Der "gefährliche" Hund

  • Hmh, darf ich fragen, in welchem Bundesland Du recherchiert und berichtet hast? Nach meinem Infostand gabs hier in Hessen Beschlagnahmungen, wenn keine nachträgliche Haltungserlaubnis ausgestellt wurde - und da auch keinen „Bestandsschutz“. Kann aber sein, dass ich da falsche Infos habe.

    Rheinland-Pfalz.

    Klar konnten und können Hunde beschlagnahmt werden, wenn illegal gehandelt wurde/wird.

    aber die Behauptung von Aoleon , es wären weniger Kampfhunde geworden, weil die alle eingeschläfert wurden - die stimmt nicht.

    auch die beschlagnahmten Hunde wurden/werden nicht eingeschläfert.

    Die Diskussion um den Bestandsschutz bezog sich auf die aktuelle Situation auf kommunaler Ebene in dem Ort, wo der 15jährige angefallen wurde.

  • Hi, mir gehts gar nicht um illegales Handeln oder unangemeldete Hunde. Sondern darum, dass durch die neue Gesetzgebung eine explizite Haltungserlaubnis eingeführt wurde, die auch nachträglich für schon in Familienbesitz befindliche Hunde galt. Und dass der Hund beschlagnahmt wurde, wenn diese Erlaubnis nicht erteilt wurde.


    Ich hab die Diskussion schon verfolgt und der Hintergrund ist mir klar :smile:

  • ...

    aber die Behauptung von Aoleon , es wären weniger Kampfhunde geworden, weil die alle eingeschläfert wurden - die stimmt nicht.

    auch die beschlagnahmten Hunde wurden/werden nicht eingeschläfert.

    ...

    Das mit dem Einschläfern von SoKa sah aber meiner Erinnerung nach z.B. in Hamburg -Sprichwort Hamburger Hundehalle- anders aus! :ka: so unrecht hat Aoleon nicht.

  • Der damalige Leiter des Hamburger Tierschutzvereins hat das damals sogar mit durchgeboxt, wenn ich mich recht erinnere. Um dann ein paar Jahre später eine Kehrtwende zu vollziehen.


    Und ich würde mutmaßen, dass das nicht so öffentlich in einigen anderen Tierheimen auch passiert ist. Schlag auf Fall ein Schwung an beschlagnahmten oder abgegebenen Hunden, die nahezu unvermittelbar waren, unter einem saumäßigen Ruf litten und vermutlich teils auch echt schwierig im Handling waren? Würde mich nicht wundern, wenn da die Entscheidung zwischen Spritze und der Aussicht auf lebenslange Einzelverwahrung durchaus auch bei an sich gesunden Tieren in die Richtung Spritze gegangen ist.

  • Was ich mich bei den Rassenlisten frage, war die Problematik mit den " kampfhunden" wirklich so schlimm und verheerend, dass man sofort und mit si einer strenge handeln musste oder war es einfach das medienwirksamste? Ich glaube eher das letztere.

  • Sagen wir mal so: Die Hamburger und bundesweite Bevölkerung war entsetzt und geschockt. Dementsprechend schnell wurde damals dann in HH und bundesweit die SoKa-Verordnung mit einer glühendheißen Nadel gestrickt.

    Auch um untergehen zu lassen, dass diese Katastrophe von der Behördenseite aus hausgemacht und zu verantworten war.

    Der Tod des kleinen Volkan wäre zu verhindern gewesen hätte die Behörde auf Einhaltung der Auflagen geachtet und diese kontrolliert.

    Hat man nicht und die Warnhinweise der Bevölkerung ebenfalls ignoriert.

    Es wurden nur regelmäßig die zerbissenen Schaukelsitze getauscht.....

  • Ich denke, es war nicht nur der Vorfall mit Volkan, sondern eine gewisse Grundstimmung hat da auch schon geherrscht. Und zwar, weil Amstaff, Pitbull und einige andere Rassen mit den entsprechenden Accessoires eben wirklich sehr beliebt im kleinkriminellen Milieu waren und Straßenkriminalität in den 80ern und 90ern öffentlich präsenter als heute war (von meinem Gefühl her zumindest, ich kenne da nur Frankfurt und Offenbach. Da hattest Du aber einige Ecken, die von zwielichtigen Gestalten mit entsprechendem Auftreten und den Hunden dabei extrem dominiert wurden). Der Amstaff galt als klassischer Zuhälterhund.


    Daher fiel der Vorfall einfach auch auf einen Nährboden, bei dem sich diese Regelungen schnell und mit wenig Widerstand haben durchsetzen lassen.


    hasilein75


    Ich werte da auch nicht. Aber betrachte es mal aus der Perspektive von Jemandem, dessen Hund eingezogen wurde oder der den Hund nicht mehr halten durfte und den Hund dann nie mehr zu Gesicht bekommen hat. Das waren auch geliebte Familiengenossen.


    Der Schock saß damals bei Besitzern und Liebhabern dieser Rassen tief und ist wahrscheinlich immer noch nicht überwunden. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum „Kampfhunddebatten“ gerne mal eskalieren und in Frontenbildung enden bzw. in die Richtung „Kampfschmuser“ gedreht werden. Da sind ganz viele Emotionen, wunde Punkte und Unrechtsempfindungen betroffen.

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