Hundemassen und Jojo-Training
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Ich bin grad einfach nur planlos, vielleicht hat ja hier Jemand eine Idee
(könnte lang werden, sorry)Wir wohnen eigentlich in einer echt schönen, grünen Gegend. Ein kleines Wäldchen mit anschließenden Park vor der Haustür. Ein weiteres (eigentlich schöneres) Wäldchen in ca. 10min Fußweg.
Leider ist mein Kurzer nun nicht grad ein "Ich find alle Hunde dufte"-Typ. Wäre an für sich kein Problem, würde die Hundedichte hier nicht gefühlt Woche für Woche zunehmen. Und obwohl in beiden Wäldern Leinenzwang herrscht, läuft so gut wie alles ohne Leine.
Auch auf der Straße hat es extrem zugenommen mit Hundebegegnungen.Während Samson (11 Jahre) scheinbar abschreckend wirkt (aber oft übersehen wird) scheint Krabat (22 Monate) ein Schild auf der Stirn zu haben mit der Aufschrift "Freiwild für Hallo-Sager, Mobber und Machorüden".
Er ist ein Leinenpöbler (Frustpöbler). Als er Jünger war ging es ihm nur darum zu dem anderen Hund zu kommen.
Nachdem die Hormone die Überhand haben ist es je nach Hund von dich find ich toll bis ich mach dich platt alles dabei.
Er reisst auch Samson gerne mal mit, die eher eine unsichere Hündin ist (und das mit Lautstärke kompensiert). Dazu muss ich sagen, dass Samson so ein Verhalten mit unserer verstorbenen Hündin nicht gezeigt hat. Die war einfach souveräner.Natürlich geht so ein Verhalten gar nicht. Nicht für meine Hunde selbst, die das alles nur stresst (vor allem Krabat), für mich und auch für die (scheinbar wenigen) anständigen Hunde, die dadurch beeinträchtigt werden.
Ich habe bereits einiges versucht.
Umlenken auf mich mit besonderen Leckerchen/Spiel.
Sitzen und vorbeilaufende Hunde "aushalten".
Zeigen und Benennen (allerdins ohne Clicker, er kann das Teil nicht ab)
Abblocken und hinter mich bringen.
Ablenken mit Übungseinheit.
Bogen laufen.
Vor/zurücklaufen (um ihn aus der Spannung zu bekommen)
Ich glaube, es war noch mehr und nicht unbedingt die richtige Reihenfolge
Ich gehe auch getrennt um besser üben zu können.
Wir haben auch relativ schnell Erfolg. Das Problem ist nur, je ruhiger der Kurze, desto öfter wird in unser Training reingerasselt.
Und das ist unser Problem. Eigentlich ist generell das Problem, dass keiner diesen Hund ernst nimmt. Weder Menschen noch Hunde.
Und ich habe das Gefühl, dass es immer schlimmer wird.Hunde rennen in uns rein. (teilweise mehrere auf einmal)
Schlimmer ist noch, dass viele Hunde auf uns zurennen, Leinenlänge abstand halten und dann fixieren. Teilweise auch bellend und mit scheinangriffen um uns rumhüpfen (oft unsichere Hunde).
Hatten nun schon einige Male, das wir auch beim Vorbeilaufen attakiert wurden oder uns ein bürstestellender, steiffer Rüde den Weg abschnitt.
wir werden regelrecht verfolgt
Generell ist fixieren hier ein Volkssport
usw.Wären das alles Ausnahmen, könnte man damit Leben. Aber durch die Hundemassen (ich hab mal mitgezählt. Sonniger Tag große Runde waren ca. 50 Hunde und bei einer Regenrunde bin ich nach 11 Hundebegegnungen wovon zwei mit Rüdenkloppe endeten heim. Das waren wohlgemerkt nur knappe 20 min.) und die Art des Umgangs mit den Hunden hab ich das Gefühl nur noch Rückschläge zu haben.
Bei Leuten, die hier öfter unterwegs sind, sind wir bereits bekannt und man hält nicht viel von uns. Was leider auch nicht viel bringt, ausser uns als Negativbeispiel hinzustellen und abzulästern, während man sein Ego damit antreibt unser Training kaputt zu machen oder zu provozieren
Dazu muss ich sagen: Ich habe wirklich ein Problem damit die Hunde zu blocken. Entweder, weil sie selbst Abstand halten oder weil ich mit meinem Hund "kämpfe". Trotz sämtlichen Versuchen ist das hinter mir bleiben nicht geglückt ihm beizubringen.Mittlweile versuche ich einfach nur allem aus dem Weg zu gehen, was auch nicht klappt. Das Resultat ist einfach nur, dass ich nur noch angespannt bin, spazieren gehen nichts mehr mit Erholung zu tun hat und ich manchmal echt nur noch heulen könnte.
Ich weiß, dass das nicht wirklich hilft sondern eher das Gegenteil bewirkt. Aber ich bin echt nur noch ratlos und traue mich kaum noch raus.
Reden bringt nichts.
Entweder die Leute sind zu weit von ihrem Hund weg.
Ich werde ignoriert.
Man fängt ne Disskusion an.
Man bekommt ne Lebensgeschichte zu hören (gleichbedeutend mit man wird ignoriert).
Die Hunde kennen keinen Rückruf.
Man hat eh nen größeren, schnelleren, lieben (mobbenden) Hund, der doch grad so nett spielt.
Man darf sich anhören, wie man seinen Hund versaut hat und soll ihn erziehen, während man von einem Hund umkreist wird
So, sehr lang geworden.
Ja, das ist momentan einfach kein Zustand. Ich will es auch gerne ändern. Doch wie?
Hat hier vielleicht Jemand gute Ansätze (ausser nach Kanada auswandern)? - Vor einem Moment
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Hi,
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Ich will es auch gerne ändern. Doch wie?
Vergiß es, Du wirst andere erwachsene Menschen nicht ändern können.
Die einen nicht weil sie nicht wollen, die anderen weil sie nicht können.
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Ich will ja nicht mein Umfeld ändern, weil ich das nicht kann.
Nur sind wir ja mit uns unzufrieden und da würde ich gerne was ändern
Es kann doch nicht sein, dass ich damit Leben muss, das mein Kurzer immer mehr gegen andere Hunde geht, weil wir ständig "Angriffen" ausgesetzt sind und ich zu unfähig bis blöd bin das zu regeln
Das ist wirklich ein Schritt nach vorn und gefühlt fünf zurück.Mittlerweile geht er schon hoch, wenn ein Hund nur fixiert

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Und das ist unser Problem. Eigentlich ist generell das Problem, dass keiner diesen Hund ernst nimmt. Weder Menschen noch Hunde.
Und ich habe das Gefühl, dass es immer schlimmer wird.
Vielleicht könntest Du hier ansetzen, Deinem "Kleinen" Selbstvertrauen beibringen?Wie ist er denn darin, selbständig für ihn schwierige Aufgaben lösen?
Auch von einem souveränen Hund könnte er sich vielleicht was abschauen.
Na ja, und dann vielleicht eine Warnweste tragen mit Aufdruck "Training - Bitte Abstand halten". Da kannst Du Dich umdrehen und die Leute können es lesen - und Dir dann vielleicht bei der nächsten "Begegnung" schon früh aus dem Weg gehen.
Das waren jetzt nur so meine Gedanken laut "ausgesprochen".
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Krabat ist da sehr erfindungsreich. Er kann Probleme auch selbstständig lösen, probiert verschiedene Lösungswege usw.
Auf dem Trainingsplatz (wir haben nun mit RO angefangen) funktioniert es auch wirklich gut. Da ist einfach ein respektvoller Umgang und die Leute können ihre Hunde einschätzen. Die Hunde sind auch angeleint oder liegen in der Ablage und ein ungewollter Kontakt wird vermieden.
Allerdings ist ein respektvoller Umgang in der freien Wildbahn ein Fremdwort. Selbst wenn ich so offensichtlich was trainiere (zb. Unterordnung, Ausstellungstraining, Rückruf egal) es wird ignoriert.
Aber wirklich hauptsächlich bei Krabat.Ich hatte schon öfter die Situation (egal ob Hund oder Mensch) das man trotz bitte um Abstand auf uns zu ist oder ein Hund auf uns zurennt und wenn Samson dann hinter mir auftauchte oder aus nem Gebüsch kam und noch bellte man auf einmal seinen Hund rannehmen konnte oder der Hund sogar abbremste.
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Hast du schonmal probiert Krabat einen Maulkorb anzuziehen?
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Bei derart hohen und rücksichtslosen Massen an HH denke ich ehrlich gesagt nicht, dass ihr da wirklich voran kommt wenn ihr nicht das Spaziergebiet wechselt.
Besteht denn keine andere Möglichkeit? Weniger schöne Wege, mal nur an der Flexi eine kleine Allee entlang oder durch ruhige Reihenhaussiedlungen spazieren? Eventuell öffentlich ein paar Stationen rausfahren oder falls vorhanden mit dem Auto?
Meist wirkt es auch leicht abschreckend, wenn der Hund entweder dunkel oder mit "Warnfarben" (neongelb/neonorange) angezogen ist. Ob ein Maulkorb zur Abschreckung hilft ist wohl sehr unterschiedlich, die einen denken sich "oh, der ist sicher gefährlich" und die anderen wieder sind erst recht rücksichtslos weil "der kann ja eh nicht mehr beißen". Solche abschreckenden Kleinigkeiten helfen aber wahrscheinlich auch eher dort, wo man neu ist und euch noch nicht kennt.
Hast du was die Gassi Zeiten betrifft schon alle Uhrzeiten durchgetestet? Je nach dem was im Berech des für dich möglichen liegt, könntest du es sehr früh morgens versuchen (noch bevor andere ihre 1. Runde machen), also so gegen 4-6.30 Uhr, während der klassischen Arbeitszeiten hast du evtl auch noch ganz gute Chancen auf etwas mehr Ruhe. Nachmittags ist wahrscheinlich am meisten los. Da würde ich nur ganz kurz rausgehen oder erst sobald es draußen dunkel ist.
So zwischen 7.40-9 Uhr ist meistens auch eine tolle Zeit. Diejenigen die arbeiten gehen waren da schon draußen und diejenigen die nicht arbeiten schlafen mit etwas Glück noch. Einzig frühaufstehende Pensionisten mit Hund könnte man vermehrt treffen.Zum Thema Hunde abblocken: meiner bleibt auch nicht freiwillig hinter mir. Ich halte meinen Hund auf meiner Höhe am oberen Steg des Brustgeschirres fest, fixiere den Fremdhund um den richtigen Moment abzupassen und mache dann einen verbal sehr überzeugend begleiteten Ausfallschritt nach vorne.
Man müsste halt gucken wie sehr du dich zur Seite runter beugen musst um deinen Hund festzuhalten, evtl wirkst du dadurch weniger aggressiv. Ansonsten versuche ihm möglichst wenig Leine zu geben, dh Leine auf deiner Höhe oder etwas hinter dir und so weit gespannt, dass er keinen Schritt mehr nach vorne gehen kann.
Diese Spannung kann bei Hunden für eine höhere Anspannung sorgen, verhindert aber eben auch dass er nach vorne geht. Da müsstest du ausprobieren ob das für euch funktioniert oder nicht.
Alternativ gibt es noch Wasserflaschen zum anspritzen , scheppernde Wurfdiscs, Schlüsselbunde und kleine Schepperdosen die man dem Fremdhund vor die Füße knallen kann. -
Was soll ein Maulkorb bringen? Ich lese nix davon, dass Krabat beisst.

Das Problem mit den Hundemassen kenne ich auch, dabei habe ich einen grossen Hund, der dadurch (?) zur Poeblerin geworden ist. Ich dachte es wird besser, wenn der naechste ein kleiner, lieber wird... Und jetzt lerne ich, dass dem nicht so ist...
Unsere Loesung: wir gehen sehr frueh und sehr spaet. Oder bei Regen. Auf keinen Fall bei Sonnenschein am Sonntag nachmittag. Weil der Hundespaziergang schliesslich Spass machen soll. Wenn wir zu den Hauptzeiten gehen muessen, gehen wir woanders.
LG, Katrin
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Aaah! Jetzt verstehe ich das mit dem Maulkorb!

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Was soll ein Maulkorb bringen? Ich lese nix davon, dass Krabat beisst.
Es geht darum, dass der Hund abschreckend wirkt und andere dann eventuell ihren Hund nicht mehr hinlassen.
Ich sehe da ehrlich gesagt auch nicht so viel Chancen, bei so viel Rücksichtslosigkeit. Wenn möglich, würde ich wohl oder übel wohl versuchen das Spaziergeh-Gebiet zu wechseln. Wenn ich 50 Hundebegnungen in 20 Minuten hätte, würde ich mich in die Pampa verziehen.
Oder du rastest bei jeder Hundebegegnung so dermaßen aus und brüllst rum wie ein Psychopat, dass sie dich für komplett irre halten und dir aus dem Weg gehen

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