Wie Fehldiagnose umgehen
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Gast88272 -
13. Juni 2016 um 23:20
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Ich finde man sollte als TA auch nicht das Pferd von hinten aufzäumen und erst mal mit einer Diagnose ankommen die 99% der Kollegen erst mal im Fachbuch nachschlagen müssen weil so selten.
Ich hätte an der Stelle der TS mehr Augenmerk auf Magen/Darm gelegt, Herz war ja eher ne Nebensache (finde ich gerade bei Durchfall)
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Hund weiterhin nicht übern Berg.
Auch geblieben ist ein gewisser Restärger.
Der Senior war in der Kartei wohl als schwer herzkrank vermerkt und als wir heut in die Ordination kamen, war die erste Frage, ob wir den Befund vom Herzschall mit haben, den hatte die Klinik nicht an die Ordination geschickt. Die Durchfallgeschichte vom Wochenende war nur ein Randnotiz in der Kartei.Es bleibt also: Hund wird beim Impfen einmal abgehört, Ärztin attestiert ein "sehr schwaches Herz" und Hund wird fortan als herzkrank angesehen und alles andere nur unter dem Aspekt betrachtet. Ich hab nicht bewusst darauf geachtet, aber ich glaub, er wurde bei den drei Besuchen letzte Woche nur beim ersten wirklich abgehört.
Zwar hat er wohl vereinzelte unrhythmische Episoden, aber außer Tierarzt Eins hat niemand, der den Hund davor und danach abgehört hat, irgendwas gehört, das nach "schwaches Herz" klingt.
Einmal mehr abhören, das Gehörte hinterfragen und einer Schmerzemfpfindlichkeit in den Flanken nachgehen oder beherzter abtasten hätte womöglich viel schneller zu einer Diagnose geführt. Hund zeigte ja am Samstag schon deutliche Schmerzreaktion.
Letztendlich war es ein einziger Handgriff, der ganz klar zeigte, wo das Problem liegt.
Ich hätt die Infusion übrigens mit heim genommen, wenn man uns gelassen hätte. Das war der Tierärztin bei einer intravenösen Gabe allerdings zu heikel.
Dass die Ordination nur 100 Meter von uns entfernt liegt, war dann trotz allem ein unbezahlbarer Vorteil. Vollgestilltes Kind am Höhepunkt der Fremdelphase, dass stundenlang vor Panik brüllt, wenn Mutter nicht da und die abendliche "Papa ist zwar besser als niemand, aber nicht Mama"-Stunde anbricht, kann man so noch halbwegs zwischen Eltern hin und her jonglieren, während drei Stunden lang eine Infusion läuft.
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Also diese Tierärztin hätte mich mit Hund zum letzten Mal gesehen. Ohne Hund schon, nämlich um ihr die Diagnose um die Ohren zu hauen.
Dem schließe ich mich an! Wir hatten dieses Jahr einen ähnlichen Fall mit unserem jetzt Ex-Haustierarzt. Der sieht uns nur noch von hinten.
Nun haben wir zwar einen weiteren Anfahrtsweg, fühlen uns aber besser aufgehoben.
LG, Tigre
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Ich hab jetzt nicht alles gelesen aber mir fällt immer wieder was auf wenn ich hier lese - das viele ihrem TA nicht vertrauen und total unzufrieden sind.
Ich hab da auch eine lange Reise hinter mir die viel Sorgen und Geld gekostet hat.
Vor 3 Jahren habe ich endlich den TA gefunden dem ich vertraue, der uns super betreut, der kompetent ist und weiß was er tut.
Und das ist unser Dorftierarzt.
Damals war meine Maus schon 11 Jahre alt und schwer krank.
Heute ist sie 14, quietschmobil und genießt ihr Leben.
Ich will damit nur sagen - nehmt das nicht so hin dass euch für nichts das Geld aus der Tasche gezogen wird. Grade mit Tierkliniken habe ich da ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Wir waren da nur ne Nummer die abgearbeitet werden musste. -
Sie hatte aber auch als Erste die kompletten Symptome
Nein. Die hatte schon Tierärztin 1. Aber die hat sich aufs Herz versteift und alles andere weggewischt.
Und wenn da ein Hund ankommt dem vorne und hinten gelber Schaum rauskommt, dann guck ich doch mal genauer hin!
Aber nein, die Infos der Halterin werden abgewinkt und es wird sich auf den angeblich so nötigen Herzschall versteift.Man geht doch zum Tierarzt weil der die Fachperson ist.
Aber wenn die Fachperson nicht willens ist die Infos des Halters auch nur annähernd mit einzubeziehen wirds schwierig. -
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Der Senior ist auf dem Wege der Besserung. Er reagiert auf Kühlschrankgeräusche und findet Tauben endlich wieder doof.
Infusionstherapie abgesetzt, denn nun trinkt er wieder, wenngleich nur mit Tricksen, viel suppiger Nahrung und einem Schuss Milch in den Napf, aber er nimmt ausreichend zu sich und behält es auch. Durchfall weg.
Oh und Tumor ist es auch keiner. "Bloß" eben Pankreatitis.
Wir waren in der Ordiantion von Tierärztin Eins, allerdings bei deren Kollegin und deren Chefin. Dort gab es an 2 Tagen Infusionen und babygerechte Räumlichkeiten, um die jeweils 3 stündige Laufzeit der Infusion gemeinsam abzusitzen.
Ich hab unserer Geschichte vorwurfsfrei erzählt und man war überaus zuvorkommend zu uns.
Selbst in der Tierklinik, wo wir dann nochmal zum Organschall waren hat beim Blick auf die Posten auf unserer Rechung und die tatsächliche Diagnose die karenzierte Ärztin, die zur Erholung von der Kinderschar ein paar Stunden arbeiten geht, den Kopf geschüttelt, den 50 Euro günstigeren Tarif genommen und ein Schmerzmedikament kostenlos obendrauf gelegt.
Auch mit der Chefin von Tierärztin Eins hab ich nochmal gesprochen, eher als Feedback, denn als Anklage. 350 Euro unnötig ausgeben tut mir nämlich aktuell schon weh.
Warum ich den Herschall machen hab lassen, wenn die Kardiologin schon auf den ersten Blick sagte, dass der Hund nicht herzkrank ist (Die Kardiologin hat durchaus angeboten, die Untersuchung abzubrechen, da sie aus ihrer Sicht nicht nötig sei), wollt die Tierarztchefin halt wissen.
Nunja. Wenn man einen Hund hat, dem es offensichtlich nachhaltig dreckig geht und man eine Woche lang bearbeitet wird, dass es praktisch unumgänlich und für ein Weiterleben des Hundes essentiell sei, dass eine genaue Herzdiagnostik gemacht wird, dann ist das schon ausreichend verunsichernd, dass man (also ich jedenfalls) so ins Zweifeln gerät, dass man sich auch von Spezialistenerstmeinung nimmer komplett beruhigen lässt.
Daraufhin hat die Cheftierärztin den Senior selber abgehört. "Oh" hat sie gesagt, "ich weiß, was die Kollegin gehört hat."
Der Senior ist ein Lurcher, ein Winhundmix. Ein Hund mit einem sehr tiefen Brustkorb. "Bei Hunden mit einem sehr tiefen Brustkorb kann es beim Abhören ein Echo geben, das klingt dann wie ein Klappenfehler."
Rhytmusstörungen hat sie keine gehört, aber eingeräumt, dass das gerade bei einem alten Hund mit einer sich gerade entwickelnden Pankreatitis nicht ungewöhnlich ist, dass der Kreislauf ein wenig unrund läuft und dass das in Anbetracht all der Dinge, weshalb wir bei der Kollegin vorstellig wurden, doch zumindest den Verdacht aufkommen lassen hätt müssen, dass der Hund es mit dem Bauch hat.
Das Ende von der Geschichte: Cheftierärztin hat sich entschuldigt. Nicht ganz klar als "Das war ein Fehler", aber als diskreter Hinweis darauf, dass wir die Infusionen und Schmerzmedikamente, die Hund bei ihr noch gekriegt hat, nicht bezahlen müssen.
Damit simma mit "nur" 800 Euro Rechnung ausgestiegen, was zwar am Hundesparbuch ein großes Loch hinterlässt, aber letztlich verschmerzbar ist.
Werte wie ein junger Hund hat der Senior, immerhin das wissen wir jetzt und es lässt hoffen, dass er so schnell nicht mehr auf Herz und Nieren geprüft werden muss.
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