Unsere Junghunde...der alltägliche Wahnsinn Teil VI

  • Alma war am Anfang ein Traum von einem Hund, immer an mir orientiert, null Jagdambitionen, Leinenführigkeit völlig in Ordnung für ihr Alter.... Tja, das ging bis sie circa 1 - 1 1/2 Jahre alt war und dann packte sie schon einige tolle Eigenschaften aus xD

    Leinenpöbeln, Fährten nachgehen und Ohren auf Durchzug, Stöbern im Dickicht, ihr Radius wurde plötzlich riesig ... :dead:

    Wir haben echt viel und hart gearbeitet, mit gezieltem Fährtentraining angefangen, in Wildgebieten angeleint, wenn Freilauf; komplett kontrolliert und mit Actionprogramm; Auslastungsprogramm, sprich zusätzlich zur Fährte 2-3x die Woche am Hundeplatz..... Joa, was soll ich sagen, es hat sich ausgezahlt, die Bindung zu mir hat sich extrem verstärkt und ihr ist nicht mehr egal ob ich noch da bin oder nicht und das hilft gerade beim Jagdproblem ungemein.

    Der Weg ist noch lang und zurzeit haben wir wieder einen kleinen Rückschritt gemacht; aber ich gebe die Hoffnung noch nicht auf :pfeif:

  • Das halt ich für falsch.

    Der Hund hat sehr wohl noch alle Glückshormone vom Jagen im Körper. Und die Aufregung. Wenn ich korrigiere, dann diesen Zustand - egal mit welchem aktuellen Verhalten er gekoppelt ist. Und ja - Theo hat nen Anschiss bekommen, wenn er jagen war. Das Zurückkommen wird imA nicht negativ verknüpft. Das wäre auch total unsinnig, ehrlich gesagt. Was man falsch verknüpfen würde wäre, wenn man den Abruf ausspricht, der Hund kommt und DANN nen Anschiss bekommt. DANN würde ich mir den Abruf kaputt machen. Meine Meinung zumindest.

    Meine Hunde zB haben nen Abbruch gelernt. Aversiv. Wenn sie den ignorieren gibt es eben die Konsequenz.

    (Und nur falls einige jetzt wieder brutale Steinzeitmethoden erwarten ;-) - nein, weh getan hab ich meinen Hunden nicht.)

    Da hast du schon recht, aber wenn der Hund zum Jagen rennt, ruft doch fast jeder seinen Hund.
    Die Halter die ich oft so beobachte schreien sich die Seele raus und wenn der Hund dann mal fertig ist und kommt schimpfen sie.
    Und das finde ich falsch, dann sollte man lieber wortlos anleinen und weiter gehen.
    Mir ist das zum Glück noch nicht so passiert.
    Meine Hündin hat in jungen Jahren auch mal ein zwei Sätze gemacht sobald ich geschrien habe ist sie sofort umgedreht.
    Aber schreien tut man doch dann aus Reflex nach seinem Hund auch wenn er nicht hört, diese Situation meinte ich.
    Aber klar vielleicht sollte ich öfter auch schreiben, was ich denke das könnt ihr ja nicht wissen :ugly:

  • Was man falsch verknüpfen würde wäre, wenn man den Abruf ausspricht, der Hund kommt und DANN nen Anschiss bekommt. DANN würde ich mir den Abruf kaputt machen.

    Das heißt, du wartest, bis er selber zurück kommt? Und was machst Du, wenn Du rufen musstest?
    Beispielsituation: Felix nutzt die leinenlose Gelegenheit und rast los - nicht mal jagend, einfach so. Ich pfeife und rufe - nix. Ich renne hinterher, um ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Er ist 200m voraus. Ich pfeife wieder, er kommt zurück. Und nun?
    Konsequenz war in dem Fall: kurzes Lob fürs Zurückkommen, Leine dran, an der kurzen Leine weitergehen für 500m. Für ihn ist die kurze Leine und das Gehen am Buggy eine Strafe verglichen mit Freilauf. Alternative wäre Flexi gewesen, aber ich hab ihm bewusst zeigen wollen "so nicht, mein Herr". Falsch?

    Ich glaube auch, dass ein Hund nach dem Jagen noch weiß, wofür es Ärger gibt. Vor allem auch, wenn das hier

    Meine Hunde zB haben nen Abbruch gelernt. Aversiv. Wenn sie den ignorieren gibt es eben die Konsequenz.

    passiert war. Nur wie bekomme ich den Hund zurück zu mir ohne RR?

  • Mein Hund kennt nen Abbruch - zurück kommen tut er sobald er sein Jagdvorhaben abbricht. Ob nun aufgrund des Abbruchs (dann ist alles gut) oder einfach weil das Wild schneller weg war oder oder oder - dann gibts ne Konsequenz.

    Aber Achtung - bitte das ist nix, was nur fürs Jagen geht. Das muss ins allgemeine Leben eingebaut und sorgfältig aufgebaut sein. Ansonsten wird man damit eher einen Nulleffekt und ne doofe Erfahrung machen. Wenn der Hund nen Abbruch sauber gelernt hat und wirklich verzichtet und runterfährt - sagen wir mal so - ich hatte noch keinen, der dann nicht eh entweder zurückkommt oder total gechillt, irgendwo Blümchen schnuffeln geht. Ist für mich beides okay, er soll ja nur nicht jagen.

    Als Beispiel für eine Möglichkeit von vielen: Konsequenz könnte zB wegtreiben sein.

  • Aber dieses Rufen wenn der Hund abdüst..wenn man weiß es bringt nix hört man doch irgendwann auf damit?
    Also ich weiß mittlerweile genau wann es sich noch lohnt zu rufen und wann ich es mir schenken kann. Irgendwann dreht sie um und kommt von alleine zurück, spätestens wenn der Hase im nächsten Loch verschwunden ist. (kommt natürlich auf den Hund drauf an, wenn der nicht so leicht aufgiebt ist es ja nochmal was anderes).

  • Ich glaube auch, dass ein Hund nach dem Jagen noch weiß, wofür es Ärger gibt

    Das glaube ich nicht, warum auch für Hunde ist Jagen nicht schlecht, ich sehe oft genug Hunde die trotzdem weiter Jagen gehen aber nicht mehr gern zum Herrchen zurückkommen.
    Unsere Trainerin hat es so erklärt:
    Hund und Frauchen gehen glücklich und beschwingt spazieren, Hund síeht oder riecht Wild, spurtet los, er hat die Party seines Lebens, Adrenalin pur er freut sich und kommt ganz stolz zu Frauchen zurück um ihr seinen Erfolg zu zeigen(Jagen ist für Hunde nichts Böses)
    und auf einmal ist die vollkommen mies gelaunt. Er versteht die Welt nicht mehr war sie doch vorher so super gut gelaunt.
    Also muss in der Zwischenzeit irgendetwas passiert sein, dass die auf einmal so mies gelaunt ist (das es mit ihm zu tun hat verknüpft er nie, da Jagen für Hunde super ist).
    Also geh ich doch zu der gar nicht hin, wenn die so stinkig ist.

    Und genau das kann ich hier auch beobachten, die Hunde kommen einfach nicht mehr gern oder rennen gleich nach Hause.

    Vergleicht das mal mit irgendwas was euch super wichtig ist, quasi Existenziell, euer Freund, Mann, Lebensgefährte etc. will aber nicht das ihr das tut.
    Würde es euch stören, wenn ihr nach Hause kommt und er ist super mies gelaunt? Also mir wäre das egal, ich hatte ja einen schönen Tag da kann ich das bisschen miese Laune auch gut kompensieren. Wenn er das abstellen möchte, müsste er mich vorher erwischen, wenn ich noch nicht so hochgefahren bin und mich schon voll drauf freu und dann müsste er sich schon etwas sehr gutes Einfallen lassen, damit ich zu Hause bleibe.

  • Das Beispiel hinkt xD Wenn ich voller Euphorie von etwas wiederkomme, und mein Freund, Elternteil, beste Freundin findet das aber gar nicht gut, dämpft das schon meine Stimmung und ich denke darüber nach, ob das wirklich so toll war, wie ich es vorher empfand. Ist vielleicht auch ne Typfrage xD

    Meine Große bekommt fürs Jagen dennoch nen Rüffel, ebenso wenn sie meint, nicht kommen zu müssen und stattdessen ein tolles Spielchen beginnt a la "Fang mich doch", ich habe das Gefühl, seitdem ich auch mit ihr mecker, ist es weniger geworden bzw sie lässt sich besser abbrechen. Ohne Konsequenz auf für mich blödes Verhalten wusste sie halt nie, dass ich das jetzt echt kacke finde. Kommentarlos anleinen war nie ne Strafe für sie "Okay dann bin ich jetzt angeleint, aber gleich kann ich ja wieder laufen, okay..."

  • wenn es für dich wirklich existenziell ist? Naja ich würde mir da nichts überlegen, aber naja.

    Ich habe ja auch nur geschrieben wie es hier funktioniert und zwar nicht nur bei meinen sondern auch in unserer Hundeschule bei zahlreichen anderen Hunden.
    Ich breche demnach ab, bevor er sich überlegt wie schön das wäre jetzt loszustarten, dazu muss man den eigenen Hund halt gut lesen können, sobald er losrennt wird es schwierig, wegen Adrenalin und so.

    Ich will mich auch nicht rechtfertigen, wie gesagt hier funktioniert es halt bei zahlreichen Hunden so.

  • Ich persönlich glaube das ein wirklich jagdambitionierter Hund, sich nicht von einem lediglich "stinkigen" Frauchen, von der Jagd abhalten lassen würde. :ka:

    Wegtreiben habe ich auch mal probiert, einfach weil ich so sauer war und sie auch gar nicht bei mir haben wollte in dem Moment. Tja, sie ist halt dann ein paar Meter hinter mir hergeschlichen, mit einem breiten Grinsen über beide Ohren im Gesicht.
    Unglücklich wirkte sie definitiv nicht, vermutlich hat sie sich gewundert warum ich jetzt böse bin, das Jagen war doch super :ka:
    Andererseits hat lediglich anleinen auch in keinster Weise etwas bewirkt. Alma stört es auch nicht an der Leine zu sein, das ist keine Strafe für sie.

    Ich glaube es kommt sehr auf den Hund an, welche Methode was bringt oder nicht und wie wichtig dem Hund das Jagen ist. Verurteilen würde ich keine.

  • Ich verfolge ja mit Spannung diese Diskussion. Unser Hundetier benimmt sich so wie Felix :verzweifelt: Ist die Leine ab, dann besteht höchste Gefahr , dass er abdüst. Rufen bringt dann leider auch nicht viel. Er ist dann in seiner eigenen Welt. Oft rennt er 20 m voraus und ich "locke" ihn dann freundlich wieder zu mir, sei es mit Spieli oder Leckerli oder lade ihn zu einem Rennspiel etc ein... Dann seh ich doch wie das Hundevieh sich überlegt ob er kommen mag, aber wenn er sich für"nö" entscheidet ist er weg....egal wie sehr ich mi h zum Deppen mach. :rotekarte: Er trifft gerne seine eigenen Entscheidungen :dagegen: und es interessiert ihn nur sehr mäßig, ob ich dabei bin. Im Haus ist er komplett anders. Da sucht er oft mal meine Nähe. Legt sich zu meinen Füßen etc.
    Ich hab , genau wie Theobroma überlegt, ob Schlepp und Flexi meine Bestimmung sind.
    Er läuft in bekanntem Gebiet gut an der Schlepp und Flexi. In unbekannten zieht er wie blöde, dass ich meterweise stehen bleiben muss. Derzeit veräppelt er mich gern auch mal. Es läuft ungefähr so ab...er zieht, ich bleib stehen, er dreht sich um und kommt ein paar Schritte auf mich zu, ich lob ihn fürs umorientieren und er dreht auf dem absatz um und rast wieder in die Leine. Dieses Spielchen kann ich in endlos Schleife spielen. Hat dazu mir jemand nen Tipp??? Irgendwo mach ich nen Fehler , denn sobald ich stehen bleibe , dreht er wie aus Gewohnheit um und macht sich bereit gleich wieder los zu düsen.
    Da er ja unser erster eigener Hund ist, würde mich noch interessieren ob es normal ist, dass er nicht ruhig neben mir herschlendern kannoder mag.Egal wie weit wir schon gelaufen sind , er läuft immer im Trab. Wenn ich langsamer laufe und ihn somit in Schritt "zwingen" will, hängt er ziehend in der Leine. Wie blocke ich ihn am Besten ab um ihn neben mich zu bringen? Er ist ca 30cm groß und sehr flink.

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