Hund entscheiden lassen

  • Ich habe zwei Hunde die Fremde ignorieren bzw. niemals freiwillig auf fremde zugehen würden. Es sind absolute 1 Personen Hunde, die gelernt haben, Dinge auszuhalten, wenn ich diese verlange. Allerdings trifft man beide Hunde eher nicht in Café, Restaurant oder Innenstadt an. Sie können das, verhalten sich unauffällig, aber es ist definitiv nicht ihre lieblingsübung. Beide lassen sich nicht von fremden anfassen, bzw. nur wenn ich das verlange, darum habe ich sobald fremde Menschen um uns sind mehr als nur ein waches Auge auf sie.
    Bei uns gilt da, lieber Vorsicht als Nachsicht, oder auch better safe, than sorry.
    Mit Sozialisierung hat das nichts zu tun, schon als Welpe konnten beide weder etwas mit fremden Hunden, noch mit fremden Menschen anfangen. Niemals würden sie mit einem fremdhund oder Mensch mitgehen, spielen oder aus eigenem Antrieb Kontakt aufnehmen und das ist völlig ok. Sie werden nicht bedrängt, weil ich sie nicht in solche Situationen bringe und wenn dann, kontrolliere ich diese Situationen und meine Hunde. Für meinen Alltag ist das absolut alltagstauglich, somit sind meine Hunde alltagskompatibel und keine Gefahr.
    Knurren verbieten, würde ich nicht, aber alleine dass dein Hund Knurren musste, dafür würde ich mich in den hintern beißen. Bedeutet nämlich, ich hatte weder die Situation, noch meinen Hund unter Kontrolle und im Griff und als Hundehalter ist es meine Aufgabe meinen Hund und meine Mitmenschen zu schützen. Somit ärgere dich über dich selber, Strafe nicht deinen Hund und lass deinen hund nicht mehr so im Stich es selbst regeln zu müssen. Es wäre deine Aufgabe gewesen "zu Knurren" ;)
    Verbuch es unter Fehler passieren und so einer passiert dir nicht wieder.

    lg

  • Es ist doch erstrebenswert das der Hund fremde Menschen als etwas positives sieht und sich eher freut auf den Kontakt oder ?

    Grad in verbindung mit kindern, behinderten, alten, ...

    Immer? Jederzeit? In jeder Situation? Das halte ich für widernatürlich und abartig.

    Dass der Hund in der Situation warnt sagt nichts aus über sein Verhalten Menschen gegenüber in anderen Situationen.

  • Im alltag kann immer passieren das sehrkleine kinder den hund anfassen, in dem alter verstehen sie es ja nicht, oder alte, demente oder behinderte leute, die es ebenfalls einfach den hund anfassen weil sie es nicht mehr verstehen das es falsch ist.

    Das kann man ja Regeln, also, dass die nicht beim Hund ankommen. Kommunikation heißt das Zauberwort.

    alle tierschutz hunde (strassenhunde aus dem ausland) die ich bisher kennengelernt habe und das sind viele waren am ende wieder so sozialisiert das fremde sie ohne probleme anfassen können.

    Gibt Tierschutzhunde, die sind überhaupt nicht in einen Kurs integrierbar. Die sind auch nicht in der Form trainierbar wie Du das bisher erlebt hast. Die wirklichen Problemfälle landen im Einzeltraining und damit kenne ich mich nun zufällig ganz gut aus.

  • alle tierschutz hunde (strassenhunde aus dem ausland) die ich bisher kennengelernt habe und das sind viele waren am ende wieder so sozialisiert das fremde sie ohne probleme anfassen können.
    Durch ganz viel gruppenarbeit, positive verstärkung durch fremde mit dem was der hund mag, usw ....
    dauert natürlich je nach grad und alter monate bis viele jahre.

    Kann auch sein, der Hund stirbt vorher weg.

    Eddie ist jetzt 9. 8 Jahre isser bei uns. Seit ein paar Wochen kann er Leckerchen nehmen, wenn uns auf dem Spaziergang 1-3 Leute begegnen (ganz normale, ohne Rad oder Hund oder Regenschirm...).

    Ich freu mich da ja echt drüber. Aber für das, was Du Dir vorstellst, bräuchte der wohl die Lebenszeit von 3 Hunden.

  • Gibt halt auch noch andere Rassen außer Begleithunde und Retriever ...

    da würden dir meine Chis aber was husten :hust: und die meisten die ich kenne ebenso, wenn die sich gerne streicheln lassen sollen.

    Meine beiden wollen nicht von Fremden gestreichelt oder angequatscht werden. Müssen sie nicht, dafür sorge ich. Sollte es aber mal eine rüberbeugende Omi schaffen und die Hunde bellen sie an, was nur sehr selten bis gar nicht passiert, dann ist das so. War mein Fehler, aber meine Hunde dürfen definitiv auch eine Grenze ziehen. Außerdem reagieren manche Menschen erst auf die Reaktion vom Hund. Ich hab aber die Erfahrung gemacht, dass es für Familienhundretrieverhalter kaum vorstellbar ist, dass es auf diesem Erdplaneten Hunde gibt, die nicht gestreichelt werden wollen :ka:

  • Ich finde das selber entscheiden lassen gar nicht verkehrt.
    Bei Mia ist es so, dass ihr Fremde recht egal sind und sich von Fremden anfassen lassen will sie sich meistens nicht. Wenn also jemand fragt, ob er sie streicheln darf (egal ob Kind oder erwachsener), sage ich also: Probieren Sie's mal, wenn sie möchte, dann gerne. Manchmal mag Mia die Leute und reagiert positiv auf den Kontakt, dann ist alles gut. Wenn sie keinen Bock hat, dann ignoriert sie die Person und/oder guckt weg. Die meisten interpretieren das dann schon richtig und lassen es. Wenn es jemand nicht checkt, sag ich ihm, dass das bedeutet, dass sie grad leider nicht will.

    Womit sie aber GsD gar kein Problem
    hat, ist, wenn manche so im Vorbeigehen über den Kopf oder den Rücken streichen. Das ist ihr einfach wurst. Wäre aber auch blöd, wenn sie das stören würde, da so was einfach hin und wieder vorkommt, wenn man in der Innenstadt unterwegs ist.
    Bei bewussten Kontaktaufnahmen darf aber sie entscheiden und es ist, würde ich schätzen, ca. 70/30 - meistens mag sie keinen Kontakt, aber manchmal auch doch gern.

  • Bei solchen Aussagen wie Deinen muss man sich schon fragen, was die tatsächliche Intntion des jeweiligen HH ist. Hättes Du nämlich nicht reflexartig, um Dich gebissen (Du scheinst mit entsprechenden Vorwürfen also durchaus Erfarhrung zu haben), hättest du lesen können, dass ich in meinem Post durchaus mehr Optionien als nur die Ego-Schiene offen gelassen habe.


    Mal davon abgesehen, dass mir Deine Umschreibungen nicht wirlich viel sagt (was sollen kleine gelbe Teufel sein, die "voellig Irre" in die Beute knallen? Ja ich habe die Seite von den "gelben Teufeln" gefunden, macht es aber nicht besser.) Und welcher Welpe zeigt Aggressionen? Und welchem Welpen kann man keine "Beute" wegnehmen? Vielleicht reden wir ja auch von völlig verschiedenen Hunden? Ich habe, bevor ich mit den HSH angefangen habe, Diensthunde und später dann auch Hundeführer ausgebildet und gehe natürlich davon aus, dass Du mit Malis, die für einige Aufgaben heute vorzugsweise genutze Rasse der Malinois meinst. Dh, diese Hunde sind mir durchaus vertraut, aber trotzdem sind mir nie irgendwelche Teufel begegnet... aber man kann ja nie wissen. Oder anders ausgedrückt: Manchmal ist der Wunsch auch Vater des Gedanken. Wären diese wunderbaren Tiere auch nur annähernd so, wie sie leider auf diversen Züchterseiten oder in entsprechenden Foren oft und recht stolz beschrieben wird, hätten sie den DSH im professionellen Bereich nicht so eindeutig ablösen können, wie es in den letzten 20 Jahren geschehen ist.


    Das könnte und würde doch keiner behaupten. Du selbst hast ja sehr eindrücklich erklärt, dass Sie zu 100% funktionieren müssen. Wenn man Deiner Aussage wörtlich folgt, dann müssten die im Restaurant dasitzen wie die Ölgötzen und sich nur rühren, wenn Du es ihnen erlaubst.


    Bei DER Formulierung besteht ja so ziemlich überhaupt kein Freiraum für irgendwelche eigenen Handlungen. Ich weiss nicht ob es an der Hunderasse liegt oder an den "üblichen" Personen, die sich genau diese Rasse halten, aber ich kenne kaum eine andere Gruppe Hundehalter, bei denen es aufgrund ihrer eigenen Wortwahl und Grundhaltund ständig zu scheinbaren Missverständnissen kommt, was die Haltung, bzw. den Umgang mit ihren Hunden betriff. Mal ganz ehrlich: Glaubst Du wirklich, dass man nach Deinem Post und so wie Du Dich ausgedrückt hast, auch nur ansatzweise darauf kommen könnte, dass es sich bei Deinen Hunden um Familienhunde handelt? Ich jedenfalls kenne niemanden, der so über ein ihm nahe stehendes "Familienmitglied" redet.


    Zitat

    Keiner hat ein Problem damit, wenn ein Mensch sie anfasst. Auch nicht bei kleinen Kindern die noch unbeholfen sind.
    Es gibt 3 Situationen die kritisch sind und die kann ich im Alltag absolut vermeiden.
    Und obwohl meine Hunde bei dem Thema absolut easy sind, ist es fuer mich ein No-Go dass fremde Leute sich einbilden sie koennen einfach so tun, als seien die Hunde fuer ihr Vergnuegen da und muessten sich bitte alles gefallen lassen.


    Darüber sind sich hier wohl alle einig. Ich findes es an sich schon völlig aberwitzig, wie wenig nicht wenige Menschen heute überhaupt mit ihrer Umwelt interagieren. Viele haben sich schon so weit von einer bewußten Wahrnemung ihrer Umgebungverabschiedet, dass sie dabei sehendes Auges, sogar in den Tod laufen. Anders sind Vorkommnisse, bei denen Jugendliche von einer Strassenbahn erfasst werden, weil sie in-Ear Kopfhörer aufhatten und völlig abgeschaltet haben oder auf dem Fahrrad von einem Auto erfasst wurden wohl nicht zu erklären. So jemand grapscht auch nach einem Hund, ohne auch nur daran zu denken, dass die weissen Dinger Zähne sind und die Löcher machen können. Ich warte eigentlich nur darauf das irgenjemand mal in ein Eisbärengehege läuft um mit kuscheligen Teddies zu knuddeln oder ins Wolfsgehege um seine Butterstulle zu teilen. Sie denken meist nicht nur, dass alles völlig gefahrlos ist, sie erwarten und fordern das sogar (Siehe Debatte um das Wiedereingliederung von Wölfen).

    Es bleibt aber Fakt, dass man die anderen Menschen nur bedingt in ihren Handlungen beeinflussen kann UND dass man gesetzlich gesehen vollumfänglich, also für alles was der Hund anstellt, haftbar, bzw. verantwortlich ist. Oder anders ausgedrückt: Man ist verpflichtet, mit der Dummheit der anderen zu rechnen.

    ICH kann meinen Hunden rein rassebedingt, nicht ansatzweise einen solchen Gehorsam abverlangen, wie es bei SH möglich ist, nehme sie aber trotzdem überall mit hin, weil ich weiss, dass ich mich auf sie verlassen kann. Und ich weiss, wie sie, worauf reagieren. Dh. für mich aber auch, dass ich, wenn ich sie in bestimmte Situtationen "zwinge", also sie z.B. in ein Restaurant mitnehmen will, darauf zu achten habe, ihnen gerecht zu werden. Dh. evtl. auch, dass ich mir einen Restaurantbesuch schlicht abschminke, wenn die räumlichen Gegebenheiten nicht zulassen, sie "abzuschirmen". Also so zu platzieren, dass ich oder besser wir zwischen ihnen und dem Gastraum sind, bzw. es nicht wenigstens möglich ist, sofort einzugreifen wenn Handlungsbedarf besteht. Bei kleinen Kindern, müssen wir eh immer Vorrausschauend handeln. Nicht weil eine Gefahr besteht, dass die sie anfassen und der Hund beisst, sondern dass die Hunde sie aus aus Versehen umwerfen. Da sind unsere manchmal wie nette Oger.

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