Hundeerziehung "Lass uns drüber reden" vs. "Strafe"
-
-
Und mal ernsthaft, wenn hier eine Userin schreibt sie hätte 1x (!) ihren Junghund in die Seite gezwickt und weiß heute - das reichte bzw. ist nicht notwendig - dann ist das für mich weder Erziehungsfehler noch Anlass genug in insgesamt mehreren Beiträgen in einem Forum drauf herumzureiten. Das sehen andere aber ganz offensichtlich anders - geschenkt.
Die Userin schreibt, wie andere bereits erwähnt haben, ebenso, sie würde das jederzeit wieder tun, weil es ihr den gewünschten Erfolg mit sofortiger Wirkung bescherte. Genau da sehe ich eine Gefahrenquelle, die man durch informative Beiträge aushebeln kann; es ist eben nicht so, dass einmal, zweimal oder dreimal ("sanft") strafen dafür sorgt, dass ein Kommando dauerhaft befolgt wird, das funktioniert genauso über Konditionierung wie ein belohnungsbasierter Aufbau, sofern man nicht über Hemmungen arbeitet.
Genau deshalb finde ich es sehr wichtig, dass man darauf hinweist und der TE vermittelt, dass sie im Endeffekt mit positiver Verstärkung weiterkommen wird, zumindest dann, wenn sie keinen gehemmten Hund haben möchte. - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
(...)Ist es nicht möglich einen Anfängerthread mal so zu behandeln und kommentieren wie die Kritiker hier Hunde erziehen wollen? Nämlich positiv verstärkend und wohlwollend? Hört dieses Einstellung bei Menschen auf?
Da gebe ich dir Recht. Augenscheinlich sind wir mit unseren Hunden geduldiger und einfühlsamer als mit Menschen.
Verstehen kann ich das aber auch. Unsere Empathie bekommt halt das schwächeren Lebewesen
-
Ich habe meinen Hund nur einmal gezwickt in seinem Leben. Also jeweils. Das reicht für eine klare Verständigung. Sie kommen beide zuverlässig beim Rückruf.
Dann scheint es aber ordentlich gewesen zu sein.
ich zwicke keinen mehr in die Seite. Das wurde ein einziges mal gemacht, um einen Befehl aufzubauen und wurde direkt mit Leberwurst belohnt. Der verbindliche Rückruf.
Um ihn aufzubauen?
Hunde > 35kg
Ich glaube bikekiller hat einen sehr viel kleineren Hund, der nicht gleich sensibel sein muss. Aber es vielleicht doch anders als ein 35 kg Hund wahrnimmt oder? Ich halte auch nichts vom zwicken. Mein Hund darf mich auch nicht gnabsen, wenn ihm was nicht passt.

-
Ich glaube bikekiller hat einen sehr viel kleineren Hund, der nicht gleich sensibel sein muss. Aber es vielleicht doch anders als ein 35 kg Hund wahrnimmt oder? Ich halte auch nichts vom zwicken. Mein Hund darf mich auch nicht gnabsen, wenn ihm was nicht passt.

der Part hatte auch nichts mit bikekiller zu tun sondern war eine allgemeine Antwort zum Thema "liebevolle konsequenz"
.
das in meinen augen ein körperliches einwirken bei notwendigkeit für mich nicht widersprüchlich ist, wenn das erziehungskonzept insgesamt "liebevoll konsequent" ist. -
Für mich ist der Punkt das Zwicken eines 5 Monate alten Hundes und nicht das gelegentliche körperliche Agieren beim/am Hund.
Otto mit seinen 4 Jahren, der weiß was ich von ihm will. Wenn ich da mal die Hand auflege oder ihm einen Knuff verpasse, erinnere ich ihn an mich und fordere gelerntes ein.
Aber nicht bei Bruno. Der Kasperkopf ist in der Lehrzeit und braucht Erklärungen und keine Knuffe.
-
-
sehe ich auch so, deswegen sage ich ja dass es völlig unabhängig zu den beiträgen von bikekiller zu lesen ist

-
Was ich schade finde - und das unabhängig davon, ob man nun den eigenen Hund genauso oder anders erzieht - ist, dass da ein Neuling schreibt und sich freut, dass der Hund jetzt gehorcht und das auch nach eigenen Angaben fröhlich und schnell - und der dann gesagt bekommt: Du machst es aber falsch! Warte mal ab! Das wird alles ganz schlimm! Oder "mach das mal mit dem richtigen Hund".
Warum muss sowas sein? Warum darf nicht jeder nach seiner Fasson glücklich werden und wenn es doch gut läuft, ist doch alles okay. Dass es unterschiedliche Hunde, unterschiedliche Menschen und unterschiedlich gut funktionierende Ansätze gibt, ist doch wohl landläufig bekannt. Wenn es nicht gut läuft kann man immer noch schauen, ob man tatächlich Fehler gemacht hat. Und ich glaube das Wort "Aufbau" wurde schlicht falsch verwendet.
Ihre Frage war doch, wer seinen Hund wie erzieht (und da gab es den korrekten Verweis in den Thread, in dem es sich schon darum dreht). Dann wäre auch noch okay, einfach darauf zu antworten aus seiner Sicht und diese auch so darzustellen. Aber die Art hier einen neuen User abzukanzeln, der ganz offensichtlich durchaus darauf bedacht ist, dass sein Hund fröhlich und frei ist, finde ich echt nicht gut. Damit erzeugt man auch Hemmung - die man beim Hundi ja nie möchte. Ich denke, wenn man etwas erreichen will - auch ein Ändern der Denkweise - dann schafft man das definitiv nicht so. Da muss man etwas klüger an die Sache gehen...
-
Ich sehe nicht, dass es der erste Hund ist. Da sind zwei auf dem Avatar.
Es wurde hier ein "dutzi-dutzi" kontra Strafe aufgemacht. Da wird man doch mal sagen können, dass das so einfach nicht stimmt. Dass es um Verstehen, Lernen und Motivation geht.
Wo ihr was von perfekten Hundehaltern lest, weiß ich nicht.
Im EP wurde ein 5 Monate !!! alter Hund beschrieben, der schon in der Hundeschule war, diverse Methoden und diverse Trainer hinter sich hat.
Und dann nach einem Zwicken in die Seite einen "verbindlichen Rückruf" zeigt.
Jo.
Da finde ich "weiter so!" auch den nahe liegenden Tipp.

Mein Hund hat mit 5 Monaten auch super auf den Rückruf gehört. Das eigenen Wege gehen wollen fängt bei den meisten Hunden ja auch erst ein bisschen später an...
Allerdings hat die TE uns hier auch nicht um Tipps oder Hilfe gefragt, sondern um die Bestätigung ihrer Erkenntnis.
Und nö, ich bin nicht der Meinung der TE, und ich habe auch begründet, warum. Das nehme ich mir raus, auch wenn ich nicht perfekt bin.
---
Ich möchte auch gerne wissen, wie der Rückruf mit Zwicken aufgebaut wurde. Zu welchem Zeitpunkt wurde denn gezwickt?
Mein Hund ist blöderweise ausserhalb meiner Reichweite, wenn er den Rückruf ignoriert. Auf Armeslänge hört der super!
-
Du machst es aber falsch! Warte mal ab! Das wird alles ganz schlimm! Oder "mach das mal mit dem richtigen Hund".
Ich lese da ehrlich gesagt mehr als nur Freude darüber, dass der eigene Hund hört, heraus. An vielen Stellen steht sinngemäß, dass Erziehung nur über Strafe funktionieren würde, es fallen Worte wie "Rangordnung", es ist von "Schmusibusi-Gelaber" die Rede. Das liest sich für mich eher wie: "Wer nur freundlich arbeitet, hat sowieso einen Hund, der niemals gescheit hören wird, Strafe ist viel besser, der Hund hat nämlich zu parieren."
Warum darf nicht jeder nach seiner Fasson glücklich werden und wenn es doch gut läuft, ist doch alles okay. Dass es unterschiedliche Hunde, unterschiedliche Menschen und unterschiedlich gut funktionierende Ansätze gibt, ist doch wohl landläufig bekannt. Wenn es nicht gut läuft kann man immer noch schauen, ob man tatächlich Fehler gemacht hat.
Ich möchte niemandem sein persönliches Glück absprechen, das steht mir weder zu noch liegt es mir nahe. Mir geht es lediglich darum, Fehler frühstmöglich aufzuzeigen, auf die aktuellen Erkenntnisse der Lerntheorie hinzuweisen, zu begründen, warum der Aufbau potenziell schädlich ist und was die Konsequenz einer Erziehung über Strafe und Strafmilderung sein kann - nicht, weil ich denke, dass der Fragesteller ein hundsgemeiner Schuft ist, der seinem Hund schaden will, sondern weil ich glaube, dass es nicht besser gewusst wird. Genau da ist Aufklärung wichtig. Es birgt tatsächlich weniger Fehlerquellen, einen Hund nur mit positiver Verstärkung und negativer Verstärkung zu erziehen und auf bewusste Aversivreize zu verzichten. Gerade dann, wenn der Aufbau noch nicht einmal ordentlich war, ist Strafe meines Erachtens grundsätzlich deplatziert, weil es reine Glückssache ist, ob der Hund dann das lernt, was ich möchte.
-
Verstehe deinen Ansatz, denke aber, dass hier "Grundsätzliches" und "Spezielles zu diesem Fall" vermischt wird.
Dass ein 5monatiger Hund noch nicht in der Lage ist, komplett gefestigte Kommandos zu kennen, da bin ich ja voll bei dir. Nichtsdestotrotz gibts Hundecharaktere, die einfach sehr gerne gefallen wollen und wenn sie einmal die Möglichkeit etwas anderes zu tun (=nicht das Kommando auszuführen) genommen bekommen haben, sehr einfach und leichtführig wieder mit dem Besitzer kommunizieren und zumindest die Dinge wählen, die bisher immer richtig waren (= schnell herankommen, Hinsetzen, etc pp) - und ja es gibt auch Hunde, bei denen das gereicht hat. Ganz oft reicht es nicht - weiß man aber doch aufgrund eines oder mehrerer Postings in einem Forum nicht. Und wer korrekt straft ist deutlich effizienter ohne dem Hund mehr zu schaden (meine Meinung). Wer es falsch macht, wird mit beiden Extremen und auch einer Mischform ewig rumdoktern.
Da die TS schrieb, sie ist Anfänger und hat bisher diese Dinge so erlebt, fand ich da nicht, dass da was mitgeschwungen hat, was sagt, dass es immer so funktioniert. Aber vielleicht hab ich das einfach nur anders gelesen.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!