Junghund Ignoranz & Bindung

  • Also ich würde mich ehrlich gesagt nicht trauen an meinen Windhund eine Schlepp dranzumachen..gut, mein Grey hat eine ganz andere Beschleunigung und Masse als ein Whippet, aber generell bin ich schon allein mit der Idee alles andere als happy.
    Er zischt aus Freude auch mal so gerne los, wenn ich denke, da wär ne Schlepp dran...oje.. :fear:
    der braucht sich nur irgendwie blöd mit ner Zehe einfädeln...
    ich denke das kann man nicht mit anderen Hunden vergleichen.
    und wo ist der Sinn der Schlepp, wenn Hund dann doch mal nem Hasen zB nachhetzen will..? Da müsste ich die Leine doch zu fassen kriegen..und DAS ginge dann ganz übel aus..für den Hund und für den "Leinengrabscher"..

    Jamie zeigt mir auch ab und an mal die Mittelkralle, was aber fast immer funktioniert ist wegrennen und motivierend den Hund rufen.. wenn er da ist, Zergelspiel :bindafür:
    blöd nur, wenn man gerade kein Spieli dabei hat. :p

  • Hi,

    anstatt eine Schleppleine zu nehmen, würde ich bis der Rückruf richtig sitzt eine Flexi-Leine verwenden.
    Bei der Flexi-Leine ist immer ein gewisser "Zug" drauf, bedeutet sobald keine weitere Leine mehr frei gegeben wird und du die Bremstaste drückst, ist die Leine schon "gespannt" und dein Hund kann nicht unkontrolliert in die Leine rennen und sich eventuell verletzen.
    Ebenso bei euren Zerrspielen, da hat dein Hund gar nicht erst die Möglichkeit wegzurennen und dich 20 Minuten lang hinterher rennen zu lassen.

    Beim Rückruf-Training würde ich dem Hund das Futter bzw. die Belohnung nicht zeigen, erst wenn er direkt vor oder neben dir sitzt/steht.
    Zum einen, weil der Hund lernen soll zu dir zu kommen, unabhängig davon ob er eine Belohnung dafür erhält oder nicht und was für eine dass dann ist. Und zum anderen, weil der Hund dann wie aktuell nicht aus der Entfernung schauen kann ob er die Belohnung mag oder nicht.
    Wenn du ihm die Belohnung erst zeigst wenn er bei dir ist, fällt der Moment weg in der er Zeit hat zu überlegen ob er die Belohnung mag oder nicht. Sieht er erst was es gibt wenn er bei dir ist und die Belohnung mag er nicht, ist es egal, denn er ist dann bereits bei dir und kann nicht mehr abhauen. ;)

    Wenn du keine Flexi-Leine nehmen möchtest, dann würde ich dir empfehlen zwischen Geschirr und Schleppleine einen "Soft Stop Belt"(keine Ahnung wie sowas auf deutsch genannt wird) zu benutzen, der verhindert den abrupten Ruck etwas.

    Zusätzlich zum Rückruf-Training würde ich an eurer Bindung arbeiten und mit deinem Hund viele unterschiedliche und spannende Dinge erleben, so wirst du für ihn auch interessanter und bei "gefährlichen" Situationen lernt er dann schnell, dass du ihm den Schutz geben kannst den er in unsicheren Situationen braucht. :)

  • und von Anbeginn an hab ich nichts anders gemacht, als wie mit Wilma.

    Warum eigentlich?
    Ich hör das öfter, aber jeder Hund ist doch anders, besonders deine 2 unterscheiden sich doch deutlich.

    Ich hätte gern einen zuverlässigen Rückruf.. bei Wilma hat es ja auch geklappt.

    Issn Whippet, zuverlässig ist so ne Sache...

    Mir gings da doch damals auch so. "Muss doch zu schaffen sein das der spätestens beim 2ten Ruf kommt!". Hab ich ja mit zig anderen Hunden auch geschafft.
    Hamilton ist aber nicht die anderen und der lässt sich nur bestechen wenn er grad Laune hat. Egal ob mit Spielzeug oder Futter, egal ob mit Rennspiel oder was auch immer.
    Ich habs ja im Windhunfaden schon geschrieben, bei ihm half Ärger. Keine Belohnung ist so hochwertig wie seinen eigenen Willen durchzusetzen, also musste er lernen das seinen Willen durchsetzen dann eben bedeutet das es Stress gibt.
    Das reichte von lautem Anschiß bis von mir wegtreiben, einen halben Spaziergang lang hab ich ihn nicht in meine Nähe kommen lassen nachdem er nen Rückruf ignoriert hatte. Das war für mich unglaublich anstrengend, Hamilton braucht bei sowas eine absolute Konsequenz.
    Es hat über 1 Jahr gedauert ehe er sich entschieden hat das es ihm das nicht wert ist. Aber inzwischen klappt es gut, oft reicht sogar nur ein Ruf und das sind Tage wo ich mich fühle wie der König der Welt. :D Er muss es immer mal wieder neu ausdiskutieren, aber größtenteils hört er.
    (Aber er kam mit einigen Dingen im Gepäck, die ersten 5 Monate musste ich ihm in allem erstmal beweisen das ich gut genug für ihn bin. Unglaublich was son paar Wochen für Auswirkungen haben können)


    Und bitte, bitte, bitte: Keine Schleppleine an einen Whippet!
    Die Verletzungsgefahr für den Hund ist einfach zu groß. Und das, was viele mit Schleppleine erreichen wollen ist total konträr zum Wesen des Whippets.

  • Und bitte, bitte, bitte: Keine Schleppleine an einen Whippet!
    Die Verletzungsgefahr für den Hund ist einfach zu groß. Und das, was viele mit Schleppleine erreichen wollen ist total konträr zum Wesen des Whippets.

    Hm, wie sichert ihr dann Windhunde? Führt man die monatelang ausschliesslich an der kurzen Leine? Oder leint man einfach ab und hofft auf das Beste? Ich bin jetzt wirklich nicht der Schleppleinenfreak, aber wenn der Hund so schwer zum Rückruf zu bewegen ist wie beschrieben - wie verhindert ihr, dass sie sich selber bespassen, solange der Rückruf noch nicht klappt?

    Ich bin etwas verwirrt, weil die Whippets in meiner Umgebung eigentlich ganz normale Hunde sind. Klar mit rassetypischen Eigenschaften und Baustellen, aber nix, was einen so völlig durchgeknallten Hund vermuten liesse, dass man den nicht an eine etwas längere Leine legen könnte.

  • also 'ist ein whippet' reicht mir nicht, als erklärung bzw damit gebe ich mich nicht zufrieden. vor allem nicht da das tierchen erst 5,5 monate alt ist ;)
    Ich kenne mehr zuverlässig-abrufbare (1-2 mal rufen) whippets, als andersrum. Und ich denke, dass auch ein Whippet erzogen werden kann.
    Wie man ja an Wilma und ihren Anverwandten sieht (Begleit-hund-prüfung lässt grüßen) :D
    Und auch Hetties verwandte sind da nicht wirklich anders.
    Es gibt zig whippets mit BH prüfung, im therapeutischen ansatz, agility etc. und hettie ist nicht so, dass sie nicht lernen kann/will.
    Die hoffnung gebe ich so nicht auf.
    Zumal die Belohnungen bei ihr nicht am A*** vorbei gehen - sie geht ja auf alles freudig und mit elan ein.
    sie hat aber auch eine mega kurze aufmerksamkeitsspanne und ist leicht ablenkbar. Und überhaupt ist eben das meiste irgendwie super spannend.
    Vielleicht muss ich bei ihr einfach langsamer aufbauen... mit weniger ablenkung

    die erwartungen nach einem 'Ich-lass-mich-im-Spiel-abrufen-welpen' sind halt zu hoch angesetzt.. da muss ich an meiner einstellung arbeiten.

    angeschnauzt wird sie hier jedenfalls erstmal nicht. Jedenfalls nicht dafür.
    das kleine herzchen ist stets gut gelaunt, immer mit einem lächeln und vertraut mir zugleich in den meisten belangen blind. wenn ich sie jetzt immer zur schnecke mache hilft es unserer bindung ja auch nicht... und ich denke dann wird sie noch weniger gern kommen ganz zu schweigen von schutz suchen.
    klar zeigt sie mir den mittelfinger/wägt ab, wenn es sich ihrer meinung mal nicht lohnt... aber da ist vll ihre impulskontrolle auch noch nicht die beste.. an der sollten wir wohl auch vermehrt arbeiten

    p.s. ich meine mit 'nichts anders gemacht': von ersten tag freilauf, hund muss achten wohin ich gehe, wenn ich rufe (möglichst dosiert und nur wenn ich sicher bin dass sie kommt) und sie kommt gibts leckerchen. hund nicht bei jedem kommen an die leine genomen, sondern meist einfach weiter geschickt, damit sie nicht lernt rufen=leine

  • Kommt mir sehr bekannt vor, Fili ist auch so drauf und etwa in dem Alter. Wir spielen versteck, damit sie sich mehr auf uns konzentriert. Am Anfang haben wir es zu zweit gemacht, einer ging einfach weiter, Hund folgte, der andere versteckte sich und rief sie. Dann, wenn sie uns gefunden hat gabs große Party und Leckerchen. Es macht ihr riesigen Spaß und sie läßt uns nicht mehr aus den Augen, läuft auch nicht so weit weg. Ist schon ganz schön schwierig, sich überhaupt noch verstecken zu können.

    Sie kommt aber auch immer noch nicht zu 100 %, z.B. wenn sie etwas ekliges findet, habe ich verloren, dann hüpft sie damit um mich herum und ich kann sie weder abrufen noch einsammeln. Man kann dann förmlich sehen, wie es in ihrem kleinen Köpfchen rattert, "soll ich, oder soll ich nicht".

  • Als Ares bei mir eingezogen ist, habe ich im Freilauf jede Umorientierung zu mir belohnt (das tue ich heute auch noch). Er sieht mich an= Leckerlie geworfen, er dreht um, wenn ich umkehre= Party, usw. Ich kündige nicht an, wenn ich einen anderen Weg einschlage, belohne aber, wenn er mir folgt. Und das tut er auch im Wald.
    "Komm"rufe ich bis auf wenige Ausnahmen nur, wenn ich mir absolut sicher bin. Der Rückruf wird seeeehr hochwertig belohnt, immer! Ares lässt sich mit Futter gut motivieren. Rohes Fleisch liebt er, darum stecke ich mir ein paar Stückchen davon in eine kleine Tüte.
    Auch sonst bin ich konsequent. Es gibt Regeln, an die muss er sich halten und die werden auch ggf. mit Nachdruck durchgesetzt. Vor einiger Zeit wollte auch er austesten, was passiert, wenn er den Rückruf ignoriert. Dann landete ein Schuh auf seinen Hintern...^^
    Ja, zur Not würde ich deinen Whippet an die Schlepp hängen. Einen zuverlässigen Gehorsam kann man auch bei einem Windhund erreichen. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich mich auf Ares verlassen kann. Noch kann ich das nicht zu hundert Prozent, dafür findet er andere Hunde viel zu toll.
    Als Greyhound ist er natürlich sehr jagdmotiviert. Er hält Ausschau nach Wild, frischen Spuren geht er nach und würde auch bewusst Jagdbares aufsuchen, sprich wildern. Es gibt Tage, da braucht es viel, damit er kontrollierbar bleibt. Du musst mit Hettie deinen eigenen Weg finden, herausfinden, welche Knöpfe du bei ihr drücken musst und dranbleiben. Vll. wird Hetties Lieblingskommando "Komm" nie werden, wer weiß. Ares hasst es z.B. sich hinzusetzen.

    die erwartungen nach einem 'Ich-lass-mich-im-Spiel-abrufen-welpen' sind halt zu hoch angesetzt.. da muss ich an meiner einstellung arbeiten.

    Das ist bei uns nach wie vor undenkbar. Andere Hunde sind das Größte, es gibt nicht schöneres, als mit diesen zu spielen (außer jagen natürlich).

    Ich glaub` nicht, dass Hettie schwer zu erziehen ist, nur "anders". Als Whippet mit ensprechender Herkunft sollte man da erziehungstechnisch einiges rausholen können. Ich empfinde sie als cleverer und pfiffiger als den Greyhound.

    klar zeigt sie mir den mittelfinger/wägt ab, wenn es sich ihrer meinung mal nicht lohnt... aber da ist vll ihre impulskontrolle auch noch nicht die beste.. an der sollten wir wohl auch vermehrt arbeiten

    Nach wie vor unser tägl. Brot. Impulskontrolle/Frustrationstoleranz ist bei mir das A und O.
    Ruhiges, korrektes Verhalten wird stets belohnt! Positive Verstärkung ist bei uns in den meisten Situationen erfolgreich.

  • @naijra: bei einem Whippet (Windhund) ist die Beschleunigung (und die Geschwindigkeit) eine ganz andere als bei anderen Hunden, daher ist bei diesen Hunden eine Schleppleine besonders kritisch zu sehen.


    Was macht Hettie, wenn du einfach wegrennst?

    Ich würde den Rückruf ganz neu aufbauen und den alten Rückruf eher als "Gummi-Rückruf" für weniger wichtige Situationen verwenden:
    Hettie ist bei dir, du sagst das Rückrufwort und machst sofort was ganz super-duper-tolles (Super-Leckerchen, (wild) Spielen) mit ihr. Das würde ich schon mind. eine Woche so machen und dann den Abstand langsam (eher cm-weise) vergrößeren.
    Und, falls Hettie darauf reagiert, wenn sie z.B. knapp vor/hinter dir ist: rufen und unmittelbar (oder anfangs gleichzeitig) losrennen, wenn sie bei dir angekommen ist (also Anfangs quasi sofort) ganz große Party.

    Vielleicht kannst du auch das Apportieren in der Wohnung aufbauen, so dass sie für Draußen lernt, dass es sinnvoller ist, dir das Spielzeug wieder zu bringen, damit du es ihr wirfst?

    Und dann würde ich sie, wenn du sie in einer Situation rufst, in der sie den Abruf eigentlich schon sicher kann, sich aber für's Gegenteil entscheidet, wirklich bestrafen (ein lautes (böses) "Hey!" kann u.U. Wunder wirken; oder eben auch mit wegtreiben, wie @Aoleon beschreibt).

    Ich denke, man bekommt ziemlich jeden Whippet dazu, in den meisten Situationen Abrufbar zu sein - nur der Weg dahin ist bei jedem etwas anders und man sollte nicht vergessen, dass im Whippet auch Terrierblut fließt...


    Edit: Auch ganz wichtig: belohnst du sie (im Freilauf), wenn sie sich an dir orientiert?
    Das muss nicht immer mit einem Leckerchen sein, es reicht auch verbal oder einfach nur ein Nicken/Blickerwidern "Ja, super, dass du dich nach mir umschaust"


    Ihr schafft das schon :smile:

    lg

  • Vielleicht solltest Du als erstes damit anfangen, Hettie als Individuum zu sehen und den dauernden Vergleich mit Wilma sein lassen?
    Dann ist doch eigentlich erst ein richtiges, auf DIESEN Hund zugeschnittenes Training möglich.
    Und auch dann kann es sein,
    LG von Julie

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