Wie Fehldiagnose umgehen
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Gast88272 -
13. Juni 2016 um 23:20
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Dem Hund ist übel - Empfehlung von Schonkost. Joa, werden wohl die meisten Tierärzte und auch Halter erstmal so machen..
Denke ich auch, allerdings da (als bekennenden Weichei, was meine Tiere angeht):
Dem Hund geht es schlechter. Vorne wie hinten kommt gelber Schaum aus ihm raus, er stellt das fressen ein, trinkt praktisch nicht mehr.
wäre ich in die Klinik gefahren, zumal schon vorher kein Vertrauen und auch scheinbar keine Sympathie zu der TÄ bestand.
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Huch, so viel Resonanz auf nächtliche Fortsetzungsromane nach Klinikmarathon und Ausheulbedürfnis, weil die nichthundelnde Umwelt Tierarztgeschichten wenig interessieren.
Ich antworte nun nicht jedem im Detail, aber da haben einige schon recht, das mit den Diagnosen ist immer so eine Sache und manchmal muss man erst was ausschließen, um auf was anderes drauf zu kommen.
Daraus kann ich ihr nun wahrlich keinen Vorwurf konstruieren, irgendwo muss man ja anfangen.
Und die Ärzte in der Klinik haben ja auch nicht gleich richtig gelegen. Erst die vierte Ärztin hatte den richtigen Riecher und die Symptome zu einem Ganzen zusammen gefügt.
Andererseits: Ich kam halt mit einem "herzkranken Hund, der nicht trinkt und am Wochenende wegen Durchfall behandelt wurde" in die Klinik.
In der Klinik hat er dann ja auf wundersame Weise getrunken und sich als nicht herzkrank heraus gestellt und es war für Tierärztin zwei und die Kardiologin kein Anlass, was anderes als das Herz anzusehen, denn Durchfall wie Nicht Trinken waren allem Anschein nach vorbei.Den Verlauf des Ganzen hatte nur Tierärztin Eins mitgekriegt. Aber…
Nach einmal drüber schlafen denke ich, natürlich Herz und Co. liegen bei einem alten Hund nahe, da mal drauf zu schauen ist nicht wirklich verkehrt.
Ich denke, was mich wirklich stört, ist wömöglich was ganz anderes: Dass sie so auf den alten Heiratssschwindler reingekippt ist. Ich denke, sie wollt ihn "retten".
Das ist mir vorher schon mal sauer aufgestoßen, dieses Partei für den Patienten ergreifen und dabei sehr emotional werden. Das klingt einerseits sehr nett, der Tierarzt, der sich für seine tierischen Patienten einsetzt, aber zuviel Mitleid am falschen Platz macht irrational.
Völlig unvermittelt beim Impfen mit "Der Hund ist herzkrank" und mit Massageempfehlungen für den Hund konfrontiert, war ich erst mal überfordert.
Ich muss wohl irgendsowas gesagt haben wie "Ich werde nicht alles was machbar ist machen lassen." Daraufhin kam bei drei Besuchen und drei Telefonaten in vier Tagen permanent bloß "Gehen sie unbedingt zum Herzultraschall, das ist so ein lieber Hund."
Ja, ich hab den Eindruck, der alte Charmeur war ihr plötzlich eine Herzensangelenheit, weil er so entzückend ist (dabei isser eine untreue Seel, der windige Schmeichler. Im Endeffekt geht er immer mit mir mit heim), dass sie ihn ein bisschen zum Projekt gemacht hat - oder eher das Projekt war, mich weichzuklopfen.
Der Rest der Hundebande war bei weitem nicht so interessant, oder wurde so intensiv begutachtet und betätschelt, wie der schmusige alte Mann, der weiß wie man Menschen um den Finger wickelt.
Reine Spekulation, aber im Nachhinein wirkt es so auf mich.
Wie auch immer: wichtig ist jetzt letztlich ohnehin bloß, dass der alte Mann wieder zu Kräften kommt. Und dass nicht doch ein Tumor hinter dam Ganzen steckt, das kann nämlich auch sein und wird sich erst am Mittwoch (in der Klinik) rausstellen.
Tierärztin Eins ist ohnehin die letzte Woche in der Ordination, die Chefin werd ich wenn überhaupt, dann wie gehabt nur noch in Pflegetiernotfällen konsultieren, falls ich mal wieder von Null auf Hundert ein Tier eines so eben verstorbenen Klienten in die Hand gedrückt bekom, das nicht ins Tierheim soll, aber verlaust, verkrebst, ver…irgendwast ist.
Ansonsten - Netzwerke unc Co. sind vorhanden, aber nicht jedes "Ich würde das so und so machen" ist für jeden und überall immer umsetzbar oder sinnvoll.
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Das ist mir vorher schon mal sauer aufgestoßen, dieses Partei für den Patienten ergreifen und dabei sehr emotional werden. Das klingt einerseits sehr nett, der Tierarzt, der sich für seine tierischen Patienten einsetzt, aber zuviel Mitleid am falschen Platz macht irrational.
Das kann ich verstehen, aber es tickt nunmal jeder anders.
Erstens scheint das eben "ihre Art" zu sein und zweitens: Deine Art ist es eben, das nicht sonderlich zu mögen (verstehe ich wirklich nur zu gut!
)Andere werden sie gerade wegen "dieser Art" besonders mögen.....
Aber es freut mich sehr für Dich, dass Du zur Ruhe gekommen bist!
Wichtig ist doch nur eines: Dass ihr jetzt eine definitive Richtung habt und dass es dem alten Mann so schnell wie möglich wieder besser geht!
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Erst die vierte Ärztin hatte den richtigen Riecher und die Symptome zu einem Ganzen zusammen gefügt.
Sie hatte aber auch als Erste die kompletten Symptome -
Das ist mir vorher schon mal sauer aufgestoßen, dieses Partei für den Patienten ergreifen und dabei sehr emotional werden. Das klingt einerseits sehr nett, der Tierarzt, der sich für seine tierischen Patienten einsetzt, aber zuviel Mitleid am falschen Platz macht irrational.
Ja, ich hab den Eindruck, der alte Charmeur war ihr plötzlich eine Herzensangelenheit, weil er so entzückend ist (dabei isser eine untreue Seel, der windige Schmeichler. Im Endeffekt geht er immer mit mir mit heim), dass sie ihn ein bisschen zum Projekt gemacht hat - oder eher das Projekt war, mich weichzuklopfen.Wobei ich das durchaus zu schätzen weiß mittlerweile, dass ein TA sich wirklich Gedanken macht und man nicht bloß eine Nummer ist, die sofort abgehakt wird.
Wir haben im letzten halben Jahr 2x extrem schwierige Diagnosefindungen mitgemacht. Erst Grisu mit "Rückenschmerzen". Physio fand leichte Verspannungen, Arzt röntgte und fand Spondylose (die sich erst viel später als vergleichsweise harmlos herausgestellt hat, aber es ist ja immer unterschiedlich, wie stark ein Hund darauf reagiert). Da es mit Schmerzmitteln kaum in den Griff zu bekommen war, machten wir einen Termin zur Gold-OP. Kurz davor hatte Grisu so heftige Schmerzen (schrie vor Schmerzen, konnte sich kaum noch bewegen) an anderer Stelle (!!), in der Schulter, dass die OP abgesagt wurde und wir ein CT machen ließen. Ergebnis: 2 Bandscheibenvorfälle ganz hinten im Rücken mit beginnendem Cauda Equina Syndrom. Spondylose vorhanden, aber nicht der Rede Wert. In der Schulter: nichts! Wieder Physio: quasi keine Verspannung zu finden. Wir waren so bekloppt und haben noch MRT oben drauf machen lassen
, aber in der Schulter ist nichts... Anschließend waren diese massiven Schmerzen (bei denen auch kein Schmerzmittel mehr geholfen hat und die alle paar Tage für mehrere Minuten auftraten) weg. Eventuell ein eingeklemmter Nerv? Eine sehr schwer zu diagnostizierende Verpannung, die durch die Narkose gelöst wurde? Wir haben es nie erfahren, wissen aber nun um seine Bandscheibenvorälle und Cauda Equnia...Smilla... da stecken wir ja noch drin in der Diagnosefindung. Erst auf Anämie, Blutzucker...getestet, dann das Herz komplett durchgecheckt inkl. Belastungs-EKG, zig Bluttests, Gehirn-MRT..., dann zum Neurologen und mittlerweile auf vagen Verdacht hin auf Epilepsie behandelt (wobei das Medikament leider nicht sonderlich anschlägt). Nächste Station: Uniklinik.
Weder bei Grisu noch bei Smilla mache ich irgendwem einen Vorwurf oder bereue eine Untersuchung. Es ist eben oftmals nicht so einfach...
Wenn mir ein TA bei einem alten Hund sagt, er würde das Herz mal genauer untersuchen lassen, dann würde ich das tun und mich freuen, wenn es in Ordnung ist.
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Huch, so viel Resonanz auf nächtliche Fortsetzungsromane nach Klinikmarathon und Ausheulbedürfnis, weil die nichthundelnde Umwelt Tierarztgeschichten wenig interessieren.
Deine Geschichten kann man aber gut lesen. Mir gefällt Dein Schreibstil und ich hoffe, dass es dem Senior bald wieder gutgeht mit den passenden Medikamenten und der richtigen Ernährung.
L. G.
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Wenn es hier nur eine Ausheulorgie war, kann es so schlimm nicht gewesen sein.
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Ich erwarte von meinem TA, dass er im Sinne meines Tieres handelt und nicht in meinem Interesse.
Muss eine Untersuchung gemacht werden, dann wird sie gemacht. Unnütze Sachen werden vom TA abgelehnt/verneint.
Wenn mein Tier keine Chance mehr hat, dann wird nicht sinnlos verlängert nur um uns die Möglichkeit des Abschied nehmens zu geben.
Dann findet man den nächsten Tierarzt der alles auf Wunsch durchführt.
Einerseits durchaus nicht verkehrt- oft genug wird ein Tier viel zu früh aufgegeben. Andererseits könnte man so manch anderem Tier eine fürchterliche Leidensgeschichte ersparen wenn Tierärzte sich auch endlich als das sehen würden was sie sind: Die mit Ahnung und Ausbildung.
Mir wurde ein Hund in einer Klinik tottherapiert
Bis heute keinerlei Einsicht des behandelnden Tierarztes dass er, gelinde gesagt, Bockmist gebaut hat. (sehr starke Schmerzmittel aufgrund Spondylose ohne Magenschutz, am ende gaste der Hund täglich so auf dass er sich kaum mehr bewegen konnte)Ich bin ja der Mensch der einen Tierarzt aufgrund seines fachlichen Wissens und dem Umgang mit dem Tier schätzt- ob diese Person nun potenzial hat mein neuer bester Freund zu werden ist mir komplett egal. Hauptsache meinem Tier wird geholfen
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Man weiß doch aber auch vorher oft nicht, wie unnütz eine Untersuchung ist. Und abwarten und halt mal ein leichtes Schmerzmittel/körperlich Schonen/Schonkost... und sehen was passiert, kann genauso zu einem toten Hund führen, wie eine unnötige Untersuchung, die einfach eine falsche war oder ein Therapieansatz im besten Wissen, der blöderweise nicht alles abdecken konnte. Wie gesagt, bei Grisu kam erst Schonen, dann Physio, dann Röntgen... und erst ein CT/MRT brachte das Ergebnis. Extrem starke Schmerzmittel bekam er auch. Hätte auch schief gehen können (unser TA wies uns darauf hin, dass es auf den Magen gehen kann, fragte, ob Probleme bekannt seien und wir sollten uns melden, wenn uns was auffällt. Hätte aber auch zu plötzlich kommen können, unbemerkt... da ist ja wieder die Frage: ab wann tut man zu viel? Was ist unnütz? Wäre es sinnvoll, ein Hund bekäme immer prophylaktisch einen Magenschutz? Sofort die ganz große Untersuchungspalelette, um ja nichts zu übersehen? Hier kam ja auch schon: der TA soll nicht zu emotional werden und nur tun, was sinnvoll ist... Aber was tatsächlich sinnvoll ist, weiß man immer erst hinterher. Vorher ist es immer ein abwägen und alles kann gut oder übel enden.)
Bei Smilla hätte es von schwerem Herzfehler über Anämie bis zu Hirn-Tumor alles sein können (ich mein, wir wissen ja immer noch nicht, was sie hat
). Aber all das war im Bereich des gut möglichen, also wird untersucht und hinterher hat man ein Ergebnis. Unnütz ist es nicht, wenn eine Krankheit ausgeschlossen werden konnte dadurch... -
Wichtig ist doch, dass man in den Dialog tritt, beide Seiten Bedenken äußern dürfen ohne dann vom Gegenüber schief angesehen zu werden.
Weder möchte ich als Klugscheißer dastehen noch der Arzt als Abzocker..., denke ich mir.
Da hilft nur miteinander reden! - Vor einem Moment
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