Junkieverhalten!! Wieso zum Henker soll das normal sein??

  • Halbwegs.
    Zwischen uns und Familienmitgliedern war es geklärt, beim fremden Menschen und fremden Hunden lief es letztlich rein über den Gehorsam.

  • Immerhin. Ist viel Arbeit. Manchmal bekommt man die Hunde eben schon so. Unsere war schon immer gemäßigt und leicht im Impuls kontrollierbar. irgendwie haben wir das von Anfang an als Welpe trainiert. Unwissentlich. Wir wollten halt per Tauschgeschäft dem Hund imemr und überall alles abnehmen können. Auch wegen möglicher Köder.

    Dann kam der Ball um sie ablenken zu können. Habe dies aber nie übertrieben. Unwissentlich aus Instinkt. Heute wenn ich manche Hunde auf dem Platz sehe denke ich mir "Mein Gott durch Zufall hast du es nicht übertrieben"

    Weiß jetzt eher worauf ich achten muss.

  • Wie schon häufig erwähnt war mein erster Hund ein Husky/Spitz Mix, diverse andere Rassen würd ich nicht ausschließen. Als er in mein Leben stolperte hatte ich von Balljunkies nie was gehört und demzufolge hatten er und sein Katzen eine Spielzeugkiste, in der hauptsächlich Bälle und Quietschies lagen. Er hat gern gespielt, ohne ein Balljunkie zu werden.

    Bei Ted´s Abholung hab ich mich schon gewundert das im Hause der Elterntiere keine Bälle existierten. Das war der erste Warnhinweis. Ich mich aber trotzdem rangesetzt und meinem Kleptomanen gezeigt das anderes Spielzeug auch toll ist, nicht nur das olle Zerrseil.
    Männe kaufte Ted sogar noch einen Leuchtball weil den sieht er ja in der Dunkelheit besser. Zu dieser Zeit hatte Ted im Dunkeln Angst und deshalb kam abends der Leuchteball mit. Da bekam ich auch schnell mit das Ted ganz leicht furchtbar überdreht sowie er mit dem Ball spielen darf.
    Bälle liegen hier zwar rum, aber entweder er spielt mit dem Ball alleine oder kaut drauf rum. Ballspiel mit mir und Ted kommt höchstens einmal im Monat vor. Ansonsten hätte ich ein Balljunkie wie er im Buche steht und nein, das finde ich nicht schön.

  • Nach der Definition einiger hier, habe ich einen Balljunkie. Ich selber empfinde es nicht so.
    In Anwesenheit von Beute wird gern mal das "Hirn" ausgestellt, kläffend um einen rum gesprungen, noch gefühlte Ewigkeiten geiernd nebeneinem her gelaufen, mangelnde Impulskontrolle bewiesen und extrem hoch gefahren - Kontrollierbarkeit in Anwesenheit von Beute und damit eine effektive Belohnung im Sport herzustellen, hat recht lang gedauert und eine Zeit lang war er tatsächlich so "over the top", dass ich im Sport lieber minderwertiger belohnt habe, um eine Kontrollierbarkeit zu behalten.
    Mich persönlich stört so ein Verhalten absolut nicht. Durch ein wenig Training war eine Kontrollierbarkeit herzustellen, auch wenn diese sicher nicht immer zu 100% vorhanden ist und es auch einfach Tage gibt, wo die Impulslkontrolle durch anderes schon aufgebraucht ist.

    In Situationen die für die Hunde schwierig sind, habe ich häufig mal einen Ball dabei. Einfach weil es, wenn sie ihn herumtragen und darauf herumknautschen dürfen, Stress abbaut.

    "Junkie" heißt für mich wirklich eine Abhängigkeit vom Ball, sprich Entzugserscheinungen wenn der Ball nicht anwesend ist. Und das ist finde ich noch eine völlig andere Situation, als ein Hund der in Anwesenheit von Beute wenig kontrollierbar ist oder Hunde die durch Beute im Maul Stress abbauen können.

  • ball hetzen ist eine artgerechte auslastung für hunde, es ist eine jagdsequenz (hetzen und packen) und zudem ein spiel (der hund weiss dass er den ball nicht fressen kann). beim herumtragen des balls wird zudem ein hormon freigesetzt welches gut gegen stress ist.

    ich denke ball hetzen ist eine gute, artgerechte auslastung für einen hund, es liegt ja am halter wie lange ein hund sich so beschäftigen kann. und danach sollte man werkzeuge haben den hund wieder "abstellen" zu können.

  • Ball hetzen ist eine blöde Art der Auslastung.
    Würde jetzt meine Freundin sagen. Ihr wurde von einer Trainerin geraten, ihren Hund so auszulasten und am Ende hat der nicht mal mehr sein Geschäft draussen erledigt, weil nur noch der Ball zählte. Beim spazieren gehen lief er quasi quer vor ihren Füssen und hat sie permanent angestarrt um ja nicht zu verpassen, wenn die Hand zur Balltasche ging. Durch diese ständige Fehlbelastung der Gelenke hat er jetzt eine Arthrose.
    Hat sie mal keinen Ball dabei gehabt, hat sich der Hund aus lauter Frust Ersatz gesucht. Das waren dann so Dinge wie: ohne Grund und Vorwarnung Hunde verkloppen, alles jagen das sich bewegt, Kinder aufmischen (bevorzugt kleine Gruppen), Jogger jagen, Autos jagen, Radfahrer jagen). Der Hund lief ewig nur an der Leine und auch das war kein entspanntes spazieren gehen, weil er sie ständig in die Beine gezwickt hat.
    Sie hat ihn dann auf völligen Entzug gesetzt. Seit einem Jahr ist er jetzt “trocken“, aber er läuft immer noch zu den Orten in Erwartungshaltung nach Vorne, wo früher der Ball flog. Jagen tut er zum Glück höchstens noch mal ein Eichhörnchen, wenn man nicht aufpasst, alles andere hat sich gelegt. Aber das quer vor ihr laufen hat er sich nicht ganz abgewöhnt und es ist wirklich schlecht für seine Gelenke.
    Klar ist er ein Extremfall, aber sie hat ganz harmlos mit ihm angefangen Ball zu spielen, als Auslastung und Beschäftigung. Er brachte den Ball anfangs auch zurück , ganz normal. Irgendwo ist das ganze aber gekippt und dann war es nicht mehr gut. Das “Suchtverhalten“ hat sich wirklich langsam eingeschlichen und als sie gemerkt hat, da stimmt was nicht, war ihr Hund schon voll im Junkiemodus.
    Man muss ja nicht gleich so Panik um Bälle und Co. machen, aber im Hinterkopf kann man ja behalten, das es auch blöd laufen kann.

  • Ich kenn einen Border, der ein Balljunkie ist.
    Super fixiert auf den Ball. Er blendet alles andere aus. Hat er keinen Ball nimmt er Stöcke oder Steine. Spazieren gehen sieht mit ihm so aus:
    Hat er einen Ball legt er ihn vor einen Menschen geht 3 m weiter legt sich hin und fixiert den Ball.
    Geht der Mensch weiter ohne zu werfen holt er den Ball und fängt von vorne an. Das selbe mit Ersatzobjekten.

    Das Frauchen hat ihn so übernommen und versucht ihr Möglichstes dem Hund die Sache abzugewöhnen.
    Das ist der bisher einzige Hund den ich mit so einem zwanghaften Verhalten näher erlebt habe und ich bin mir sicher, das ich das für meine nicht möchte.
    Sie dürfen natürlich trotzdem apportieren und bekommen zur Belohnung auch immer wieder einen "Freidummy" einfach geworfen zum hinterher rennen.
    Aber alles in Maßen.

  • Ich finde Abhängigkeiten bei Mensch oder Tier grundsätzlich überdenkenswert.

    In meinem Umfeld kenne ich zwei Hunde, die stets einen Ball apportieren und jeden andern Hund, der ihnen zu nahe kommt, samt Ball in der Schnauze anknurren..... jeder geht ihnen aus dem Weg.

    Beide Halter finden das toll! Ihr Hund geht spazieren, hält den Ball fest, macht keinen Ärger, ist folgsam und macht eben nichts, außer den Ball tragen und sichern. Braucht nicht mal ne Leine.

    Ich finde das Tierschutzrelevant, weil es das natürliche Verhalten des Hundes ein- und beschränkt. Und weil die Halter hier auch nicht zum Wohle des Tieres handeln, sondern ihrer eigenen Faulheit frönen.

    Gegen Ball spielen ist nichts einzuwenden, solange der Hund keine Entzugserscheinungen zeigt - ohne Ball - und so lange ich das Spiel bestimmt und den Ball verwalte, er also eher meine Recource ist und ich ihn belohnend einsetze. Bisher aber hab ich keinen Hund gehabt, der einen Ball jagen wollte oder damit spielte und beibringen wollte ich das auch keinem.

    Meine Spanier spielen einfach mit nichts, egal was ich anstell - müssen sie auch nicht, wir kuscheln statt dessen. Und Malik hat seinerzeit gearbeitet, spielen? Fand er schon immer überflüssig, außer Zerrtau, das gab`s schon mal. Ausgelastet auf ihre Bedürfnisse hin, waren sie alle, würde ich meinen. Es gab keine Ersatzhandlungen wie ich das hin und wieder bei anderen beobachte.

    Sundri

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