Wer kann noch richtig loben?

  • Was genau ist denn Loben ohne Belohnung? :???:
    ein "fein" als Markerwort?

    Maja fährt total auf meine Babyquietschstimme ab :D wenn ich ehrlich begeistert von ihr bin, fällt mir das auch leicht. gerne kombiniert mit Hochspringendürfen oder gemeinsamem Rennen oder so.

  • Ich weiß nicht, wen genau du damit meinst, aber wenn ich mich rein theoretisch angesprochen fühlte, würde ich dir natürlich Recht geben! Ich bezog mich auch rein auf meine Hündin und die macht eben sehr wohl einen Unterschied zwischen verbalem Lob und einem Leckerli.Das ist meiner Meinung nach sicher abhängig vom Hundetyp, insbesondere dem WTP. (Meine hat, wenn dann eher einen Will-To-Food als einen Will-To-Please und schaltet schnell auf Durchzug, wenn ich ausschließlich mit der Stimme lobe). Es wird aber auch zu einem gewissen Teil anerzogen sein. Wer schon früh mit Leckerlie beginnt, hat vermutlich auch schnell einen Hund, der verbales Lob weniger wertschätzt. Klingt jetzt erstmal irgendwie negativ - hängt aber m.E. auch wieder davon ab, ob man diesen Weg bewusst gewählt hat, weil der Hund eine bestimmte Form des Lobes besser akzeptiert und daher auf diesem Wege erfolgreicher gearbeitet werden kann.

    Ich meinte @Noctara

    Bei uns war das anders. Ich habe von Anfang an mit Leckerchen belohnt, aber eben nicht nur. Parallel habe ich immer noch verbal gelobt, ganz automatisch. Jetzt ist sie 8,5 Monate und ich belohne fast nur noch verbal. Ich glaube sie hat über die Leckerchen gelernt, dass verbale Lob als Belohnung zu verstehen. Ich kann es nicht richtig beschreiben, aber ich habe den Eindruck, wir sind im Laufe der Monate als Team zusammengewachsen, dass aufeinander vertraut.

  • Es gibt Dinge, die trainiere ich nur über verbales und physisches Lob!
    Z.B. das Stehenbleiben an der Straße, das Ruhigbleiben bei Autos/Rädern bei Max, das Absitzen beim An- und Ableinen.

    Max (der vorher eher vernachlässigt wurde) ist für rein verbales Lob und Schmuseeinheiten deutlich empfänglicher als Dexter, der wirklich sehr verfressen ist. Darüber haben wir sozusagen im Nullkommanix Max´ Auto-/Radfahrerproblem im Griff gehabt. Allein mit Stimmbegleitung.
    Max lehnt auch schonmal Futterbelohnung ab, er ist einfach mäkelig, da muss es schon bestimmters Zeug sein.

    Manche Sachen kann ich mir allgemein ohne Futterbelohnung nur schwer vorstellen, da die Wertigkeit einfach schwer zu ersetzen ist. Ich bezweifle sehr, dass ich mit Dex (sehr sensibel und daher schnell drüber) da was sein Hundeproblem angeht bei Z&B ohne Leckerchen wirklich weiter gekommen wäre.
    Aber es kommt defintiv auf den Hund an, manchen bedeuten ja Bällchen oder Spielzeuge mehr.
    Wenn man sonst nicht viel Zeit mit dem Hund verbringt, verbales und physisches Lob/Zuneigung also rar sind, ist es natürlich eine extrem gute Belohnung und dann wird wohl nahezu jeder Hund darauf ansprechen!

  • @Mia2015

    Achso. :smile:

    Ja, meine Aussage war auch eher eine Hypothese meinerseits.
    Letztlich ist jeder Hund anders, besonders im Zusammenspiel mit seinem Menschen, der in der Motivation des Hundes eine große Rolle spielt.

    Ich kann deine Entwicklung aber auch ein wenig nachvollziehen. Anfangs habe ich auch fast ausschließlich über Futter belohnt, mittlerweile sind die gewünschten Verhaltensweise aber so gefestigt, dass verbales Lob meist ausreicht um meinen Hund in seinem Tun zu bestätigen. Ich merke auch, dass sie sich sichtbar freut, wenn ich ihr ein begeistertes "Prima" zurufe und oft kommt sie darauf auch freudestrahlend zu mir gelaufen. Allerdings auch teilweise in der Erwartungshaltung, dass sie für richtiges Verhalten eine hochwertigere Belohnung bekommt.

    Mit diesem Post ziehe ich mich allerdings aus der Diskussion zurück, da "Belohnung" ja nicht das Thema sein soll.

  • Ich kann ganz hervorragend verbal loben, für meinen Hund ist das lediglich nicht/kaum belohnend, weil soziale Anerkennung für ihn keinen so hohen Stellenwert hat und er stimmliches Lob häufig befremdlich findet.
    "Richtiges" Loben ist meines Erachtens bedürfnisorientiert, deshalb ist es genauso richtig, stimmlich zu loben wie es angemessen sein kann, ganze Leckerliberge zum Hund zu werfen.

    In ganz seltenen Momenten gibt sich der Hund allerdings auch mit einem quietschigen "feeeeeeiiiiiin" zufrieden und freut sich darüber.

  • @Nutshell

    finde ich schade, dass du dich zurück ziehst. Denn die Frage war ja, wer belohnt mit Lob. Und der Weg dahin, auch wenn er über Leckerchen führt, finde ich sehr interessant. Ich glaube, über diese Möglichkeit hat die TE gar nicht nachgedacht :smile:

  • vllt sollte ich besser differentieren, weil bisher nur ein Beitrag dabei war(edit... okay. Es werden mehr Beiträge :bindafür: ), der in etwa in die Richtung geht, die mich interessiert.

    Mit Belohnung bezeichne ich Dinge, die außerhalb des Lobenden liegen... Dinge, die von ihm instrumentalisiert werden,um sein Lob auszudrücken.

    mit "richtig loben" meine ich wirklich nur mittels Persönlichkeit... mit Stimme, Berührungen etc.

    übrigens kann man "aus dem Alter" nicht "raus" sein.
    denn manches Lob kommt eben anders an...
    zB kann ein arbeitskollege sagen "du bist ja schlau!" Oder er kann sagen "Das ist toll, dass man von dir immer so viele Informationen bekommt, wenn mab dich was fragt"
    ... die Art, wie man etwas formuliert entscheidet doch darüber,ob ein Lob wirklich ankommt oder vielleicht sogar verunsichert.

    so ähnlich sehe ich es auch bei Hunden... verbal loben ist nicht verbal loben. Manches ist authentisch und kommt beim Hund an... wieder anderes verbales Lob wird einfach nur hingenommen.

    bsp von mir. Ich hab mit meinen Hunden, die eigentlich nicht für will to please bekannt sind, eine ganz eigene Art des Lobens entwickelt. Da funktioniert nicht jede Berührung. Zb kommt es bei meinen Hunden ganz gut, wenn ich sie ganz eng zu mir rufe und dann ganz langsam die gesamte Flabke ausstreiche, mit etwas festem Druck und eher tiefer, leiser Stimme.
    als Reaktion kommt vom Rüden meist ein Jauler, schwanzwedeln und Gesicht lecken - oder er kneift die Augen zusammen und dreht seinen Körper in mich rein ... die Hündin rutscht dann meist näher, wenn ich aufhöre. Dann weiß ich, das Lob kam wirklich an.

    das kostet aber Zeit und geht nur, wenn ich selbst innerlich ausgeglichen bin

    fröhliches, quietschendes hohes Loben oder Rennen oder rumspringen kommt nicht sooo nachhaltig bei den Hunden an. Tiefe, leise, ruhige Stimme ist besser und senkt die Aufregung.

  • @Mia2015

    Ja, natürlich belohne ich auch mit Lob über die Stimme. Ich finde aber den Grat zwischen "reinem Lob" und "anderen Belohnungsformen" wie die TE sie definiert, sehr schmal. Da völlig ohne Bezug zu anderen Formen der Belohnung zu argumentieren finde ich schwierig, vor allem, weil sich jeder Hund in seiner angemessenen Art der Belohnung unterscheidet.
    Ich kann also nur von uns sprechen, dass verbales Lob zwar anerkannt wird, aber niemals dauerhaft erfolgreich sein könnte ohne höherwertige (bedürfnisorientierte) Belohnung. Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit Vertrauen oder Kompetenz zu tun. Meine Hündin versteht den Sinn eines verbalen Lobs und weiß auch, dass daraus etwas materielles folgen "kann" und vielleicht wird. Aber sie ist eben nicht so versessen darauf, dass es sich rein darüber arbeiten ließe bzw. könnte ich niemals komplexe Handlungen von ihr einfordern ohne ihr eine angemessene Belohnung zu bieten.

  • achja... mir gehts nicht um die frage... wer belohnt NUR mit Lob... sondern wie gutes Lob ohne instrumentalisierte Motivatoren (einigen wir uns vllt auf diesen umständlichen Term? ) aussieht.
    das eine schließt das andere nicht aus, denke ich. Machen wir ja auch so ;)

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