Wie soll der Hund auf Besuchskinder reagieren?

  • @muecke
    Nur um dir ein Beispiel zu geben, was ich bei einem Praktikum im KiGa erlebt habe:
    Ein vierjähriges Mädel hat anderen Kindern in jeder möglichen Situation wehgetan, immer dann wenn sie für eine Sekunde unbeobachtet war. Wenn das andere Kind dann geweint hat, hat sie es zu den Eltern/Babyisittern/wem auch immer gebracht und erzählt das Kind sei hingefallen/gestolpert/hätte sich gestoßen. Als man ihre Masche durchblickt hat, sie mehrere Ansagen bekommen hat und die Eltern zum Gespräch kamen, hat sich nichts geändert. Sie hat es dann halt noch beiläufiger gemacht. Im Vorbeigehen geschubst usw. Daneben hat sie ihre Sachen anderen in die Tasche gesteckt und dann behauptet, das jeweilige Kind hätte geklaut.

    Natürlich sind die wenigsten Kinder so, aber es gibt sie. Im Normalfall läuft alles so, wie du beschreibst, nur manchmal leider nicht. Und auf so einen Stress hätte ich keine Lust und würde so ein Kind nicht bei mir haben wollen, egal was der Grund für dieses Verhalten ist.

    Hm, ich weiß nicht in was für einem KiGa du Praktikum gemacht hast, aber gute Erzieher hätten bei dem Kind mal genauer hingeschaut was da los ist, einfach so macht das nämlich kein Kind.
    Ich habe grade gerne solche Kinder um mich herum. Die sind nämlich eine schöne Herausforderung.

    An die TE. Vielleicht versuchst du mal positive Begriffe für das Besuchskind zu finden und dann mit denen zu arbeiten. Sie scheint ja sehr experimentierfreudig zu sein.
    Für Kinder ohne Hunde sind Hunde nunmal mega toll. Statt ihnen den Umgang mit meinen Hunden zu verbieten würde ich versuchen dies als Resource zu nutzen. Bei so aufgeschlossenen Kindern erreichst du eher mehr mit Erklären und mit einbeziehen als mit Verboten. Erkläre dass der Welpe ganz viel Ruhe braucht und noch viel lernen muss und frage die Kinde mal was sie denn für Ideen haben wie der Welpe diese Ruhe bekommt. Du wirst sehen wenn du die Kinder in die Verantwortung nimmst dann halten die sich ganz schnell an die Regeln. Meistens viel besser als Erwachsene.

  • Hm, ich weiß nicht in was für einem KiGa du Praktikum gemacht hast, aber gute Erzieher hätten bei dem Kind mal genauer hingeschaut was da los ist, einfach so macht das nämlich kein Kind.Ich habe grade gerne solche Kinder um mich herum. Die sind nämlich eine schöne Herausforderung.


    Hä??? Das ist doch nicht normal, schon gar nicht für eine Vierjährige. Da muss doch zu Hause gewaltig was schief laufen. :shocked: :???:

  • für Kinder ohne Hunde sind Hunde nunmal mega toll. Statt ihnen den Umgang mit meinen Hunden zu verbieten würde ich versuchen dies als Resource zu nutzen. Bei so aufgeschlossenen Kindern erreichst du eher mehr mit Erklären und mit einbeziehen als mit Verboten. Erkläre dass der Welpe ganz viel Ruhe braucht und noch viel lernen muss und frage die Kinde mal was sie denn für Ideen haben wie der Welpe diese Ruhe bekommt. Du wirst sehen wenn du die Kinder in die Verantwortung nimmst dann halten die sich ganz schnell an die Regeln. Meistens viel besser als Erwachsene.

    JAAA !! Genial, toller Kommentar. Ich habe den Eindruck, dass in letzter Zeit immer alles extremer wird. Es muss perfekt sein, die Kinder müssen funktionieren, die Hunde auch und nichts, aber auch garnichts, darf sich von alleine regeln. Man könnte doch auch so ein überdrehtes Besuchskind mal fragen, wie es sich fühlt, wenn es seine Ruhe möchte, und sein kleines/grosses Geschwisterkind oder ein Besuchskind es ärgert. Ganz konkret " was machst du dann?" Wenn es klappt, wird die Antwort sein " Schreien, Hauen, Kratzen" irgendwas in der Art. Und da kann man anknüpfen. " Wir möchten nicht, dass der Hund dass macht, deswegen musst du die Vernünftige sein und vorher den Hund in Ruhe lassen. So wie du, wenn du in Ruhe auf dem Bett liegen möchtest. ". Das geht. Der Vorteil in der Kommunikation mit Kindern ist die Sprache - man kann etwas mehr ins Detail gehen als bei den Hunden.

    Und der Rest ist ähnlich - ich mache die Ansagen, und alle haben sich dran zu halten.

    Unser Grosser Ersthund war ein Junghund in einer Patchworkfamilie mit 3 Jungs zwischen 6 und 10- und Besuchskinder dazu - ganz ehrlich, in unserem Alltag wäre eine Box für den Hund nicht realisierbar gewesen. Viel erklären, Rückzugsmöglichkeiten für den Hund, immer drauf achten, dass es Zeiten NUR für den Hund und NUR für die Kinder gibt. Bei Besuchskindern musste unser Hund einfach lernen -entweder Treppe hoch und Ruhe suchen - die konnte ich ihm in der oberen Etage immer garantieren - oder mittendrin sein. Meistens hat er sich für mittendrin entschieden. Ergebniss nach 5 Jahren: Tiefentspannter Familienhund und Teenager, die meine absoluten Lieblings-Hundesitter sind.

    Lg, Elzbeth

  • Ich meinte das hier

    ...Nichthundehalterkinder finden es wahnsinnig spannend, Kommandos wie Maschinengewehrsalven zu rufen. ...

    Das ist nicht bei allen Nichthundehalterkindern so.

    Ich verallgemeinere nicht, ich konkretisiere. Mein Sohn würde mich lieben, wenn ich seinen Freunden einen pädagogisch wertvollen Vortrag über den richtigen Umgang mit Hunden halte.

    Dein Sohn ist 12, hier geht's aber um 5-jährige.

  • Danke für die vielen Antworten. Genau das versuch ich ja, dass die Kinder nicht mit dem Welpen allein sind. Die Freundin ist auch heut zum 1. Mal zu Besuch. Und der Welpe hat sich auch gut eingelebt und ist sehr entspannt. Das Mädchen versucht auch immer den Welpen zu sich zu locken, wenn ich grad mit Kleinigkeiten beschäftigt bin (z.b. Getränke eingießen).
    Als sie sich das Hundespielzeug genommen hat (das lag rum und wurde gerade nicht bespielt), hab ich es zurücklegen lassen. Wenn sie versucht den Welpen zum Spielen aufzufordern, rufe ich den Welpen zu mir und spiele mit ihm, dass er mich interessanter findet und sie ihn irgendwann langeweilig findet und dann nicht mehr beachtet.

    Für unsere Tochter haben wir klare Regeln aufgestellt, auf deren Einhaltung wir auch strikt bestehen (der Welpe darf nicht gerufen und gestreichelt werden, sobald ruht - dabei ist es egal ob auf seiner Decke oder irgendwo anders, Futter gibt es nur von uns, Leckerchen auch oder wenn wir direkt mit mit ihr üben, der Welpe wird nicht festgehalten etc)

    Ist das Dein Ernst?
    Du unterstellst einer 5-jährigen Hinterlist, weil sie mit einem rumliegenden Spielzeug mit einem Welpen spielen will. Und Deine Lösung ist dann: spiel ich einfach toller mit dem Welpen, damit er das Kind ignoriert? Klingt nicht so professionell. Weder als Hunderhalterin noch als Mutter.
    Warum erklärst Du dem Besucherkind nicht einfach die Regeln, die auch für Deine Tochter gelten? Gegen das Kind "anspielen". Find ich "kindisch".
    Wir hatten immer schon Hunde. Also auch als ich 5 war. Und klar, so ein Welpe ist für Kinder ein Highlight. Bei uns lief es so. Regeln wie bei Dir oben in Klammern. Aber wenn er denn wach war und entdeckungsfreudig, dann durften ich und auch meine Freundinnen mit ihm spielen.

    Das kann doch bitte nicht Dein Ernst sein bei einer 5-jährigen, die Deinen Welpen zum spielen auffordert - dass sie ihn hinterlistig verletzt oder so hab ich jetzt nicht gelesen - , dass Deine Lösung da ist: ich spiele einfach mehr mit dem Hund, damit er nicht zu dem Kind geht. Und das Kind verliert dann auch die Lust.

  • P.S.: bei einer Mutter, die mein Kind hinterlistig findet, nur weil es einen Welpen lockt - völlig normales Kinderverhalten. Und die dann den Welpen bespaßt, damit er sich an ihr orientiert und nicht am Kind. Ganz ehrlich, wär das "hinterlistige" Kind meines würde ich mein Kind bei so einer Mutter eh nicht mehr in Aufsicht geben. Damit hätten sich die Besuche dann eh erledigt.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!