Junkieverhalten!! Wieso zum Henker soll das normal sein??


  • "Junkie" heißt für mich wirklich eine Abhängigkeit vom Ball, sprich Entzugserscheinungen wenn der Ball nicht anwesend ist.

    So sehe ich das auch.
    Meine Hündin liebt auch Bälle. Und ist extrem aufgeregt wenn ich ihren Ball auspacke. Sie reagiert dann auch nur wenig auf andere Hunde.
    ABER: Sie ist dann noch durch mich ansprechbar und ich habe nachdem ich ihre Begeisterung für den Ball bemerkt habe, angefangen mit ihr Impulskontrolle zu üben: Also z.B. ich werfe den Ball und sie darf ihn erst auf Kommando holen. Sie ist also kontrollierbar auch wenn der Ball fliegt.

    Zudem hole ich nichst ständig den Ball raus sondern nur im Feld für 10-15 Min zum werfen (und dann wir er weggepackt) und bei meinem Eltern im Garten (ein großer Treibball mit dem sie spielen darf). Ich finde solange es im kontrollieren Maß ist und der Ball nicht einfach immer wieder sinnlos geworfen wird, darf mein Hund (auch wenn er dann sehr aufgeregt ist) mit Bällen spielen.
    Weil es dann auch eine gute körperliche und (mit entsprechenden Übungen) geistige Auslastung ist.

    Beim spazieren gehen lief er quasi quer vor ihren Füssen und hat sie permanent angestarrt um ja nicht zu verpassen, wenn die Hand zur Balltasche ging.

    Das ist für mich Junkieverhalten. Das ein Hund, auch wenn der Ball nicht zu sehen ist, total darauf fixiert ist, ihn zu bekommen.
    Meine Hündin läuft auch, wenn ich den Ball wegpacke noch ein paar Meter neben mir her, für den Fall das ich ihn doch wieder raushole. Aber das wird dann nach ein paar Metern langweilig und sie erkundet die Umgebung.

    Vielleicht haben die Halter auch hier einfach den Fehler gemacht und den Ball einfach nur immer wieder sinnlos geworfen, statt mit dem Hund wirklich kontrolliert zu spielen und auch im Umgang mit dem Ball Regeln aufzustellen, die dieses Zwangsverhalten beim Hund verhindern.

  • Den Halter nach Beendigung des Spiels gegen seinen Willen zu bedrängen ist erstmal genauso Ungezogenheit , bzw Schlampigkeit in der Ausbildung wie ein nach Futter bettelnder Hund .

    Beginne und beende ich Aktivitäten die für den Hund positiv sind nicht klar oder mache am Ende noch weiter , wenn er nur genug rumnervt, brauche ich mich auch nicht wundern , wenn er es versucht .

  • Ich finde das Tierschutzrelevant, weil es das natürliche Verhalten des Hundes ein- und beschränkt.

    tragen ist aber ein hypertrophiertes verhalten von retriever, welches nicht unnatürlich ist, sondern dem hund freude bereitet. man ging früher in der verhaltensforschung immer davon aus dass alles aus einem grund getan wird, nämlich um an kalorien zu kommen. heute weiss man aber dass hunde auch verhalten zeigen weil es ihnen freude bereitet, also sequenzen des jagdverhaltens zeigen im wissen dass sie nicht zum fressen kommen (jeder hund weiss dass er den ball nicht fressen kann).

    mir bereiten die menschen (nicht du sundri) manchmal sorgen, hier im forum immer wieder zu lesen, hund soll nicht schnüffeln sondern stramm an der leine gehen, hund soll nichts im mund tragen, soll nicht hetzen, nicht zerren. dies alles sind verhalten welche dem hund natürlich sind, diese verhalten wurden auch so in der zucht gefördert.

    und natürlich sollte man den hund nicht überbeschäftigen, also bälle werfen bis er fast zusammenbricht, weil es halt einfach einfacher ist ihn runterzuholen oder sonst zu beschäftigen /auslasten.

  • Vielleicht haben die Halter auch hier einfach den Fehler gemacht und den Ball einfach nur immer wieder sinnlos geworfen

    stimmt, gerade bei einem ballgeilen hund wäre es doch angebracht den ball als supereffektiven verstärker zu verwenden. damit hat man sicher grossen erfolg.

  • Das Problem ist auch, das ich bei vielen Balljunkies den Eindruck habe dass sie verblöden! Stupides, eintöniges Ball-hinterher-rennen; gestresstes Ball-rumtragen-und-verteidigen, angestrengtes HH-fixieren ob der Ball wieder zum Einsatz kommt. Die sehen und hören nix anderes mehr und wollen bzw KÖNNEN dann auch nix anderes mehr! Also die echten Balljunkies...

  • Ich hab jetzt nicht alles gelesen - ist ja wieder mal ein riesen Thread geworden.

    Für einen "normalen" Hund finde ich es auch nicht normal, dass er ständig sein Spielzeug trägt oder nach seinem Spielzeug verlangt.

    Ich kenne zwei Hunde näher, die dieses Verhalten stressmäßig an den Tag legen - wir treffen sie fast jeden Tag.

    Ein Dalmatiner, der NIX, absolut nix anderes im Kopf hat, als seinen kleinen Ball. Der wird getragen, mit irren Augen verbuddelt, wieder aufwendig ausgegraben und dann wird er hypnotisiert und gewartet, dass Frauchen ihn aufnimmt und wirft. Dieser Hund nimmt NICHTS wahr außer seinem Ball. Es interessieren ihn keine Hunde, keine Menschen, auch nicht sein Frauchen - er schnüffelt nicht rum oder sonstwas ohne seinen blöden Ball. Ich glaub wirklich der ist total verrückt. Er ist sieben Jahre alt und kam erst vor zwei Jahren zu seinem jetzigen Frauchen. Sie sagt, er ist für nichts zu begeistern, alle anderen Aktivitäten lehnt er ab. Also, wirft sie eben den Ball ... sie hats aufgegeben.

    Eine Aussie-Hündin, mittlerweile vier Jahre - die gibt keine Ruhe, bevor Frauchen/Herrchen nicht den Ball/ein auspackt und wirft, dann rast sie los überschlägt sich fast, gibt den Ball aber nicht wieder ab. Vorher läuft sie rückwärts laut bellend vor uns her und nichts kann sie beruhigen, total nervig dieses Gekläffe. Okay ... die machen seit Welpe nix anderes mit ihr, als a und an den Ball zu werfen und rumlaufen - zwar viel, dreimal täglich gut 7 Kilometer - aber sonst nix, der Ball ist Highlight. Die große Liebe der Hündin ist, den Ball zu fangen und ihn rumzutragen. Sonst macht sie auch nix. Andere Hunde? Kein Interesse! Wollen die an ihren Ball ist die Hölle los - sie beißt dann auch. Ich habe ihr mittlerweile beigebracht, den Ball bei mir abzugeben, Sitz zu machen, dann werfe ich ihn auch - die Halter selbst sehen das nicht ein. Sie entreißen der Hündin den Ball, wenn sie ihn nicht freiwillig hergibt.

    Solche Hunde, ich kenne noch einige Balljunkies, aber nicht so nah, sind für mich irgendwie "geisteskrank" - sie haben sich in ihre eigene Welt zurückgezogen und ihr Ventil, ihr Kontakt zur Außenwelt ist der Ball. Von den beiden Hunden weiß ich, dass sie zuhause/unterwegs ansonsten unauffällig sind, keine Kontakte suchen - auch nicht zu den Haltern, in sich selbst gekehrt scheinen.

    Bei einer Hündin, die ich öfter treffe, die mehrmals von vorherigen Haltern schwer misshandelt , dazu noch mehrmals von anderen Hunden gebissen wurde, ist der Ball im Maul Zweck, ihre Ängste und Nervosität unterwegs zu verarbeiten und ruhig zu bleiben. Wenn sich Menschen oder Hunde nähern, wird auf dem Ball hektisch rumgeknatscht. Bis ihr neues Frauchen diese Möglichkeit der Beruhigung fand, hat sie schnell zugebissen - Angstaggressionen gezeigt. Den Einsatz des Balles für diese Hündin finde ich hilfreich, eine Art Therapie. Die Hündin ist nun nach einem jahr schon viel ruhiger geworden und selbst unser Charly darf mittlerweile mal riechen kommen, ohne dass sie sofort ausrastet.

    Unser Hund bekommt dreimal seinen Dummy Ball oder sonstwas geworfen, dann wird aufgehört und er soll seine Umwelt oder andere Hunde erkunden oder sich bei kleinen Übungen auf uns konzentrieren. Das Spielzeug ist eine nette Abwechslung mehr nicht. Und das soll auch so bleiben ...

  • nun zum glück regnet es keine bälle vom himmel, so können wir sagen dass die hunde von den haltern so gemacht wurden.

    zudem: ein treibhund welcher nie orten, fixieren und hetzen darf, dass ist quälerei. auch ein retriever welcher nicht tragen darf finde ich quälerei (ausgenommen der hund hat dazu keine lust).

  • Balljunkies tun mir wirklich leid. Aber die Argumente dagegen, die hier aufgeschrieben werden, kann ich nicht alle nachvollziehen. Meistens kommt z.B. "hat kein Interesse an anderen Hunden" Äh, na und? Hat mein Hund auch nicht. :???: Muss ein Hund auch nicht haben, meiner Meinung nach.
    "Verhält sich zuhause teilnahmslos" Vielleicht pennen die Hunde zu Hause einfach? Soll ja ein großes Schlafbedürfnis haben, diese Spezies.
    Generell finde ich es wieder mal überhaupt nicht hilfreich, hier wild über fremde Hunde zu spekulieren, die man mal ein paar Minuten am Tag zu Gesicht bekommt. Viel sinnvoller sind da doch Erfahrungsberichte, die echte Balljunkiebesitzer gemacht haben.

  • auch ein retriever welcher nicht tragen darf finde ich quälerei (ausgenommen der hund hat dazu keine lust).

    Unser Labrador Retriever sucht sich seine tragbaren Dinge die meiste Zeit selbst. Bäumchen, Riesenstöcke, vergessene Fussbälle usw.. Im Haus trägt er Dinge von oben nach unten, in den Garten oder muss sie uns auf Kommando bringen. Das tut er gerne. Aber nicht dauernd.

    Und sich vom Hund vorschreiben lassen, unterwegs ihn ständig aktiv zu beschäftigen in Form eines Wurfspielzeugs, dass er dann fangen/tragen/bringen kann - finde ich außerhalb eines Apportiertrainings nicht förderlich sondern nervig.

  • Balljunkies tun mir wirklich leid. Aber die Argumente dagegen, die hier aufgeschrieben werden, kann ich nicht alle nachvollziehen. Meistens kommt z.B. "hat kein Interesse an anderen Hunden" Äh, na und? Hat mein Hund auch nicht. :???: Muss ein Hund auch nicht haben, meiner Meinung nach."Verhält sich zuhause teilnahmslos" Vielleicht pennen die Hunde zu Hause einfach? Soll ja ein großes Schlafbedürfnis haben, diese Spezies.
    Generell finde ich es wieder mal überhaupt nicht hilfreich, hier wild über fremde Hunde zu spekulieren, die man mal ein paar Minuten am Tag zu Gesicht bekommt. Viel sinnvoller sind da doch Erfahrungsberichte, die echte Balljunkiebesitzer gemacht haben.

    Vielleicht muss man das gesehen haben um es zu glauben.
    Das Desinteresse eines Balljunkies an anderen Hunden ist nicht das normale "Ich bin mir selbst genug" Desinteresse.
    Ein normaler Hund nimmt seine Umwelt wahr, schnuppert mal hier, markiert mal da, bemerkt andere Hunde aber interessiert sich eben nicht für sie.
    Ein Balljunkie tut das nicht. In dessen Welt existiert nur der Ball. Die merken oft nichtmal das sich ein anderer Hund nähert, sondern merken es erst wenn der schon da ist und reagieren dann häufig über vor lauter "Mein Ball!!!!!". Ich habe auch schon zu oft gesehen das die Junkies wild auf anderen Hunden herumhüpfen ohne es zu merken.
    Also ein Hund schnuppert sich seinen Weg, vorbei am Junkiebesitzer. Der hat den Ball in der Hand und der Junkiehund springt und springt und springt kläffend auf und ab, trampelt dabei auf den schnuppernden Hund der eigentlich nur ner Spur folgt ohne was davon zu merken.

    Zuhause sind die nicht einfach nur müde. Auch wenn die Besitzer das glauben und toll finden. Die liegen da und es könnte die Welt untergehen, keine Reaktion. Weil es ist nicht der Ball. Und die wissen eben den Ball gibts erst beim nächsten Gassigang. Also liegen sie da und warten, da kann ne Party toben, da kann der Wurstbaum im Wohnzimmer wachsen, whatever wo auch jeder gechillte Hund mal interessiert gucken würde. Nein, sie warten auf den Ball.

    Und leider sind die wenigsten Junkiebesitzer sich dieser Problematik überhaupt bewusst. Darum gibt es kaum solcher Berichte.
    Davon ab: Wenn du siehst wie ein Hund völlig hohldreht bei Ballsichtung, wie er seinen Besitzer bedrängt, fleht, bettelt, sich bis zur Aggression steigert nur um diesen Ball zu kriegen... Da muss ich keine 24 Stunden mit dem verbringen um zu wissen das da was ganz gewaltig schief läuft!
    Das sind einfach keine.. ja, keine Hunde mehr. Dieser Blick, dieses starre, das hast du bei einem normalen Hund nicht. Auch nicht bei einem spielzeugbegeisterten Hund.

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