listenhundmix?

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  • Ich glaube, Evemary_Pablo hat es mal irgendwo geschrieben: Die Rassen wurden z.T. willkürlich auf die Liste gesetzt. Nach dem Motto: "Bau mir bis morgen eine Liste mit ein paar Hunderassen, die wir dann verbieten!". Der damals Verantwortliche äußert sich heute so, dass er sich schämt, daran beteiligt gewesen zu sein, weil es alles Willkür war. Eve hat sicherlich noch die Quelle.

    Außerdem sind da Dinge gelaufen, die wirklich traumatisch waren. Es wurde der Schutz der eigenen Wohnung aufgehoben, so dass jederzeit die Wohnung betreten und die Hunde beschlagnahmt werden konnten - was in etlichen Fällen auch passierte. Hunde wurden auf offener Straße den Haltern weggenommen, obwohl sie sich nie was haben zu Schulden kommen lassen.

    Die "Öffentlichkeit" hat Halter bestimmter Rassen angepöbelt, angegriffen, bespuckt, mit Steinen beworfen und es wurden mWn sogar Hunde angezündet. Da wundert es mich nicht wirklich, dass sich die betroffenen Halter nicht in den Medien präsentieren wollten. Kopf einziehen und beten war damals die Devise. Im anderen Forum habe ich von Usern gelesen, die das damals mit plötzlich gelisteten Hunden durchgemacht haben und noch heute Herzrasen bekommen, wenn sie beim Gassi einer Polizeistreife begegnen.

    Dieses brutale und letztlich ineffektive Vorgehen zu leugnen ist geschmacklos. Es ist passiert. Vielen Menschen und ihren unbescholtenen Hunden.

    Und warum? Weil die Stadt Hamburg gepennt hat.

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