Chaos durch Hund im Büro

  • Hallo Herr RA, ich muss grad heftig schmunzeln. Ich gehe mal davon aus, dass es nicht Deine "Kolleginnen" sind, sondern Deine "Mitarbeiterinnen" und Du der Kanzleiinhaber. Soweit so gut, somit kannst Du selbst entscheiden, was wann wo und wie passiert.

    Wie läuft es denn, wenn Du Besprechungen mit Mandanten führst, wenn Du Gerichtstermine wahrnehmen musst? Klappt das dann mit dem "Alleinbleiben"?
    Dass er Deiner Mitarbeiterin mehr folgt als Dir kann vielleicht daran liegen, dass sie a) eine Frau ist und b) eine Frau eine lieblichere Stimme hat als ein Mann. Hunde mögen dieses "Gesäusel" mehr als das "Gebrummel". Und er zieht wohl den Schwanz ein, weil Deine Kommandos etwas harscher rüber kommen. In unserer Hundeschule gibt es auch zwei, die ihren Hund jagdlich führen. Wenn die ihrem Hund die Kommandos geben... ui ui ui... aus Spaß hab ich da mal "reingepfuscht"... böse-böse-böse... der eine wollte, dass sein Hund "sitz" macht und sagte in einem richtig tiefen und lauten Ton (wie ein Oberfeldwebel): "Sizt". Der Hund schaut ihn an und zieht den Schwanz ein, setzt sich aber nicht hin. Das ging bestimmt gefühlte 100 Mal so. Ich stand daneben. Ich fragte, ob ich denn mal dürfe...? Er sagte: Das schaffst du nicht, der will einfach nicht. Hm....
    Leckerli in die Hand und vor die Nase gehalten. Dann über den Kopf und ganz lieb "sitz" gesagt. Ups. Der Hund hat sich gesetzt. :shocked: Verstehst Du, was ich meine?

    Mach Dir keine Sorgen, Du hast noch einiges vor Dir, da beißt die Maus keinen Faden ab, aber das schaffst Du. Das 1. Staatsexamen war schwieriger... ;)

    Ich habe unsere Kleine auch mit im Büro dabei. Sie ist - Gott sei Dank - nun stubenrein und wir müssen nicht mehr alle paar Stunden raus. Wir schaffen es, vor der Arbeit zu lösen, um die Mittagszeit rum und dann zum Feierabend. Wenn mal zwischendurch sein muss, dann gehen wir - funktioniert sehr gut. Ich selbst muss auch noch dran arbeiten, dass sie auf ihre Decke (ihr Bett) geht und dort bleibt, wenn ich es sage. Wie ich das zu 100% hinbekomme, weiß ich noch nicht, ich denke mit Leckerli/Futter. So habe ich es bei Lilli bisher immer am Besten geschafft.

    Das wird schon, einfach dran bleiben.

    PS.
    Die Sache mit den Mülleimern Ausräumen hat mich herzlich zum Lachen gebracht.... somit kannst Du Dir auch den Aktenvernichter sparen... gib's Deinem Hund und pack die Fetzen in den Müll.... xD

  • Jedesmal wenn ich aus dem Zimmer gehe versuch er "auszubrechen". Wenn eine Mitarbeiterin ihm das Kommando "bleib" gibt, funktioniert das viel besser, als bei mir. Bin ich a nicht konsequent genug?

    Ich sehe es mal so: wenn Dein Hund nicht bleibt, wenn DU es ihm sagst, dann hat er es entweder noch nicht verstanden oder es ist einfach zu schwierig für ihn. Ich würde das dann einfach kleinschritttiger aufbauen und nicht vergessen: auch dann wieder aufzulösen mit einem Wort, damit eddy weiß, wasnn die Übung zuende ist. Mir hat da auch theoretischer Input aus der Lerntheorie geholfen. Da gibt's einen Haufen an Büchern oder Artikeln im Intranet drüber.

    Konsequenz hat auch nichts mit überzogener Strenge (Stwichwort. eingeklemmte Rute) zu tun, sondern eher mit Ausdauer und Geduld von Deiner Seite, die aufgestellten Regeln dem Hund beizubringen und dann auch einzufordern.

    Und - bitte beachte: Dein Eddy ist ja jetzt in der Pubertät - er wird immer mal wieder "nachfragen" oder sich irgend einen Kokolores ausdenken - Humor und Kreativität von Deiner Seite aus ist also angesagt. Vielleicht stellt Du das Abtauchen in die Mülleimer ainfach unter Signalkontrolle? Also: Wenn Du mit ihm übst, darf er aus den Mülleinmern seinen Dummy herausfischen und dir bringen, ansonsten hat seine Schnute dort nichts zu suchen (nur mal so als Trainingstipp).

    Und wenn er mal auf deine MA besser hört? Dann ist der junge Kerl eben verliebt, da kann man nix machen :cuinlove: . Und Du kannst Dir vielleicht etwas abschauen, vielleicht ist sie gelassender oder nicht so im Stress oder überfordert ihn nicht....es können viele Gründe sein.

    Zur Auslastung im Büro habe ich mich übrigens auch mit dem Thmas ZOS (Ziel-Objekt-Suche) beschäftigt und (da war Bertha aber schon älter) auch ein paar Dinge auftrainiert, sodass ich sie mittlerweile auch auf kleinem Raum beschäftigen kann, wenn es mal nottut.

    Beste Grüße in die Kanzlei

  • Ich würde denken, dass ein junger Jagdhund etwas mehr geistigen Input bräuchte.

    Gassigänge sind gut und schön und die körperliche Bewegung auch nötig für so einen Hund und Ruhe halten ist auch wichtig, aber mir fehlt es hier deutlich an geistiger Auslastung.

    Das müsste meines Erachtens etwas mehr sein als Such"spiele", nämlich ernsthaftes Arbeiten, vor allem, wenn der Hund bald eh einen Job im jagdlichen Bereich bekommen soll.
    Da müsste er mit 1 Jahr ja eigentlich schon ein bisschen was drauf haben.

    DKs sind sehr sensibel, auf der anderen Seite erwarten sie aber auch klare Ansagen, klare Regeln und sind sehr detailverliebt und pingelig.

    Ich habe selbst viele Jahre diese Rasse geführt, zwar nicht jagdlich, aber jagdalternativ und die sind einfach wahnsinnig intelligent, wollen denken, wollen arbeiten - das kommt als Bürohund mit ein paar Gassigängen ein bisschen zu kurz.

    Da, wo du sehr viel Ruhe einforderst, muss du dem Hund auf der anderen Seite auch einen Job verschaffen, gerade weil so ein Arbeitstag mit viel Hin und Her auch anstrengend ist, aber nur im Sinne von "aushalten".

  • Hallo zusammen! Mich würde interessieren ob der Kleine mittlerweile schon Fortschritte gemacht hat?

    Ich habe meinen DKH-Vizsla-Mix (7 Monate) auch etwa zweimal die Woche für einen halben Tag mit im Büro - und das klappt mal mehr mal weniger gut. :tropf:

    Auf seiner Decke zu meinen Füßen hat er seinen festen Platz und kommt dort auch einigermaßen zur Ruhe (zB mit Hilfe eines Büffelohrs). Er stromert manchmal etwas umher und holt sich Streicheleinheiten bei Kollegen ab - die Papierkorbroute kenne ich auch zu gut! Bisher habe ich das Stromern erlaubt - nach dem Durchlesen dieses Threads werde ich mit aber die "Büro-Spielregeln" noch einmal genau überlegen. ;)

    Ungemütlich wird es, wenn ich in einen Meeting-Raum wechseln muss. Da ihn meine Kollegen alle mögen, kann ich ihn theoretisch in unsere Team-Meetings mitnehmen. Sobald wir allerdings im Raum sind und die Türe hinter uns schließen, dreht der Hund voll auf. Kraxelt überall herum, knabbert an allem was ihm vor die Schnauze kommt oder bellt. Im Raum bekomme ich ihn nicht zur Ruhe. Schicke ich ihn vor die Tür bellt er weiter, kratzt an der Tür und will wieder rein. Lasse ich ihn angebunden auf seiner Decke an meinem Platz warten (etwas vom Meetingraum entfernt) dann hält er es dort leider auch nicht lange aus und fiept oder bellt.

    Hier habe ich wohl auch noch viel Training vor mir... :headbash:

  • @Borgi das wird schon.
    Unsere Maus ist jetzt etwas mehr als 8 Monate alt. Ich schrieb ja schon, dass es ganz gut im Büro klappt.
    Mittlerweile ist es so, dass ich zwischendurch mich kaum noch mit ihr beschäftigen muss. Wenn das insgesamt nochmals 10-15 Minuten am Tag sind, ist es viel.
    Sie schläft, wenn wir im Büro sind, bis wir mittags spazieren gehen. Dann schläft sie bis zum Feierabend. Aktuell unter meinem Bürostuhl.
    Sie kommt ab und an zu mir, will gekrault werden und dann ab und an Leckerchen abholen.
    Nur Geduld. Aber je mehr Ablenkungen die Wuffis haben, umso schwieriger stelle ich es mir vor.

    Ich bin ganz alleine im Büro, da habe ich so gut wie keine Ablenkung. ;)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!