Wie Fehldiagnose umgehen
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Gast88272 -
13. Juni 2016 um 23:20
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(Viiiieel Text)
Ich bin sauer!
Auf mich selbst, weil ich wieder zu der Tierärztin gegangen bin, die mich mit ihrem Homöpathiezeugs und "Ich bin Tierkommunikatorin" nervt (aber sie ist für mich auch mit drei Hunden und einem Menschenbaby gut zu erreichen, weshalb es mich wieder hinverschlagen hat, auch wenn ich mir geschworen hatte, ich geh nicht mehr hin, als wir unlängst schon heftige Diskussionen hatten, als sie bei massivem Girardienbefall einer meiner Hündinnen, die mir neben der gesamten Wohnung selbst den Kinderwagen vollgekackt hat, erst verweigerte, die anderen Hunde auf Verdacht mitzubehandeln, weil ich mich umgekehrt mit einem 11 Wochen alten Säugling umgeben von Girardienkacke weigerte, erst mal zig Kotproben zu nehmen, sondern sicherheitshalber einfach die ganze Bande behandeln lassen wollte und ihr die Hunde wegen einer etwas höhreren Entwurmungsdosis wesentlich mehr leid taten, als ein Baby, das Gefahr läuft, sich auch noch was einzufangen.)
Ich bin sauer auf die Tierärztin, weil das was sie diagnostizierte weit von dem entfernt ist, was mein Senior wirklich hat und weil wir so wichtige Zeit vergeudet haben und mein Geld verpulverten, das während der Karenz nun wahrlich nicht in rauen Mengen aufs Konto fließt.
Ja, ich bin sauer und nett wie ich meistens bin, frag ich mich, ist das denn berechtigt, tu ich ihr eh nicht Unrecht? Aber falls sie Mist gebaut hat, wie verhalt ich mich, abgesehen von nicht mehr hingehen? Einmal brauch ich sie nämlich mindestens noch. Senior braucht morgen eine Infusion und ich hab nicht die Kapazitäten uns alle, Hund wie Kind, wieder in die Tierklinik zu schleppen (Da waren wir heut schon 8 Stunden lang).
Worum es eigentlich geht: Der Jungspund und der Senior mussten zum impfen.
Der Senior ist seit einigen Tagen bis Wochen diffus seltsam.
Tierärztin tastet ihn vor der Impfung ein wenig ab, sein Rücken weckt ihr Interesse. "Der ist ja komplett verspannt. Sie sollten dem armen Kerl wirklich eine Behandlung beim Ostepathen gönnen."
Senior wird abgehört, Tierärztin erblasst. "Das Herz ist ganz schwach. Sie sollten unbedingt zum Herzultraschall. Und ein Blutbild. Mit Mediakmenten kann man da noch viel machen."Ich geh mit einem halbwegs gesunden alten Hund zum Tierarzt und komm mit einem schwer kranken Tier nachhaus. Kann passieren.
Hatte mir Bedenkzeit erbeten. Wie geh ich mit einem herzkranken alten Hund um? Was macht Sinn, was nicht?
2 Tage später wird Hund immer eigenartiger, frisst sehr wenig, ist apathisch. Gut, dann also Blutbild. Auch wegen der Nieren. Hat die Tierärztin ja auch gemeint. Könne ja auch mit den Nieren zusammen hängen.
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Hallo,
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Wenn es nicht akut ist (Hund hat Gift gefressen oder ähnliches) dann versuche doch, einen Babysitter zu organisieren.
Falls du einen Partner hast, er dann früher Schluss macht auf der Arbeit.
Oder Eltern, beste Freundin mobilisieren, die entweder beim Baby bleiben, oder euch begleiten...und dann fährst du in die Klinik.Unsere Tierärzte sind leider auch eher durchschnittlich und "wenn mal was ist" neben impfen, Wurmkur abholen usw. geht es direkt in die Klinik.
Wir hatten ebenfalls schon einiges an Lehrgeld bezahlt.
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…Geriatrisches Profil. Nierenwerte. Am nächsten Tag soll ich die Werte erfragen können.
Hund ist weiterhin irgendwie seltsam und nur sehr mäßig fit, frisst ungewöhnlich wenig, hat ein bisschen Durchfall.
Ich frag telefonisch nach den Blutwerten. Keine Zeit, gerade viel Patienten, man wird mich später zurück rufen - Ich werde nicht zurück gerufen.
Etwas angesäuert ruf ich eine Stunde nach Ordinationsschluss die Notfallnummer an. Man hätte sich gedacht, es reicht morgen auch noch, denn soweit man sich erinnern könne, wären die Werte sowieso komplett unauffällig und falls es dem Hund schlechter ginge, könnt ich ja anderntags vormittag vorbei kommen und ob ich schon wegen des Herzschalles überlegt hätte, das sei sehr wichtig.
Dem Hund geht es schlechter. Vorne wie hinten kommt gelber Schaum aus ihm raus, er stellt das fressen ein, trinkt praktisch nicht mehr.
Also stehen wir am nächsten Tag wieder in der Ordination. Hund lehnt sogar die leckersten Leckerchen ab. Ich berichte davon, dass er seit mittlerweile fast 24 Stunden an immer massiver werdendem Durchfall und Erbrechen leidet und kaum bis nicht trinkt und dass die Hautfalte an seinem Hals sehr lange stehen bleibt.
Das kann natürlich Dehydrierung sein, aber bei so Halsfalten ist das schwer, sie stehen sowieso" - "Schon, aber ich kenne meinen Hund, normal hat er einen anderen Hals, fühlt sich die Haut anders an."
Senior bekommt ein Mittel gegen Übelkeit und etwas Glukoselösung beidseitig irgendwo subkutan in die Leistengegend. Beim Setzen der Nadel bwz. Berührung an der Seite schreit er auf und weicht aus. "Ja, das brennt manchmal".
"Füttern sie ihm Schonkost und ich geb ihnen Aktivkohle mit, wenn es schlimmer wird, rufen sie halt nochmal an. Und überlegen sie sich das mit dem Herzultraschall, das ist wichtig."
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Ja, mach das doch.

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Hund geht es übers Wochenende phasenweise schlechter, er trinkt nicht mehr. Überlege mehrmals, doch in die Klinik zu fahren. Dann frisst er aber doch wieder ein bisschen und mittels etwas Wasseraufbereitung durch Hühnersud oder Milch geht wieder etwas Flüssigkeit in ihn rein.
Er wirkt nicht mehr apathisch und interessiert sich wieder für seine Umwelt, wenn auch viel weniger als vorher.
Sollte er in der Nacht keine weitere Flüssigkeit mehr zu sich nehmen, ist aber der Klinikbesuch unausweichlich.
Er trinkt nachts nicht, ist aber wieder lustig. Wir machen uns trotzdem auf zur Klinik.
Tierärztin Eins sagt "Er hat im Rücken Schmerzen, aber das mit dem schwachen Herzen kann ich nicht bestätigen. Unsere Kardiologin ist heut im Haus. Sie kann sie kurzfristig noch dran nehmen."
Na gut, sicher ist sicher, schließlich ging es ihm ja wirklich nicht gut und falls und wenn und die Nieren sind ja anscheinend nicht beteiligt, eine reine Herzsache kann der alte Mann vielleicht noch ein paar Monate bis Jahre aushalten.
Kardiologin betrachtet den Hund und sagt "Bitte wer hat ihnen gesagt, dass der Hund ein Herzproblem hat? Aber natürlich können wir schallen."
Diagnose: Für sein Alter praktisch vorbildlich herzgesunder Hund. Ein paar Abweichungen im Rhytmus vielleicht, aber nichts, das auch nur im Geringsten einer Medikation bedarf.
300 Euro ärmer nachhaus. Den Hund und mich schon der Hypochondrie bezichtigend. Bis er kurz vor daheim Blut kackt, richtig viel richtiges Blut.
Also wieder retour.
Girardienschnelltest negativ.
Tierärztin drückt dem Hund geziehlt in Unterbauch und Flanken - Hund schreit."Pankreatitis" sagt die Tierärztin. Das Blutbild von vor wenigen Tagen wird nicht wiederholt, sondern nur um die Werte ergänzt, die nicht abgenommen wurden.
Pankreatitis hat der Senior. Herzmedikamente braucht er keine und Massage auch nicht, bloß Schmerzmittel, damit er keinen Katzenbuckel mehr macht.
Nach 4 Tierarztbesuchen in 7 Tagen, 8 Stunden in der Tierklinik, 650 Euro ärmer, wovon 300 komplett umsonst waren, heißt es nun hoffen, dass er sich wieder fängt - denn auch wenn der morgens in der Klinik wieder lustig war, hängt er mittlerweile wieder übel in den Seilen und ist ganz offensichtlich ein sehr kranker Hund.
So, danke fürs Auskotzen, falls so viel Text überhaupt wer liest, ansonsten hab ichs halt nur für mich und gegen meinen Ärger geschrieben.
Und ein kleines bisschen drängt sich mir immer noch die Frage auf - soll ich meinen Ärger nicht nur aufschreiben, sondern auch in irgendeiner Form geltend machen und sei es, dass die noch nötigen Infusionen bittschön aber aufs Haus gehen?
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Ja, mach das doch.

Verzeihung, meine Intention ist vermutlich nicht sofort klar ersichtlich. Ist halt auch 10 Kilometer Text.
Ausheulen wollt ich mich ein bisschen, nachdem wir den Tag in der Tierklinik verbracht haben. Und falls noch wer findet, dass Tierärztin EIns Mist gebaut hat, dann wär ich aktuell sehr geneigt, ihr das auch unter die Nase zu reiben. -
Also ein Herzultraschall ist bei einem alten Hund schon sinnvoll. Ich verstehe nicht so ganz, worüber du dich nun ärgerst? Dass das Herz gesund ist?

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Ein alter Hund kann immer mal was haben, kenn ich von meinem.
Das, was deine TA gemacht hat, hört sich für mich nach Geldschneiderei an. Ich würd da nicht mehr hin gehen. -
Tierärzte können auch nicht hellsehen. Dafür werden die Untersuchungen ja gemacht. Es liegt ja immer in der Hand des Patientenherrchens/-frauchens, was er/sie gemacht haben will.
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Igrnorier den Leinenträger einfach.
Also diese Tierärztin hätte mich mit Hund zum letzten Mal gesehen. Ohne Hund schon, nämlich um ihr die Diagnose um die Ohren zu hauen.
Gibt es in deiner Nähe wirklich keinen anderen erreichbaren Tierarzt? Das ist echt mies.Vielleicht kannst du dir ein "Notfallnetz" aufbauen in deiner Umbegung wo du eben für sowas schnell die anderen Hunde und vielleicht auch das Baby lassen kannst?
Erleichtert einiges. - Vor einem Moment
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