Wer kann noch richtig loben?

  • In einer Ära der Hundeerziehung, wo man ständig über positive Verstärkung und Belohnungen ließt... top 20 Listen zur Belohnung erstellt werden und manch Hundehalter nicht mehr ohne Leckerliebeutel und Lieblingsspielzeug mit dem Hund den gemeinsamen Gassigang antritt...
    wo sind die Leute, die den Hund ganz allein durch positive Ansprache und sozialer Anerkennung motivieren können?

    mich würde interessieren, wie ihr das macht: Das Loben ohne Belohnung.
    und wie nimmt es euer Hund an? Wie sieht er aus? Wieviel Zeit nehmt ihr euch? Was findet ihr dabei wichtig? Habt ihr Videos?

  • Die größte Belohnung für meinen Hund ist es, wenn er nach einem erfolgreichen Rückruf entweder in seine Leine beißen und kurz zergeln darf oder meine Hand mit der Nase berühren darf. Am Besten ist dann eben, wenn die Hand auf Kopfhöhe von mir gehalten wird und er richtig schön hochspringen darf dafür =)

  • warum ist löben mit futter kein richtiges loben. mila lässt sich nicht gerne anfassen, bekommt panik, wenn man rumquietsch und irgendwelche körperlichen gesten macht und hat 0 interessse an spielen. da bleibt mir nur futter.
    dobby war auch so, nur das er eckerlies gefressen hat, als wäre es gift.

    ich glaub es komm auch immer etwas auf den hund, wenn nicht sogar auf die rasse an, wie am besten gelobt wird. ich kenne viele arbeitsrassen, die mit spiel super zu bestätigen sind. anderen reicht ein stimmliches lob.

  • kurzzeitig sind materielle Belohnungen schon "wichtiger" bei meinen Hunden... v.a. wenn das Erregungslevel hoch ist, denn die kosten weniger Zeit...
    ABER ....
    und deshalb hab ich den Thread gestartet...
    Ich hab festgestellt, soziale Belohnungen sind nachaltiger.

    meine Hunde fanden Berührt werden draußen anfangs ziemlich nervig. Inzwischen habe ich eine gaaananz ruhige Art des Lobens und da wachsen meine Hunde jedesmal um die Hälfte.

  • Bei meinem Labrador reicht ne höhere Stimmlage und sanftes sprechen als Belohnung, der Shiba Inu Dame geht das am Allerwertesten vorbei, die braucht Motivation in Futterform :)
    Wenn der Labrador superbrav war, gibt's zusätzlich zum sanften Belohnungsspruch ("braver Bursche") auch noch ein kurzes Kraulen beim Schwanzansatz.
    Auch dass er Vögeln nachrennen darf auf mein Kommando hin ist ne tolle Belohnung für ihn - er ist dabei aber jederzeit abrufbar und hat ohnehin nur Interesse daran, sie aufzuscheuchen

  • Loben ist Belohnung und positive Verstärkung. Ob ein Hund Loben als Belohnung empfindet ist eine andere Sache und hängt für mich von der Bindung ab.

    Mein Hund liebt Fressen jeglicher Art, noch lieber kommt sie auf mich zugerannt und springt mir in die Arme um sich knuddeln zu lassen. Das habe ich aber über die Belohnung mit Leckerchen und Spielen erreicht. Es war ein Prozess über viele Wochen, von der Rasse her ist sie eher selbständig und dazu geneigt, ihr Ding zu machen. Mit Leckerchen habe ich ihre Aufmerksamkeit bekommen, jetzt klappt es gern und viel auch nur mit Lob.

  • Meiner Meinung nach gibt es beim Lob kein "richtig" oder "falsch", was der Threadtitel ja suggeriert. Ich weiß worauf du hinaus willst und sehe darin auch nichts anstößiges, möchte das aber dennoch mal loswerden.

    Ich finde es kommt sehr auf den Hundetypen an wie das Training und auch die "Belohnung" von Statten geht und inwiefern der Hund darauf reagiert.
    Meine Hündin reagiert sowohl auf positive Ansprache und soziale Anerkennung als auch auf Belohnungen in Form von Leckerli - der Unterschied liegt hier lediglich in der empfundenen Wertigkeit. Selbstverständlich wird ein Leckerli (von Trockenfutterbrocken bis Harzer Käse) deutlich hochwertiger angesehen als ein verbales Lob, was nicht bedeutet, dass letzteres nicht auch seinen Zweck erfüllt.

    Allgemein reagiert meine Hündin äußerst sensibel auf meine Ansprache, lässt sich wunderbar freundlich motivieren, schaltet aber auch genauso völlig auf Durchzug, wenn ich genervt bin oder ein Abbruchsignal zu harsch artikuliere. In solchen Fällen ist sie durchaus sehr gut abzulenken, indem ich sie freundlich und ruhig anspreche, ggf. kurz stehen bleibe, ihr das Kommando für "Fuß gehen" gebe und sie mit der Stimme immer wieder lobe und bestätige. Sie wendet dann auch ihren Blick aufmerksam in meine Richtung und ist konzentriert bei der Sache - aber: Ich finde, dass die Stimme, zumindest in unserem Fall, niemals ein Leckerli als "Endbelohnung" ersetzen kann. Meiner Meinung nach ist sie eine Vorstufe dazu, eine Bestätigung, dass das Verhalten gut war und zwischendurch durchaus sehr gut anwendbar. Allerdings habe ich keine Probleme damit auch materielle Belohnungen anzubieten - eine Hand voll Trockenfutter passt in jede Jackentasche und dick wird der Hund davon auch nicht, wenn er sich einen Teil seiner Tagesration erarbeiten muss.

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