Rückruf richtig belohnen/trainieren

  • @naijra

    Danke für die Blumen!

    Ja sicher, ich rufe auch mal öfters wenn es sein muß, ja und jetzt? Was ist daran so schlimm?
    Diese sture einmalregel ist halt nicht mein Stil, weil ich jedem Hund unter bestimmten Bedingungen einräume auch mal einen Zuruf zu überhören.

    Und das dingen mit dem "keine Konsequenzen" liest du wo raus?

    Stell dir vor, ich habe auch schon mehrmals gerufen..... ;) Aber es ist nicht das, was ich als zielführenden Aufbau bezeichnen würde. Und wenn ich eh sehe, dass der Hund mich überhören wird, dann spare ich mir den Atem lieber. Jedenfalls hat dann das Rufen keinerlei Nutzen, und der Hund lernt auch nix daraus. Und darum ging es doch hier - dass der Hund was lernt, den Rückruf zu befolgen nämlich, oder?

    Zu den Konsequenzen: vielleicht hätte ich schreiben sollen, keine angenehmen. Denn du belohnst den Hund ja nicht, wenn er kommt. Vielleicht gehst du ihn strafen, so du seiner habhaft werden kannst, wenn er nicht kommt - du lässt ja gerne mal was zum Verständnis Entscheidendes weg bei deinen Einlässen. Das wäre dann doch eine Konsequenz, wenn sie schnell genug auf den ignorierten Rückruf erfolgt.

  • Rückruf kann man sich kaputt machen, wenn man ihn zu oft-rein aus erzieherischen Gründen heraus-anwendet.
    LG, Friederike

    Sehe ich definitv anders! Ich rufe öfters einfach mal so und belohne dann übrigens immer! Ruft Mensch nur bei Notwendigkeiten zurück, wird der Hund iwann anfangen, den Grund dafür zu suchen...

    :fear:

    Und, Nachtrag, ich persönlich bin der felsenfesten Überzeugung, dass viele Hundehalter (nicht alle!) schlicht und ergreifend keinen Nerv haben, den RR ordentlich aufzubauen. Fällt halt nicht vom Himmel...

    Grüße
    Bea

  • So wie ich Boomerang kenne, würde er den Hund erstens machen lassen und meist eh alleine auf Tour losschicken..

    Hunde möglichst machen lassen damit sie sich entwickeln können. Du hast mein Konzept fast verstanden.
    Aber einen Hund unausgebildet Touren zu lassen, ist nicht mein ding.

    Junghunde gehen nicht gerne alleine Touren, dass ist gegen ihre Natur.
    Das mach ich mir zu nutze. Bei älteren sieht das schon anders aus, die drehen gern mal ne runde Alleine, was ich begrüße.

    Kannst die ja ausmalen, was zwischen meinen Hunden und mir für eine Bindung herrscht, wenn sie bei diesen Optionen trotzdem dicht am man bleiben.

  • Hunde möglichst machen lassen damit sie sich entwickeln können

    aha, interessantes Konzept...funktioniert vllt. in der Pampa mit 10 km nix drum herum.

    Dies der TE als Tipp zu geben ist fahrlässig. Aber ich halte sie für klug genug, selbst zu erkennen, dass ein verlässlicher RR auf diesem Wege unwahrscheinlich zu erreichen ist.

  • Ja sicher, ich rufe auch mal öfters wenn es sein muß, ja und jetzt? Was ist daran so schlimm?

    Der Horror für mich.
    Wenn ich rufe, hat es einen Grund. Wenn ich irgendjemand rufe, ihn ansprechen, dann wünsche ich einfach, dass ich wahrgenommen werde. Egal ob Hund oder Mensch. Für mich heisst in erster Linie möchte ich in Kontakt treten. Und in Gefahrenmomenten müssen wir zusammenkommen. Und da Hund 4 Beine hat, möchte ich schon, dass Hund zu mir kommt.
    Wenn schon der Welpe/Junghund lernt, dass es komplett latte ist ob die alte ruft oder in China ein Sack Reis umfällt, dann wird der erwachsene Hund nicht kommen, wenn gerufen wird. Sondern immer weniger Gehorsam zeigen.
    Ich halte viel von gutem Aufbau über positive Bestätigung. Und wenn ein Hund aus der Gruppe spielender Hunde sich herausrufen lässt und dann muss er erst mal SITZ machen. Naja.
    Damit stumpft man Tiere ab.

  • Es gibt bestimmt Hunde, da klappt das ohne einen richtig aufgebauten Abruf. Hab hier gerade eine Lagotto-Hündin in Urlaubsbetreuung. Jagt nicht, rennt nicht zu anderen Hunden und orientiert sich stark am Halter. Da muss man einfach nicht rufen :D

    Ich mach das wie beim Kleinkind:


    - ich laufe meinem Hund auch mal hinterher und hole ihn ggf.ab
    - ich rufe mehrmals
    - ich rufe ihn, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht hoch ist, dass er kommt
    - ich belohne ihn nicht, wenn er kommt
    - ich lege ihn nicht an die Schleppleine

    Ich glaube du redest von etwas ganz anderem als einem echten Abruf. Wenn ich meinen Hunden nur signalisieren will, dass ich sie gerade gern näher bei mir hätte, ohne Eile, dann mache ich es auch so. Ich rufe mehrmals, ist auch nicht schlimm wenn es etwas dauert, sie können dann ruhig auch erstmal noch kurz markieren, schnüffeln und dann kommen.

    Der Abruf ist was anderes. Der soll für mich so nahe an 100% rankommen wie möglich. Das ist meine Lebensversicherung für die Hunde (sie gehen einem Reh nach in Richtung Straße, Auto kommt auf Feldweg usw.). Und das klappt meiner Meinung nach nur mit einem systematisch ausgebauten Rückruf und variablen (an den Hund angepassten) Belohnungen.

    Was ich vergessen habe..

    Ein Hund braucht seine Erfahrungen um sich zu entwickeln. Darum mache ich mich auch nicht interessanter als etwas, was ich nicht sein kann.

    Ich glaube wir haben sehr unterschiedliche Erziehungskonzepte, aber da gebe ich dir recht.
    Sich krampfhaft interessant machen klappt nicht. Aber wer mit Humor und Freude an die Erziehung rangeht, der findet sowieso immer wieder Dinge, die ein Bedürfnis des Hundes befriedigen und bei denen der Halter authentisch bleibt. :smile: Und warum diese Highlights für den Hund nicht als Belohnung für den Rückruf einsetzen?

  • Es gibt bestimmt Hunde, da klappt das ohne einen richtig aufgebauten Abruf. Hab hier gerade eine Lagotto-Hündin in Urlaubsbetreuung. Jagt nicht, rennt nicht zu anderen Hunden und orientiert sich stark am Halter. Da muss man einfach nicht rufen :D

    Ich glaube du redest von etwas ganz anderem als einem echten Abruf. Wenn ich meinen Hunden nur signalisieren will, dass ich sie gerade gern näher bei mir hätte, ohne Eile, dann mache ich es auch so. Ich rufe mehrmals, ist auch nicht schlimm wenn es etwas dauert, sie können dann ruhig auch erstmal noch kurz markieren, schnüffeln und dann kommen.
    Der Abruf ist was anderes. Der soll für mich so nahe an 100% rankommen wie möglich. Das ist meine Lebensversicherung für die Hunde (sie gehen einem Reh nach in Richtung Straße, Auto kommt auf Feldweg usw.). Und das klappt meiner Meinung nach nur mit einem systematisch ausgebauten Rückruf und variablen (an den Hund angepassten) Belohnungen.

    Ich glaube wir haben sehr unterschiedliche Erziehungskonzepte, aber da gebe ich dir recht.Sich krampfhaft interessant machen klappt nicht. Aber wer mit Humor und Freude an die Erziehung rangeht, der findet sowieso immer wieder Dinge, die ein Bedürfnis des Hundes befriedigen und bei denen der Halter authentisch bleibt. :smile: Und warum diese Highlights für den Hund nicht als Belohnung für den Rückruf einsetzen?

    Schön geschrieben!

    Ich freue mich mit meinen Hunden über den funktionierenden Rückruf und es kostet mich überhaupt keine Verstellung, dieser Freude durch ein Leckerchen, ein Spielchen oder ein herzliches Lob Ausdruck zu verleihen. Jedesmal, je nachdem, was mein Hund gerade als Belohnung empfindet.

    Dafür nehmen meine Rüden auch Kontakt zu mir auf, wenn kein Rückruf erfolgt ist, und lassen sich von Wild und sogar läufigen Hündinnen abrufen. Das hat auch nicht zu Beginn meiner Hundehaltung so geklappt, erst, als ich jede Tendenz der Kontaktaufnahme beim Welpen und Junghund beachtet, belohnt und mit dem Rückruf verknüpft habe.

    Deshalb würde ich nie wieder Zeit verschwenden, und diese Lernmöglichkeit schon beim Welpen ausnutzen.

  • Baxter kann den Rückruf nicht so wirklich und kommt eher zu 90% nur in reizarmer Umgebung. Auf der Hundewiese klappt es nicht sofern er nen Hund oder Menschen sieht...

    In reizarmer Umgebung üben, bis es 100%-ig klappt.
    Dann Reize langsam steigern ... und üben.

    Üben auf der Hundewiese geht nicht, weil Misserfolge vorprogrammiert sind.
    Training nur dort, wo Du viel positiv verstärken kannst.

  • Sehe ich definitv anders! Ich rufe öfters einfach mal so und belohne dann übrigens immer! Ruft Mensch nur bei Notwendigkeiten zurück, wird der Hund iwann anfangen, den Grund dafür zu suchen...

    :fear:
    Und, Nachtrag, ich persönlich bin der felsenfesten Überzeugung, dass viele Hundehalter (nicht alle!) schlicht und ergreifend keinen Nerv haben, den RR ordentlich aufzubauen. Fällt halt nicht vom Himmel...

    Grüße
    Bea

    Zu dem oberen Absatz: da stimme ich dir zu und so mache ich es auch. Aber nicht dogmatisch bei jedem Spaziergang x-mal zum Beispiel. Andererseits empfänden die Hunde und ich es als sehr anstrengendes Spazierengehen, wenn es nur oder überwiegend aus "Erziehungstests" bestünde, also dem permanenten Prüfen, ob dies und jenes noch sitzt und woran man noch arbeiten kann. Dafür bringe ich die Sachen ja auch bei irgendwie.

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