Wie Fehldiagnose umgehen
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Gast88272 -
13. Juni 2016 um 23:20
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Völlig OT:
Nach meinem Umzug in einen anderen Ortsteil habe ich hier, gerade mal 500m von meiner Wohnung entfernt, eine TA-Praxis.
Ich bin bei meinem langjährigen TA geblieben und nehme die 20 km in Kauf. Ich weiß, was ich dort habe!
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Völlig OT:
Nach meinem Umzug in einen anderen Ortsteil habe ich hier, gerade mal 500m von meiner Wohnung entfernt, eine TA-Praxis.
Ich bin bei meinem langjährigen TA geblieben und nehme die 20 km in Kauf. Ich weiß, was ich dort habe!
Wir haben hier auch reichlich TÄ. Trotzdem fahren wir in die Tierklinik unseres Vertrauens. Dort werden auch die Kleinigkeiten wie Krallen schneiden, Analdrüsen ausdrücken usw gemacht.
Wir könnten es weniger zeitaufwendig und kostengünstiger haben, aber dort wissen wir unseren Hund in guten und liebevollen Händen.
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Liebe pinkelpinscher,
ich kann Deinen Ärger gut verstehen - ich wäre auch wirklich "not amused" bei soviel Inkompetenz, erst recht wenn es zu Lasten des Tieres und des Geldbeutels geht. Ich hatte neulich ein längeres Gespräch mit meinem Tierarzt, nachdem mein Kater nach grade mal 48h nach Beschwerdenbeginn eingeschläfert wurde. Geredet haben wir dann ein paar Tage später.
Er hat komisch geatmet, deswegen sind wir zum Tierarzt. Mein Verdacht: Dem steckt irgendwas im Hals, was raus muss. Diagnose: Kurz vor Tod, die Lunge schwappt über vor Wasser. Entwässerungsspritzen noch und nöcher, 48h intensive Pflege und weitere Spritzen zuhause, danach Wiedervorstellung mit einem hoffentlich stabileren Kater, der dann auch diagnostiziert werden kann. Aber vor Ort dann der Schock: Nur ein Lungenflügel war leer, der andere immer noch randvoll, bei einem Ultraschall konnte man sehen, dass irgendwas großes auf dem Herzen sitzt.
Der Tierarzt wollte mich in eine Tierklinik schicken. Ich hab einen Moment gebraucht und ihn dann gefragt, wie oft er sowas schon gesehen hat und wie oft dass noch irgendwie glimpflich ausgegangen ist... die 2. Antwort "noch nie, das ist das Worst case Szenario" hat mir völlig gereicht, um den Kater zu erlösen und ihn nicht noch in eine Tierklinik zu karren.
Sehr wahrscheinlich war es ein Tumor auf dem Herzen der in die Lunge eingeblutet hat, weswegen die Flüssigkeit auch nicht mit Entwässerungsspritzen weg zu bekommen war. Eine OP am Herzen ist hochriskant, eine Tumor-OP auf Grund der Verwachsungen quasi aussichtslos -ganz abgesehen davon, dass man den Tumor erst dazu hätte bringen müssen, das Bluten einzustellen und dann die Lunge hätte leer bekommen müssen...
Ich hab ihn an diesem Tag gehen lassen und komme auch jetzt noch gut damit klar.
Auf jeden Fall kamen wir einige Zeit später ins Gespräch und ich hab ihn gefragt, ob er mein Verhalten für verantwortungslos gehalten hat. Er meinte ganz klar "Nein", das Schicksal meines Katers war besiegelt - aber die Tierbesitzer wollen mehr und mehr das Rundum-Paket, da werden sogar alte, tote Tiere zur Autopsie gebracht und erst neulich hat er auf ausdrücklichen Wunsch der Besitzer eine gut 1jährige Ratte zur Hirntumor-OP in die Klinik überwiesen. Hat das Tier Fieber, dann wird ausdrücklich das "alles und noch mehr"-Blutbild verlangt, ein normales Blutbild tut es nicht, da müssen alle noch so seltenen Werte gleich mit bestimmt werden.
Damit er als Tierarzt seine Kunden nicht verliert, richtet er sich nach den Wünschen seiner Kunden und offeriert selbst bei solchen Fällen wie dem meines Katers die Überweisung in die Klinik. Er selbst ist auch eher Befürworter der stufenweisen Diagnostik und als wir jetzt vor ein paar Wochen mit meinem Paten-Kater da waren, wurde genau das gemacht. Fieber, Abgeschlagenheit: Erst ein kleines Blutbild und dann Behandlung gegen die Entzündung im Körper und gegen das Fieber. Obwohl Pankreatitis eine Verdachtsdiagnose war, wurde uns gesagt, dass die Blutwerte nicht günstig sind und wir erstmal 2-3 Tage die Behandlung probieren sollen - dann erneute Laborkontrolle und wenn keine Besserung, dann Bestimmung der anderen Blutwerte. Als es ihm aber dann nach 3 Tagen so gut ging, wurde nicht mal mehr Blut abgenommen, weil man sehen konnte, dass er wieder fit war.
Dafür schätze ich ihn sehr! -
Es ist ja mittlerweile so, dass in der Tiermedizin ein riesiger medizinischer Fortschritt stattfindet und vieles machbar ist.
Jedoch: jeder Fortschritt fordert auch seinen Preis. Nicht alles was machbar ist, ist auch für das Tier ein Segen.
Auch ich bin meinem TA dankbar der die Kirche im Dorf lässt und manches eben nicht macht, nur weil es möglich ist und den Geldbeutel von TA füllt.
Ich finde, auch TA sollten einen Tierschutzgedanken haben und im Sinne des Tieres entscheiden. Wie so oft das ABER: der Hundehalter fordert, der TA tut, weil er es sich nicht leisten kann/will Kundschaft zu verlieren. Schade!
Oftmals würde ein klärendes - zeitraubendes und unbezahltes Gespräch - ausreichen!
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Ich erwarte von meinem TA, dass er im Sinne meines Tieres handelt und nicht in meinem Interesse.
Muss eine Untersuchung gemacht werden, dann wird sie gemacht. Unnütze Sachen werden vom TA abgelehnt/verneint.
Wenn mein Tier keine Chance mehr hat, dann wird nicht sinnlos verlängert nur um uns die Möglichkeit des Abschied nehmens zu geben.
In unserer Tierklinik wird erst das Tier gesehen und dann der Halter. So muss es meiner Meinung nach sein.
Unser Seelenheil muss dann warten.
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Natürlich gibt es in jedem Fachbereich Fähige Leute und solche, die ich als weniger kompetent einstufen würde. Daher ist es wichtig, sich an jemanden zu wenden dem man grundsätzlich vertraut und nicht nur auf "ist erreichbar und günstig" zu achten.
Aber, ganz ehrlich: am Ende, mit diversen erfolgten Untersuchung und "Auflösung" des Falls, ist es immer einfach über den Weg dorthin zu urteilen. im Krankheitsverlauf hat man diese Informationen nicht und ganz ehrlich, wenn es dank Dr. Google so eindeutig war, dann hätte man sich das Urteil des Tierarztes ja auch sparen können. Hat man aber nicht, war ja scheinbar doch nicht so klar.
"Man hätte...", "man müsste.." ist hinterher immer einfacher.Der Ausgangspunkt im beschriebenen Fall war man zum impfen, der alte Hund etwas "diffus" und scheinbar Herz leicht auffällig. Nichts besonderes bei einem älteren Hund, eigentlich.
Ja, nach diversen Untersuchungen, Änderung des Zustandes hat sich jetzt rausgestellt das der Hund ein bestimmtes Problem hatte.
Recht machen kann man es dann doch nicht jedem... hätte man direkt große Blutprofil angefordert und eine komplette Behandlung auf Pankreas ausgerichtet und am Ende wär der Hund einfach nur "alt" gewesen und hätte sich einen Infekt eingefangen, wäre man wohl genauso unzufrieden, wie jetzt bei einer Herzuntersuchung ohne das sich schlussendliche eine Erkrankung des Herzens rausstellt. -
Ich denke man muss hier zwei Dinge auseinanderhalten:
Den Krankheits- und Diagnoseverlauf und deine generelle Abneigung gegen die Tierärztin.
Ich würde auch nicht mehr zu der TA gehen, aber nicht, weil die Diagnosefindung einen Umweg gemacht hat, sondern weil einfach kein Vertrauen in sie und ihre Arbeit besteht.
Du bist mit einem Hund den du persönlich als "gesund aber etwas seltsam" eingestuft hast zur Untersuchung gegangen. Sprich wirklich ausgeprägte Symptome kamen erst später und auch der TA hat nunmal keine Kristallkugel, um vorherzusehen wie sich das ganze entwickelt.
Herzstörung, schlechter Appetit und Schmerzen im Rumpf können diverse Ursachen haben. Die TA hat sich zwei mögliche Herausgenommen, die ihr zu dem zeitpunkt am wahrscheinlichsten erschienen und hat falsch gelegen. Nicht schön, aber kann passieren und wird auch immer wieder passieren.
Du kannst nochmal in Ruhe mir ihr darüber reden, ob sie einen wirklichen Fehler gemacht hat, dass sie nicht gleich zu Beginn auf Pankreas getippt hat, ist fraglich.
Such dir einen anderen TA und bevor du da jetzt energie drauf verschwendest zu überlegen, was du rückwirkend noch machen könntest, nutz die Energie um dir einen Plan auszuarbeiten, wie du es in Zukunft hinbekommst, zu einem TA deiner Vertrauens zu kommen und Hunde und Kind organisiert zu bekommen.
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Ich glaube nicht, dass es um den Umweg einer Diagnose geht, sondern vielmehr um die Tatsache, dass da Empfehlungen und teilweise Vorwürfe kamen.
Es war einfach die Art und Weise!
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Was kamen da denn für Vorwürfe und Empfehlungen, die so aufregenswert sind?
Der Hund hat Rückenschmerzen - wurde in der Klinik auch bestätigt. So für sich in der Situation (wie sich das weiter entwickelt ist ohne Glaskugel halt nicht so einfach...) sicher nicht verkehrt Behandlung in die Richtung zu empfehlen.
Alter Hund hat scheinbar gewisse Auffälligkeiten am Herz - Untersuchung zur Abklärung empfohlen.
Dem Hund ist übel - Empfehlung von Schonkost. Joa, werden wohl die meisten Tierärzte und auch Halter erstmal so machen..
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Ich finde da jetzt auch nicht wirklich Vorwürfe

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