Wer kann noch richtig loben?

  • oder du müsstest lernen dich besser auszudrücken damit man weiß was du willst. Wir können hier alle nur das Geschriebene lesen. Wir haben keine Glaskugeln um mal eben zu gucken wie du mit deinen Hunden umgehst und was du dabei denkst.

  • Es tut mir auch sehr leid, aber ich finde deine Art zu formulieren etwas überheblich @Noctara

    Es mag auch daran liegen, dass hier denke ich jeder versucht, auf seinen Hund einzugehen und ihn entsprechend zu erziehen. Da probiert man viel aus und aus der einen Art der Belohnung (Leckerchen) folgt die andere (verbal). Allerdings habe ich den Eindruck, dass dich das nicht wirklich interessiert, da du hierauf nicht eingehst.

    Ich habe bisher auch nicht wirklich verstanden, worauf du jetzt nun aus bist und ich sehe die Beiträge hier auch nicht off-topic. Eine konträre Diskussion finde ich immer sehr gut, sie hilft, ein wenig über den Tellerrand hinaus zu blicken.

  • Die Fragen waren ganz konkret folgende

    mich würde interessieren, wie ihr das macht: Das Loben ohne Belohnung.
    und wie nimmt es euer Hund an? Wie sieht er aus? Wieviel Zeit nehmt ihr euch? Was findet ihr dabei wichtig? Habt ihr Videos?

    Gut... dass man meine (persönliche, individuelle)Differentierung zwischen Loben und Belohnung vielleicht erst auf Nachfrage versteht, kann ich nachvollziehen, ist ja kein offizieller Terminus und wird in unterschiedlichem Kontext auch unterschiedlich verwendet.
    Lob bedeutet für mich alles aus dem sozialen Verstärkerkreis...Belohnung hab ich auf materielle Dinge begrenzt - materielle Verstärker und Umweltbelohnungen, die den Fokus des Hundes vom Menschen weg richten, hab ich also ausgeschlossen bei meiner Frage. Auf Seite 2 hab ich das kurz, auf Seite 3 etwas ausführlicher beschrieben...
    Trotzdem wurde 14 Seiten lang weiter über den Einsatz von Leckerchen oder Spielzeug geschrieben und dann wurden mir nach und nach immer mehr Grundlagenfehler und Unwissenheit unterstellt, das ist einfach nur blöd, wenn immer wieder auf demselben Zeug rumgeritten wird, obwohl man schon erklärt hat.
    Das macht auf mich den Eindruck, dass man es vielleicht sogar missverstehen MÖCHTE.

  • großartig, jetzt hab ich nicht nur keine Ahnung, will meinen Hunden meine Vorstellung von Belohnung aufdrängen, entziehe bewusst soziale Zuneigung, damit das soziale loben überhaupt wirken kann und bin dazu jetzt auch noch überheblich.

    Ich muss echt ein schrecklicher Mensch sein, Gott sei Dank gibt's noch ein echtes Leben, hinter dem ich mich anonymerweise verstecken kann :flucht:

  • Die Kunst der Onlineplattformen ist es, nichts persönlich zu nehmen.

    Du fragst, was das für Hunde und Menschen sind, die mit Loben Erfolge erzielen. Du hast hierzu 17 Seiten Antworten bekommen. Wenn das Lob für dich als Motivator nachhaltig funktioniert ist es doch super.

    Mich würde interessieren, wie du dazu gekommen bist, ausschließlich mit Lob zu Belohnen. Auf direktem Weg oder über Umwege? Was hast du ausprobiert und wie kommst du zu dem Schluss, dass das Lob bei dir nachhaltiger ist?

  • kurzzeitig sind materielle Belohnungen schon "wichtiger" bei meinen Hunden... v.a. wenn das Erregungslevel hoch ist, denn die kosten weniger Zeit...
    ABER ....
    und deshalb hab ich den Thread gestartet...
    Ich hab festgestellt, soziale Belohnungen sind nachaltiger.

    meine Hunde fanden Berührt werden draußen anfangs ziemlich nervig. Inzwischen habe ich eine gaaananz ruhige Art des Lobens und da wachsen meine Hunde jedesmal um die Hälfte.

    Nicht? Warum nicht, offenbar sprechen deine Hunde doch voll drauf an?

  • Zum einen mag es stimmen, dass es mit Sicherheit Hundetypen gibt, die da sehr große Unterschiede machen und die vllt von sich aus verbales Lob schon als das "Größte" betrachten...

    Ich glaube aber, die anderen Hundetypen können durchaus lernen, dass ein ganz "langweiliges/klasisches" Lob auch etwas ganz Besonderes/Wichtiges sein kann.
    Wie gesagt, meine Hunde fanden es vor einiger Zeit auch ganz schlimm draußen angefasst oder gar festgehalten zu werden ... aber die haben gelernt, dass es durchaus großartig sein kann, verbal gelobt zu werden.
    Das klappt aber auch seitdem es in MEINER inneren Einstellung einen höheren Stellenwert eingenommen hat...
    Deshalb fand ich den BEitrag spannend, indem verbales lob als "langweilig" bezeichnet wurde... ich würde sagen, wenn ich genau mit dieser Einstellung lobe, dass es tatsächlich nicht vom Hund als etwas Großartiges wahrgenommen wird...

    Und nein, da gehts mir nicht darum, was ich als Lobender wünsche(bzgl der Aussage, dass der Hund ja bewertet, was für ihn überhaupt eine Belohnung ist), sondern vielmehr darum, was ich als Lobender suggeriere..

    Ich habe schon das Gefühl, daß du "das Loben" mit besonderen Fähigkeiten/Eigenschaften des Hundehalters verknüpfst und den Hund dabei abkoppelst.

    Also, ich habe einen vernachlässigten Schlittenhund vor einigen Jahren übernommen (Hab ihn selig).
    Der hat gerade am Anfang über meine Freude über sein richtiges Verhalten (das erste Mal draußen pieseln, nicht den Hofhund um die Ecke zerlegen wollen, etc.) so gut angenommen, daß er motiviert war, mir Dinge anzubieten und wenns nur "streichle mich" war. Richtig gegiert hat er nach jeder Form der "sozialen" Bestätigung.
    Warum das bei ihm so Bombe eingeschlagen hat? Weil er vorher jahrenlang im Sozialkontakt arm gehalten worden ist (= Response Deprivation).

    Umso mehr er einfach so Liebe/Zuwendung, soziale Aufmerksamkeit, Nähe bekommen hat, umso weniger wertiger wurde das "Loben" über meine "Persönlichkeit" *hust*.

    Heißt das, daß ICH das richtige Loben verlernt habe und nicht mehr so ne tolle Ausstrahlung hatte?

    Wohl nicht. Ich habe mich auch am Ende seines Lebens noch richtig über die Dinge gefreut,d ie er gemacht hat und natürlich hatte das auch noch verstärkende Funktionen, aber bei Weitem nicht so wie am Anfang.


    Eine authentische Freude wird natürlich besser aufgefasst als ein nett gesprochenes, halbherziges "Fein", das entkoppelt aber den Hund nicht vom Menschen. Die "Persönlichkeit", die Ausstrahlung als "Charakter" spielt kaum eine Rolle, sondern wie sehr der Hund soziale Aufmerksamkeit in dem Moment braucht, ganz genauso wie bei "materieller" Belohnung über Leckelri, Spielzeug und Co.

    Ich verstehe nicht, warum du das so willkürlich unterscheidest, denn es setzt das Belohnungszentrum im Gehirn in Gang, dieses "soziale Lob" und hat nichts mit einem Lohn/Pay Check zu tun. Das ist total vermenschlicht in meinen Augen.
    D.h. ohne Bedürfnis nach sozialer Zuwendung/Aufmerksamkeit wird ein Lob eher keinen Effekt haben, auch wenn ich ne ganz tolle menschliche Persönlichkeit sein mag.

    Natürlich spielt der Hund auch mit rein: Wie weit neigt er dazu, gefallen zu wollen, ohne Sozialkontakt vorenthalten zu bekommen?
    Und ob der Hund vorher viel über Strafe bzw. abwertende Maßnahmen "erzogen" wurde, aber das geht in die gleiche Richtung wie verarmt im Sozialkontakt.


    Deine ganze Absicht im Thread wirkt unterschwellig und deshalb wollte ich lange nicht antworten.
    Es mutet so an, als würdest du behaupten, daß die allermeisten ohne "Material" nicht mehr auf sozialer Ebene mit dem Hund interagieren und kommunizieren können. Dabei spielt sich das meiste da ab, wo wir das nicht sehen, nämlich im Alltag, wenn der Hund Anerkennung und Respekt erhält, einfach nur, weil er da ist, ohne daß er was ganz Tolles gemacht haben muss.
    Solche Hunde sind dann weniger hungrig (absichtlich gewählt) auf Lob in der Regel, außer die "Lobjunkies", die @flying-paws schon so trefflich beschrieben hat.


    Edit:
    Angefasst/gestreichelt zu werden, hat für mich mit Lob wenig zu tun. Das ist Körperkontakt, soziales Komfortverhalten und keine Anerkennung im sozialen Bereich = Lob.

  • Deine ganze Absicht im Thread wirkt unterschwellig und deshalb wollte ich lange nicht antworten.
    Es mutet so an, als würdest du behaupten, daß die allermeisten ohne "Material" nicht mehr auf sozialer Ebene mit dem Hund interagieren und kommunizieren können. Dabei spielt sich das meiste da ab, wo wir das nicht sehen, nämlich im Alltag, wenn der Hund Anerkennung und Respekt erhält, einfach nur, weil er da ist, ohne daß er was ganz Tolles gemacht haben muss.
    Solche Hunde sind dann weniger hungrig (absichtlich gewählt) auf Lob in der Regel, außer die "Lobjunkies", die @flying-paws schon so trefflich beschrieben hat.

    Ich finde so etwas kann man nicht generell sagen, damit unterstellst du allen, deren Hund sehr gut auf Lob anspricht, dass sie den Hund ansonsten keine positive Zusprache gewähren oder dass die Hunde Junkies seien. Komischerweise wird das bei der Belohnung mit Leckerlis nie behauptet. Warum ist das so? Ich gebe meinen Hund auch Leckerlis fürs da sein. Kann nicht behaupten er spräche jetzt weniger darauf an.

  • Ich finde so etwas kann man nicht generell sagen, damit unterstellst du allen, deren Hund sehr gut auf Lob anspricht, dass sie den Hund ansonsten keine positive Zusprache gewähren oder dass die Hunde Junkies seien. Komischerweise wird das bei der Belohnung mit Leckerlis nie behauptet. Warum ist das so? Ich gebe meinen Hund auch Leckerlis fürs da sein. Kann nicht behaupten er spräche jetzt weniger darauf an.

    Ich habe Waheela so verstanden, dass die Hunde lediglich nicht versessen aufs Lob sind, aber durchaus Interesse zeigen können. Ein Hund, der tagelang hungern muss, wird Leckerlis anders annehmen als einer, der täglich ausreichend zu essen bekommt und noch zusätzlich belohnt wird - es ist dann immer noch toll, aber nichts Besonderes mehr.
    Mich erinnert das an "Superbelohnungen", die so gut wirken (sollen), weil sie selten zugänglich gemacht werden und (deshalb) für den Hund eine besonders hohe Wertigkeit haben.

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