Wer kann noch richtig loben?

  • Mich interessiert das "wie"... wie sieht euer Hund dabei aus, wenn er es annehmen kann? Verhaltet ihr euch eher ruhig oder aufgeregt? Beugt ihr euch über den Hund, bringt ihr Bewegung in eure Körpersprache, wie lange könnt ihr loben? Gibts am Ende trotzdem ein Leckerchen oder interessiert das eure Hunde vllt sogar nichtmal mehr? Wie sehen eure Hunde aus, wenn sie soziale Interaktion erwarten? Gibts einen Unterschied zur Erwartungshaltung bei Futter/Spielzeug etc? (Den Unterschied kann ich bei meinen Hunden zB ganz gut beobachten :D )

    Sowas in der Art ... mich interessieren Beschreibungen von solchen Sequenzen, evtl Videos zu eurer oder der Körpersprache des Hundes :smile:

  • Da ich jetzt denke, dass ich kapiert habe, was du meinst, schreib ich jetzt einfach mal, wie das bei uns ist.

  • Maggie springt super auf Stimme an, sie wedelt dann entspannt mit dem Schwanz, ihre ganze Körperspannung signalisiert, oh, toll, dass ich dir gefalle.
    Ich lobe sie total unterschiedlich, weil sie alles gut annimmt. Ruhig, mit ruhigem Streicheln. Oder auch durch das Fell wuschelnd. Quietschend, aufdrehend, dann gibts nen Spiel, sie darf in meine Hände beißen, kabbeln halt. Sie darf hochspringen, wenn ich es ihr signalisiere. Das liebt sie auch sehr. Ihre Augen zeigen mir einfach, dass es ihr auch Spaß macht. Ist teilweise schwer, das zu beschreiben (für mich :D )
    Maggie ist nen Labrador, Keks geht also immer, aber meine Interaktion ist ihr schon auch wichtig. Wenn ich ihr hinterher also nen Keks geben würde, hätte sie auch nix dagegen :D

    Bei Ole sieht das ganze schon ganz anders aus. Ihn lobe ich immer ruhig über den Kopf streichelnd, mit deutlichem Druck, dass kann er viel besser annehmen, als leicht und hektisch. Dass es bei ihm ankommt, merke ich daran, dass er aufhört so von mir "wegzudenken" wie er es gerne tut. Er kommt dicht ran, und hat den Fokus nicht mehr so nach vorne. Ich merke dann, dass er in solchen Momenten ganz bei mir ist, auch mit dem Herzen. Auch für ihn gibt es schon mal nen Spiel, aber das wird dann eher ein Zergeln mit nem Gegenstand, da hat er einfach den meisten Spaß dran.
    Ole musste diese Nähe auszuhalten draußen (aber eigentlich auch drinnen) erst lernen. Bei ihm muss ich sehr darauf achten, selbst ruhig und entspannt zu sein. Dann kann er es mittlerweile gut annehmen.
    Das betrifft aber alle Belohnungsarten, ob Lob, Leckerli (nimmt er nicht immer) oder Spiel (geht auch nicht immer) Da kommt es ganz auf seinen Gemütszustand an.

  • @Noctara
    Ein jeder von diesen Menschen hat geschrieben, daß Loben eine Belohnung darstellt und das stimmt auch. Lob ist, wenn es belohnend wirkt, eben auch ein Verstärker = Belohnung.
    Wo steht da, daß es ein und dasselbe ist? Warum haben wir zwei Worte dafür?

    Mit den Aussagen war gemeint, daß Lob eine Art von Belohnung darstellt.

    Natürlich kann man auch loben, ohne daß der Hund das als Belohnung sieht, das pasiert ja auch "ständig". Aber dein Punkt war ja die soziale Komponente, die den Unterschied bringt und das ist ein Fehlschluss meiner Meinung nach, das habe ich ja auch lange und breit begründet, ich erspare euch allen ein nochmaliges Blabla von mir :)


    Es tut mir leid, daß dich alle so missverstehen, aber dein Eingangsposting, das kannst du doch bitte mal zugeben (hast du ja jetzt, ziemlich halbherzig, sorry), war sehr schwierig mit Aussagen wie "Wer kann noch RICHTIG loben?" und "In Zeiten der positiven Verstärkung, wo sind die Menschen die nur durch Stimme und Körpersprache loben können?"

    Berührung muss überhaupt kein Lob sein, auch wenn sie in den sozialen Bereich fällt.

  • Wenn ich mich mit meinem Labrador gegenseitig anlächle, loben wir uns gegenseitig.
    Oft reicht ein geflüstertes "Fein" als Lob.
    Bei meinem anderen Hund (ehemaliger Angsthund) lobe ich während des freudigen Erfüllens des Rückrufs mit einem anfeuernden "feinifeinifeini" seine prompte Reaktion. Lange konnte ich ihn nicht ableinen.
    Beide freuen sich über mein Lob.
    Beide bekommen aber zwischendurch immer mal wieder Leckerlis.
    Ich versuche, die 80/20-Faustregel anzustreben. (Erst wurden alle, dann 80%, dann irgendwann 20% gewolltes Verhalten von mir mit Leckerlis belohnt.)
    Bei meinem Ex-Angsthund bin ich noch bewusst nicht bei 20%, das ist mir aber egal.
    Lieber langsam und dafür erfolgreich. ;)
    Den Labrador (auch aus dem Tierschutz, aber wesentlich unkomplizierter und mit Gefallenswunsch ausgestattet), konnte ich ab dem zweiten Tag laufen lassen, er wäre auch ohne ein Lob gekommen, freute sich aber trotzdem darüber.
    Ich weiß nicht, ob ich aus Deiner Sicht "richtig" lobe, aus Sicht meiner Hunde, so glaube ich, schon.
    Ein Tipp noch, @Noctara:
    Wenn Du mehr aus dem Bauch heraus machen möchtest, lass' in solchen von Dir angefangenen Threads mal die Theorie und aus meiner Sicht unnötige Verkomplizierung heraus.
    Es wird sonst erfahrungsgemäß auch für sonst (aus guten Gründen bewusst) stille Mitleser(innen) sehr anstrengend.
    L. G.

  • Bei uns gibt es keine Leckerlies aufgrund der allergie von meinen schwarzen . Wenn dann nur ab & zu Känguru, Pferd oder Karotte.

    Ich lobe meine beiden nur mit Stimme & ''flippe'' hald dann einfach aus wenn sie was gut machen. Sie wissen dann auch ganz genau das sie gemeint sind & es wird Dauergewedelt ;) .

    Für mich sind Leckerlies definitiv nicht Lebensnotwendig & für meine Buben auch nicht .

  • Mich interessiert das "wie"... wie sieht euer Hund dabei aus, wenn er es annehmen kann? Verhaltet ihr euch eher ruhig oder aufgeregt? Beugt ihr euch über den Hund, bringt ihr Bewegung in eure Körpersprache, wie lange könnt ihr loben? Gibts am Ende trotzdem ein Leckerchen oder interessiert das eure Hunde vllt sogar nichtmal mehr? Wie sehen eure Hunde aus, wenn sie soziale Interaktion erwarten? Gibts einen Unterschied zur Erwartungshaltung bei Futter/Spielzeug etc? (Den Unterschied kann ich bei meinen Hunden zB ganz gut beobachten )

    Vielleicht meinst du es nicht so, aber die Fragen erwecken bei mir den Eindruck, als ob du nach dem ultimativen "wie" der Belohnung über soziale Interaktion suchen würdest. Das hat was, was genauso mechanisch ist wie Click&Lecker - und was im realen Leben wohl kaum jemand praktiziert, weder bei der einen noch der anderen Fraktion.

    Ich antworte trotzdem mal:
    Ob ich betont ruhig oder mit enthusiastischer Bewegung lobe, hängt selbstverständlich von der Situation ab. Selbst wenn ich nur die Stimme nutze, gibt es unzählige Schattierungen. Eine Stoppuhr habe ich allerdings dabei noch nie gestellt, im Normalfall höre ich auf, bevor der Hund vor Begeisterung ausflippt. ;)

    Was ich nicht verstehe ist die Frage nach "trotzdem ein Leckerchen". Trotz was? Weil der Hund deiner Meinung nach schon genügend belohnt ist? Oder weil er das Leckerchen gar nicht will? Ich kann nicht wie du die Futterbelohnung von der sozial-emotionalen Belohnung trennen - ich drücke auch den Clicker nicht mit steinerner Miene, die Futterbelohnung ist untrennbar mit sozialer Anerkennung verwoben. Es gibt daher auch keine unterschiedlichen Erwartungshaltungen meiner Hunde. Die soziale Anerkennung ist immer dabei, ob es noch Futter gibt, wissen sie im Alltag nur seltenst vorher. In der Ausbildung ist die Wahrscheinlichkeit von Futterbelohnung deutlich höher, da wird schon erst nach mir geguckt, und dann noch auf ein Sahnehäubchen gehofft. Das gilt für abgeschlossene Übungen. Wenn wir noch in der Arbeit sind, ist Futter unwichtig, es würde ebenso wie übergrosses Lob die Arbeit stören oder gar unterbrechen. Party gibt es dann am Ende, mit allem, was der Hund toll findet. :D

    PS: ich muss noch präzisieren: mit Arbeit meine ich solche, die einem Bedürfnis des jeweiligen Hundes entspricht. Nicht in seinen Augen sinnfreie Gehorsamsübungen.

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