Junkieverhalten!! Wieso zum Henker soll das normal sein??

  • stimmt, gerade bei einem ballgeilen hund wäre es doch angebracht den ball als supereffektiven verstärker zu verwenden. damit hat man sicher grossen erfolg.

    Meine Freundin hat ja nun einen echten Extremfall. Sie hat am Anfang auch immer darauf geachtet, das Spiel zu beenden und ist nicht weiter auf sein Bedrängen eingegangen. Sie hat auch nicht stundenlang nur stupide den Ball geworfen. Trotzdem hat sich der Hund zum Junkie entwickelt. Auffällig wurde, das er bei Ballfreien Spaziergängen immer öfter dazu neigte alles zu jagen was in Bewegung war, anfangs sehr kurz und er liess sich stoppen und Abrufen. Das Verhalten wurde mit der Zeit aber extremer und sie war bei einer Trainerin. Die meinte das es normal in dem Alter sei, das der Hund austestet und sie mit der Rasse (BC) sowieso einen Hund habe der auf Bewegungsreize sehr stark reagiert. Sie hat dann vorgeschlagen, den Ball als Belohnung (für Rückruf, als Alternative zum Jagen von anderen) einzusetzen. Gesagt - Getan.
    Von da an wurde alles schlimmer. Er hat sich immer mehr auf den Ball fixiert, die Erwartungshaltung bei Spaziergängen wurde immer höher und der Hund (und Halterin) war nur noch Stress pur.
    Das Schlüsselerlebnis für die Notbremse war zum einen das er ohne Ball anfing fahrenden! Autos in die Reifen zu beissen. Zum anderen hat er einen Hund vermöbelt und einfach nicht abgelassen hat, selbst als er getreten und mit Pfefferspray besprüht wurde. Er hat aber den Hund sofort in Ruhe gelassen, als ein Hase in dem Moment panikartig aus dem Gras gesprungen ist. Da war sie so geschockt, das sie einen Experten in Hundeverhalten konsultiert hat. Der hat ihr dann klar gemacht das dieser Hund nie wieder mit etwas “spielen“ darf, das sich schnell bewegt. Egal ob Gegenstand, Mensch oder Tier. Sie hat jetzt ein Jahr gebraucht um ihn wieder soweit zu kriegen, das er zumindest streckenweise offline laufen kann, trotzdem passt sie auf was in der Umgebung so abgeht.
    Ich finde ihren Fall schon sehr krass, aber es hat ganz harmlos angefangen.

  • coppinger beschreibt in einem seiner bücher einen seiner bc's, dem musste er vor dem supermarkt nur einen ball hinlegen, dieser wurde dann 15 minuten fixiert. das hat aber überhaupt nichts mit geistesgestört zu tun sondern ist eben ein hypertrophiertes, vom menschen so gewolltes verhalten.

  • der Rasse (BC) sowieso einen Hund habe der auf Bewegungsreize sehr stark reagiert.

    ist ja auch so angezüchtet und gewollt. einen border collie würde ich niemals halten wenn ich kein schäfer bin (und nein auch nicht einfach so zum spass am wochenende schafe hüten), es ist ein extremer spezialist, für eine ganz bestimmte arbeit gezüchtet. diese rasse hetzt weil sie dafür gezüchtet wurden.

  • ist ja auch so angezüchtet und gewollt. einen border collie würde ich niemals halten wenn ich kein schäfer bin (und nein auch nicht einfach so zum spass am wochenende schafe hüten), es ist ein extremer spezialist, für eine ganz bestimmte arbeit gezüchtet. diese rasse hetzt weil sie dafür gezüchtet wurden.

    Genau, dass ist bei der Australian-Shepherd-Hündin in meinem Beispiel auch nicht anders. Ich hab mich schon über eine Stunde mit ihr beschäftigt, Ball werfen, bringen, abgeben, im Sitz bleiben, warten, erneut werfen - das hat sie schnell kapiert, die Besitzer waren ganz erstaunt, dass sie das kann. Normal holen sie ihr den Ball fast mit Gewalt aus dem Maul. Auf jeden Fall diese Hündin wird nicht müde. Sie fordert meeeeehr. Ihre kleine Welt kennt halt leider nur den Ball ...

    Sie ist einfach unterfordert, mehr als Ball hetzen kennt sie halt nicht ... aber was will man machen, die Besitzer haben keinen Bock sich rassegerecht mit ihr zu beschäftigen - sie wurde von meiner Gassibekanntschaft eigentlich nur angeschafft, weil sie so hübsch sind, die Aussies und der Nachbar hat ja auch so einen hübschen Aussie - ein Rüde. Der allerdings beißt mittlerweile alles und jeden und kann gar nicht mehr von der Leine.

    Schade um diese intelligenten Hunde - aber, das Thema gehört hier nicht her.

  • ich denke die hunde sind nicht unterfordert, sondern überfordert. ich kenne einige solche aussie- halter (90% der hunde heissen übrigens joy oder fly :) ) die gehen 5 stunden mit denen hund raus, danach noch agility, hundekurse, treibball, hund kommt täglich mit auf arbeit, fährt in den öffis, werden von den kindern bespielt usw.... ist doch klar dass man da einen absolut überdrehten hund hat. auf einer farm hat der hütehunde auch nicht ständig etwas zu hüten, da werden die hunde sehr oft gar nicht beschäftigt.

  • ist ja auch so angezüchtet und gewollt. einen border collie würde ich niemals halten wenn ich kein schäfer bin (und nein auch nicht einfach so zum spass am wochenende schafe hüten), es ist ein extremer spezialist, für eine ganz bestimmte arbeit gezüchtet. diese rasse hetzt weil sie dafür gezüchtet wurden.

    Das ist mir klar. Aber es ändert leider auch nichts an dem Problem, oder?
    Den Hund hat sie übrigens von einer Bekannten übernommen, die ihn misshandelt hat, weil er mit 6Monaten die Einrichtung zerlegt hat. Sie kannte die Rasse zu Beginn nicht mal. Sie mochte den Hund einfach, weil er öfter bei ihr in Pflege war und sie nicht mehr zusehen konnte, wie der Hund schlecht behandelt wurde. Also hat sie ihn der Bekannten abgekauft. Was sie da hatte hat sie erst später erfahren.

  • ich denke die hunde sind nicht unterfordert, sondern überfordert. ich kenne einige solche aussie- halter (90% der hunde heissen übrigens joy oder fly :) ) die gehen 5 stunden mit denen hund raus, danach noch agility, hundekurse, treibball, hund kommt täglich mit auf arbeit, fährt in den öffis, werden von den kindern bespielt usw.... ist doch klar dass man da einen absolut überdrehten hund hat. auf einer farm hat der hütehunde auch nicht ständig etwas zu hüten, da werden die hunde sehr oft gar nicht beschäftigt.

    Das ist das andere Extrem ... aber nur spazieren, egal wieviele Kilometer und wieviele Stunden mit ein bissle Ballwerfen, lastet einen solchen Hüte-Hund eben nicht aus. Es frustriert ihn, weil unterfordert.

  • Der Border als Arbeitshund mag ein zufriedener, gut beschäftigter Hund sein. Im 'normalen' Leben wirken die meisten, die ich kenne, schon einigermaßen gestört. (Man möge mir verzeihen)
    Oft scheint der Halter selbst, das Grundproblem nicht zu erkennen. Selbst die Border (auch andere Rassen) die im Agility ect. laufen, sind zum Teil so hochgedreht, dass es bei mir Unwohlsein verursacht, beim Zuschauen.
    Aber das ist wohl im Wettkampf oft so... wenn es um etwas geht, verschieben sich die Prioritäten oft ins 'Ungute'.
    Abgesehen davon, ist das ohnehin nur meine persönliche Ansicht. ich bin überhaupt kein Wettkampftyp.

    Sorry, ich bin völlig O.T. :fear:

  • Ich finde aber dieses “Übertun“ ist der Gesellschaft geschuldet.
    Heutzutage muss man ja in jede Welpenschule, Junghundekurs 1-15 usw., ein gutes Dutzend Bücher auswendig kennen und jeder schreit nach artgerechter Auslastung. Da wird das Mass recht schnell überschritten ohne das man es merkt.

  • Ich mach es ja mittlerweile auch, weil Lucky damit einfach erträglicher ist beim Spaziergang und im Gegensatz zu ohne auch tatsächlich mal was von seiner Umwelt mitbekommt - aber der ist vom Wesen her auch nichts, was ich gezielt züchten würde, also von normalen Hunden, auch Gebrauchshunden erwarte ich auch, dass es nicht sein muss - wenn es manches leichter macht bzw. man sowas will, bitte.
    Mein Retriever trägt alles, was man ihm ins Maul packt und er spielt auch mal gerne mit dem Ball, aber wenn ich es weg packe ist es weg und fertig.

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