Der "gefährliche" Hund

  • Ich maße mir nicht an eine Antwort darauf zu finden wann welche Rasse erhaltenswert ist und wann nicht. Können andere gerne machen, aber eine solch schwerwiegende Frage/Antwort mache ich schon aus ethischen Gründen nicht mit.

    Sehe keine ehtischen Komponenten, wenn Mensch eine Hunderasse einfach nicht mehr weiter züchtet. Es gibt doch Rassen (auch andere Tierarten), die es heute nicht mehr gibt. Mir ist nicht bekannt, dass deswegen jemals ethische Diskussion ausgelöst wurden :ka:

    Auf welcher Grundlage? Bereits existente Individuen betrifft es nicht, wenn man in diesem Zusammenhang nicht über Genozid/Ausrottung spricht. Mensch produziert dann einfach sein Designer-Lebewesen nicht weiter. Es ist doch eher die philosophische Frage (wenn man Ethik schon ins Spiel bringt), ob Mensch überhaupt ein Recht hat, Lebewesen zu seinem reinen Vergnügen zu designen :ka:

    Es geht darum wer das schlussendlich entscheiden "darf". Wessen Stimme zählt? Wie wird ein Argument, egal ob pro oder contra, gewichtet? Wer stellt sich schlussendlich da vorne hin und sagt - so, das bestimme ich jetzt, dass diese Hunderassen zukünftig nicht mehr geben wird.

    Werden alle Bundesländer an einem Strang ziehen? Kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen? Was ist mit anderen Ländern? Und am Ende, warum das Ganze? Es wird immer Menschen geben die bestimmte Hunderassen unnütz finden wie einen Herpes. Aber was wenn andere Menschen Deine Hunderasse überflüssig finden, oder meine? Wer hat Recht? Wer Unrecht? Müssen nur ausreichend Menschen Hunderasse XY überflüssig finden?

    Natürlich ist es - für mich, für andere kann ich schlecht sprechen - eine ethische Frage. Wir Menschen nehmen uns so oder so bereits viel zuviel heraus was das reinpfuschen in Natur und Genetik angeht.

  • @Das Rosilein

    Importverbot gibt es nach Deutschland. Es dürfen keine der 4 Rassen eingeführt werden. (möglich, dass es ganz seltene Ausnahmen gibt).

    Ich darf mir nicht in z. B. Spanien einen AmStaff kaufen und diesen nach Niedersachsen einführen, obwohl Niedersachsen keine Liste hat.

    Eingeführte Listenhunde sind also beinahe immer illegal eingeführt.

    Zum Sinn von Bullterriern:

    Ich fände es schade, wenn es die Rasse nicht mehr gibt. Für mich sind sie einmalig und besonders. Ich liebe Hunde seit ich klein bin und hatte von Pekinese bis Riesenschnauzer mit allem zu tun. Aber der Bullterrier hat sich mit seiner besonderen Art in mein Herz geschlichen und es wird keine andere Rasse bei mir einziehen. Kein anderer Hund bringt mich so in Verzückung. Das ist auch die einzige Rasse, bei der ich auf völlig fremde Menschen zugehe und frage, wie der Hund heißt, ob ich ihn streicheln darf etc. Bei keiner anderen Rasse habe ich das Bedürfnis.

    Klar ist das kein "Sinn" einer Rasse. Aber als Alltagsbegleiter ist mein Benni topp. Ok, ein wenig zu aufgedreht in fremden Umgebungen, aber das liegt an meiner fehlenden Erziehung und seiner fehlenden Konzentrationsfähigkeit. xD

  • ach ja.... wir entsinnen uns an HH? Die Stadt wo alles begann, wo ein SoKa nicht mehr gehalten werden und gezüchtet werden darf?

    https://www.hamburger-tierschutzverein.de/tiervermittlung/hunde/listenhunde

    Was soll mir das denn sagen?

    Dass es immer Menschen gibt, die sich nicht an Gesetze halten? Und was können die Listen dafür, dass sich Menschen nicht an die Auflagen halten? Es sind doch nicht die Listen selbst, die diese Hunde in TH bringen, sondern unvernünftige Käufer.

    Wenn ein Soka einen Vorfall hat, ist klar: Das Problem sitzt am anderen Ende der Leine.

    Wenn ein anderer Hund einen Vorfall hat, ist klar: Das Problem sitzt am anderen Ende der Leine.

    Wenn generell ein Hund ins TH muss, ist klar: Das Problem sitzt am anderen Ende der Leine (sofern nicht krank, verstorben ...)

    Aber wenn ein Soka ins TH muss, dann ist es die Liste? Nicht das andere Ende der Leine? Diese Logik erschliesst sich mir nicht und ist genau das, was mich hier im Forum zu schwanken bringt. Auf mich wirkt das, als gäbe es plötzlich einen Bruch in der Logik in Richtung Emotionalität.

    Soll mir das sagen, weil es Menschen gibt, die sich nicht an die Gesetze/Verordnungen halten, und es deswegen zu Leid von Lebewesen kommt, schaffen wir sie besser wieder ab? Gilt das für alle Gesetze/VOs oder nur für die mit Hunden?

    ach ja, der Sinn der Zucht von Staff, Pitti und Co: https://mantrailer-hessen.jimdofree.com/rh-bullterrier/

    laufen übrigens auch gut im Hundesport.

    Wenn das deutschlandweit (ab 1980 ?) alle waren .... *räusper* ... klingt das schwer nach Promillebereich ...

    Und ich gehe davon aus, im Sport sieht es ganz ähnlich aus, oder nicht? In welchem Sport leisten sie herausragendes oder nur ... hhm ... konkurrenzfähiges? (Promillebereich, weil es einer geschafft hat, fällt nicht unter konkurrenzfähig).

  • Zuchtverboten stehe ich persönlich ambivalent gegenüber. Aber wenn, dann wären Rassen wie der Mastino Napoletano, die Englische und Französische Bulldogge, der Mops, inzischen leider auch Bordeauxdogge und Bullmastiff bei mir eher im Visier.


    Ansonsten bin ich ein Riesenfan der Auffassung, dass Spezialisten bei denen sein sollten, die sie brauchen und ihre Gebrauchswerte fördern und nicht unterdrücken. Und damit meine ich nicht Sport, sondern wirklich die Arbeit. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung und die mag ich Niemandem aufzwingen.

    Amstaff, Bullterrier, Staffordshire Bull und letztlich auch der Pitbull sind in dem Sinn keine Spezialisten. Die brauchen keinen Hunde- oder Bullenkampf zum glücklich sein. Man muss aber genau wissen, dass sie sehr reaktiv, jagdlich ambitioniert sind gepaart mit Kompromisslosigkeit und Durchsetzungskraft.


    Hier wäre aus meiner Sicht endlich eine vernünftige Zucht und Welpenvermittlung bei Weitem zielführender als das, was u. A. wegen der Listen gerade passiert.

  • Ich frage mich halt, wieso hier gerade Hundefreunde anderen Hundefreunden die Rassevorliebe absprechen wollen.

    Jagdhunde außerhalb von Jägerhand ist für mich vor Ort oft ein Problem, denn die werden nicht ausgelastet, machen, was sie wollen und gehen gern mal gleichgeschlechtliche Hunde an. Sollten deshalb alle Jagdhunde nur noch an Jäger abgegeben werden? Dann hätten einige Foristen jetzt nicht ihren Hund.

    Ebenso JRT. Ich hab NUR schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht, da sie oft unbedacht als kleiner, niedlicher, bunter Begleithund angeschafft und total verkannt werden. Sollten wir die jetzt auch verbieten?


    Ich hab neuerdings einen Collie. Braucht man den? Nö, eigentlich nicht. Die Rasse dient längst nicht mehr ihrem einmal zugedachten Zweck, sollen wir sie also abschaffen?

    Aussies nur noch an Schäfer? Die sind reizoffen, reaktionsschnell und oft bierernst in ihrem Handeln. Brauchen wir die in Privathand? Nicht wirklich, denn es ist heutzutage nicht sonderlich populär, seine Kinder vom Hütitüti zusammentreiben zu lassen. Prima, schaffen wir Aussies für jeden ab, der nicht beruflich Schafe hält. Nur für den Fall, dass das jetzt irgendwer falsch versteht: :ironie2:

    Wesenstests SIND eine Strafe. Erstmal finanziell, dann emotional und auch für die Hunde. Solange es da keine Standards gibt, die wissenschaftlich fundiert, logisch und auch dem Hund als Lebewesen angepasst sind und die streng kontrolliert nur nach diesen Standards durchgeführt werden dürfen, wird das auch so bleiben. Solange auch Leute Tester werden können, die mehr oder weniger offen sagen, dass sie "solche Hunde" aus dem Stadtbild haben wollen, bleiben Wesenstests sinnlos und suspekt.

    Viel Spaß damit, die Belastungsproben mit einem eher unsicheren Sheltie durchzuführen bzw. viel Spaß damit, das Trauma wieder aus dem Hund rauszutrainieren, wenn er vom Prüfer angebrüllt, bedroht und mit Gegenständen beworfen wird.

    In einem anderen Forum gibt es eine ganze Rubrik, in der es nur um Wesenstests geht und dort wird immer wieder gefragt, wo man einen fairen Prüfer findet. Wieso fragen die wohl, wenn die Tests so objektiv und problemlos sind? :roll:


    Wieso zur Hölle sollen vernünftige Menschen nicht das Recht haben, vernünftig gezogene Hunde ihrer Lieblingsrasse zu halten und vernünftig zu führen? Nur wegen einiger Deppen?

    An anderer Stelle wird sich beschwert, dass aufgrund des Verhaltens einiger Deppen-HuHa auf einmal alle HuHa in Sippenhaft genommen werden, indem Hunde nicht mehr in bestimmte Gebiete, in Tierparks oder Restaurants dürfen oder irgendwo plötzlich Leinenpflicht herrscht und kontrolliert wird.

    Aber bei einigen wenigen Rassen ist das mit der Sippenhaft plötzlich kein Problem?

    Ehrlich, persönliche Erfahrung hin oder her, ich finde es wirklich beschämend, wenn Hundehalter sich gegenseitig in Schubladen stecken, beharken, in die Pfanne hauen oder einander nicht mehr den Dreck unterm Nagel gönnen. Wie wollen wir in den nächsten 20 - 30 Jahren noch artgerecht Hunde unserer Wunschrassen halten können, wenn wir uns gegenseitig so dermaßen in die Pfanne hauen? Darüber sollte man mal nachdenken, bevor man noch weitere Restriktionen für Hundehalter fordert.

  • Es geht darum wer das schlussendlich entscheiden "darf". Wessen Stimme zählt? Wie wird ein Argument, egal ob pro oder contra, gewichtet? Wer stellt sich schlussendlich da vorne hin und sagt - so, das bestimme ich jetzt, dass diese Hunderassen zukünftig nicht mehr geben wird.

    Das ist eine politische Frage, deren Antwort sich aus dem politischen System ergibt. Wer Recht hat und wer nicht, ist ein politischer Konsens.

    Werden alle Bundesländer an einem Strang ziehen? Kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen? Was ist mit anderen Ländern? Und am Ende, warum das Ganze? Es wird immer Menschen geben die bestimmte Hunderassen unnütz finden wie einen Herpes. Aber was wenn andere Menschen Deine Hunderasse überflüssig finden, oder meine? Wer hat Recht? Wer Unrecht? Müssen nur ausreichend Menschen Hunderasse XY überflüssig finden?

    Zur Zeit kocht wohl jedes Bundesland sein eigenes Süppchen, ob das gut oder schlecht ist, lasse ich dahingestellt.

    Aber es geht nicht darum, ob es Menschen gibt, die Hunderassen unnütz finden, sondern es geht darum, ob es Rassen gibt, für die sich eine ungeeignete Klientel besonders interessiert und eben damit nicht verantwortungsvoll genug umgeht (so dass es immer wieder zu Vorfällen kommt ... in USA ist es ziemlich deutlich so, wie das in D aussieht, darüber kann man nur raten ...). Das bedeutet Leid für Menschen, aber auch für die Tiere. Deswegen sitzen viele doch im TH oder werden getötet, wie es den beiden im aktuellen Falle droht. Das finde ich schlimm. Eigentlich bin ich ja der Meinung, sie sollten besser gar keine Hunde halten, gegen die man sich als Angegriffener nur schwerlich wehren kann.

    Gerade als Rasseliebhaber würde ich befürworten, dass dem auf irgend eine Art und Weise Einhalt geboten wird. Dafür wäre ich z.B. auch bereit, mich besonders zu qualifizieren. Und wenn das nur über den Weg ginge, dass alle einen solchen WT machen müssten, um auch noch das Mix-Gedönse unter einen Hut zu bekommen und von mir aus auch mit Tea-Cup, damit es nicht ungerecht wirkt ... doch, würde ich in Kauf nehmen, wenn es wirklich (in Zahlen) etwas nutzten könnte. Und vll., aber nur nur vll., würde das dem Ruf dann auch eher Nutzen bringen, bzw. die Rasse könnte den wahren Ruf (aus eben zertifizierter Zucht) beweisen. Der hier im Forum weniger nach RH und Sporthund klingt, sondern nach super Begleithund.

    (So, wie ich z.B. auch hoffe, dass eine "solche Klientel" nicht auf meine Lieblingsrassen aufmerksam wird; der ein oder andere Mali-Halter dürfte möglicherweise jetzt schon Schweissperlen auf der Stirn haben, so sie mancherorts in Mode zu kommen scheinen ... für kurze Zeit ging es mir ganz ähnlich ...).

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