Chaos durch Hund im Büro

  • Ich finde deinen Hund sehr sympathisch xD Erinnert mich so an meinen :ugly:

    Sehe aber keinen Grund, wieso er nicht mehr mitkommen sollte / dürfte / könnte. Es muss nur etwas Struktur in das ganze gebracht werden.

    Das "Rammeln" oder Unterleib an jemanden randrücken würde ich schlichtweg sofort unterbinden bzw. ihn vorerst gar nicht so nah zu den Leuten lassen.
    Dementsprechend hat er auch nicht durch die Büros zu geistern. Leine dran, einen Platz für ihn einrichten, dort hin schicken. Da hat er dann zu bleiben. Zur Not anbinden oder eben auf die Leine treten. Die Papierkörbe bleiben heile und er muss nicht die ollen Taschentücher fressen ;)

    Wenn er wirklich nicht allein bleiben kann (für länger) dann würde ich auch einen Kollegen fragen, ob er auf ihn aufpassen kann.
    Und dann eben kleinschrittig das Allein-Bleiben-im-Büroraum aufbauen.

    So habe ich das auch gemacht bei unserem Kleinen bzw. mache es immer noch. Und es klappt mit jedem Mal besser. :applaus:

    Ich denke, wenn du ein paar Regeln "einführst" und das immer so machst, klappt das schon.
    Er ist jung, und noch ist lange nichts verloren.

    Nicht den Kopf in den Sand stecken :bindafür:

  • Vielen Dank euch allen für die tollen Tipps.

    Ich gehe mit ihm morgens eine große Runde spazieren mit Schleppleine, dann fahren wir mit dem Auto ins Büro.
    Dort führe ich ihn eigentlich immer gleich in mein Zimmer. Allerdings stimmt es, er hat keinen festen Platz dort. Nachdem er als Welpe seine Decke bzw. Matte zerbissen hat, habe ich keine mehr gekauft für ihn. Ein fester Platz und das Üben "Decke" wäre bestimmt eine große Hilfe.

    Das Herumstromern versuche ich zu unterbinden, allerdings muss ich mir da echt an die eigene Nase packen, ich hab das Alleinbleiben mit ihm bisher gar nicht geübt. Oder so gut wie gar nicht.

    Den Tipp ihn ins Auto zu packen wenn er nicht hört, finde ich nicht so doll. Schließlich möchte ich ihn ja um mich haben, also muss ich an mir arbeiten, mit ihm mehr zu arbeiten.

    Ist es eigentlich ein schlechtes Zeichen, wenn der Hund den Schwanz einzieht, wenn ich ihm ein Kommando gebe?

  • Ist der Hund von Welpe an mit ins Büro gekommen oder jetzt erst? Hatte er als Welpe mehr Freiheiten, so dass es jetzt schwierig wird, in zu begrenzen.

    Er ist ja schon ein Jahr alt, hat er das Verhalten immer schon gezeigt oder jetzt erst? Es wird ja schon Erziehung stattgefunden haben, wie steht es denn damit? Kennt er ein Abbruchsignal, kannst du ihn räumlich begrenzen, kannst du ihn auf Distanz schicken? Wie sieht es mit der Frusttrationstoleranz im Allgemeinen aus?

    Wie ist es denn zuhause? Kommt er da zur Ruhe? Kannst du ihn da auf seinen Liegeplatz schicken und er bleibt da?

    Wird der Hund schon gearbeitet? Du sagst, du bist Jäger und hast dich deshalb für die Rasse entschieden. Was genau machst du denn in dem Bereich mit ihm?

    Kastrieren würde ich nicht, weil das Verhalten nichts mit Hormonen zu tun hat. Wenn du ihn jagdlich führen willst, brauchst du einen Hund mit einer guten Konzentrationsspanne und Leistung, eine Kastration, vor allem eine, bevor der Hund überhaupt ausgereift ist, verbaut dir da einiges.

    Beschreib doch mal einen normalen Tag mit deinem Hund. Was passiert außerdem Morgenspaziergang noch?

    Fürs Büro würde ich mir eine feste Liegestelle (oder Box) anschaffen und während der Arbeit ist einfach Ruhe angesagt. Da müssen auch deine Kollegen mitspielen. Gib ihm was zu Kauen oder einen Kong zum Auslecken, dann kann er entspannen und muss nicht die Mülleimer auseinander nehmen.

  • Den Tipp ihn ins Auto zu packen wenn er nicht hört, finde ich nicht so doll. Schließlich möchte ich ihn ja um mich haben, also muss ich an mir arbeiten, mit ihm mehr zu arbeiten.

    Ist es eigentlich ein schlechtes Zeichen, wenn der Hund den Schwanz einzieht, wenn ich ihm ein Kommando gebe?

    In der Theorie gebe ich dir recht. Ihn ins Auto zu packen, ist sicher nicht die Lösung des Problems. ABER: Du bist auf der Arbeit um zu arbeiten und nicht um deinen Hund zu erziehen! Ich denke, dein Chef wird das genauso sehen...

    Mir käme der Hund auch deswegen nicht mehr ins Büro, weil ich mich so bei meiner Arbeit gestört fühlen würde, dass ich vermutlich nichts mehr gebacken bekäme. Man muss ja ständig nach dem Hund gucken und das Büro verlassen kann man auch nicht mehr...

    Ich würde es so machen, wie es dir hier vorgeschlagen wurde. Morgens vor der Arbeit den Hund "müde" machen, aber mit Ziel und Plan. So, dass er halt im Büro wirklich acht Stunden ruhen kann. Im Büro den Hund bei dir behalten mit Hilfe der Leine. Zu keiner Zeit wird da selbständig umher gelaufen. Genauso wenig wie der Hund von anderen Kollegen gestreichelt wird. Das wird hart, das durchzusetzen, ist aber nötig, wenn dein Hund "bürotauglich" werden soll. Denn im Moment ist er weit davon entfernt.

    Man muss bei der Geschichte "Bürohund" halt immer im Hinterkopf behalten, dass es im Betrieb mit ziemlicher Sicherheit Leute gibt, denen dieses Arrangement nicht passt. Und wenn man deren Nerven überstrapaziert, kann die Sache mit dem Bürohund auch ganz schnell vorbei sein... Das sollte man im eigenen Interesse nicht riskieren. Daher auch der Vorschlag mit dem Auto.

    Mein Newton geht auch mit auf die Arbeit und hat sehr selten mal "einen schlechten Tag". Aber wenn, fackel ich nicht lange. Ich habe da in der Regel 30 Schüler sitzen, für die bei 90 Minuten Unterricht eh schon wenig Zeit ist. Wenn ich davon dann noch ne halbe Stunde unnötigerweise damit beschäftigt bin, meinen ungezogenen Hund zu bändigen... Ne, das geht einfach nicht. Punkt.

    Edit (bzgl des Schwanz-Einziehens): Ja, ich finde, das ist ein schlechtes Zeichen. Dein Hund sollte freudig mitarbeiten, nicht weil du ihm Druck machst...

  • Mein Mann nimmt unseren Großen auch mit auf die Arbeit - seit er etwa sieben Monate alt ist. Also gut drei Jahre. Seit der Kleine im Haus ist mindestens 4 Tage die Woche.

    Charly hat dort von Anfang an sein Gehege, das gleiche steht zuhause, dass kennt er als Schlaf- und Rückzugsort. Da musste recht schnell das Türchen nicht mehr zugemacht werden ... der bleibt da drin, wenn man ihn mit einem BLEIB reinschickt und pennt die meiste Zeit oder schnullert an seinem Schnullerkissen.

    Gibt feste Abläufe, die Charly kennt:

    1. Ankommen, sich vor dem Gebäude im Grünen lösen, ein paar Kollegen begrüßen und dann geht er mit meinem Mann in sein Büro, darf dort drin rumlaufen, aber nicht raus - die Tür steht immer offen. Da ist ein ständiger Menschenverkehr, aber keiner hat innerhalb dieses Büros den Hund anzufassen, anzusprechen oder so was. Charly wird sofort gestört, wenn er auf jemanden zugeht. So was kann man üben.

    Wenn Charly könnte wie er wollte, würde er in zig Büros rumlaufen, da stehen ja überall die Türen auf. Er liebt Menschen. Aber mein Mann war von Anfang an konsequent. Der Hund darf mit, aber er soll nicht stören.

    2. Nach einer Stunde gibts 1,5 Stunden Gassi im Freilauf, danach Futter und ab auf seinen Platz im Gehege. Dann wird erstmal gepennt. Gegen 14 Uhr kurze Löserunde raus vors Haus mit Grünanlagen - Freilauf. Kontakt mit Menschen erlaubt. Danach wieder pennen bis 17 Uhr und dann ab nach Hause. Kleine Runde und Futter.

    Auch wenn mein Mann für ein zwei Stunden sein Büro verlässt, schläft Charly - kein Gebelle, kein Gemiefer nix. Auch wenn er mal vergisst, die Tür zu schließen ... der Hund geht da einfach nicht raus. Braver Bub!

    3. KEIN Mensch gibt unserem Hund Leckerlis. Niemals! NIEMALS!
    Der würde jedem an der Tasche hängen, gäbe es Ausnahmen. Und schmusen und rumspielen mit ihm sehen wir auch nicht gerne. Charly steigert sich da schnell rein und findet kein Ende.

    Denke, wenn man seinen Hund kennt, weiß man genau, wie er zur Ruhe zu bringen ist und was ihn putscht.

  • Also, ich bin quasi mein eigener Chef, daher muss ich nicht fragen, ob ich ihn mit ins Büro nehmen kann. Soviel dazu.

    Ein üblicher Tag beginnt wie gesagt mit dem Gang in den Garten für Eddy. Dann gehen wir ne Runde laufen, fahren dann ins Büro. Ich arbeite dann und er sollte eigentlich schlafen oder sich mit seinen Spielsachen beschäftigen, aber das scheint ihn zu langweilen. Das Ritual ist eigentlich seit er Welpe ist dasselbe. Nur dass ich nicht mehr so oft mit ihm zwischendurch raus muss in den Garten vor der Kanzlei wie früher.
    Zum Mittag gehe ich manchmal mit ihm heim und laufe eine große Runde von mindestens einer Stunde. Manchmal habe ich Verabredungen zum Mittag, dann bleibt er im Auto oder kommt mit ins Restaurant. Am Nachmittag bin ich wieder im Büro und gehe meist so um 18 Uhr nach Hause. Da laufe entweder ich oder meine Frau mit ihm und dann geht er abends mit uns ins Bett.

    In der Welpenschule war ich mit ihm nicht, sondern nur in einem Kurs von der Jägervereinigung aus. Da "funktioniert" er auch gut. Er liebt es durch den Wald zu gehen und etwas zu suchen. Eine meiner Mitarbeiterinnen macht ab und an auch solche Suchspiele mit ihm im Büro. Auf die hört er besser, als auf mich. Das ärgert mich oft.

    Jedesmal wenn ich aus dem Zimmer gehe versuch er "auszubrechen". Wenn eine Mitarbeiterin ihm das Kommando "bleib" gibt, funktioniert das viel besser, als bei mir. Bin ich a nicht konsequent genug?

  • Eventuell wird er einfach auch zu viel beschäftigt und findet daher keine Ruhe? Mehr als eine Stunde Gassi am Stück finde ich für einen jungen Hund schon recht viel. Und dabei bleibt es ja offenbar nicht. Er hat Spielzeug, muss ja auch allein deswegen nochmals raus, weil er sich lösen muss.

    Ich würde mal kleiner Runden mit ihm drehen und das Spielzeug etc. weglassen.

  • also muss ich an mir arbeiten, mit ihm mehr zu arbeiten.

    Hallo Eddy 1000: Ich finde, das ist eine ganz tolle Einstellung! :winken: Man lernt ja soviel im Umgang mit den Hunden!

    Es sind ja bereits sehr viele Tipps zu Deinen Fragen gekommen. Ich würde als ersten Schritt einmal in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, wie bei Dir das "Zielbild" aussehen soll. Also, ob der Hund durch die anderen Büros gehen darf, aber nichts schreddern oder rammeln, oder ob er sich immer bei Dir im Büro aufhalten soll ohne zu winseln und zu bellen oder oder oder. Ich würde das deshalb so angehen, weil Du Dir dann klare, konkrete Schritte für Dein Training mit Eddy vornehmen kannst und Dich nicht verzettelst. Auch die Frage, ob und in welcher Form Du Kontakt von Deinem Hund zu Deinen Kollegen wünschst (und umkekehrt), sollte in diese Überlegungen mit einfließen.

    Da ist, glaube ich, auch jedes Zielbild ein bisschen anders und je nach Hund müssen auch andere Dinge geübt werden, da gibt es kein Patent-Rezept. Ich habe z.B. mit einem Riesenschnauzer eine sehr territoriale, wachsame Gebrauchshunde-Rasse mit einem Hang zu beschützen. Und nicht jeder Mensch findet einen solchen Hund super...Nicht ideal für einen Bürohund - aber ab und zu muss ich sie eben mitnehmen.

    Mein Zielbild ist zum Beispiel:
    1. Bertha soll in meinem Büro bleiben ohne zu bellen (, das klappt sehr gut und gsd habe ich z. Zt. ein Einzelbüro - aber auch das kann sich irgendwann einmal ändern).

    2. Wenn ich Termine in meinem Büro habe, soll sie die hereinkommenden Kollegen nicht anbellen oder anspringen (das klappt nihct zuverlässig, sie bellt eigntlich zum Anfang immer und beruhigt sich dann aber ganz schnell. Hieran arbeiten wir unter anderem auch mit Hilfe von "Schönfüttern", was bedeutet, dass es immer mehrere Wege nach Rom gibt, denn in anderen Sotuationen darf niemand Leckerlies an Bertha verteilen).

    3. In gemeinsam genutzten Bereichen (Flur, auf dem Weg zum Büro o.ä.) soll sie sich unauffällig verhalten, d.h. sie geht an kurzer Leine neben oder hinter mir - wenn die Situation unübersichtlich sind, weil viele Menschen unterwegs sind, bekommt sie einen Futterbeutel zum Tragen.

    4. Meine Kollegen dürfen sie nicht fixieren oder anstarren, sondern sollen den Hund nicht beachten. Das ist fast das Schwierigste, weil ich meine Kollegen darum bitten muss, und sie es immer wieder "falsch" machen. Manche sprechen z.B. mit mir aber schauen den Hund an, und wenn dieser dann bellt, fallen sie aus allen Wolken (Riesenschnauzer können schon ziemlich beeindruckend sein :bindafür: ).

    Vor der Büroarbeit gibt es immer Spaziergang mit Dummysuche oder anderer Nasenarbeit - das liebt sie und lastet sie aus. Ich habe auch einen Platz für Bertha im Büro (von Ridgi-Pad, so ein Reise-Teil, dass man auch zusammenrollen kann - ich finde es sehr praktisch, es passst nach getaner Arbeit auch in ein Sidebpoard und liegt nicht herum).

    Ich bin überzeugt, dass Du einen Weg finden kannst, um Eddy zu einem bürotauglichen Hund zu erziehen - als Jagdgebrauchshund ist ja sowieso noch eine andere Auslastung gegeben, denke ich mal. Was machst Du da eigentlich so?

    Viel Spaß beim Üben!

  • Ist es eigentlich ein schlechtes Zeichen, wenn der Hund den Schwanz einzieht, wenn ich ihm ein Kommando gebe?

    In der Welpenschule war ich mit ihm nicht, sondern nur in einem Kurs von der Jägervereinigung aus.

    Eine meiner Mitarbeiterinnen macht ab und an auch solche Suchspiele mit ihm im Büro. Auf die hört er besser, als auf mich. Das ärgert mich oft.

    Jedesmal wenn ich aus dem Zimmer gehe versuch er "auszubrechen". Wenn eine Mitarbeiterin ihm das Kommando "bleib" gibt, funktioniert das viel besser, als bei mir. Bin ich a nicht konsequent genug?

    Vielleicht "macht der Ton die Musik".
    Wenn dein Hund den Schwanz einzieht, sobald du ihm ein Kommando gibst, scheinst du ihn einzuschüchtern.
    Ich weiß nicht, wie und was du in dem Kurs der Jägervereinigung gelernt hast?!
    Ein Hund ist kein Soldat/Befehlsempfänger, er soll Kommandos mit Freude umsetzen.
    Hast du deinem Hund über positive Verstärkung die Kommandos beigebracht? Oder wie?

    Ich schätze, du musst bei Null beginnen.
    Dein Hund muss lernen, nicht in der ständigen Aufmerksamkeit gegenüber Menschen zu stehen, weder bei dir noch bei deinen Kolleginnen.
    Er verbindet Menschen mit ständiger "action".
    Das würde ich zuerst ändern.
    Mit "bleib" würde ich persönlich nicht arbeiten, denn dann schickst du deinen Hund lediglich in eine Erwartungshaltung, dass dieses Kommando wieder aufgelöst wird.

    Das Kommen, Gehen und die Bewegung von Menschen sollte eher eine Selbstverständlichkeit für den Hund als eine Erwartungshaltung werden.
    Bringe deinem Hund zunächst bei (sprich mit den Kolleginnen), dass Menschen nicht ständige Aufmerksamkeit bedeuten (streicheln, spielen, ansprechen, ansehen).

    LG Themis

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